Poe jagt ein Phantom
Der KuratorKurz vor dem Weihnachtsfest werden im Taufbecken einer Kirche und an zwei weiteren Orten menschliche Finger gefunden. Washington Poe und Tilly Bradshaw werden zu diesem mysteriösen Fall hinzugezogen, der ...
Kurz vor dem Weihnachtsfest werden im Taufbecken einer Kirche und an zwei weiteren Orten menschliche Finger gefunden. Washington Poe und Tilly Bradshaw werden zu diesem mysteriösen Fall hinzugezogen, der auf einen Serienkiller verweist. Denn von Morden muss ausgegangen werden. Die Rechtsmedizinerin Estelle Doyle hat festgestellt, dass jedem Opfer der erste Finger abgetrennt wurde als es noch lebte und der zweite nach dem Tod. Bald findet die Polizei eine männliche Leiche, der zwei Finger fehlen und die Identität der beiden weiblichen Toten kann festgestellt werden. Poe rätselt, wer so etwas tut und warum.
Auch in seinem Band „Der Kurator“ lässt Autor M. W. Craven seinen Ermittler Washington Poe nach einem raffinierten, skrupellosen Serienkiller fahnden. Der Thriller ist spannend und clever aufgebaut, aber nichts für schwache Nerven.
Was verbindet die drei Toten außer dem Kürzel „#BSC6“, der jedem Fingerfund beigefügt war? Auch nachdem die Identität der Toten geklärt ist, tappen die Ermittler weiterhin im Dunkeln. Eine in Ungnade gefallene FBI-Agentin, Melody Lee, macht Poe auf eine Internet-Challenge in den USA aufmerksam, die mit ähnlichen Hashtags operierte und mit einem Todesfall endete. Dort wurden labile Jugendliche vom sogenannten Kurator manipuliert, einem „Problemlöser“ für Reiche, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Es stellt sich heraus, dass in England jemand ähnlich vorging. Die Polizei verhaftet ein jugendliches Geschwisterpaar. Poe ist mit dieser Lösung nicht glücklich und kann schließlich die Jugendlichen vom Mordverdacht befreien. Inzwischen entdeckt Tilly, was die drei Mordopfer verbindet. Jetzt scheint klar, wer das geplante Opfer des Kurators ist. Poe kommt erneut ins Grübeln, als Lee die Geschehnisse kommentiert: „Wenn man glaubt, man weiß, was der Kurator vorhat, dann ist man für gewöhnlich genau da, wo er einen haben will.“
Detective Sergeant Washington Poe ist ein hervorragender Polizist, der trotz großer Ermittlungserfolge mit seiner Art und Denkweise oft bei Vorgesetzten aneckt. Er hat Schwierigkeiten mit Autoritäten und verbeißt sich wie ein Terrier in seine Fälle. Seine loyale Freundin Tilly Bradshaw ist eine geniale Analystin, eine hochintelligente Zauberin am PC, aber ihre soziale Kompetenz schwächelt. Beider gemeinsame Vorgesetzte DI Flynn ist inzwischen hochschwanger und übellaunig, was sie aber nicht von der Polizeiarbeit abhält.
M. W. Craven hat mit „Der Kurator“ erneut einen superspannenden, raffinierten Thriller mit zahlreichen Verwicklungen geschrieben. Sein Kurator ist ein beachtlicher Stratege und noch besserer Manipulator, der nicht von ungefähr, bisher unter dem Radar der Polizei geblieben ist. Er agiert völlig skrupellos und ist extrem gefährlich. Allerdings hatte er bisher noch keinen Gegner wie Washington Poe.
Nach etlichen Wendungen mündet der Thriller in einen beachtlichen Showdown. Nicht nur der Kurator, auch sein Auftraggeber wird entlarvt. Es bleiben keine Fragen offen. In seinen Anmerkungen am Buchende erläutert der Autor, welche seiner Theorien im Buch der Wahrheit entsprechen.
„Der Kurator“ ist ein intelligenter Thriller, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Aber definitiv nichts für Leser mit schwachen Nerven.