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Veröffentlicht am 26.04.2026

Wenn der Traum vom Eigenheim zur Besessenheit wird

Tödliches Angebot
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Ich habe „Tödliches Angebot“ als Hörbuch gehört und muss sagen: Die Sprecherleistung war wirklich hervorragend und hat mich durch die Geschichte getragen. Inhaltlich bleibt bei mir allerdings ein gemischter ...

Ich habe „Tödliches Angebot“ als Hörbuch gehört und muss sagen: Die Sprecherleistung war wirklich hervorragend und hat mich durch die Geschichte getragen. Inhaltlich bleibt bei mir allerdings ein gemischter Eindruck zurück:

Eigentlich hatte ich einen klassischen Thriller erwartet, bei dem sich die Spannung langsam aufbaut. Stattdessen begegnet man direkt zu Beginn einer Hauptfigur, die bereits sehr unausgeglichen wirkt. Margo ist von Anfang an extrem fixiert auf den Wunsch, ein bestimmtes Haus zu kaufen und steigert sich dabei in eine regelrechte Obsession hinein.

Was mich besonders irritiert hat: Ihre Prioritäten wirken durchweg fragwürdig. Sie träumt von einem Haus für eine große Familie, obwohl sie bisher kein Kind hat und es offenbar auch Schwierigkeiten gibt, überhaupt schwanger zu werden. Gleichzeitig scheint ihre Beziehung zu ihrem Ehemann alles andere als stabil oder liebevoll zu sein. Im Laufe der Handlung werden diese Probleme immer deutlicher.

Margos Verhalten wurde im Verlauf der Handlung zunehmend extremer: Sie versucht, die Verkäufer zu manipulieren, sucht gezielt ihre Nähe und überschreitet dabei klar Grenzen bis hin zu stalkerähnlichem Verhalten. Parallel vernachlässigt sie sowohl ihren Job als auch ihre Ehe und verliert sich immer weiter in ihrer Besessenheit.

Das größte Problem für mich war, dass ich zu keinem Zeitpunkt eine echte Verbindung zur Hauptfigur aufbauen konnte. Ihre Gedanken und Handlungen blieben für mich durchgehend schwer nachvollziehbar, was dazu führte, dass ich eher distanziert auf die Geschichte geschaut habe. Sympathie? Fehlanzeige.

Erst gegen Ende zog das Tempo an und der Roman entwickelte tatsächlich Thriller-Elemente, inklusive Gänsehaut-Momenten. Das Finale empfand ich als durchaus heftig und überraschend, konnte für mich aber nicht mehr vollständig ausgleichen, wie weit die Figur Margo zuvor bereits ins Extreme und Unsympathische abdriftete.

Unterm Strich fühlte sich das Buch für mich weniger wie ein Thriller an, sondern eher wie ein psychologisch angehauchtes Drama mit einer zunehmend instabilen Hauptfigur, stellenweise fast wie ein „absurd-verrückter Frauenroman“. Spannend wurde es spät, überzeugend leider nicht durchgehend.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Auf der Suche nach dem Frühling

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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„Flora Brimble und der verlorene Frühling“ entführt in eine fantasievolle, märchenhafte Welt voller Magie, ungewöhnlicher Kreaturen und liebevoller Details. Besonders zu Beginn überzeugte mich die Geschichte ...

„Flora Brimble und der verlorene Frühling“ entführt in eine fantasievolle, märchenhafte Welt voller Magie, ungewöhnlicher Kreaturen und liebevoller Details. Besonders zu Beginn überzeugte mich die Geschichte mit ihrer originellen Idee und einer berührenden Hauptfigur: Flora ist ein Kind, das schon früh mit Sorgen und Verantwortung konfrontiert wird. Um ihren erkrankten Vater zu retten, braucht es vor allem eines: endlich Frühling statt bitterkaltem Winter. So macht Flora sich auf die Suche nach dem Frühling und gerät in ein Abenteuer, das nicht nur auf sie selbst große Auswirkungen hat.

Der Autor erschafft dabei viele atmosphärische Szenen – besonders die fantasievollen, eigenbrötlerischen Figuren ließen sich gut voneinander unterscheiden und bleiben auch nach der Lektüre noch im Gedächtnis. Immer wieder vermittelt die Geschichte zudem kleine, kluge Gedanken und humorvolle Anspielungen, die auch mich als erwachsene Leserin ansprachen.

Allerdings zeigte sich im Verlauf auch eine Schwäche: Der sehr märchenhafte, teils altmodische Schreibstil wirkte auf mich stellenweise etwas holprig und bremste teilweise meinen Lesefluss. Während ich mich zwar mit der Zeit daran gewöhnte, blieb er nicht durchgehend angenehm zu lesen.

Auch die Handlung selbst hatte in meinen Augen Licht und Schatten. Die Ideen empfand ich als durchweg kreativ, doch manche Entwicklungen wirkten für meinen Geschmack etwas zu schnell abgehandelt oder blieben an der Oberfläche. Dadurch fehlte es gelegentlich an Tiefe und Spannung, obwohl viel Potenzial vorhanden gewesen wäre. Einige Abschnitte fühlten sich eher wie eine Abfolge einzelner Episoden an als wie eine durchgehend dichte Geschichte.

Trotzdem punktete das Buch bei mir mit seiner Fantasie, seinen liebenswerten Details und einem insgesamt hoffnungsvollen Ton. Besonders LeserInnen, die märchenhafte Geschichten mögen und sich auf einen besonderen Stil einlassen können, werden hier fündig. Ob man als 10-Jährige/r bereits den tiefgründigeren Gedanken folgen kann und auch die zeitweise etwas düsteren Entwicklungen und Szenen abkann, ist sicherlich sehr verschieden und sollte individuell eingeschätzt werden.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Hexe trifft Werwolf

Witch of the Wolves - Halbmond Erbe
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Nach dem Tod ihrer Mutter lebt die Hexe Cordelia bei ihrer Tante in London und hat sich bewusst entschieden, keinem Hexenzirkel anzugehören, um ihre Freiheit zu bewahren. Doch ihr Leben nimmt eine abrupte ...

Nach dem Tod ihrer Mutter lebt die Hexe Cordelia bei ihrer Tante in London und hat sich bewusst entschieden, keinem Hexenzirkel anzugehören, um ihre Freiheit zu bewahren. Doch ihr Leben nimmt eine abrupte Wendung, als Fremde in das Haus eindringen und sie von dem Werwolf Bishop gerettet und gleichzeitig im Auftrag ihres bislang unbekannten Vaters entführt wird. Kurz darauf erfährt Cordelia, dass sie nicht nur aus einer Hexenlinie stammt, sondern väterlicherseits auch mit einem mächtigen Werwolfrudel verbunden ist. Diese besondere Herkunft macht sie allerdings nicht nur außergewöhnlich, sondern auch zur Zielscheibe. Im Rudel ihres Vaters muss sie nun ihren Platz finden – und nicht jeder ist damit einverstanden, dass eine Frau Teil ihrer Reihen wird.

Der Roman ließ sich insgesamt sehr flüssig lesen. Der Schreibstil war angenehm und leicht zugänglich, sodass ich schnell durch die Geschichte kam. Inhaltlich lag der Fokus allerdings deutlich stärker auf der Beziehung zwischen Cordelia und Bishop als auf den Fantasy-Elementen. Die Romance ist zwar süß und unterhaltsam, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die magische Welt und die Konflikte rund um Hexen und Werwölfe stärker ausgearbeitet werden.

Gerade im Fantasy-Bereich blieben für mich einige Fragen offen und manche Entwicklungen wirkten nicht ganz logisch. Gleichzeitig gab es aber auch überraschende und spannende Momente, die mich positiv überrascht haben. Besonders gelungen fand ich, dass man sich nie ganz sicher sein konnte, welche Figuren wirklich vertrauenswürdig sind oder ob sie die Geschichte überhaupt überleben.

Die Charaktere bleiben leider insgesamt etwas oberflächlich und hätten mehr Tiefe vertragen können. Auch das spannende Grundkonzept – eine Protagonistin zwischen Hexen- und Werwolfwelt – hätte noch deutlich mehr Potential geboten.

Wegen dieser Kritikpunkte war ich letztlich ganz froh, dass es sich um einen Band handelt, der in sich abgeschlossen wirkt, und einen nicht zwingt, den nächsten Teil unbedingt lesen zu müssen. Insgesamt ist es eine unterhaltsame Urban-Fantasy-Romance mit interessanten Ideen, die leider nicht vollständig ausgeschöpft wurden.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Große Themen, zu wenig Tiefe

Real Americans
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Der Roman "Real Americans" von Rachel Khong hat mich zunächst sofort gepackt. In den ersten Kapiteln bin ich sehr gut in die Geschichte hineingekommen und habe den Einstieg in einem Rutsch gelesen. Der ...

Der Roman "Real Americans" von Rachel Khong hat mich zunächst sofort gepackt. In den ersten Kapiteln bin ich sehr gut in die Geschichte hineingekommen und habe den Einstieg in einem Rutsch gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist atmosphärisch und sehr detailreich, was für lebendige Szenen sorgte, mir zum Ende hin aber doch zu detailreich-ausufernd wurde.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Protagonistin Lily, die in ihren Zwanzigern in New York lebt und Kind chinesischer Einwanderer ist. Sie wirkte orientierungslos und ein wenig wie auf dem Abstellgleis ihres eigenen Lebens: beruflich wie privat isoliert, ohne klares Ziel vor Augen und mit einem geringen Selbstbewusstsein. Gerade diese Unsicherheit machte sie aber auch glaubwürdig. Sie hatte oft das Gefühl, nicht wirklich irgendwo dazuzugehören - weder gesellschaftlich noch kulturell.

Ein wichtiger Aspekt des Romans ist die Frage nach Identität. Der Titel deutet es bereits an: Wer ist eigentlich ein „echter Amerikaner“? Lily sieht sich selbst ganz selbstverständlich als Amerikanerin. Gleichzeitig wird sie im Alltag immer wieder mit Fragen und Erwartungen konfrontiert, die ihr signalisieren, dass andere sie wegen ihres asiatischen Aussehens nicht so wahrnehmen. Besonders interessant fand ich den Konflikt zwischen äußerer Wahrnehmung und eigener Identität – ein Thema, das leider bis heute viele Menschen betrifft. Umso enttäuschter war ich, dass dieses Thema nicht die Tiefe und Auseinandersetzung erhielt, die ich mir erhofft hatte. Eine Ursache hierfür war, dass Lily leider kein Selbstbewusstsein hat und in den entsprechenden Situationen schwieg statt Missstände anzusprechen und aufzudecken. Eine weitere, dass der Roman diverse Themenfelder öffnete und dieses Hauptthema dadurch oft aus dem Fokus geriet.

Als Lily den gleichaltrigen Matthew kennenlernt, der der Inbegriff des privilegierten weißen Amerikaners ist, spielt eben diese Frage nach Identität und Herkunft eine große Rolle. Trotzdem hatte ich lange den Eindruck, dass sie sich eigentlich gut tun könnten. Leider entstanden im Verlauf viele Konflikte bzw. verschärften sich durch beidseitiges Schweigen und mangelnde Kommunikation. Auch ihr gemeinsamer Sohn Nick, dessen Perspektive im 2. Abschnitt des Romans im Fokus steht, hat unter diesen Auswirkungen zu leiden.

Im weiteren Verlauf weitet sich die Geschichte zu einem generationenübergreifenden Familienroman, der insbesondere Lilys Mutter Mei in den Fokus nimmt, aus. Dabei werden Themen wie Herkunft, Migration, wissenschaftlicher Fortschritt und familiäre Erwartungen miteinander verknüpft. Besonders spannend fand ich die Fragen rund um Genetik und medizinische Möglichkeiten – hier wirft der Roman einige wichtige ethische Überlegungen auf.

Allerdings hatte ich auch einige Schwierigkeiten mit der Struktur des Buches. Die Handlung schreitet teilweise sehr schnell voran und wichtige Entwicklungen werden im Zeitraffer erzählt. Dadurch blieben manche emotionalen Momente doch sehr auf Distanz. Insgesamt wirkte der Roman auf mich stellenweise etwas chaotisch, da viele unterschiedliche Themen und Perspektiven gleichzeitig eröffnet wurden.

Gerade die großen Fragen, die das Buch aufwirft – etwa zu Identität, Herkunft, wissenschaftlichem Fortschritt oder familiären Prägungen – wurden für mein Empfinden zu oberflächlich behandelt. Ich hätte mir gewünscht, dass einige dieser Aspekte mehr Raum bekommen, statt nur angerissen zu werden.

Am stärksten fand ich jene Passagen, die sich intensiver mit der Familiengeschichte und den Erfahrungen der älteren Generation rund um Lilys Mutter Mei beschäftigten. Hier bekam der Roman endlich eine emotionale Tiefe und historische Dimension, die mich wirklich sehr berührt hat.

Insgesamt fühlte sich das Buch für mich stellenweise an wie drei unterschiedliche Romane in einem: eine Art Liebesgeschichte, eine Familienchronik über mehrere Generationen und ein gesellschaftlicher Roman über Wissenschaft, Identität und Privilegien. Viele dieser Aspekte waren interessant, aber sie griffen nicht so nahtlos ineinander, wie ich es mir gewünscht hätte und verloren sich leider im Potpourri der vielen Themen. Hinzu kam eine Art Fantasy-Element, dessen Bedeutung sich mir bis zuletzt leider nicht erschloss.

"Real Americans" wirkte daher auf mich wie ein Roman-Experiment mit spannenden Ideen und wichtigen Fragen über Zugehörigkeit, Herkunft und darüber, was Familien – genetisch wie emotional – miteinander verbindet, der es aber wegen seiner partiellen Oberflächlichkeit nur zum Teil schaffte, Emotionen bei mir hervorzurufen.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Fantasievolle Fortsetzung mit kleinen Schwächen

House of War and Bone - Die Goldene Stadt 2
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Nachdem Fallon bei ihrem Rettungsversuch an Ende von Band 1 versehentlich ihre Kräfte mit Ariyon getauscht hatte, muss sie nun alles daransetzen, ihn aus dem Land der Toten zu retten, bevor er sich vollständig ...

Nachdem Fallon bei ihrem Rettungsversuch an Ende von Band 1 versehentlich ihre Kräfte mit Ariyon getauscht hatte, muss sie nun alles daransetzen, ihn aus dem Land der Toten zu retten, bevor er sich vollständig in einen Nachtwandler verwandelt. Gleichzeitig steht sie vor mehreren weiteren Herausforderungen: Sie muss weiterhin versuchen, das Vertrauen der Königin zu gewinnen, sie muss ihre neu entdeckten Heilkräfte verstehen und kontrollieren und sich auch noch mit ihrer leiblichen Mutter auseinandersetzen...

Ich habe mich wahnsinnig auf die Fortsetzung der Trilogie rund um die goldene Stadt gefreut und war entsprechend gespannt, wie es nach dem Ende von Band 1 weitergeht. Die Handlung knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an – so nahtlos, dass ich am Anfang tatsächlich einen Moment gebraucht habe, um wieder richtig in die Geschichte hineinzufinden.

Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der Hauptfiguren Fallon und Ariyon, wobei Fallon deutlich häufiger zu Wort kam. Der Schreibstil ist leicht und eher einfach gehalten, was gut zur jüngeren Zielgruppe der Reihe passt und sich flüssig lesen ließ.

Insgesamt wirkte dieser Teil auf mich leider etwas unrund. Es gab viele fantasievolle Ideen und spannende Ansätze, und auch Fallons Rabe Yanric war wieder ein echtes Highlight. Mit seinen frechen Kommentaren und seinem mutigen Herzen sorgte er immer wieder für unterhaltsame Momente und ich hatte ihn bereits in Band 1 sehr ins Herz geschlossen.

Trotz einzelner spannender Szenen hatte ich jedoch das Gefühl, dass es ziemlich viele Baustellen gleichzeitig gab. Manche Entwicklungen wirkten dadurch etwas oberflächlich abgehandelt, und an einigen Stellen hätte ich mir mehr „Show, don’t tell“ gewünscht. Obwohl das Hauptziel Ariyon zu befreien klar war, fehlte mir zwischendurch etwas der rote Faden. Die Handlung plätscherte für mein Gefühl stellenweise ein wenig vor sich hin.

Das Ende wartete allerdings mit einem gemeinen Cliffhanger auf, der definitiv neugierig auf Band 3 macht. Diesen werde ich sicherlich auch lesen - ich will ja schließlich wissen, wie es ausgeht! Insgesamt hat mich dieser zweite Teil aber leider nicht ganz so begeistert, wie ich es mir nach dem starken Auftakt erhofft hatte.

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