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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2023

Einfühlsam, empathisch, berührend

Entscheidungen an der Schwelle des Todes
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Dr. Lee Warren ist Neurochirurg und hat es immer wieder mit bösartigen Tumoren zu tun. Viel zu oft zeigt ihm ein kurzer Blick auf ein MRT das es hier um einen Menschen geht dessen Lebenszeit gerade im ...

Dr. Lee Warren ist Neurochirurg und hat es immer wieder mit bösartigen Tumoren zu tun. Viel zu oft zeigt ihm ein kurzer Blick auf ein MRT das es hier um einen Menschen geht dessen Lebenszeit gerade im Schnelltempo abläuft. Viel zu oft ist klar das man diesem Menschen nicht mehr helfen kann. Und doch betet Dr. Warren für jeden von ihnen und schenkt Hoffnung.

Dr. Warren ist ein sehr empathischer Arzt. Vor jeder OP betet er mit und für seinen Patienten. Bei ihm ist niemand nur eine Nummer, viele von ihnen begleitet er über sehr lange Zeit und nimmt Anteil an ihrem Schicksal und weiterem Leben.

Immer wieder plagen ihn dabei aber auch Glaubenszweifel. Dies wird verstärkt als er einen Sohn auf tragische Weise verliert. Aber er findet das Vertrauen immer wieder.

Dieses Buch ist so emotional. Vieles hat mich tief getroffen und die Schicksale der Menschen gingen mir gar nicht mehr aus dem Kopf. So einen tollen Arzt wie Dr. Warren sollte jeder von uns haben. Ich habe regelrecht gespürt wie er seinen Patienten beisteht und Trost spendet. Vieles hat mich zum Nachdenken angeregt und auch gerade die Gespräche mit einem Pater waren aufschlussreich und haben Denkanstöße gegeben. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig.



Dieses Buch sollte man gelesen haben.

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Veröffentlicht am 31.05.2023

Tiefsinnig, poetisch - einfach schön

Wir hätten uns alles gesagt
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Das Cover sagt - genau wie der Inhalt des Buches- nichts bestimmtes aus und dabei doch so unendlich viel.

Der Schreibstil von Judith Hermann ist sehr poetisch und für mich wunderschön zu lesen. Wortgewaltig ...

Das Cover sagt - genau wie der Inhalt des Buches- nichts bestimmtes aus und dabei doch so unendlich viel.

Der Schreibstil von Judith Hermann ist sehr poetisch und für mich wunderschön zu lesen. Wortgewaltig und bildstark empfinde ich ihn.
Es gibt hier keine richtigen Hauptfiguren. Die Autorin schaut zurück auf ihr Leben, auf schwierige Familienverhältnisse, Freundschaften die zerbrachen oder auseinanderliefen und Gespräche mit ihrem Psychiater.

Bei Judith Hermann kann bzw muss man viel zwischen den Zeilen lesen. Sie lässt uns Raum für die eigene Fantasie, für eigene Gedanken und Schlüsse. Das Buch hat kein richtiges Ende; es löst sich nicht alles in Wohlgefallen auf und es bleiben Fragezeichen zurück - aber das macht dieses Buch so besonders. Man kann sich einfach in den Beschreibungen über Menschen und Vorkommnisse verlieren.

Für mich schon ein kleines Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 22.05.2023

Klimakrisen-Story, aktuell, beklemmend - Lesehighlight

Blue Skies
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Schon das Cover von Blue Skies macht ordentlich was her. Ein blauer Himmel, mit wehender Palme und darüber eine riesige Flamme - ein tolles Sinnbild zur Klimakrise. Spannend und schockierend geht es in ...

Schon das Cover von Blue Skies macht ordentlich was her. Ein blauer Himmel, mit wehender Palme und darüber eine riesige Flamme - ein tolles Sinnbild zur Klimakrise. Spannend und schockierend geht es in dieser Story um den Klimawandel und dadurch hervorgerufene Katastrophen die erschütternd dargestellt sind.
Der Schreibstil von T.C Boyle ist in klaren, fesselnden Worten und vorallem sehr bildstark.
Hauptfiguren sind die Mutter Ottilie, ihr Sohn Cooper und ihre Tochter Catherine.
Somit ergeben sich 3 Erzählstränge nebeneinander und miteinander; das war toll umgesetzt. Ottilie verzichtet auf Fleisch und ersetzt diese durch Insekten. Cooper ist Etymologe und möchte die Welt retten, während seine Schwester Cat lieber Influencerin werden will und eher verschwenderisch und sorglos vor sich hin lebt.
Die Ereignisse in der Geschichte werden immer dramatischer und sollte einige Menschen aufrütteln, denn leider ist das alles andere als abwegig sondern schon nah am realen Leben dran.
Ich gebe eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ein Leitfaden, der die Seele mitnimmt

Wechseljahre - Befreiungsjahre
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Viele Frauen werden von den Wechseljahren überrascht. Plötzlich verändert sich der Körper, die Gefühle fahren Achterbahn, und man weiß gar nicht so richtig, was da eigentlich passiert. Die Autorin ...

Viele Frauen werden von den Wechseljahren überrascht. Plötzlich verändert sich der Körper, die Gefühle fahren Achterbahn, und man weiß gar nicht so richtig, was da eigentlich passiert. Die Autorin nimmt einem dieses Gefühl von „Ich muss funktionieren“ und zeigt stattdessen, dass diese Zeit auch eine Chance sein kann: langsamer werden, neu sortieren, alte Muster loslassen.

Mir hat gefallen, wie liebevoll und klar sie erklärt, dass die Wechseljahre nicht nur körperlich sind. Sie spricht auch über die Seele, über innere Themen, die sich melden, wenn man mitten im Leben steht. Und sie macht das ohne Druck, ohne erhobenen Zeigefinger. Eher wie eine Freundin, die sagt: „Du darfst dir Zeit nehmen. Du darfst dich verändern.“

Besonders schön fand ich, dass sie Mut macht, den eigenen Weg zu gehen. Nicht jede Frau braucht das Gleiche, nicht jede erlebt diese Phase gleich. Aber jede darf sie bewusst gestalten. Das Buch zeigt viele kleine Impulse, wie man wieder mehr bei sich ankommt – mit Achtsamkeit, mit Selbstfürsorge, mit einem neuen Blick auf das eigene Leben.

Der Schreibstil ist ruhig, leicht verständlich und sehr warm. Man fühlt sich gesehen und ernst genommen. Und gleichzeitig merkt man: Diese Zeit ist nicht das Ende von etwas, sondern der Anfang von etwas Neuem.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein vielschichtiges Familienporträt in bewegten Zeiten

Weil wir nichts wussten
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Das Buch hat mich überrascht, weil es ganz ruhig erzählt ist, aber trotzdem viel in einem auslöst. Die Geschichte läuft in zwei Strängen, die sich langsam annähern. Dadurch versteht man nach und nach, ...

Das Buch hat mich überrascht, weil es ganz ruhig erzählt ist, aber trotzdem viel in einem auslöst. Die Geschichte läuft in zwei Strängen, die sich langsam annähern. Dadurch versteht man nach und nach, was früher passiert ist und warum die Figuren heute so handeln. Das fand ich sehr gelungen.

Der Schreibstil ist etwas besonders. Manche Sätze sind lang, und ich musste manchmal kurz zurückspringen. Aber mit der Zeit hat es gut gepasst, weil der Stil zur Stimmung des Buches passt. Man liest es nicht schnell weg, sondern eher in Ruhe.

Die Figuren mochte ich sehr. Jede Person hat ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Probleme. Man merkt, wie schwer alte Geheimnisse und unausgesprochene Dinge auf einer Familie liegen können. Das Buch zeigt gut, wie Tradition, Schuld und Schweigen Menschen prägen.

Auch die politischen Themen im Hintergrund fand ich passend. Sie werden sachlich erwähnt, ohne Drama, und trotzdem merkt man, wie sehr sie das Leben der Figuren beeinflussen.

Für mich ist es ein Buch, das nachwirkt. Es lässt viel Raum zum Nachdenken, auch weil nicht alles bis ins Detail erklärt wird. Das offene Ende passt gut dazu.

Fazit: Ein stiller, kluger Roman über Familie, Verantwortung und das, was unausgesprochen bleibt. Kein Buch für zwischendurch, aber eines, das im Kopf bleibt.

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