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Veröffentlicht am 26.04.2026

Ein Sog aus Sehnsucht und Schatten

Weavingshaw
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"Weavingshaw" hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Atmosphäre war dabei durchgehend dicht, spannend und wurde von einer leicht mystischen, gothischen Stimmung getragen, ...

"Weavingshaw" hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Atmosphäre war dabei durchgehend dicht, spannend und wurde von einer leicht mystischen, gothischen Stimmung getragen, die mich sofort gepackt hat. Obwohl die Handlung inhaltlich ganz anders gelagert ist, fühlte ich mich atmosphärisch immer wieder an Alchemised erinnert - ein Vergleich, der für mich nur Positives bedeutet.

Die Welt, die die Autorin Heba Al-Wasity erschaffen hat, ist rau, düster und stellenweise brutal, ohne dabei ins übermäßig-Blutrünstige abzudriften. Für mich war es genau die richtige Balance aus intensiv genug, um zu berühren, aber nie so erschlagend, dass es unangenehm wurde.

Im Zentrum der Handlung steht Leena, eine Protagonistin mit der Fähigkeit, Geister zu sehen. Aus der Not heraus lässt sie sich auf einen Deal mit dem Saint Silas ein, der ihre Fähigkeit zu seinem Vorteil (aus-)nutzen möchte. Zunächst war St. Silas für mich eine Figur, die kalt, abweisend und kaum greifbar wirkte, doch mit fortschreitender Geschichte erfuhr ich seine Motive und sah wie Leena sein wahres Ich durch die kühle Fassade blitzen. Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren war wirklich eines der größten Highlights des Buches: ein echter Slow-Burn, der meisterhaft umgesetzt wurde. Von anfänglichem Hass und tiefer Abneigung entwickelte sich ihre Beziehung in winzigen, glaubwürdigen Schritten weiter. Jede noch so kleine Annäherung fühlte sich verdient an, und ich habe beim Lesen regelrecht darauf hingefiebert.

Besonders beeindruckt hat mich dabei die Figurenentwicklung. Sowohl Leena als auch St. Silas wurden vielschichtig angelegt und durchliefen spürbare Veränderungen. Gerade Silas entwickelte sich zu einem nahezu perfekten Book-Boyfriend, ohne dabei an Komplexität zu verlieren.

Zudem stand in "Weavingshaw" erfreulicherweise nicht die Romantik im Vordergrund, sondern der Fantasy-Plot selbst. Dieser entfaltete sich nach und nach und wurde von der Autorin geschickt und mit einem guten Gespür für Timing aufgebaut. Auch wenn viele Hintergründe erst nach und nach enthüllt wurden, entstand bei mir zu keinem Zeitpunkt Langeweile, denn die unterschwellige, lauernde Spannung zog sich konstant durch die Geschichte.

Den Schreibstil empfand ich dabei als ein weiteres großes Plus. Er war durchweg melodisch, atmosphärisch und dennoch nie überladen. Das Worldbuilding war zudem detailliert genug, um die Welt lebendig wirken zu lassen, aber nie so umfangreich, dass es meinen Lesefluss hemmte.

Auch die thematische Tiefe hat mich positiv überrascht. Aspekte wie Migration, Herkunft und Identität wurden subtil, aber wirkungsvoll in die Handlung integriert und verliehen der Geschichte zusätzliche Relevanz und Emotionalität.

Obwohl die Handlung nicht von permanenter Action lebte, blieb das Buch durchgehend fesselnd. Die leise, unterschwellige Spannung, gepaart mit intensiven Emotionen und inneren Konflikten hat mich nicht mehr losgelassen.

Nachdem ich nun die Figuren sehr ins Herz geschlossen habe, würde ich am liebsten sofort weiterlesen. Bisher gibt es leider keine Ankündigung für Band 2! Ich hoffe, ich muss nicht zu lange warten!

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Highlight der Dilogie

The Lovely Side of Death
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"The Lovely Side of Death" bildet den zweiten Band und damit den Abschluss der Dilogie von Francis Eden – und für mich sogar den stärkeren Teil der Reihe. Schon zu Beginn hat mir die kurze Rekapitulation ...

"The Lovely Side of Death" bildet den zweiten Band und damit den Abschluss der Dilogie von Francis Eden – und für mich sogar den stärkeren Teil der Reihe. Schon zu Beginn hat mir die kurze Rekapitulation aus Gilberts Sicht sehr gefallen. Sie war nicht nur hilfreich, um wieder in die Geschichte einzutauchen, sondern auch herrlich unterhaltsam. Sein trockener Humor zog sich auch im Anschluss wieder angenehm durch die Handlung und sorgte immer wieder für kleine Highlights.

Die Geschichte knüpft nahtlos an die Ereignisse aus Band 1 an. Zunächst muss sich Dee ohne Erinnerungen in der Unterwelt behaupten, nur um nach Rückkehr ihrer Erinnerungen Ydril zu verlieren und sich verschiedenen Prüfungen stellen zu müssen. Diese Prüfungen waren fantasievoll inszeniert und haben mich angenehm unterhalten. Ein großes Plus empfand ich die Gestaltung der Unterwelt selbst. Sie wirkte auf mich unglaublich ideen- und detailreich, ohne dabei überladen zu sein. Vor allem die Schattenwesen, die Dee adoptiert, haben es mir angetan. Eine originelle und stimmige Idee, die perfekt zur Atmosphäre passte! Denn auch die Schattenwesen von Ydril hatte ich in Band 1 schon ins Herz geschlossen.

Auch emotional hat mich das Buch erreichen können, denn Dees Kampf um Ydril und die Verbindung zwischen den beiden fand ich berührend dargestellt. Der Perspektivenwechsel zwischen den beiden funktionierte wieder hervorragend und brachte zusätzliche Tiefe in die Handlung.

Trotz all der Stärken hätte ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Hintergrundinformationen und Tiefe gewünscht, vor allem zur Welt und ihren Regeln. Auch das im Off abgelaufene Geschehen rund um Dees beste Freundin sowie die Entwicklungen bezüglich des „Witch Way“ haben bei mir Fragen hinterlassen, die gerne noch hätten beantwortet werden dürfen. Zudem kamen die Figuren der Oberfläche nur sehr kurz vor, hier wäre noch mehr Potential gewesen.

Das Ende selbst war für meinen Geschmack jedoch insgesamt sehr zufriedenstellend und rund. Die Dilogie wurde abgeschlossen, ohne gehetzt zu wirken und gleichzeitig bleibt grundsätzlich genug Raum für mögliche Fortsetzungen, was ich persönlich sehr begrüßen würde.

Unterm Strich ist "The Lovely Side of Death" ein wunderbar atmosphärischer, humorvoller und gleichzeitig cosy gehaltener Fantasyroman, der mich bestens unterhalten hat und die Reihe stark abrundet.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Fantasy-Highlight mit Suchtfaktor

Der Hof der silbernen Nacht
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Die Illusionistin Niva lässt sich auf einen gefährlichen Auftrag ein: Sie soll als Gestaltwandlerin an den Hof der Nachtelfen reisen und dort als neue Schriftführerin König Valerian ausspähen. Als Belohnung ...

Die Illusionistin Niva lässt sich auf einen gefährlichen Auftrag ein: Sie soll als Gestaltwandlerin an den Hof der Nachtelfen reisen und dort als neue Schriftführerin König Valerian ausspähen. Als Belohnung wird der ausbeuterische Zirkusdirektor Borwin Nivas Schwester nach erfolgreicher Mission aus seinen Diensten in die Freiheit entlassen. Schon bald entdeckt Niva am Königshof, dass nicht alles ist, wie es scheint und in der Dunkelheit des Königs strahlt Licht, dessen sie sich nicht erwehren kann. Doch bei jeder Annäherung zwischen ihr und Valerian muss Niva auf der Hut sein - sollte er entdecken, wer sie ist, wird sie dies nicht überleben...

"Der Hof der silbernen Nacht" von K.T. Steen hat mich vollkommen überrascht und begeistert. Ich kannte die Autorin vorher nicht, aber nach diesem Buch bin ich definitiv Fan!

Der Schreibstil ist unglaublich mitreißend: flüssig, atmosphärisch und so bildhaft, dass man sich jede Szene mühelos vorstellen kann. Die Welt ist detailreich, ohne dabei überladen zu wirken und damit ein gelungenes Worldbuilding, das Raum zum Eintauchen lässt, ohne den Lesefluss zu bremsen.

Die Geschichte selbst ist komplex, aber jederzeit gut nachvollziehbar. Einige Wendungen waren für mich vorhersehbar, doch genauso oft wurde ich überrascht. Dies sorgte für eine konstante, angenehme Spannung, die sich durch das ganze Buch zog. Es ist vielleicht kein klassischer Pageturner, aber der Drang weiterzulesen war wirklich ständig da und ich habe die Geschichte regelrecht inhaliert.

Besonders hervorzuheben sind die Figuren! Niva und Valerian sind mir schnell ans Herz gewachsen. Sie wirken lebendig, vielschichtig und haben echte Ecken und Kanten. Besonders Valerian ist wirklich unglaublich gut gelungen. Aber auch die Nebencharaktere sind liebevoll ausgearbeitet und trugen zur Tiefe der Geschichte bei. Auch hier habe ich viele Figuren ins Herz geschlossen und zum Ende des Romans bangte ich sehr um einen meiner Lieblinge.

Was dieses Buch für mich so besonders machte, war die Balance aus Emotionen, Konflikten und Geheimnissen, denn sie griffen perfekt ineinander. Die Autorin nimmt sich Zeit für ihre Welt und ihre Figuren, ohne dass es jemals langatmig wird. Stattdessen entsteht ein intensives Leseerlebnis, bei dem ich mich durchgehend wohlgefühlt habe.

Ich habe das Buch wirklich verschlungen und leide jetzt unter einem ordentlichen Bookhangover. Teil 2 der Dilogie kann für mich gar nicht schnell genug erscheinen. Um die Wartezeit zu überbrücken, habe ich mir direkt "Die Feen der Nacht" aus der Feder der Autorin bestellt, das sich mit einem Paar aus dieser Geschichte beschäftigt, das als Nebenfiguren auftauchte, denn ich kann die Welt noch nicht verlassen!

Für mich ist dieses Buch ganz klar ein Fantasy-Highlight des Jahres!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Blutig, brutal, spannend

Dire Bound
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Mit „Dire Bound“ liefert Sable Sorensen einen düsteren, brutalen Fantasy-Auftakt, der mich ehrlich überrascht hat – und zwar positiv.

Schon die ersten Seiten werfen uns mitten ins Geschehen: ein harter ...

Mit „Dire Bound“ liefert Sable Sorensen einen düsteren, brutalen Fantasy-Auftakt, der mich ehrlich überrascht hat – und zwar positiv.

Schon die ersten Seiten werfen uns mitten ins Geschehen: ein harter Kampf, keine Schonfrist, kein sanfter Einstieg. Genau so ist auch die Welt von Sturmfrost – rau, blutig und gnadenlos. Im Mittelpunkt steht Meryn Cooper, die berüchtigte „Straßenkatze“ des Ostviertels. Sie lebt in bitterer Armut, kämpft im Ring, arbeitet zusätzlich in einer Wäscherei und versucht verzweifelt, genug Geld für die Medikamente ihrer kranken Mutter zu verdienen. Zudem umsorgt sie für ihre jüngere Schwester Saela, für die sie alles tun würde.

Das Worldbuilding ist beeindruckend ausgearbeitet. Sturmfrost befindet sich im Krieg mit den Siphonen aus Astreona – vampirähnliche Wesen, die, wie es heißt, Kinder aus ihren Betten stehlen, um sie als lebende Blutvorräte über die Grenze zu verschleppen.

Blutige Grausamkeit zieht sich durch das gesamte Buch. Gewalt, Kriegshandlungen und blutrünstige Szenen werden nicht beschönigt. Die Welt ist dreckig, brutal, oft erschreckend – und genau das macht sie so spannend und glaubwürdig.

Als Saela eines nachts entführt wird, trifft Meryn eine folgenschwere Entscheidung: Sie verpflichtet sich beim Militär, um an die Front zu gelangen und ihre Schwester zu suchen. Doch zuvor muss sie die berüchtigten Bindungsprüfungen überleben. Hier kommen starke Fourth Wing-Vibes auf – besonders bei den Prüfungen, bei denen tausend Rekrut:innen einen vereisten Berg erklimmen, während oben nur hundert Schattenwölfe warten. Dass sich die Anwärter gegenseitig meucheln, um ihre Chancen zu erhöhen, sagt alles über diese Gesellschaft. Auch im weiteren Verlauf sollte man sich an keine Figur zu sehr gewöhnen.

Das Klassensystem ist gnadenlos: Bürgerliche auf der einen Seite, die privilegierten Gebundenen und ihre Familien auf der anderen. Selbst innerhalb des Militärs ist diese Kluft spürbar. Besonders perfide: Adel und König missbrauchen Rekruten zu ihrer eigenen Belustigung. Diese Aspekte verleihen der Geschichte zusätzliche Schwere.

Meryn selbst ist eine unglaublich starke Protagonistin. Tough, abgeklärt, mit trockenem Humor – aber niemals gefühllos. Ihre Emotionen kommen spürbar rüber, auch wenn ich zu Beginn das Gefühl hatte, dass Gespräche teilweise etwas mehr Tiefe vertragen hätten. Auch manche Beschreibungen hätten anfangs detaillierter sein können. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto stärker wird die Atmosphäre. Ich bin mit jedem Kapitel tiefer eingetaucht.

Eigentlich will Meryn die Bindungsprüfungen nur überleben, um anschließend an die Front zu gelangen. Stattdessen wird sie – gegen ihren Willen – an die mächtige Schattenwölfin Anassa gebunden. Und diese Bindung läuft alles andere als harmonisch. Ihre Ausbildung unter Ausbilder Stark Therion ist hart, gefährlich und geprägt von Misstrauen. An der Akademie erwarten sie Prüfungen, Kämpfe und überraschend viel Luxus – was die Kluft zwischen Arm und Reich noch deutlicher macht.

Was mich besonders begeistert hat: die unvorhersehbaren Twists. Immer wieder nimmt die Geschichte Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen. Trotz des eher langsamen Aufbaus passiert unglaublich viel. Es ist dicht, atmosphärisch geschrieben, actionreich und emotional packend.
Dire Bound ist nichts für zarte Gemüter – es ist brutal, blutig und manchmal sogar eklig. Aber genau das passt perfekt zu dieser gnadenlosen Welt.

Band 1 hat mich wirklich positiv überrascht – und ich bin sehr froh, dass ich nicht lange auf die Fortsetzung warten muss!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Raus aus der Friendzone

Grumpy Darling
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"Grumpy Darling" hat mir wieder extrem gut gefallen und ist für mich ein absolutes Highlight! Die Reihe von Alexandra Moody überzeugt einfach jedes Mal aufs Neue, vor allem, wenn man Highschool-Sports-Romance ...

"Grumpy Darling" hat mir wieder extrem gut gefallen und ist für mich ein absolutes Highlight! Die Reihe von Alexandra Moody überzeugt einfach jedes Mal aufs Neue, vor allem, wenn man Highschool-Sports-Romance liebt! Der zweite Band der Trilogie fühlte sich dabei genauso süß, locker und leicht an, ohne an Tiefe zu verlieren.

Dieses Mal steht Grayson im Mittelpunkt – der Zwillingsbruder von Reed, den man bereits aus Band 1 kennt. Die gleichaltrige Paige ist seit Ewigkeiten seine beste Freundin, doch eigentlich liebt Grayson sie schon immer. Umso komplizierter wird es, als Paige plötzlich mit jemand anderem anbandelt. Grayson muss endlich aktiv werden und zeigen, dass er mehr als nur „der beste Freund“ ist. Gleichzeitig hat er aber große Angst, ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen...

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Paige und Grayson erzählt, was das Ganze unglaublich lebendig machte. Ich habe richtig mitgefiebert, weil man beide Seiten so intensiv miterlebt.

Was mir besonders gut gefallen hat: Das Buch ist nicht nur reine Romance. Beide Figuren haben ihre eigenen Herausforderungen. Paige versucht, sich gegen ihre Eltern durchzusetzen, um ihren eigenen beruflichen Weg zu gehen, von dem sie noch nicht weiß, wie er aussehen soll, während Grayson als Eishockeyspieler auf ein Stipendium hinarbeitet – und dabei seine Verletzung geheim halten muss. Diese Konflikte gaben der Geschichte eine angenehme Tiefe und machten die Charaktere für mich authentisch und greifbar. Insbesondere den "grummeligen" Grayson habe ich total ins Herz geschlossen!

Die Mischung aus süßer Liebesgeschichte, persönlichen Problemen und sportlichem Ehrgeiz ist wieder einmal einfach perfekt gelungen. Und ganz ehrlich: Ich habe das Buch in kürzester Zeit weggesuchtet, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.

Fazit: Eine süße, emotionale und gleichzeitig spannende Geschichte mit tollen Charakteren und viel Herz. Für mich definitiv eines der Highlights der Reihe! Ich kann es nicht erwarten, Band 3 zu lesen!

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