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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Spooky und fesselnd

Nebelbeute
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Nachdem „Aschesommer“ 2025 eins meiner Jahreshighlights war, habe ich Benjamin Cors neuen Thriller mit Freude erwartet. Ein weiteres Mal konnte mich der Autor mit einer wirklich fesselnden und undurchschaubaren ...

Nachdem „Aschesommer“ 2025 eins meiner Jahreshighlights war, habe ich Benjamin Cors neuen Thriller mit Freude erwartet. Ein weiteres Mal konnte mich der Autor mit einer wirklich fesselnden und undurchschaubaren Geschichte sehr gut unterhalten.
Nach den Ereignissen aus Band 2 ist Mila beurlaubt und nutzt die Zeit, um in einem abgelegenen Dorf auf eigene Faust nach Toblach zu suchen, einem Kriminellen, mit dem sie noch eine offene Rechnung hat.
Benjamin Cors schafft eine tolle, fast spooky Atmosphäre. Die Bewohner des Bergdorfs leben sehr zurückgezogen und wirken teilweise sonderbar.
Getoppt wird die ohnehin düstere Stimmung als eine äußerst spektakulär inszenierte Mordserie beginnt. Das Team der Gruppe 4 rückt an um die Ermittler vor Ort zu unterstützen, jedoch ist die Hilfsbereitschaft überschattet von der Sorge um Mila, die plötzlich verschwindet.
„Nebelbeute“ war für mich extrem undurchschaubar. Ich hatte wirklich keine Idee, wieso diese Morde geschehen und wer dahinter steckt. Als das Motiv enthüllt wurde, fand ich es so außergewöhnlich und interessant, dass ich die folgende Entwicklung komplett gefesselt verfolgte. Als Krönung warf der Autor einen weiteren unerwarteten Plottwist hinterher und rundete den Thriller mit einem gelungenen Showdown ab.
„Nebelbeute“ bleibt meinem Empfinden nach minimal hinter „Aschesommer“ zurück, überzeugt aber trotzdem auf ganzer Linie durch einen flüssigen Schreibstil, eine düstere Atmosphäre, eine spektakuläre Mordserie und einem sehr sympathischen Ermittlerteam. Thrillerfans sollten diese Reihe nicht verpassen!

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Bester Grenzfall bisher

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Der 6. Grenzfall „Ihr Grab in den Fluten“ war für mich das bisherige Highlight der Reihe. Anna Schneiders neues Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Dies lag zu einem ...

Der 6. Grenzfall „Ihr Grab in den Fluten“ war für mich das bisherige Highlight der Reihe. Anna Schneiders neues Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Dies lag zu einem großen Teil an der sehr authentischen und dramatischen Beschreibung einer Flutkatastrophe, die man sich aufgrund von Nachrichtenbildern aus den letzten Jahren sehr gut und bildlich vorstellen konnte.
Der Krimi besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die zwischen unterschiedlichen Schauplätzen wechseln.
In Alexa Jahns Einsatzgebiet sorgen extreme Regenfälle für Chaos und Verwüstung. Eine Gruppe Jugendliche sitzt in einer Hütte fest, ein namenloses Paar begibt sich auf eine Wanderung und eine ebenso namenlose Mutter schreibt Briefe an ihr Kind.
In all diesen Handlungssträngen finden Gewalttaten statt. Doch wie und ob alles zusammenhängt, erschließt sich lange nicht. Es erscheint fast undenkbar, dass es einen roten Faden geben könnte und als dieser sich doch zu zeigen beginnt, ist das, was sich enthüllt so unfassbar und schockierend, dass man beim Lesen erstmal schlucken muss.
Ich lese die „Grenzfall“ Reihe generell sehr gerne aber „Ihr Grab in den Fluten“ setzt wirklich nochmal eine Schippe drauf. Für mich war das ein ganz toller Spannungsroman, der zu keiner Zeit eine Länge hatte. Alle Perspektiven waren gleichspannend für mich und durch die Naturkatastrophe hatten die ohnehin schon schrecklichen Ereignisse noch einmal eine ganz andere Dringlichkeit. Auch die Zusammenarbeit von Alexa und Krammer hat mir diese Mal wieder gut gefallen und die Vater-Tochter Beziehung hat sich ein gutes Stück weiterentwickelt. Ebenso hat mir gut gefallen, dass sowohl die kurzen Kapitel aus Sicht der Mutter und eines Wanderers sehr zur mysteriösen Stimmung des Krimis beigetragen haben und man lange nicht einordnen konnte, was es damit auf sich hat. Die Geschichte war für mich völlig unvorhersehbar und vielschichtig und dadurch besonders fesselnd.
Von mir gibt es 5 Sterne und eine große Leseempfehlung. Ich freue mich schon, wenn es nächstes Jahr mit einem neuen „Grenzfall“ weitergeht.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Schockierende Mordfälle

DNA
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„DNA“ ist der erste Fall der Krimireihe um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya. Schon im Prolog hatte Yrsa Sigurdardottir meine volle Aufmerksamkeit, denn eine Frau wird auf eine äußerst brutale ...

„DNA“ ist der erste Fall der Krimireihe um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya. Schon im Prolog hatte Yrsa Sigurdardottir meine volle Aufmerksamkeit, denn eine Frau wird auf eine äußerst brutale Art mit einem Staubsauger ermordet. Das Szenario hat mich völlig schockiert, weil die Mordmethode jede Vorstellungskraft übersteigt. Auch die weiteren Todesfälle, zu denen es im Verlauf des Thrillers kommt, befinden sich auf einem ähnlich heftigen Niveau. Trotz der Brutalität ist „DNA“ grundsätzlich kein reißerischer Krimi. Abseits von den Mordfällen wird keine graphische Gewalt dargestellt, stattdessen wird die Ermittlungsarbeit der Polizei detailliert beschrieben. Der Fall ist eine harte Nuss. Als Leser hat man durch den Prolog eine Ahnung, was Ursache für die Verbrechen ist, aber wie genau alles zusammenhängt, hat sich erst auf den letzten Seiten entfaltet.
Ich fand den Thriller außerordentlich spannend mit einem originellen Plot. Die Idee, dass ein Amateurfunker geheime Botschaften erhält, fand ich sehr gelungen. Dadurch, dass eine wichtige Zeugin ein Kind ist, gewinnt die Geschichte zusätzlich an Emotionalität. Die Auflösung und die Enthüllung der menschlichen Fehlentscheidungen, die zu all dem geführt haben, sind erschütternd.
Das war ein sehr lesenswerter Thriller!

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Harte Kost, grandios umgesetzt

Da, wo ich dich sehen kann
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Beim ersten Blick auf das Cover von „Da, wo ich dich sehen kann“ könnte man meinen, dass es sich um einen Liebesroman handelt, doch weit gefehlt. Jasmin Schreibers neues Buch ist schwere Kost, bei der ...

Beim ersten Blick auf das Cover von „Da, wo ich dich sehen kann“ könnte man meinen, dass es sich um einen Liebesroman handelt, doch weit gefehlt. Jasmin Schreibers neues Buch ist schwere Kost, bei der ich mehrmals einen dicken Kloß im Hals hatte.
Die Geschichte befasst sich mit dem Thema Femizid. Emma wurde von ihrem Ehemann erdrosselt. Sie hinterlässt ihre Eltern, ihre Tochter Maja und ihre beste Freundin Liv. Vier Menschen, die weiterleben müssen und deren tägliche Gedanken um Emma kreisen. Allgegenwärtig sind Schuldgefühle und die Frage, ob das Unglück hätte verhindert werden können.

Der Schreibstil und die Herangehensweise an dieses Thema hat mich sehr beeindruckt. Jasmin Schreiber ist sehr wortgewandt und weiß, wie man Emotionen nachvollziehbar beschreiben kann. Ich konnte mich in die Charaktere sehr gut hineinversetzen und ihren Schmerz ebenfalls fühlen. Sie bedient sich einer äußerst bildgewaltigen Sprache. Am liebsten hätte ich mit Textmarker gelesen, um mir besonders gelungene Zeilen zu markieren.

Allgemein fand ich die Erzählweise und die graphische Ausarbeitung sehr originell. Es gibt zum Beispiel Kinderzeichnungen von Maja, offizielle Schriftstücke wie den Bericht der Gerichtsmedizin oder Briefe vom Anwalt. Die Charaktere befassen sich mit „Was wäre wenn“ Fragen, die zur besseren Verdeutlichung auf schwarzem Untergrund gedruckt wurden, was ich ebenfalls eine gute Idee der Umsetzung fand.
Obwohl es sich hier um Fiktion handelt, fühlte sich alles sehr realitätsgetreu an. Als wenn man eine wahre Geschichte lesen würde.

„Da wo ich dich sehen kann“ ist ein Roman, der nachhallt, zum Nachdenken anregt und der im Gedächtnis bleiben wird. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich manche Stellen zu pauschalisiert finde. Wenn zum Beispiel Sätze fallen, dass „Alle Männer“ Frauen hassen. Definitiv erfahren zu viele Frauen Gewalt. Dennoch kann man nicht jeden Mann unter Generalverdacht stellen.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Hervorragende Erzählkunst

Der Kuckucksjunge
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Als ich im Jahr 2021 „Der Kastanienmann“ gelesen habe, äußerte ich bereits den Wunsch, nach einem zweiten Fall für das Ermittlerteam. Nach so vielen Jahren hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass noch ...

Als ich im Jahr 2021 „Der Kastanienmann“ gelesen habe, äußerte ich bereits den Wunsch, nach einem zweiten Fall für das Ermittlerteam. Nach so vielen Jahren hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass noch etwas nachkommen wird. Umso überraschter war ich, als ich „Der Kuckucksjunge“ in der Verlagsvorschau entdeckt habe. Meine Neugierde war sofort geweckt und ich wollte den Thriller auf jeden Fall lesen.

Soren Sveistrup ist ein wirklich toller zweiter Band gelungen, der mir nochmal besser gefallen hat, als „Der Kastanienmann“.
„Der Kuckucksjunge“ ist mit 660 eng beschriebenen Seiten ein ordentlicher Wälzer. Nicht jeder Autor kann bei diesem Umfang für kontinuierliche Spannung sorgen. Soren Sveistrup gelingt dies gefühlt mit links. Keine einzige Seite habe ich als überflüssig empfunden. Bereits im Prolog hatte mich das Buch durch den Fund einer grausam zugerichteten Leiche und einer gruseligen Atmosphäre gepackt und lies mich auch später nie los
Im weiteren Verlauf geht bis auf kurze Ausnahmen die Geschichte zum Glück nicht ganz so unappetitlich weiter, wie sie begonnen hat. Der Autor benötigt auch keine übertriebene Gewaltdarstellung um die Leser bei der Stange zu halten. Er schafft ein komplexes Rätsel, welches man gerne auflösen möchte.
Mehrere Personen werden von einem Stalker verfolgt, der immer genau zu wissen scheint, wo sich seine Opfer aufhalten. Er treibt die Empfänger seiner Nachrichten an den Rand der psychischen Verzweiflung, bevor er gnadenlos zuschlägt.
Während man manche Opfer nur kurz kennenlernt, bekamen andere mehr Raum, wodurch man intensiv mitfiebert. Besonders das Schicksal einer Person hat mich wirklich getroffen, da wir den Charakter über mehrere Kapitel verfolgt haben.
Die Auflösung kam als schockierender Aha-Moment daher. Ich wäre tatsächlich nicht darauf gekommen und finde es toll, wie man 600 Seiten die Identität geheim halten konnte.
Mir hat zudem sehr gefallen, wie vielschichtig der Thriller aufgebaut ist, da es innerhalb des Kriminalfalls weitere Kriminalfälle gibt.
Da ich das Buch wie erwähnt die ganze Zeit über sehr spannend fand, war ich am Ende überrascht, wie viel spannender es noch werden konnte. Die letzten Kapitel sind ein Wettlauf mit der Zeit und man ist sich nicht sicher, ob alles gut ausgehen wird.
„Der Kuckucksjunge“ war für mich ein ausgesprochen lesenswerter Thriller, der in Sachen Spannung, Aufbau und Ausarbeitung der Charaktere meine volle Punktzahl bekommt.

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