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Jenny_Colditz

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2026

sehr gutes Hörbuch, schlechter Inhalt

Gelbe Monster
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Gelbe Monster – Clara Leinemann, gesprochen von Lisa Hrdina
Qualitativ gutes Hörbuch, die Sprecherin hat einen wunderbaren Job gemacht. Gerade die emotionalen Parts wurden für mich dadurch nahbarer.
Spoiler ...

Gelbe Monster – Clara Leinemann, gesprochen von Lisa Hrdina
Qualitativ gutes Hörbuch, die Sprecherin hat einen wunderbaren Job gemacht. Gerade die emotionalen Parts wurden für mich dadurch nahbarer.
Spoiler in der Rezension, weil Rage
Allerdings konnte dies der Inhalt nicht. Mit Gelbe Monster zeigte uns die Autorin eine Frauenfigur, welche ihrem Partner gegenüber Gewalt ausübte, physisch und psychisch. Lange wussten wir Lesenden nicht, was der Auslöser hierfür war, da sich die Hauptfigur selbst sehr häufig als Opfer darstellte. Mein größter Knackpunkt hierbei war, dass sie sich in dieser Opferrolle quasi suhlte, keinerlei Reflektion stattfand, kein Bedauern oder Scham über das geschehene. Sondern die Schuld komplett bei dem Gegenüber blieb. Auch die Auflösung war nichts für mich. Man ist so, weil man eben so ist und noch so viel Wille wird daran nichts ändern. Meh. Da hätte ich mir auch das ganze buch sparen können, denn dies ist keine „Moral der Geschichte“ welche ich so akzeptieren kann, oder gar nachvollziehen will. Wenn man zur Gewalt neigt, egal welches Geschlecht, dann ist das eben so und ändert sich auch nicht. Das ist nicht die Realität und darf auch nicht als Erklärung / Entschuldigung hergenommen werden. Nur weil etwas immer schon so war, muss es so nicht immer weiter gehen. Der Mensch ist in der Lage seine Verhaltensmuster kritisch zu reflektieren und diese auch bewusst zu ändern. Unser Hauptfigur allerdings suhlt sich lieber in ihrem Elend und stellt sich als ein Opfer dar, was sie nicht ist. Das ist nachvollziehbar, denn das sieht man tatsächlich täglich. Ich musste meine Partnerperson schlagen / beleidigen, weil… Nope, keine Entschuldigung. Du hast das nur getan, weil du dich und deine Emotionen nicht unter Kontrolle hast, nicht reflektieren kannst. Nicht dein Gegenüber ist für deinen emotionalen Ausgleich verantwortlich, sondern du allein. Du möchtest mehr körperliche Nähe, dein Gegenüber aber nicht? Dann mach diesen nicht für dein Ungleichgewicht verantwortlich, sondern geh ins Selbstgespräch. Kontrolliere dich, zügel dich, rede offen darüber. Aber verbiete nicht, oder grenze deinen Gegenüber ein. Boar, hat mich dieses Buch sauer gemacht und mit einem richtig schlechten Gefühl zurück gelassen. Ich konnte nachempfinden, wie es sich anfühlt unsichtbar zu sein. Keiner bemerkt deinen inneren Schmerz oder hilft dir wortlos. Unsere Hauptfigur wollte allerdings nur bemerkt und bemitleidet werden, was ihr Schlimmes durch ihren Expartner angetan wurde, sie selbst trug an nichts die Schuld, alles wurde auf den Ex abgewälzt. Und hier ist mir die Hutschnur geplatzt. Es ist nun einmal nicht so klar abgrenzbar. Am Scheitern einer Beziehung sind immer mindestens zwei Personen schuld und niemals einer allein. Und sich dann in eine Opferrolle stürzen, erzeugt bei mir leider Übelkeit. Wenn dies dann auch noch unsere Ich-Erzählerin ist, bin ich leider raus. Aber so komplett.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

verwirrend

Last night at the Telegraph Club
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Last Night at the Telegraph Club von Malinda Lo

Ich glaube es bildete bei mir den Abschluss zu unserer letztjährigen Regenbogen Aktion. Und hat mich so sehr enttäuscht, das ich mich danach erst einmal ...

Last Night at the Telegraph Club von Malinda Lo

Ich glaube es bildete bei mir den Abschluss zu unserer letztjährigen Regenbogen Aktion. Und hat mich so sehr enttäuscht, das ich mich danach erst einmal in ein Lieblingsbuch retten musste.
Die Autorin war hochmotiviert in diesem Buch so extrem viel anzusprechen und anzuprangen, das nicht ein einziges der Thema wirklich ernsthaft behandelt wurde. Und einem Ende was alles zuvor erlebte einfach komplett zerstört und für mich persönlich eine schlechte Moral zurück lässt.

Aber von Anfang an. Wir begleiten Lily in den 50er Jahren in Amerika. Und hier haben wir schon die ersten Probleme, welche durch die Autorin behandelt werden und definitiv sehr wichtig und auch interessant sind. Sie lebt in der chinesischen Gemeinde. Hier treffen wir auf Themen wie: R@ssismus, Kommunismus, Kolonialismus, Deportation, Abschiebung, Bestechlichkeit von Behörden, Eingliederung in die Gesellschaft. Dazu kommt der Schulstress von Lily, sowie Misswahlen. Keins dieser Themen kannst in nur 5 Minuten erklären. Aber jedes wird angerissen. In der Schule kommen die Probleme in einzelnen Fächern dazu. Mobbing, Freundschaft, die erste Liebe und neue Bekanntschaften. Mit diesen neuen Bekanntschaften kommen die Themen Misogynie, queeres Leben, Coming Out, Selbstfindung, Raumfahrt, Physik, Raketenwissenschaften, Feminismus, Auflehnung und noch vieles mehr.
Wie man merkt zu viele Themen, und keines davon klein oder unwichtig. Jedes braucht Platz und Zeit.
Dies wurde meiner Meinung nach weder den Figuren noch den Themen gegeben. Ich hatte das Gefühl als würde eine Check Liste abgearbeitet werden "Wie viele problematische Themen kann ich in einem einzigen Buch ansprechen?". Malinda Lo würde bei diesem Wettbewerb Platz 1 belegen.
Es wurde nur eins der obigen Themen wirklich beendet. Und das auf die für mich unschönste Art und Weise. 🤣🤷‍♀️
Also wer sollte das Buch lesen? Menschen welche kein Happy End brauchen.
Menschen welche sich schnell und ohne großen Inhalt über die 50er Jahre in Amerika lesen wollen, um sich dann mit den Themen näher zu beschäftigen. Man bekommt halt einen groben Überblick.
Menschen welche keine tief ausgearbeiteten Charaktere brauchen, sondern grober Umriss reicht.
Wirklich. Es gibt sooooo viele richtig gute queere Coming of Age Bücher. Hier wurde zu viel gewollt und nicht mal 1/8 davon eingehalten. Einfach mal 4732 Themen weniger und es hätte richtig geil werden können. So aber war ich persönlich sehr genervt und mehr als nur ein wenig enttäuscht.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

anders als erwartet

Kitty Carter – Dämonenkuss
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Wenn im Klappentext direkt etwas von viel Spice steht bin ich eigentlich raus. Allerdings war ich sehr auf die Umsetzung des Kriminalfalls gespannt. Denn die Idee gefiel mir richtig gut. Nach dem eigenen ...

Wenn im Klappentext direkt etwas von viel Spice steht bin ich eigentlich raus. Allerdings war ich sehr auf die Umsetzung des Kriminalfalls gespannt. Denn die Idee gefiel mir richtig gut. Nach dem eigenen Tod, diesen als Geist aufklären.
Kitty selber wird als deutlich älter beschrieben. Für mich verhielt sie sich allerdings so zw. 16-24 Jahre. Oftmals zickig und aufmüpfig. Ist Okay, gerade das aufmüpfige als Frau der damaligen Zeit. Go for it. Aber die Situation muss hierzu passen. War nur selten der Fall.
Apropos Fall. Ermittelt wird eher nicht so effizient. Gut, ihre ehemaligen Kollegen waren in der Regel mit dem aufrechterhalten des eigenen Lebens überfordert. Atmen ist echt anstrengend. Was gut dargestellt hat, das Frauen damals nichts zu sagen hatten, aber Männer eben auch nichts drauf hatten.
Aber auch Kitty selber ist eher auf Zufall und Glück angewiesen als auf tatsächliches Können. Trotzdem war es amüsant bis zu ca. 2/3.
Das Ende, die Auflösung und der Punkt der recht häufigen 🌶 Szenen...
Die 🌶 Szenen und Gedanken an mögliche kommende derartige Aktionen waren eingestreut nach dem Oskar-Film "Warum liegt hier Stroh?". Und die Story drumherum hat mich leider völlig verloren. Das war so konfus und völlig abgedreht, dass es mit dem chilligen Creepy Cosy Crime von zuvor gar nichts mehr zu tun hatte. Es war echt ein völlig anderes Buch. Und so ein harten Schnitt in einem Genre, bin ich kein Fan von. Hat mir auch die Lust auf Teil 2 genommen. Und ich muss leider weiter nach ermittelnden Geistern suchen.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

kann man lesen, muss man aber nicht

Lore. Die Spiele haben begonnen. Sie kämpft um ihr Leben
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Man soll mit dem positiven Beginnen:
Ich mochte die Hauptfigur, da sie von Anfang an stark ist.
Und wir endlich nicht dem Mauerblümchen bei der Weltenrettung zu sehen müssen.
Sie ist kämpferisch und selbstbewusst, ...

Man soll mit dem positiven Beginnen:
Ich mochte die Hauptfigur, da sie von Anfang an stark ist.
Und wir endlich nicht dem Mauerblümchen bei der Weltenrettung zu sehen müssen.
Sie ist kämpferisch und selbstbewusst, weiß was sie möchte und wofür sie kämpft.
Weitere Nebenfiguren gab es, aber mehr als der Name wurde nicht erwähnt. Man bekam deren Gefühlsleben nicht wirklich mit. Es wurden Entscheidungen der Figuren als Geschichten erzählt, man war nicht dabei. Eine emotionale Verbindung entstand somit nicht.
So konnte ich die entstehenden Lovestorys auch nicht wirklich einordnen. Denn mit einmal küssten sich Protagonisten – und ich verstand nicht warum.

Die Story selbst gabs so schon in unterschiedlichsten Gewandungen. Götter kämpfen gegeneinander und am Ende bleibt der stärkste übrig. Hier ging es um die griechischen Götter, welche aller 7 Jahre gegeneinander kämpfen, oder von anderen sterblichen umgebracht werden, so dass diese dann ihre Göttlichkeit übernehmen können. Von den ursprünglichen Göttern gab es nicht mehr viele, auch die zuvor Sterblichen, welche deren Mächte übernommen hatten, waren nicht mehr so zahlreich. So dass die Göttlichkeit ein rares gut war. Und trotzdem sind im Laufe der Geschichte, natürlich, welche verschieden. Aber so random, so nebenher. Über einen Stock gestolpert – tot. Für ein ach so wichtiges Ereignis und bösen Bosskampf hätte ich mir etwas mehr Wichtigkeit erhofft. Vielleicht hätte der dölfzigste immer gleiche Monolog gestrichen werden können um anderen, wirklich wichtigen, Sachen mehr Platz zu schaffen. Es wurde viel über die ewig selben uninteressanten Sachen geredet, wichtiges nur nebenher einmalig erwähnt.
Wenn man sich nur berieseln lassen möchte, und nicht vor brutaler Gewalt zurückschreckt, wäre es okay. Wenn du allerdings Logik in einer Geschichte suchst, dann bist du hier falsch. Denn diese ist, wenn überhaupt, nur recht minimal vorhanden.

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Veröffentlicht am 15.03.2022

Achtung, könnte Spoiler enthalten

La Vita Seconda
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Spoilerwarnung!!!



Das Buch hat nur 250 Seiten, für die ersten 150 hab ich über 3 Monate benötigt für die letzten 100 Seiten dann nur eine Stunde.
Bis es soweit war, lief es aber doch recht zäh. Man ...

Spoilerwarnung!!!



Das Buch hat nur 250 Seiten, für die ersten 150 hab ich über 3 Monate benötigt für die letzten 100 Seiten dann nur eine Stunde.
Bis es soweit war, lief es aber doch recht zäh. Man verstand die Zusammenhänge nicht, warum wer wo eine Rolle spielt.

Die Geschichte selbst wird, wie bereits im Klappentext erwähnt, in zwei Zeitebenen erzählt. Viele unterschiedliche Figuren bekommen große und kleine Auftritte. Bis auf Mark und Leya konnte ich bis zum Schluss keiner weiteren Figur ansehen was für einen Zweck sie hier in diesem Buch hatte. Gerade die Lovestory von Mia und Oliver, hatte keinen Zweck oder irgendeinen Sinn, außer das es weitere Seiten füllte. Bis der Leser verstand was beide Geschichten verbindet, liefen beide nebeneinander daher, ohne das man Gemeinsamkeiten sah. Die Figuren bekamen keine Verbindung. Das war schon seltsam und regte zum miträtseln an. Auf die endgültige Lösung wäre ich allerdings nicht gekommen, diese war wirklich clever und hat der Geschichte einen Stern gerettet.

Der Schreibstil war einfach gehalten. Die Figuren blieben blass und bekamen keinerlei Tiefe. Hintergrundgeschichten wurden nicht näher erleuchtet. Wie bereits erwähnt könnte man Mia und Oliver auch durch Blumentöpfe austauschen, es würde an der Story nichts ändern. Allerdings bekamen sie sehr viel Platz eingeräumt, ohne das was erklärt wurde und das ärgerte mich doch arg. Es wurde dutzendfach erwähnt das "damals" etwas vorgefallen ist, was genau wird nie zur Sprache gebracht. Allerdings muss es fast katastrophal furchtbar und schlimm gewesen sein, denn Mia hasst Oliver regelrecht, hat Angst vor ihm und rennt ständig weg. Hier hätte mehr erklärt werden können, oder die Figuren komplett streichen und durch eine Palme austauschen.

Ich war gut unterhalten, hätte mir aber durch den KT mehr gewünscht. Ich wollte historische Hintergründe, Medici Drama, Rubens Kunst und viel mehr. Es plätscherte aber sehr einfach dahin. Hatte Rubens einen Sinn in dem Buch? Nein! Und Frau Medici? noch weniger? Weniger Figuren und mehr Inhalt wären sehr ratsam gewesen.

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