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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2018

Kaum auszuhaltende Spannung

Palast der Finsternis
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Anouk gehört zusammen mit vier anderen Jugendlichen zu den Auserwählten, die einen unterirdischen Palast in Frankreich erforschen dürfen, der der geheime Rückzugsort eines Adligen aus Zeiten der französischen ...

Anouk gehört zusammen mit vier anderen Jugendlichen zu den Auserwählten, die einen unterirdischen Palast in Frankreich erforschen dürfen, der der geheime Rückzugsort eines Adligen aus Zeiten der französischen Revolution war. Doch als die Jugendlichen den Schmetterlingspalast betreten, entpuppt sich dieser als ein Labyrinth voller Gefahren. Hinter jeder Tür und in jedem Saal kann der Tod lauern. Gemeinsam müssen sie darum kämpfen den Fängen des Palastes lebend entfliehen zu können.

Es gibt zwei Handlungsstränge, die parallel laufen. Neben der Geschichte der fünf Jugendlichen, die in der Gegenwart angesiedelt ist, werden immer wieder Kapitel aus der Sicht von Aurelie, einem Mädchen, das zur Zeit der französischen Revolution und der Erbauung des Palastes lebte, erzählt. Beide Stränge sind unglaublich spannend und enden regelmäßig mit fiesen Cliffhangern, die es mir einfach unmöglich machten, das Buch aus der Hand zu legen. Einmal angefangen, habe ich das Buch beinahe ohne Unterbrechungen durchgesuchtet. Ich habe schon lange keine Geschichte gelesen, die derart spannend war. Teilweise war die Spannung kaum zu ertragen. Die Handlung ist eine einzige Hetzjagd und Atemholen ist sowohl für die Figuren als auch für den Leser kaum möglich.

Die Figuren sind alle sehr eigenwillig. Wenn sie auch nicht unbedingt sympathisch sind, so doch mindestens sehr faszinierend und auch authentisch. Niemand ist perfekt und immer schwebt die Frage im Raum, wem man trauen darf und wem nicht. Das hat das Lesen für mich sehr spannend gemacht. Eine Liebesgeschichte zwischen den Teilnehmern gab es glücklicherweise nicht, weil sie nur abgelenkt hatte.

Die Geschichte ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Es geht teilweise äußerst brutal und auch ekelig zu - Blut und Wunden gibt es nicht zu knapp. Das Buch ist eine Mischung aus Fantasy, Horror und Gothik, sehr düster und beklemmend, allein schon durch die klaustrophobische Kulisse, aber für mich ging davon eine besondere Faszination aus.

Das Ende war äußerst befriedigend, weil alles Wichtige aufgeklärt wurde und keine entscheidenden Fragen offengeblieben sind.

„Palast der Finsternis“ war mein erstes Buch von Stefan Bachmann, aber ich glaube nicht, dass es mein letztes gewesen war. Die Geschichte hat mich absolut begeistert und so sehr gefesselt wie schon lange kein Buch mehr. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, sich mit Anouk in den Palast zu wagen – aber am besten nur, wenn man ein bisschen Zeit hat, weil das Buch einmal angefangen, nur äußerst schwer wieder wegzulegen ist :)

Veröffentlicht am 22.04.2018

Mit brennender Begeisterung gelesen :)

Kleine Feuer überall
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In "Kleine Feuer überall" begleiten wir eine amerikanische Familie Richardson, die in Shaker Heights lebt, einem kleinen Ort wo alles auf den ersten Blick perfekt scheint - genau wie die Richardson. Dass ...

In "Kleine Feuer überall" begleiten wir eine amerikanische Familie Richardson, die in Shaker Heights lebt, einem kleinen Ort wo alles auf den ersten Blick perfekt scheint - genau wie die Richardson. Dass dieser Schein trügt, erfahren wir direkt im ersten Satz: "In diesem Sommer redeten alle in Shaker Heights darüber, wie Isabelle, das jüngste Kind der Richardsons, endgültig durchdrehte und das Haus niederbrannte." Im Laufe der Geschichte erfahren wir nach und nach wie es dazu kam und dass die kleinen Feuer nicht die einzigen dunklen Flecken in dieser Vorzeigefamilie sind.

Was mir besonders gut an der Geschichte gefallen hat, ist Celeste Ngs Schreibstil. Sie hat eine eigenwillige Art zu erzählen, die schon in dem oben zitierten Satz zur Geltung kommt, die mich einfach so gefesselt hat, dass mir die Handlung egal gewesen wäre - war sie aber nicht.

Die Handlung wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, von der jede eigene ihre eigenen Konflikte hat, sodass von Langeweile keine Spur war. Die Konflikte und Handlungsstränge berühren einander und greifen teilweise ineinander über und das häufig sogar ohne, dass die gerade erzählende Personen von den Problemen der anderen wissen, sondern nur die betreffende Person und der Leser selbst. Das hat auf mich einen ganz besonderen Reiz ausgeübt.

Ich bin restlos begeistert von diesem Roman und freue mich sehr, dass Celeste Ng ein weiteres Buch geschrieben hat und das jetzt ganz vorne auf meiner Leseliste steht.

Veröffentlicht am 14.02.2026

Wunderbar unaufgeregt

Sommer auf Perigo Island
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"Sommer auf Perigo Island" ist eine wunderbar unaufgeregte Sommer-Coming-of-Age-Geschichte. Einen Sommer lang begleiten wir den 12-jährigen Pierce dabei, wie er auf einer abgelegenen und bald abgehängten ...

"Sommer auf Perigo Island" ist eine wunderbar unaufgeregte Sommer-Coming-of-Age-Geschichte. Einen Sommer lang begleiten wir den 12-jährigen Pierce dabei, wie er auf einer abgelegenen und bald abgehängten Insel vor der Küste Kanadas aufwächst. Wir begleiten ihn, beim Fischen, dabei wie er sein erstes Geld mit herausgeschnittenen Kabeljauzungen verdient, bei der ersten Liebe und der Suche auf der vermissten Anna. Anna, die Pierce eigentlich gar nicht so gut kennt, die ihn aber trotzdem in ihren Bann gezogen hat. Und was hat der seltsame Festländer, in dem heruntergekommenen Haus auf dem Hügel mit dem Ganzen zu tun?

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Pierce erzählt und diese Erzählweise, der Stil, ist einfach wunderbar passend für einen Zwölfjährigen. Die Erzählung kommt wunderbar unaufgeregt daher und kommt ohne großes Drama aus. Sie lebt von ihren verschrobenen Insel-Charakteren, vom Wetter und von den Gewalten der Insel, vom Niedergang der Fischerei und von den Hürden des Erwachsenwerdens. Die Insel fungiert wie ein kleiner stehengebliebener Mini-Kosmos und schafft so eine ganz eigene, eigentümliche, aber auch sehr stimmungsvolle Atmosphäre.

Die Entwicklungen im letzten Drittel hätte ich mir noch etwas unaufgeregter gewünscht, um dem ganzen noch mehr Wucht zu verleihen, aber auch so hat sich das Ende auf jeden Fall rund angefühlt. Auf den Epilog hätte ich verzichten können, aber das ist Geschmackssache.

Insgesamt war "Sommer auf Perigo Island" eine sehr schöne, stimmungsvolle und toll erzählte Geschichte, die ich jederzeit weiterempfehlen würde.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Ungeschönt

Half His Age
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In "Half his Age" wird die Geschichte der 17jährigen Waldo erzählt, die sich in Mr. Korgy, ihren Lehrer für Kreatives Schreiben, verliebt und eine Affäre mit ihm beginnt. Waldo ist in ärmlichen Verhältnissen ...

In "Half his Age" wird die Geschichte der 17jährigen Waldo erzählt, die sich in Mr. Korgy, ihren Lehrer für Kreatives Schreiben, verliebt und eine Affäre mit ihm beginnt. Waldo ist in ärmlichen Verhältnissen bei ihrer alleinerziehenden, bindungsgestörten Mutter aufgewachsen und kommt also mit so manchem Päckchen. Aber Waldo ist ein sehr starkter Charakter, sie weiß, was sie will und wie sie es sich zu holen hat.

Die Geschichte an sich ist nicht neu, wurde so ähnlich schon des öfteren erzählt, aber das macht sie nicht weniger wichtig, nur vielleicht nicht mehr ganz so schockierend. Was mir gut gefallen hat, ist dass das Buch einfach nur berichtet, aber nicht urteilt, weder über Mr. Korgy noch über Waldo. Natürlich ist das Leseerlebnis maximal unangenehm und Mr. Korgys Verhalten nur schwer auszuhalten, und die Message am Ende ganz klar und auch wichtig.

Besonders hervorzuheben ist die Sprache. McCurdys Stil ist roh, ungefiltert, teilweise vulgär und schönt nichts. Gleichzeitig wirkt Waldos Stimme ihrem jungen Alter angemessen und ich finde, der Stil hat sehr gut zu ihrer Persönlichkeit gepasst und wunderbar die Atmosphäre des Buches einfangen können.

"Half his Age" war mein erste Buch von McCurdy und ich bin jetzt auch gespannt, auf ihr anderes Werk. Insgesamt ein Buch, das man sehr gut und auch flott lesen kann, das wichtige Themen behandelt, inhaltlich vielleicht nicht unbedingt neues beiträgt, ich trotzdem aber auf jeden Fall empfehlen kann.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Voller Abgründe

Belladonnas
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Die "Belladonnas" sind eine Gruppe einflussreicher und erfolgreicher Influencerinnen - eine streng abgeschirmte Runde zu der nur Ausgewählte Zutritt erhalten. Julies Zwillingsschwester Chloe war eine von ...

Die "Belladonnas" sind eine Gruppe einflussreicher und erfolgreicher Influencerinnen - eine streng abgeschirmte Runde zu der nur Ausgewählte Zutritt erhalten. Julies Zwillingsschwester Chloe war eine von ihnen. Doch dann stirbt Chloe unerwartet und Julie wird die einzige Zeugin. Getrennt von ihrer Schwester in völlig anderen Verhältnissen aufgewachsen, ist sie fasziniert vom schillernden Influencer-Leben ihrer Schwester und ohne lange nachzudenken, gibt sie sich als Chloe aus und erklärt stattdessen Julie für tot. Doch als sie in Kontakt mit den Belladonnas kommt, muss sie entdecken, dass auch im Leben ihrer Schwester so manche Abgründe lauern - und die sind finster, sehr finster ...

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Julie erzählt und ich mochte ihre Stimme sehr gerne, ein sehr angenehmer Stil, der sich wunderbar weglesen lies. Keine der Figuren ist so richtig sympathisch, aber gerade das hat sie für mich auch real und interessant gemacht.

Während wir im ersten Teil Einblicke in die Influencer-Welt erhlaten, driftet die Geschichte in der zweiten Hälfte des Romans ein bisschen in Richtung Horror ab und bei der ein oder anderen Szene musste ich schon ganz schön schlucken, das ist auf jeden Fall nichts für ganz zart Besaitete. Die Spannung war für mich auf jeden Fall den gesamten Plot vorhanden und auch mit dem Ende war ich wirklich außerordentlich zufrieden.

Kein 5-Sterne-Buch, dafür war manches zu schnell oder zu abgedreht, aber ein sehr unterhaltsamer Lesespaß.