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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2018

Hier darf man mit den Fingern essen!

Tex-Mex Küche
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Kochbücher sind eine Leidenschaft von mir. Meine Sammlung umfasst mehrere Hundert Bücher. Ich finde es einfach schöner, in Büchern zu blättern, statt online zu suchen. Sehr gut finde ich immer themenbezogene ...

Kochbücher sind eine Leidenschaft von mir. Meine Sammlung umfasst mehrere Hundert Bücher. Ich finde es einfach schöner, in Büchern zu blättern, statt online zu suchen. Sehr gut finde ich immer themenbezogene Ratgeber in handlichem Format, die sich rein auf die Rezepte konzentrieren und keine „Romane“ über Land und Leute beinhalten. Sie eignen sich auch hervorragend für Themenabende oder Themenpartys. Dieser Ratgeber rund um die Tex-Mex-Küche versammelt eine Reihe Rezepte rund um die Kategorien „Starters & Snacks“, „Tortillas & Co.“ und „Hauptgerichte & Beilagen“.

Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet und gut erklärt. Die Zutaten findet man in jedem guten Supermarkt, heute sogar fast schon in jedem Discounter. Vegetarische Gerichte sind mit einem Symbol extra gekennzeichnet. Relevante Angaben (Zeiten, Kalorien, Eiweiß, Fett) sind bei jedem Rezept vermerkt. Da ich es bevorzuge, wenn ich sehe, wie das Gericht am Ende aussehen soll, freue ich mich besonders über die gelungenen Fotos.

Auch dieser Ratgeber kann mit der kostenlosen App „GU Kochen Plus“ genutzt werden. Ich gehöre zur Generation, die das nicht benötigt (trotz eifriger Nutzung des Smartphones). Aber nett ist die Möglichkeit auf alle Fälle. Einzig die Nutzung einer Gewürz-Fertigmischung für Chili-con-Carne lehne ich ab. Da würze ich selbst. Aber dies ist kein Grund, einen Stern abzuziehen.

Fazit: Wer die Crossover-Küche aus Mexikanisch und Texanisch liebt, wird hier eine schöne Sammlung an Rezepten für sich finden, die man gerne hervorholt. Deshalb von mir die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 01.09.2018

Frauen und Medizin im frühen 19. Jahrhundert

Die Charité: Hoffnung und Schicksal
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Berlin, Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Ärzte in der Charitè kämpfen um Leben, Seite an Seite mit Wärterinnen, die mehr oder weniger herzlich die Kranken pflegen. Frauen haben es schwer, wenn sie nicht ...

Berlin, Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Ärzte in der Charitè kämpfen um Leben, Seite an Seite mit Wärterinnen, die mehr oder weniger herzlich die Kranken pflegen. Frauen haben es schwer, wenn sie nicht in höheren Kreisen leben. Drei Frauen erleben diese Zeit völlig unterschiedlich, und doch vereint sie das Interesse an der Medizin und die Tatsache, dass Frauen wenig Rechte haben. Jede einzelne kämpft auf ihre Weise und um ihre Träume. Auch die Liebe spielt dabei eine Rolle.

Obwohl ich nicht der große Histo-Fan bin, habe ich dieses Hörbuch gebannt und fasziniert gehört. Beate Rysopp hat die perfekte Stimme und ideale Betonung für Ulrike Schweikerts Worte. Dass hier nicht einfach eine erfundene Geschichte, sondern wahrer historischer Hintergrund einen großen Anteil hat, macht viel von dieser Faszination aus. Diese Zeit ist noch gar nicht so lange her und doch unendlich weit weg. Kaum vorzustellen, wie hart das war und welch horrenden Irrtümer die damaligen Ärzte vehement verteidigt haben. Dass oft nur Zufälle eine neue Entwicklung ermöglichen und Änderungen manchmal nur mit Gewalt und Kampf möglich sind, stimmt mich mehr als traurig.

Die Geschichte dieser Frauen und Ärzte geht bei mir ganz tief unter die Haut. Und dann sehe ich, wie wir heute so viel Kraft dafür verschwenden, eine Gleichheit zu erzwingen, die niemandem nutzt. Der Wahn, heute an jedes Wort „-innen“ anhängen zu müssen, regt mir mehr auf denn je. Haben wir das wirklich nötig?

Ohne moralischen Zeigefinger kommt Ulrike Schweikert aus. Sie stellt einfach nur sehr klar und deutlich dar, wie das Leben „damals“ war. Für Frauen sehr viel schlechter, als für Männer – und das ganz ohne Begründung. Es war einfach so! Männer durften Ärzte werden, Frauen war die Medizin nicht erlaubt, nur als Hebamme oder Wärterin, später als Diakonisse. Der Umbruch, die Erkenntnis einiger weniger Männer, die Veränderungen – das hat Zeit und Kraft gekostet. Dennoch waren Frauen schon immer bereit, diese Kraft aufzubringen. Die drei weiblichen Hauptfiguren in „Die Charitè“ sind mutig und stark, trotz vieler Rückschläge und Einschränkungen. Ob nun die Gräfin Ludovica, die nie finanzielle Not kannte, oder Martha, die ihren schielenden Sohn allein durchbringen muss, oder Elisabeth, die alles daran setzt, dem Schicksal ihrer Schwester zu entgehen – sie machen alle Mut.

Oftmals werden Wunden und Operationen so anschaulich beschrieben, dass ich gegen Ohnmacht und Übelkeit ankämpfen musste. Da bin ich zart besaitet! Dennoch konnte ich einfach nicht aufhören, weiterzuhören. Das (Hör-)Buch besitzt eine ganz eigene Form der Spannung. Wie sich die Medizin langsam von einer zur anderen Erkenntnis arbeitete, wie sich die Frauen einen Platz in diesem Gebiet erkämpft haben, das Schicksal der Patienten, aber auch, wie liebende Herzen zueinander fanden – oder auch nicht – das hat die Autorin wunderbar unter einen Hut gebracht. Fiktion und Wirklichkeit, ganz gekonnt ineinander verwebt – so gefällt mir ein historischer Roman.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie gelungen ich „Die Charitè“ finde. Das ist Unterhaltung mit Lerneffekt, würde ich behaupten wollen. Geschichtsunterricht auf besondere Art, beste Unterhaltung und ein wahrer Hörgenuss. Von mir gibt es deshalb die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 27.08.2018

39 x Avocado anders

Avocado
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Die Ratgeber von GU bringen immer alles wunderbar auf den Punkt. Ich liebe Kochbücher, die themenbezogen sind. Rezepte zu und mit Avocados finden sich auch in Kochbüchern mit mediterraner Küche, aber da ...

Die Ratgeber von GU bringen immer alles wunderbar auf den Punkt. Ich liebe Kochbücher, die themenbezogen sind. Rezepte zu und mit Avocados finden sich auch in Kochbüchern mit mediterraner Küche, aber da muss man dann auch mehrere Bücher durchstöbern, um sie zu finden. Das vorliegende Buch versammelt 39 Rezepte rund um das Superfood, unterteilt in die Rubriken „Salate & Smoothies“, „Snacks & Suppen“, „Warmes zum Sattessen“ und „Desserts & Gebäck“. Somit ist für jede Gelegenheit und bestimmt auch für jeden Geschmack etwas dabei. Zudem erhält man viel Wissenswertes rund um die Avocado, von „Foodfacts“ über das richtige Vorbereiten (aufschneiden, drehen, entkernen, schälen, schneiden, säuern), Tipps und Tricks, die richtige Reife erkennen bis zu Kombinations-Tipps. Man erhält außerdem noch eine App, die man nutzen kann – für mich ein Feature, das ich nicht benötige.

Die Rezepte sind meist recht einfach nachzukochen. Die benötigten Zutaten sind fast durchweg leicht und überall zu bekommen, nur vereinzelt werden welche benötigt, die vielleicht nicht in jedem Supermarkt vorrätig sind. Die Gestaltung ist übersichtlich, die Erklärungen verständlich. Angaben zur Zubereitungszeit, den Kalorien, dem Eiweiß-, Fett- und Kohlehydrategehalt sind vorhanden und vegetarische Gerichte sind für das schnelle Auffinden extra gekennzeichnet. Mir besonders entgegen kommt, dass es für jedes Rezept auch ein Foto vom Ergebnis gibt. So bin ich restlos zufrieden und kann die vollen fünf Sterne geben.

Veröffentlicht am 17.08.2018

Viel mehr als nur ein Cocktail-Rezepte-Buch!

Das ultimative Cocktail Manual
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Ja, ich liebe Cocktails! Zumindest die „sanfteren“. Und ich hab eine kleine Cocktailbuchsammlung. Aber was ist das Ende vom Lied? Eine Menge Spirituosen im Barschrank, aber nie das, was ich brauche. Oder ...

Ja, ich liebe Cocktails! Zumindest die „sanfteren“. Und ich hab eine kleine Cocktailbuchsammlung. Aber was ist das Ende vom Lied? Eine Menge Spirituosen im Barschrank, aber nie das, was ich brauche. Oder es ist total lang schon da und ich mag es nicht mehr benutzen. Das wird jetzt anders, denn dieses geniale Buch liefert zwar nicht alle Cocktail-Rezepte (mir fehlt hier z.B. der schlichte, aber optisch tolle und super leckere Tequila Sunrise – auch wenn ich den tatsächlich alleine hinbekomme), aber unendlich viele Informationen, die in keinem der anderen Cocktail-Bücher meiner Sammlung zu finden sind.

Statt Seitenzahlen gibt es hier für jedes Rezept und jede Information Nummern. Die einzelnen Spirituosen werden erklärt und so erhält man gleich eine Vorstellung davon, wie sie sich mit anderen Getränken (Fillern) und Alkoholika mixen lassen können. Das Barkeeper-Zubehör wird ebenso erklärt, wie das Herstellen von Sirup und Garnituren. Nichts wird vergessen, auch die Untersetzer finden ein Plätzchen. Sogar über Eiswürfel erfährt der Leser eine ganze Menge. Alle Fragen (auch die, welche man vorher gar nicht hatte!) werden beantwortet.

So ist das Buch insgesamt geballtes Wissen rund um Cocktails mit und ohne Alkohol und damit eigentlich schon eine kleine „Barkeeper-Ausbildung“. Die ungewöhnliche Einteilung ist einerseits ein wenig unpraktisch, andererseits aber in sich stimmig. Es führt immer ein Punkt zum anderen, das Wissen baut quasi so von ganz allein auf sich selbst auf. Somit ist das Buch nichts zum eben mal Nachschlagen, sondern bestens dazu geeignet, ganz in Ruhe darin zu versinken und zu lernen. Dazu muss man gar nicht die Ambition haben, ein toller Barkeeper zu werden. Man erfährt viel über seine Lieblingsgetränke und lernt zu unterscheiden, in welcher Bar besonders gut oder eben nicht gearbeitet wird.

Sehr gerne gebe ich diesem Manual die vollen fünf Sterne und sage: cheers!

Veröffentlicht am 16.08.2018

Noch eine Bucketlist? JA! Zum Glück!

Die Bucket List für Freunde
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Wohl dem, der einen wahren Freund hat, ein Leben lang! Echte Freunde sind selten. Manchmal hat das gar nichts mit Streit oder so zu tun, man lebt sich einfach auseinander, bewegt sich in unterschiedliche ...

Wohl dem, der einen wahren Freund hat, ein Leben lang! Echte Freunde sind selten. Manchmal hat das gar nichts mit Streit oder so zu tun, man lebt sich einfach auseinander, bewegt sich in unterschiedliche Richtungen vorwärts. Aber hin und wieder gibt es sie doch, die Freundschaft, die ein ganzes Leben lang hält. Und genau dafür ist diese Bucketlist einfach genial!

Ja, klar, die kann man auch selbst erstellen. Dazu wird man von Elise de Rijck sogar angeregt und aufgefordert. Sie liefert im Buch dazu Ideen und Möglichkeiten. Dennoch ist es schön, die „vorgefertigte“ Liste abzuarbeiten. Das eine oder andere hat man bereits miteinander erlebt, anderes kann man ins Auge fassen und für die Punkte, die man „unmöglich“ findet, legt man einfach eigene Punkte fest.

Mir gefallen die Bücher von Elise de Rijck super gut. Sie regen auch beim „Nur-Lesen“ dazu an, all die verrückten, ausgelassenen und doch so erfüllenden und lebenswerten Momente im Leben nicht zu vergessen und schon gar nicht zu übersehen. Ein wenig mutig sein, egal wie alt man ist. Ein wenig Spaß und Freude verbreiten und weitergeben. Das ist einfach wunderbar!

Ich hoffe wirklich sehr, dass möglichst viele Menschen eine passende Bucketlist für sich finden und die Reihe noch lange weiter geht. Von mir gibt es ganz ohne Frage die vollen fünf Sterne!