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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2018

Dan Brown ist genial, er bringt auf spannendste Weise Vatikan und Wissenschaft dem Leser näher!

Illuminati
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Illuminati ist der erste Teil der Ermittlerreihe rund um Robert Langdon. Dieser Geheimbund von Wissenschaftlern und Freidenkern verleiht dem Thriller einen unheimlichen Effekt. Vor allem das Vorhaben, ...

Illuminati ist der erste Teil der Ermittlerreihe rund um Robert Langdon. Dieser Geheimbund von Wissenschaftlern und Freidenkern verleiht dem Thriller einen unheimlichen Effekt. Vor allem das Vorhaben, mit der hochgefährlichen Antimaterie die Gemeinschaft des Vatikans zu vernichten, setzt dem Thriller einen zeitlichen Druck auf, gilt es doch diesen Plan zu vereiteln.
Dazu wird Robert Langdon aus Harvard direkt in die Vatikanstadt geholt. Gemeinsam mit Vittoria, der Tochter des getöteten Physikers, ermittelt Langdon und gibt sein Wissen über den Geheimbund an den Leser preis. Es kommt auch zu einer kleinen Liebesgeschichte am Rande.
Doch in erster Linie wird sehr genau über die katholische Kirche, den Vatikan und die Illuminati informiert. Die Einblicke in das Leben eines Papstes sind interessant, die Verschwörung gegen ihn wird spannend erzählt. Man fühlt sich als Leser mitten im Geschehen und erkennt den unheimlichen Zeitdruck, denn die Zündung dieser Antimaterie steht kurz bevor.

Dan Brown ist ein großartiger Schriftsteller, seine Recherche für diesen Thriller überaus gründlich und das provokante Thema katholische Religion wird in schonungsloser Offenheit auf den Tisch gepackt. Die Darstellung von Abgründen im Vatikan und in der physikalischen Forschung schockieren. Dadurch entsteht ein packender Plot, der mitreißt und die tickende Zeitbombe spürbar macht.

In der Handlung ist eine Menge Action im Spiel, das wundert nicht, der Autor ist Amerikaner und Hollywood lässt grüßen. Packender kann ein Thriller kaum sein, doch was besonders hervorzuheben ist, ist die gelungene Verbindung zwischen Religion und Wissenschaft, die in diesem Buch auch als
gesellschaftliche Kritik anzusehen ist.

Trotz der wissenschaftlichen Themen, der Geheimbund-Begriffe und der Hierarchie im Vatikan ist dieses Buch gut zu lesen und die unheimliche Atmosphäre ist deutlich spürbar. Der Spannungsbogen wird durchweg gehalten und lässt kaum Atempausen zu.

Veröffentlicht am 30.10.2018

Wohltuend und unterhaltsam zeigt dieser Roman die Rückbesinnung auf das Landleben!

Kräuter der Provinz
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Die drei Frauen Therese, Greta und Christine gehen mit viel Engagement, Ideenreichtum und Mut an die Aufgabe, das Dorf Maierhofen in der Öffentlichkeit Publik zu machen und ein Genießerdorf entstehen zu ...

Die drei Frauen Therese, Greta und Christine gehen mit viel Engagement, Ideenreichtum und Mut an die Aufgabe, das Dorf Maierhofen in der Öffentlichkeit Publik zu machen und ein Genießerdorf entstehen zu lassen. Das Dorf soll sich dem Tourismus öffnen und sich für seine guten Produkte einen Namen machen. Dabei sind diese starken Frauen Wegbereiter, die mit ihren Träumen und neuen Möglichkeiten dieses Dorf aufleben lassen. Mit ihren Ideen und ihrer Tatkraft überzeugen sie ihre Mitbewohner und Nachbarn und stacheln sie zu eigener Mithilfe an. Sie können auf den Rückhalt der Dorfbewohner bauen, jeder bringt sich entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten mit ein. Ein wenig fühlte ich mich an die Aktion "Mein Dorf soll schöner werden" erinnert. Auch dort bringt der Gemeinschaftssinn unglaubliche Werke zustande.

Ich hatte einen leichten Frauenroman erwartet, der eine bunte Mischung aus Liebesgeschichte, Krankheit, Freundschaft und zwischenmenschliche Probleme beeinhaltet und wurde angenehm positiv überrascht.
Es ist ein Frauenroman, keine Frage, aber diese Geschichte geht tiefer. Sie zog mich gleich zu Beginn in seinen Bann und ich fühlte mich in der Gesellschaft der verschiedenen Protagonisten richtig wohl. Beim Lesen schien es mir fast so, als ob ich ebenfalls eine Mitbewohnerin wäre und das Dorf retten wollte. Die Figuren waren mir sehr nahe gekommen, was an einer genauen Beschreibung der Charaktere liegt und an ihren speziellen Eigenheiten, die man detailgenau vor sich sieht. Hier hat jeder seine eigenen Ecken und Kanten und dennoch harmonieren die Personen miteinander, geht es doch um die gemeinsame Aufgabe, die bewältigt werden muss. Natürlich schliesst sich nicht jeder Bewohner mit an, aber das wäre auch nicht realistisch.

Mir gefällt besonders die Beschreibung der ländlichen Idylle, die Hinwendung zum Regionalen, zum Ursprünglichen.
So wie die Rückbesinnung auf alte Rezepte für Liköre und Kräutersalze, auf die Verwendung von heimischen Produkten. Auch die gute alte Handwerksarbeit von Bäcker, Schlachter und Tischler wird in diesem Buch deutlich in Szene gesetzt. Man bekommt richtig Lust, selbst mal wieder einen Bauernmarkt zu besuchen, Äpfel zu mosten oder Sirup anzusetzen. Auch die aktuelle Hinwendung der Esskultur zur fleischlosen Küche nimmt Petra Durst-Benning in ihre Handlung mit auf.


Eine unterhaltsame Handlung, die anheimelnde Rückbesinnung auf ländliche Produkte und ein angenehmer Schreibstil machen diesen Roman zu einer wohltuenden Lektüre.

Veröffentlicht am 30.10.2018

Unterhaltsamer Krimi mit tollen Figuren, humorvoll und locker geschrieben, einfach super! Mehr davon!

Ausgeplappert
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Dieser regionale Krimi aus dem Hessischen ist eine humorvolle Geschichte mit tollen Charakteren, etwas hessischer Mundart und einer abwechslungsreichen Handlung.
Dabei gefallen mir speziell die Figuren ...

Dieser regionale Krimi aus dem Hessischen ist eine humorvolle Geschichte mit tollen Charakteren, etwas hessischer Mundart und einer abwechslungsreichen Handlung.
Dabei gefallen mir speziell die Figuren besonders gut. Sie haben Ecken und Kanten, sodass man sie bildhaft vor Augen hat und nicht wieder vergisst.

Gerade Protagonistin Lissie Sommer schafft mit ihrem trockenen Humor eine gelunge witzige Sicht auf die Bewohner und ihre Macken und verleiht dem Krimi eine besondere Note. Es gibt so viele amüsante Szenen, die den Leser herrlich unterhalten. So sind auch Lizzies Eltern der Kracher! Die Mutter, eine babbelnde Hessin, wie sie im Buche steht, möchte ihrer Tochter mit 37 Jahren endlich zu einem Mann verhelfen, näht ihr aber einen kindgerechten Pumuckelsticker auf die Hose. Der Vater weckt seine Tochter immer noch mit einem speziellen Morgenweckgesang aus ihrer Kindheit. Doch mehr möchte ich nun wirklich nicht verraten! Noch eines: ein Traummann kreuzt Lissies Weg, Kommissar Loch. Der könnte zu Lissie passen, aber mit dem Namen ist ein Doppel-Name undenkbar.

Ja, die Bewohner der hessischen Kleinstadt haben so ihre Eigenarten, führen ein geselliges Leben in ihrer Stamm-Kneipe bei Äppelwoi und werden mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Die Autorin zeigt in ihrem Krimi mit einem Augenzwinkern Szenen aus dem realen Leben.


Dieser Hessen-Krimi ist einfach herrlich und so richtig zum Geniessen. Die Handlung ist sehr lustig, unterhaltsam und auch spannend, da kann man sich kaum eine Pause gönnen. Aus dieser Feder möchte man am liebsten gleich den nächsten Fall von Lissie lesen. Und die Autorin hat eine Fortsetzung schon bestätigt. Ich freue mich schon sehr auf die nächste humorvolle Geschichte!

Veröffentlicht am 30.10.2018

Humorvolle, fesselnde Krimiunterhaltung vom Feinsten

Null-Null-Siebzig, Truthahn, Mord und Christmas Pudding
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Schon lange freue ich mich auf die Fortsetzung dieser Krimireihe und auf das Wiedersehen mit den sympathischen Protagonisten. Besonders James mit seinem trockenen englischen Humor und die lebenslustige ...

Schon lange freue ich mich auf die Fortsetzung dieser Krimireihe und auf das Wiedersehen mit den sympathischen Protagonisten. Besonders James mit seinem trockenen englischen Humor und die lebenslustige Sheila mit ihrem großen Herz habe ich richtig gern gewonnen.

Auch in diesem Buch ist es Marlies Ferber erneut gelungen, die Charaktere sehr lebensnah und realistisch zu zeigen. Die Figuren sind vielfältig und auch die dreijährige Nervensäge Jamie sorgt wieder für allerhand Unfug und Aufregung. Ich finde es schön, dass die Autorin zeigt, wie auch Menschen gehobenen Alters noch agil sein können.

Dabei kommt in diesem Band der Humor nicht zu kurz. Die Dialoge strotzen nur so vor intelligenten Wortspielereien, die mich häufig schmunzeln liessen. Auch die britische Lebensart wird gut eingebunden, sie gibt dem Krimi einen stimmungsvollen Rahmen, der harmonisch zu den Personen und der Geschichte passt. Man fühlt sich fast wie in England, denn der weihnachtliche Plumpudding, der Truthahn und der typische Punsch gehört einfach dazu.

Die Handlung ist wohldurchdacht, logisch aufgebaut und mit raffinierten Wendungen versehen, die den Täter erst am Schluss präsentieren.
Auch gibt es einige raffinierte Agentenmethoden zu bestaunen, die sicherlich auch der Fachwelt neu sind. Ich sage nur: ein ganz spezieller Rollator.

Das liebenswürdige Verhältnis zwischen James und Sheila gefällt mir auch hier wieder sehr gut und am Ende gönne ich ihnen ein friedliches Fest. So stellt man sich eine harmonische Partnerschaft im Alter vor.

Obwohl hier bereits der vierte Band dieser Reihe erschienen ist, kann man durchaus hiermit einsteigen und ist sofort über alle Personen im Bilde. Dennoch lohnt es sich auch die Vorgängerbücher zu lesen.

Diesen Krimi kann ich nur allen Lesern ans Herz legen. Er ist humorvoll, enthält spannende Szenen und vermittelt ein vorweihnachtliches Bild aus der englischen Metropole.

Veröffentlicht am 30.10.2018

Dorfleben im Wandel der Zeit

Mittagsstunde
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In Brinkebüll, einem Geestdorf, ticken die Uhren wie in allen Dörfern. Der Alltag der Bauern wird durch die Viehhaltung bestimmt. In den 1970ern sorgte die Flurbereinigung für eine entscheidende Veränderung, ...

In Brinkebüll, einem Geestdorf, ticken die Uhren wie in allen Dörfern. Der Alltag der Bauern wird durch die Viehhaltung bestimmt. In den 1970ern sorgte die Flurbereinigung für eine entscheidende Veränderung, die auch das Höfesterben nach sich zog und die Jugend in die Städte abwandern lässt. Nur die großen Höfe überleben. Ingwer Feddersen kehrt für ein Sabbatical ins Heimatdorf zur Pflege seiner alten Großeltern zurück.

"Es war ein großes Missverständnis. Die Leute aus der Großstadt suchten die Natur und das Ursprüngliche, und in den Dörfern wurde es gerade abgeschafft." Zitat Seite 268


In diesem Roman entwickelt sich die Geschichte eines alten Bauerndorfs im Wandel der Zeit über sechzig Jahre. Von kleinen Bauernhöfen bis hin zur Flurbereinigung und ihren ökologisch fragwürdigen Veränderungen der Landwirtschaft. Wir lernen die Dorfbewohner näher kennen, "Dörpsminschen", die Feste feiern und hart anpacken können und von der Natur und den Jahreszeiten abhängig sind. Die ihre eigenen Geheimnisse hüten, die besondere Angewohnheiten haben oder zu solchen Unikaten zählen, wie man sie früher in jedem Dorf finden konnte.

"Marret war verdreiht, schon vor der Klapperlatschenzeit und vor den Untergängen, sie war noch nie normal gewesen. ... Ein Knäuel Mensch, verfilzt, schief aufgerollt. 'Es gab die Sorte überall, in jedem Dorf. ...Halfbackte, wunderliche Menschen." Zitat Seite 35


Marret ist so ein schrulliger Charakter, der mich berührt, verwundert, weil sie in ihrer ganz eigenen Welt lebt. Als sie 17-jährig ein Kind erwartet, weiß sie nichts damit anzufangen. Ihre Eltern, die Gastwirte Sönke und Ella Feddersen, nehmen ihr diese Aufgabe ab und ziehen Ingwer groß. Er geht zum Studium nach Kiel, promoviert in Archäologie und lebt in einer Dreier WG. Lange führt er dieses Leben zu dritt, doch es füllt ihn nicht aus und mit 47 macht er ein Sabbatical, um in Brinkebüll seine demente Großmutter und seinen betagten Großvater zu pflegen.

Ingwer lässt das Dorfleben Revue passieren, zieht eine Bilanz seines Lebens und die Autorin fügt als Erzählerin einige Vorkommnisse hinzu.

Das Buch liest sich fantastisch. Dörte Hansen zeichnet ihre Figuren mit viel Einfühlungsvermögen und ihr eingestreutes Platt sorgt für authentische Figuren. Dank der perfekt beschriebenen, knorrigen Charaktere taucht man mit ins Dorfleben ein und erlebt einen Wandel der Zeiten, der den Dörflern seine Spuren aufdrückte.


Ein wunderbarer Roman mit besonderen Charakteren, deren Geschichte man gern verfolgt. Figuren und Unikate, die sich dem Leser ins Herz graben, als wären es alte Bekannte. Ein Dorfleben im Wandel der Zeit und ein ganz besonderer Heimatroman, den man unbedingt lesen sollte.