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Veröffentlicht am 05.12.2018

Tödliche Rache

Unter dem Messer
2

Inhalt:
Es ist der große Tag von Dr. Rita Wu. Die renommierte Chirurgin des Turner Hospitals soll vor Fachpublikum die erste vollständig robotergesteuerte Operation vorführen. Doch kurz vor der OP hört ...

Inhalt:
Es ist der große Tag von Dr. Rita Wu. Die renommierte Chirurgin des Turner Hospitals soll vor Fachpublikum die erste vollständig robotergesteuerte Operation vorführen. Doch kurz vor der OP hört sie in ihrem Kopf die Stimme eines Mannes, den sie nur zu gut kennt: Morgan Finney, Leiter eines Biotechnologiekonzerns. Er teilt Rita mit, dass ihr ein Nano-Implantat injiziert wurde, wodurch er mit ihr sprechen und ihr Verhalten beeinflussen kann. Und er hat mit Rita noch eine Rechnung offen, denn er macht sie für den Tod seiner Frau verantwortlich.

Meine Meinung:
Es ist mein erstes Buch des US-Amerikaner Kelly Parson. Der Autor kommt vom Fach. Er ist selbst Urologe und weiß also wovon er schreibt. Der Stil liest sich flüssig und leicht, weist jedoch einige Längen auf. Manche medizinische Erklärung hätte man gerne kürzer fassen können. Dennoch ist die Spannung durchgehend vorhanden, denn die Grundidee ist faszinierend und verstörend zugleich. Einmal angefangen zu lesen, kann man das Buch nicht mehr weglegen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Auch wenn ich keinen so richtig in mein Herz schließen konnte. Selbst das arme Opfer nicht. Dr. Wu ist zwar eine toghe Frau, aber ihr fehlt es an Wärme. Spencer ist der einzige sympathische Protagonist, obwohl er für meinen Geschmack ein wenig lasch daherkommt. Der Antagonist Finney hingegen ist überzeugend beschrieben und ich hoffte bis zum Ende, dass man ihn irgendwie ausschalten kann. Er kennt keine Skrupel, er geht eiskalt und entschlossen vor. Über Sebastian habe ich mir den Kopf zerbrochen: Böse oder nicht?

Es ist zwar nur ein Buch, aber es schon erstaunlich wie weit Rachegedanken Menschen treiben können, welche zerstörerische Kräfte sie entwickeln.

Fazit: Insgesamt ein bisschen sehr „amerikanisch“, aber dennoch Gänsehaut erzeugend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Figuren
Veröffentlicht am 13.08.2018

Wo sind die Träume hin

Beim Ruf der Eule
0

Inhalt:

Auch mit fast 80 führt Maeve Maloney ihre kleine Pension am Meer mit unerschütterlicher Energie. Auf viele wirkt sie unnahbar, fast ruppig. Nur wenige wissen um die Zärtlichkeit, die sie in ihrem ...

Inhalt:

Auch mit fast 80 führt Maeve Maloney ihre kleine Pension am Meer mit unerschütterlicher Energie. Auf viele wirkt sie unnahbar, fast ruppig. Nur wenige wissen um die Zärtlichkeit, die sie in ihrem Inneren verbirgt. Als Jahrzehnte nach seinem Weggang auf einmal Vincent Roper vor ihrer Tür steht, würde Maeve ihn am liebsten wegschicken. Einst war er ihre große Liebe, heute ist er der Einzige, der noch weiß, dass sie einmal eine Schwester hatte: Edie, die singen konnte wie eine Nachtigall und ein gefeierter Star geworden wäre, hätte das Schicksal es nicht anders gewollt.

Meine Meinung:

Es fällt mir schwer zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Ich bin zweigespalten, was die Beurteilung angeht. Aber okay. Der Schreibstil war für mich sehr anstrengend. Es gab viele Zeitsprünge. Ich wusste oft nicht bin ich jetzt in der Gegenwart oder in der Vergangenheit. Denn für die Vergangenheit wurde die gegenwärtige Zeitform gewählt, während die Jetzt-Zeit in der Vergangenheitsform erzählt wurde. Diese Sprünge waren oft sehr verwirrend.

Die Charaktere waren zwar gut beschrieben, trotzdem kam ich mit Maeve nicht so ganz klar. Ich bin mit ihr bis zum Schluss nicht warm geworden. Der emotionale Funken ist nicht übergesprungen. Ich empfand ihre Entscheidungen, nicht ihrem Alter entsprechend. Andererseits hatte ich Respekt vor ihr, wie liebevoll sie sich um ihre Schwester Eddie gekümmert hat und später um Steph und Len. Wie sie das Hotel für behinderte Menschen geöffnet hat. Aber sie tat mir auch unendlich leid. Eine Frau, die ihre eigenen Träume aufgibt, um für andere zu sorgen. Bei dem Gedanken, wird mir das Herz schwer. Trotzdem hätte ich mir von ihr mehr Gefühl gewünscht. Sie wirkte oft zu nüchtern. Von allen Protagonisten hat mir Vince am besten gefallen. Ihn mochte ich auf Anhieb. Er war für mich der Traum von einem älteren Herrn, gepflegte Erscheinung, Feinfühligkeit, Liebenswürdigkeit und Verstand.

Fazit: Für das Buch muss man sich wirklich Zeit nehmen, es lässt sich nicht in einem Rutsch lesen. Erschüttert hat mich, dass die Autorin aus ihrem eigenen Erleben schreibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Umsetzung
Veröffentlicht am 07.05.2018

Neustart mit Hindernissen

Ein halbes Jahr zum Glück
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Markies Mann Kyle kann die Finger nicht von anderen Frauen lassen. Als sie die Augen vor dieser Tatsache nicht länger verschließen kann, es sind kompromittierende Fotos im Umlauf, wirft sie ihn aus dem ...

Markies Mann Kyle kann die Finger nicht von anderen Frauen lassen. Als sie die Augen vor dieser Tatsache nicht länger verschließen kann, es sind kompromittierende Fotos im Umlauf, wirft sie ihn aus dem Haus, das ohnehin bis unters Dach belastet ist. Wie sich herausstellt, hatte Kyle auch sämtliche Konten geplündert. Markie und ihr Sohn stehen mit leeren Händen da. Sie ist gezwungen vorerst bei ihren Eltern unterzukriechen. Diese hatten Kyle von Anfang an nicht gemocht. Er hatte nichts vorzuweisen, mit ihm konnte man nicht im versnobten Country Club angeben.

Der Aufenthalt bei den Eltern geht nur knapp eine Woche gut. Markie nimmt eiligst einen Job in einer anderen Stadt an, und mietet ein kleines Haus, für ihren Sohn Jesse und sich. Sie muss ganz neu anfangen, und es fühlt sich für sie an, wie ein sozialer Absturz. Ihr neuer Sachbearbeiterinnen-Job ist mieser angesiedelt, als ihr vorheriger Job als Leiterin der Entwicklungsabteilung der Saint Mark’s Privatschule. Jesse besucht nun die öffentliche Schule statt einer vornehmen Privatschule. Außerdem liegt der gemietete Bungalow in keiner angesagten Wohngegend. Und was ganz schlimm für Markie ist: Sie ist geschieden.

Und nun hat sie auch noch eine Nachbarin, die 85jährige Mrs. Saint, die ihre Nase anscheinend mit Vorliebe in anderer Leute Angelegenheiten steckt. Denn die alte Dame hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen zu helfen. Das mag zwar nett gemeint sein, aber Markie empfindet es als nerv tötende Einmischung.

Der Schreibstil gefällt mir. Allerdings wurde ich mit der Hauptprotagonistin Markie nicht warm. Sie erschien mir irgendwie nicht von dieser Welt. Ihre Ansichten kamen mir veraltet vor, vielleicht durch ihr elitäres Elternhaus. Ihre Eltern waren ja auch immer sehr um ihren Status bemüht. Markie hielt ihre Augen vor unangenehmen Tatsachen geschlossen. Und dass sie Jesse, die wahren Gründe ihrer Trennung von Kyle verschwiegen hat, finde ich auch ziemlich daneben. Ein Junge mit 14 Jahren verträgt die Wahrheit und hat sogar ein Recht darauf. Jesse gefiel mir gut. Ihn empfand ich als patenten Jungen, mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Am mysteriösesten und nicht nachvollziehbar war mir das Verhalten von Mrs. Saint. Sympathischste Nebenfigur war definitiv Patty, ein „Mängelexemplar“ aus Mrs. Saints Riege. Sie hat mir sooo richtig gefallen. Sie hat ein Händchen für Deko und mag Secondhandsachen und damit hat sich mich sowieso auf ihrer Seite. Außerdem hatte alles was sie sagte Substanz.

Die Titelähnlichkeit mit einem Bestseller fällt auf und führt die Leser auf eine falsche Fährte. Während ich „Ein ganzes halbes Jahr“ geliebt habe, berührt mich „Ein halbes Jahr zum Glück“ nur an der Oberfläche.

Fazit: Eine leichte Sommerlektüre.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 16.02.2026

Szenen einer Ehe

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Da ich mich in derselben Situation wie die Autorin befinde, auch mein Mann ist kürzlich erst verstorben, war ich sehr gespannt auf den Lebensrückblick von Christien Brinkgreve.

Doch ich erkenne keine ...

Da ich mich in derselben Situation wie die Autorin befinde, auch mein Mann ist kürzlich erst verstorben, war ich sehr gespannt auf den Lebensrückblick von Christien Brinkgreve.

Doch ich erkenne keine Gemeinsamkeiten. Ich spüre in ihren Zeilen nur wenig Schmerz und auch Liebe und Wärme, sowie große Gefühle kommen in ihren Rückschauen zu kurz. Okay, Christien Brinkgreves Ehe war so. Das Einzige was sie bei der Beerdigung über ihren Mann hätte sagen können: Du hast es uns wirklich nicht leicht gemacht aber wir haben dich trotzdem geliebt.

Christin Brinkgreve versucht nach dem Tod innere und äußere Ordnung in ihr Leben zu bringen. Im Haus haben sich mit den Jahren Unmengen an unnötigen Dingen angesammelt, dadurch ist es zu einem Ort geworden, an dem man sich nicht mehr gerne aufhält. Das Auf- und Ausräumen ist nun ihre erste große Aufgabe.

Gleichzeitig blickt sie zurück auf ihr Leben, ihre Ehe, ihre Rolle in der Familie und in der Welt. Was bleibt von den gemeinsamen Jahrzehnten? Wer war sie in der Beziehung, wer ist sie ohne sie? Und wie kann es sein, dass sie sich als selbstbestimmte Frau zwischen Liebe und fremden Erwartungen verloren hat? Und da frage ich mich wirklich, wie kann das einer so klugen und eigenständigen Frau passieren. Warum trennt man sich nicht, wenn einem die Ehe nicht guttut, wenn man die Lieblosigkeit des Mannes zu spüren bekommt. Es mag ja Frauen geben, die alles erdulden, die abhängig von ihren Männern sind, aber eine emeritierte Soziologie-Professorin?

Leider konnte ich mich mit der Autorin überhaupt nicht identifizieren. „Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen“ war für mich eher eine Enttäuschung. Vielleicht bin ich auch mit falschen Erwartungen an diese Lektüre herangegangen.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Das überschätztes Paar der Welt

The House of Beckham
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Bestsellerautor Tom Bower gewährt uns detaillierte Einblicke hinter die scheinbar perfekte Fassade des Glamour-Paares David und Victoria Beckham.

Man bekommt beim Lesen sehr schnell den Eindruck: Für ...


Bestsellerautor Tom Bower gewährt uns detaillierte Einblicke hinter die scheinbar perfekte Fassade des Glamour-Paares David und Victoria Beckham.

Man bekommt beim Lesen sehr schnell den Eindruck: Für Geld macht man alles, da legt man sich schon mal einen Irokesenhaarschnitt zu und man gibt sich als femininen Exhibitionisten.

Offengestanden gehen mir die beiden inzwischen tierisch auf die Nerven. Ihr Verhalten ist nur auf Außenwirkung ausgerichtet. Es gilt die Marke Beckham zu verkaufen. Ich finde weder David noch Victoria sympathisch. Beide Egomanen. Und Victorias Geltungssucht ist schon krankhaft.

Der Autor Tom Bower zeichnet ein Bild der Beckhams, dass sehr abstoßend auf mich wirkt. Haben die beiden denn gar keine positiven Wesenszüge? Ich vermute mal, der Autor ist nicht gerade ein Fan von den beiden. Bowers Schreibstil ist eher anstrengend, da er nicht chronologisch erzählt, sondern immer mal wieder vor oder zurückspringt.

Fazit: Von mir keine Leseempfehlung.

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