Profilbild von Schmoekertante

Schmoekertante

Lesejury Star
online

Schmoekertante ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schmoekertante über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.12.2019

Spannend bis zum überraschenden Schluss

Nebeljagd
1

Zum zweiten Mal übernimmt Linn Geller die Pflichtverteidigung in einem scheinbar eindeutigen Fall. Jo Haug soll seine Pflegemutter kaltblütig ermordet haben. Auch ein bereits 20 Jahre alter Mordfall wird ...

Zum zweiten Mal übernimmt Linn Geller die Pflichtverteidigung in einem scheinbar eindeutigen Fall. Jo Haug soll seine Pflegemutter kaltblütig ermordet haben. Auch ein bereits 20 Jahre alter Mordfall wird ihm im Zuge der Untersuchungen zur Last gelegt. Alles spricht gegen Haug – aber er beteuert seine Unschuld. Wird es Linn gelingen, die Wahrheit ans Licht zu bringen?

Auch in ihrem zweiten Fall beweist Linn Geller wieder viel Hartnäckigkeit, Gerechtigkeitssinn und Ausdauer. Mehr als einmal fragt sie sich, ob ihr Mandant wirklich unschuldig ist und ob sie das Mandat nicht besser niederlegen sollte.

Linn ist für mich eine sehr starke und sympathische Protagonistin, die sich nach einem schweren Unfall wieder ins Leben zurückgekämpft hat. Ich finde es toll, dass Julia Hofelich hier eine Hauptfigur geschaffen hat, die nicht perfekt ist, sich aber trotzdem nicht unterkriegen lässt.

Auch privat läuft es bei Linn leider alles andere als rund. Nicht ganz unschuldig ist hieran Harris, den man auch schon aus Band 1 der Reihe kennt. Auch die Freundschaft zu ihrem Kanzleipartner Götz wird auf eine harte Probe gestellt. Mehr möchte ich dazu aber an dieser Stelle nicht verraten. Ich finde dass diese privaten Geschichten, die in den Kriminalfall eingestreut werden, die Figuren noch lebendiger und realistischer machen. Positiv ist, dass dieser Privatgeschichte aber nie zu viel Raum gegeben wird, so dass immer noch der Krimi im Vordergrund steht.

Julia Hofelich schafft sehr individuelle Charaktere mit Schwächen und Fehlern und beschreibt diese so menschlich und detailliert, dass man sie sich wunderbar vorstellen kann. Auch die Schauplätze werden sehr anschaulich geschildert, so dass man sich schnell in ein kleines Dorf auf der schwäbischen Alb versetzt fühlt. Der spannende und flüssige Schreibstil der Autorin nimmt den Leser schnell gefangen und lässt ihn bis zur letzten Seite nicht mehr los.

Der zweite Fall von Linn Geller ist unabhängig von Band 1 (Totwasser) zu lesen. Allerdings gibt es ein paar Andeutungen und Nebenhandlungen die man leichter und besser einordnen kann, wenn man auch Band 1 der Reihe kennt – der übrigens auch absolut lesenswert ist!

Fazit:
Julia Hofelich ist mit Nebeljagd eine großartige Fortsetzung der Romanreihe um Linn Geller gelungen. Der Krimi verliert über die ganzen 398 Seiten nicht an Spannung und präsentiert dem Leser nur Häppchenweise die Wahrheit. Immer wieder wird man auf falsche Fährten gelockt und verdächtigt mal den einen und mal den anderen Charakter. Bis zum Schluss war die Lösung für mich nicht vorherzusehen und hat mich am Ende wieder einmal völlig überrascht. Insgesamt ein hervorragender Krimi, den ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Eine klare Leseempfehlung mit begeisterten fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2019

Spannende Geschichte mit offenem Ende

Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln
0

Die junge Designerin Lexie wird beruflich nach Dunmore Castle geschickt. Vieles kommt ihr hier seltsam vertraut vor. Und warum sind einige Leute vor Ort ihr so feindlich gesinnt, obwohl sie noch nie hier ...

Die junge Designerin Lexie wird beruflich nach Dunmore Castle geschickt. Vieles kommt ihr hier seltsam vertraut vor. Und warum sind einige Leute vor Ort ihr so feindlich gesinnt, obwohl sie noch nie hier war - oder doch?
Alle hier scheinen mehr über Lexie und ihre Vergangenheit zu wissen, als sie selbst. Und was ist mit Grayson, der ihr hilft und sie unterstützt obwohl er ein Konkurrent ihres Chefs ist?


Dunmore Castle hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine - für mich - perfekte Mischung aus spannender Familien- und Liebesgeschichte. Der Schreibstil ist sehr mitreißend, so dass ich das Buch flüssig und schnell lesen konnte.

Lexie ist mir sehr sympathisch, wie sie versucht mehr über sich und ihre Familie zu erfahren und dabei immer wieder von einigen Einwohnern des Ortes behindert wird. Wer ist sie wirklich und warum verheimlichen ihr die Leute vor Ort so vieles? Leider werden diese Fragen wohl erst im zweiten Teil der Reihe aufgelöst, da dieser Teil ein offenes Ende hat. Das mag ich normalerweise nicht so gern, aber da der zweite Teil ja schon in Sicht ist, ist es okay.

Die Liebesgeschichte zwischen Lexie und Grayson gefällt mir auch sehr gut. Sie drängt sich nicht in den Vordergrund (das ist eindeutig Lexies Suche nach ihrer Vergangenheit) aber ist immer gegenwärtig. Das Knistern zwischen den beiden Figuren ist deutlich zu spüren, aber aus die Zweifel und das Misstrauen.


Für mich ein toller Roman und ich kann es kaum erwarten, den zweiten Teil endlich lesen zu können.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Eine liebenswert chaotische Suche nach dem Glück

Glück ist meine Lieblingsfarbe
0

Juli hat ihr sicheres, normales aber langweiliges Leben in Hamburg hingeschmissen und ist nach La Palma geflüchtet. Hier sucht sie nach dem Glück und sich selbst. Dabei läuft nicht immer alles glatt, aber ...

Juli hat ihr sicheres, normales aber langweiliges Leben in Hamburg hingeschmissen und ist nach La Palma geflüchtet. Hier sucht sie nach dem Glück und sich selbst. Dabei läuft nicht immer alles glatt, aber nach und nach entdeckt Juli was sie wirklich gut kann und was sie glücklich macht.

Das Buch ist sehr lustig, so dass man herzhaft lachen kann, aber nie albern. Was anfangs wie ein locker lustiger Urlaubsroman daherkommt, entpuppt sich im zweiten Drittel doch als tiefgründiger Roman, der mit vielen wunderbaren Weisheiten und Zitaten gespickt ist.

Durch den tollen Schreibstil von Kristina Günak war ich sofort mitten im Geschehen und die Seiten sind nur so dahin geflogen. Ich fühlte mich direkt auf die sonnige kanarische Insel versetzt und habe mich gleich mit den vielen eigentümlichen aber liebenswerten Charaktere wohl gefühlt. Diese werden so charmant beschrieben, dass man sie einfach mögen muss.

Juli ist chaotisch, lustig, sehr empathisch und absolut liebenswert. Durch ein Ereignis in ihrer Vergangenheit, sie nennt es den Tag X, hat sie ihr sicheres, normales Leben in Hamburg hingeschmissen und ist nach La Palma geflüchtet. Hier sucht sie nach sich selbst und dem Glück.

Dabei trifft sie auch auf Quinn. Er ist das völlige Gegenteil von Juli - sehr organisiert, ein Arbeitstier, wirkt eher kühl und lässt keine Gefühle durchblicken. Andererseits scheut er sich nicht Verantwortung zu übernehmen und ist immer für Juli da, insbesondere wenn es schwierig wird.

Fazit:
Für mich eine klare Leseempfehlung, das Buch hat alles was ich mir wünsche: sympathische Charaktere, ein Geheimnis welches man unbedingt lüften möchte (wozu man sich aber bis zum Schluss gedulden muss), einen traumhaften Schauplatz, viele Passagen um herzhaft zu lachen und eine romantische Liebesgeschichte. Einziger Kritikpunkt für mich ist, dass die Geschichte einfach zu kurz ist. Ich freue mich schon auf den nächsten Roman der Autorin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Humor
  • Gefühl
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 03.04.2019

So soll ein guter Krimi sein

Dünengeister
1

Die Familie Melander ist eine hoch angesehene wohlhabende Familie, die schon seit Generationen auf Sylt residiert. Als auf dem Grundstück der Familie zwei Leichen gefunden werden und es auch im Umfeld ...

Die Familie Melander ist eine hoch angesehene wohlhabende Familie, die schon seit Generationen auf Sylt residiert. Als auf dem Grundstück der Familie zwei Leichen gefunden werden und es auch im Umfeld der Familie zu mehreren Todesfällen kommt, nehmen John Benthien und sein Team die Ermittlungen auf. Schnell merken sie, dass hinter der perfekten Fassade der Familie Melander einiges im Argen liegt.

Mit Dünengeister schickt Nina Ohlandt ihren Kommissar John Benthien zum sechsten Mal auf Mördersuche. Auch wenn es für mich der erste Roman dieser Reihe war, hatte ich keine Probleme in der Geschichte anzukommen. Neueinsteiger werden wunderbar abgeholt und Bezüge zu vorhergehenden Büchern werden so gut erklärt, dass ich mich zu keiner Zeit ausgeschlossen fühlte.

Nina Ohlandt beschreibt die Orte auf Sylt so liebevoll und detailliert, dass ich mich schnell an die Nordseeküste versetzt fühlte und bei mir ein tolles Urlaubsgefühl aufkam. Ansonsten hat der flüssige und spannende Schreibstil mich gleich gepackt und es viel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Besonders gut hat mir gefallen, dass in diesem Krimi zwar mehrere Morde geschehen, er aber zu keiner Zeit blutrünstig, eklig oder sehr nervenaufreibend ist. Nina Ohlandt zeigt, dass man auch gute Krimis schreiben kann, ohne Mord und Gewalt bis ins kleinste Detail zu beschreiben.

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Die Kommissare, die die Mordfälle mit spannender Ermittlungsarbeit und einer guten Portion Humor lösen, waren mir unheimlich sympathisch. Auch die kurzen Einblicke in ihr Privatleben, haben sie sehr menschlich und realistisch wirken lassen.

Auf der anderen Seite die Familie Melander. Viele sehr unterschiedliche Personen, bei denen man schon mal den Überblick verlieren kann. Hier hat mir das Personenverzeichnis am Ende des Buches sehr weitergeholfen. Jeder Charakter hat eine eigene interessante – nicht immer sympathische – Persönlichkeit und passt gut in die Geschichte.

Bis zum Ende des Romans hatte ich keine Ahnung, wer nun der Mörder sein könnte, bzw. ich hatte viele Personen immer mal wieder in Verdacht. Die Entlarvung des Mörders ist der spektakuläre Höhepunkt der Geschichte, sehr überraschend und wirklich toll gemacht.

Fazit:
Für mich war dies der erste Roman mit John Benthien, aber mit Sicherheit nicht der letzte. Ich habe mitgefiebert und geraten, wie die Auflösung sein könnte und wurde am Ende noch überrascht. Genau so sollte ein guter Krimi sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 27.01.2019

Atemlose Spannung bis zum Schluss

Totwasser
0


Die Anwältin Dr. Linn Geller muss nach einem schweren Unfall komplett neu anfangen und übernimmt als Pflichtverteidigerin das Mandat für das Topmodel Grace Riccardi. Obwohl Grace gesteht, ihren Ehemann ...


Die Anwältin Dr. Linn Geller muss nach einem schweren Unfall komplett neu anfangen und übernimmt als Pflichtverteidigerin das Mandat für das Topmodel Grace Riccardi. Obwohl Grace gesteht, ihren Ehemann umgebracht zu haben, glaubt Linn nicht an ihre Schuld und beginnt Nachforschungen anzustellen. Als immer mehr Ungereimtheiten auftauchen gerät auch Linn in Lebensgefahr.

Linn Geller ist eine absolut sympathische Hauptfigur. Nach einem schweren Unfall ist sie durch eine Narbe im Gesicht und ein kaputtes Bein gezeichnet und kann auch psychisch nur schwer wieder in den Alltag finden. Aber sie ist auch eine Kämpferin und im Laufe der Geschichte bekommt man einen guten Eindruck von der erfolgreichen Anwältin, die Linn vor ihrem Unfall war. Zusammen mit dem leicht verschrobenen aber absolut liebenswürdigen Götz baut sie sich eine eigene Kanzlei und ein neues Leben auf. Linn ist hartnäckig und unbequem, sie hört auf ihr Gefühl, auch wenn sie dieses zwischendurch immer wieder anzweifelt. So gelingt es ihr am Ende auch die Wahrheit herauszufinden, die ihr zunächst niemand glauben will und die sie selbst in tödliche Gefahr bringt.

Julia Hofelichs Schreibstil hat mich schnell gefangen genommen und ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen. Er war unglaublich spannend und immer wenn ich das Gefühl hatte, so ist es, gab es wieder eine erstaunliche Wendung. Bis zum Schluss war ich nicht sicher, wie die Wahrheit aussieht. Für mich ist der Roman gut durchdacht, es bleiben keine Fragen offen und auch die Nebenfiguren wurden wunderbar dargestellt.

Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Fall von Linn Geller und hoffe, dass sie dann auch privat ihr Glück finden wird.