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Veröffentlicht am 07.04.2020

Wohlfühlgeschichte mit Urlaubsfeeling

Sylt oder Sahne
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Nele ist Single, Anfang fünfzig und übergewichtig. Als ihr ein Schaffner in dem Glauben, Nele sei schwanger, einen Platz im Zug frei gemacht hat, ist für sie das Maß voll und sie beschließt, gegen ihr ...

Nele ist Single, Anfang fünfzig und übergewichtig. Als ihr ein Schaffner in dem Glauben, Nele sei schwanger, einen Platz im Zug frei gemacht hat, ist für sie das Maß voll und sie beschließt, gegen ihr Übergewicht anzugehen. Zumal Nele auch ihre langjährige Einsamkeit mit ihren Gewichtsproblemen verknüpft, dauert es nicht lange, bis sie sich auf den Weg nach Sylt macht, um dort eine Fastenkur zu beginnen. Doch während das erhoffte Fastenhoch auf sich warten lässt, beginnt Nele ihre Einstellung zu ihrem Körper zu überdenken - zumal es tatsächlich Männer zu geben scheint, die sie mit all ihren Pfunden schön finden.

"Sylt oder Sahne" ist der erste Roman, den ich von der Autorin Claudia Thesenfitz gelesen habe. Nele ist eine sympathische Figur und es hat mir Spaß gemacht an ihrer Seite nach Sylt zu reisen, damit hat mir das Buch ein wenig Urlaubsfeeling vermittelt und durch den locker-leichten Schreibstil Lust auf Sonne und Meer gemacht. Auch die anderen Figuren waren lebendig dargestellt, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Alles in Allem war der Roman eine nette Sommerlektüre mit Wohlfühlatmosphäre, nur das Ende war mir ein wenig zu viel - Happy End in Ehren, das muss bei einer solchen Geschichte sein, aber die Leichtigkeit mit der sich plötzlich alle Probleme in Luft aufgelöst haben, schien mir dann doch übertrieben und nicht ganz glaubwürdig.

Fazit: Wer nette Unterhaltung sucht ist mit dieser sommerlich-lockeren Geschichte gut bedient, auch wenn das Ende für mich eine Spur zu Happy und Easy war.

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Veröffentlicht am 17.03.2020

Nachdenkliche Geschichte, mit britischem Humor gewürzt

Das Beste kommt noch
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Beinahe täglich inspiziert Andrew in seinem Job bei der Stadtverwaltung die Wohnungen verstorbener Personen, immer auf der Suche nach Angehörigen dieser einsamen Menschen. Auch im Privatleben ist er einsam, ...

Beinahe täglich inspiziert Andrew in seinem Job bei der Stadtverwaltung die Wohnungen verstorbener Personen, immer auf der Suche nach Angehörigen dieser einsamen Menschen. Auch im Privatleben ist er einsam, doch keiner seiner Kollegen ahnt etwas davon. Denn um den Job zu bekommen, hat Andrew angegeben, eine Ehefrau und zwei Kinder zu haben - im Lauf der Jahre hat sich diese Lüge immer weiter aufgebläht, an manchen Tagen träumt er beim Aufschließen der Haustür davon, dahinter seine imaginäre Familie zu finden.

Als Peggy neu in Andrews Abteilung anfängt, weht ihm ein frischer Wind ins Gesicht, die quirlige und positiv gestimmte Kollegin wird bald eine gute Freundin für den einsamen Mann. Doch sie hat einen Ehemann und zwei Kinder und wie alle Anderen glaubt auch Peggy, dass Andrew ein glücklich verheirateter Familienvater ist......

In seinem Roman "Das Beste kommt noch" beschäftigt sich Richard Roper sehr einfühlsam mit dem Thema Einsamkeit. Davon sind nicht nur die Verstorbenen vor ihrem Tod betroffen, auch der Protagonist Andrew lebt isoliert in seiner kleinen Wohnung, seine Kontakte beschränken sich auf die vierteljährlichen Pflichtanrufe seiner Schwester und dem Chat in einem Forum für Modelleisenbahnfreunde.

Die Schicksale einiger von Andrews Klienten haben mich beim Lesen betroffen gemacht, oft sind es Kleinigkeiten, durch die sich die Menschen entfremden und manchmal hätte es nur einer kleinen Geste bedurft um eine Freundschaft zu erhalten. Die Zusammenarbeit mit Peggy bringt einen positiven Aspekt in Andrews Leben und in die Geschichte, ihre oft witzigen Dialoge haben das ernste Hintergrundthema aufgelockert, Richard Ropers Schreibstil habe ich als typisch britisch-humorvoll empfunden. Die Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, das gefühlsbetonte Ende hat mich dann voller Hoffnung zurück gelassen.

Fazit: Die Erzählung habe ich als typisch britisch empfunden, das ernste Hintergrundthema wird feinfühlig mit humorvollen Begebenheiten in Andrews Alltag verknüpft, dadurch habe ich den Roman als sehr angenehmes Leseerlebnis genossen.

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Veröffentlicht am 12.03.2020

Auftakt einer fantasievollen Kinderbuchreihe

Carla Chamäleon: Oh Schreck, ich bin weg!
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Carla ist sehr schüchtern und nun muss sie das neue Schuljahr auch noch ohne ihre beste Freundin Herta beginnen, die ans andere Ende der Welt gezogen ist. Zu allem Überfluss kommt ein neuer Schüler in ...

Carla ist sehr schüchtern und nun muss sie das neue Schuljahr auch noch ohne ihre beste Freundin Herta beginnen, die ans andere Ende der Welt gezogen ist. Zu allem Überfluss kommt ein neuer Schüler in ihre Klasse, der sich neben Carla setzt und so schlechte Witze reißt, dass es einfach nur peinlich ist. Da passiert es zum ersten mal, Carlas Körper passt sich dem Hintergrund an und sie wird nahezu unsichtbar. Jole, der Neue, ist begeistert von Carlas Verwandlung, die immer dann auftritt, wenn ihr etwas peinlich ist, sie selbst findet die "Chamäliose" furchtbar und möchte sie so schnell wie möglich loswerden. Noch ahnt Carla nicht, dass bereits ein Geheimbund ihr Geheimnis beobachtet hat....

"Carla Chamäleon" von Franziska Gehm ist für Kinder ab neun Jahren empfohlen. Die Geschichte ist witzig erzählt und im Schreibstil den jungen Lesern angepasst, so dass sie flüssig zu erfassen ist. Doch manche Stellen fand ich etwas fern der Realität, zum Beispiel Carlas Mutter, die ständig irgendwelche Zootiere mit nach Hause bringt und sich beinahe ausschließlich um deren Bedürfnisse kümmert. Eines davon schenkt sie sogar Jole, weil der Pinguin nicht wieder zurück in den Zoo möchte - auch wenn in der Geschichte die Fantasie eine große Rolle spielt, finde ich dieses Szenario doch arg übertrieben und ich denke auch ein neunjähriges Kind wird das möglicherweise unglaubwürdig finden.

Alles andere hat mir gefallen, die Freundschaft, die sich zwischen Carla und Jole entwickelt war schön zu lesen. "Oh Schreck, ich bin weg!" ist der Auftakt zu einer Buchreihe über Carla Chamäleon, in dem die Figuren und Carlas besondere Fähigkeit vorgestellt wird. Das erste wirkliche Abenteuer werden Carla und Jole dann im zweiten Band der Kinderbuchreihe erleben.

Fazit: Die Geschichte um Carla, die mit ihrem Hintergrund verschmelzen kann ist in manchen Szenen etwas unglaubwürdig, insgesamt aber lustig und leicht erzählt. Das Buch ist der Auftakt einer Kinderbuchreihe und ich denke erst im Folgeband startet Carla richtig durch.

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Veröffentlicht am 09.03.2020

Fantastisch und märchenhaft

Die letzte Dichterin
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Obwohl Minna Fabelreich aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie stammt, ist sie ihrem Herzen gefolgt und schlägt sich als wandernde Dichterin mehr schlecht als recht durch. Denn in ihrer Heimat Phantopien ...

Obwohl Minna Fabelreich aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie stammt, ist sie ihrem Herzen gefolgt und schlägt sich als wandernde Dichterin mehr schlecht als recht durch. Denn in ihrer Heimat Phantopien ist nicht nur die Magie verschwunden, die Menschen schätzen auch die Künste nicht mehr, die meisten sind abgestumpft im täglichen Überlebenskampf.

Allein in der Hauptstadt Fernab ist noch ein Rest Magie verblieben und Minna träumt davon, die sagenumwobene Stadt einmal zu sehen. Doch nur mit einer Einladung darf dieser magische Ort betreten werden, als Minna zu einem Dichterwettstreit in Fernab eingeladen wird, glaubt sie sich am Ziel ihrer Wünsche. Mit dem Schatzsucher Finn Minengräber, der ebenso wie Minna davon träumt einmal nach Fernab zu gelangen, macht sich die Dichterin auf den Weg - am Ziel angekommen müssen die Beiden feststellen, dass nichts so ist, wie es scheint.....

"Die letzte Dichterin" von Katharina Seck ist eine fantastische, märchenhafte Geschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Der Schreibstil ist wunderbar und macht das Lesen zu einem Vergnügen, die Figuren sind tiefgründig dargestellt, so dass ich beim Lesen manchen inneren Konflikt mitfühlen konnte. Dabei ist nicht alles schwarz oder weiß, die Personen sind realitätsnah beschrieben und tragen gute und schlechte Seiten in sich.

Die fantasievolle Handlung kommt ohne eine Liebesgeschichte aus und vermochte mich bis zur letzten Seite zu fesseln. Dennoch ist über einige Dinge recht oberflächlich hinweg gegangen worden, die Reise in die magische Stadt war trotz der beschriebenen Hindernisse recht knapp abgehandelt, auch die Wunder Fernabs hätten für meinen Geschmack etwas ausführlicher beschrieben sein können. Alles in Allem habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt und ich empfehle den Roman gern weiter.

Fazit: Die Geschichte ist fantastisch und märchenhaft erzählt, der wunderbare Schreibstil und die tiefgründig beschriebenen Figuren haben mich überzeugt, ich gebe eine klare Leseempfehlung an alle Fantasy-Freunde.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Fantastisch und spannend wie ein Videospiel

Wild Rescuers
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Stacy lebt mit einem Rudel Polarwölfe im Wald, zusammen mit ihrer Wolfsfamilie hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, in Not geratenen Tieren zu helfen. Doch in ihrer Taiga lebt auch ein weiteres Rudel wilder ...

Stacy lebt mit einem Rudel Polarwölfe im Wald, zusammen mit ihrer Wolfsfamilie hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, in Not geratenen Tieren zu helfen. Doch in ihrer Taiga lebt auch ein weiteres Rudel wilder Wölfe, die im Dorf der Menschen Schafe gerissen haben, so dass die Bauern nun darauf drängen, die Wölfe zum Abschuss frei zu geben. Dadurch gerät auch Stacys Rudel in Gefahr. Außerdem wollen skrupellose Bauunternehmer den Wald roden, um einen großen Freizeitpark zu bauen, Stacy und ihre Wölfe müssen nun nicht nur für die Rettung der Waldtiere, sondern auch für den Erhalt ihrer Heimat Sorge tragen.
"Wild Rescuers - Wächter des Waldes" ist der Beginn einer Fantasy-Abenteuerreihe aus der Feder der Minecraft-Youtuberin Stacy Plays. Die Figuren des Buches haben bereits einige Abenteuer in den Dogcraft-Videos auf Youtube erlebt und ich habe mir das Buch beim Lesen als eine Art "Drehbuch für ein Videospiel vorgestellt. Der Schreibstil ist für Kinder gut zu erfassen und mir hat sehr gefallen, dass immer wieder auf den Schutz der Umwelt hingewiesen wird. Stacy und ihre charakterstarken Wölfe sind sympathische Protagonisten, die Handlung bleibt über das gesamte Buch hinweg durchgehend spannend.
Verwundert haben mich aus der Sicht des Erwachsenen einige Logikfehler, beispielsweise als Stacy und ihr Team in einen Bergwerksschacht steigen und tief unten fließendes Magma vorfinden. Auch das Stacy praktischerweise alles im Wald findet, was sie zum Leben braucht, auch Klamotten usw. schien mir nicht ganz stimmig zu sein - und die Polarwölfe essen wegen Stacys Tierliebe nur Hühnchen-Kürbis-Eintopf und Fische, die einer von ihnen fängt......wer sich daran nicht stört und sich die fantastische Geschichte als ein mögliches Setting für ein Videospiel vorstellen kann, der wird von diesem Buch gut unterhalten werden.
Fazit: Das Buch ist für Kinder gedacht, es ist fantasievoll, spannend und lenkt die Aufmerksamkeit der Leser immer wieder auf den Schutz von Tieren und Umwelt. Als Erwachsener mag man über kleine Unstimmigkeiten in der Logik stolpern, doch insgesamt ist das Buch lesenswert, Stacys Abenteuer sind rasant wie in einem Videospiel dargestellt.

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