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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2017

Mama's baby - papa's maybe?

Kuckuckskind
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Anja, Deutsch- und Französischlehrerin, Ende 30, hatte den Traum vom perfekten Glück: Ein Häuschen mit Garten, eine glückliche Ehe und vor allem zwei Kinder, ihr Lebensplan. Doch leider kam alles anders, ...

Anja, Deutsch- und Französischlehrerin, Ende 30, hatte den Traum vom perfekten Glück: Ein Häuschen mit Garten, eine glückliche Ehe und vor allem zwei Kinder, ihr Lebensplan. Doch leider kam alles anders, denn nach einer Scheidung von ihrem Mann Gernot wohnt sie vorrübergehend in einer kleinen Wohnung, genannt das "Rattenloch". Als auf einmal ihre Kollegin und Freundin Birgit schwanger wird, wird Anja den Verdacht nicht los, dass ihr Exmann Gernot der mögliche Vater sein könnte, scheinbar haben die beiden eine Affäre. Also überredet Anja Steffen, den Mann von Birgit, zu einem Vaterschaftstest. Doch welche Folgen dieser Test hat... lest ihr am Besten selbst.

Den Stil von Ingrid Noll mag ich ja sehr, ich mag es, wie sie schreibt, wie sie die Sachen schildert, wie sie die Wörter wählt. Ich finde, sie umschreibt die Dinge sehr gut, vor allem absolut gut nachvollziehbar. Die Wortwahl ist durchaus teilweise gehoben, so wählt sie immer mal wieder Fremdwörter, die aber soweit bekannt sind. Dennoch ist das Buch absolut locker, leicht lesbar, wie ich finde. Keine allzu-schwere Kost, sondern auch vor dem Einschlafen noch gut zu lesen. (Kann aber sein, dass man vor lauter Spannung nicht schlafen kann...)

Die Geschichte ist absolut genial geschrieben, wobei ich finde, dass Anja nicht wie eine End-Dreißigerin zu Beginn des Buches rüberkommt, sondern eher wie eine 50jährige "Fräulein"-Lehrerin. ;) Fast ein wenig spießig, eine absolut graue Maus, kaum aktiv, wie man es von ihrem doch eher jungen Alter eventuell erwarten würde, gerade als Single. Zu Beginn erwartet man vielleicht manches im Buch etwas anders, wobei ich das recht gut finde, dass die Dinge sich erst mit der Zeit entwickeln bzw. man hier nichts großartig vorhersehen kann, sondern wirklich mehrmals im Buch überrascht wird. Was ich auch immer wieder interessant finde: Wie Ingrid Noll Gedichte passend ins Buch einbaut. Klasse!

Die Geschichte ist eine Art Krimi, sie ist sehr spannend, es geht auch schon mal um Leben und Tod, sie ist aber kein Krimi im üblichen Sinne, wie ich finde. Aber eben ein typischer Ingrid-Noll-Krimi.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, es war durchaus spannend und sehr lesenswert, ich kann es wirklich nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Kotzen: Drei Klavierfinger gleichzeitig in die Kehle stecken.

Kotzt du noch oder lebst du schon?
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Diana ist gerade mal 14 Jahre alt als sie beginnt zu kotzen. Nach einem festlichen Abend, bei dem mal wieder das Wort "dick" fällt, beschließt sie, ihr Essen immer wieder zu erbrechen, damit sie nicht ...

Diana ist gerade mal 14 Jahre alt als sie beginnt zu kotzen. Nach einem festlichen Abend, bei dem mal wieder das Wort "dick" fällt, beschließt sie, ihr Essen immer wieder zu erbrechen, damit sie nicht zunimmt. Im Buch beschreibt sie ihr Leben mit dieser Krankheit, die sie lange nicht loslassen kann.

Ja, ich war durchaus gespannt auf dieses Buch. Es hat mich auch gleich recht schnell in seinen Bann gezogen, denn der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Worte sind durchaus gezielt gewählt, es ist aber auch einfach so geschrieben, dass man lesen, lesen, lesen möchte, ich kanns nicht anders beschreiben. Es sind nicht unbedingt großartige Fremdwörter enthalten, was jedoch gar nicht unbedingt passen würde, die Sprache würde ich aber dennoch nicht als "einfach" bezeichnen. Ein wirklich toller Schreibstil, anders kann ich es nicht sagen!

Entsprechend schnell wollte ich das Buch lesen, wollte die Geschichte von Diana kennen, die im Buch mit der Zeit immer wieder mit "Mia" spricht. (Bulimie - Syn. Bulimarexie oder Bulimia nervosa) - daher kommt "Mia". Mia gibt Anweisungen, dass sie nun doch endlich wieder kotzen soll, dass sie zu dick sei, hässlich sei, all solche Dinge. Später kommt noch das Ego hinzu, das ihr jedoch eine Zeit lang erst einmal ein wenig Gut tat. Zu Beginn fand ich es komisch, dass sich Mia und Ego immer wieder in ihr Leben einmischen, aber nun gut, ich selbst bin davon nicht betroffen und kann auch in keinen Betroffen hinein schauen, ob es wirklich so ist. (Ich hatte aber bereits bei Lilly Lindner's "Splitterfasernackt" davon gelesen, dass man im Unterbewusstsein wohl mit "Mia" spricht bzw. Anweisungen erhält...)

An sich hat mir das Buch gut gefallen, Diana Fey schildert ihre Geschichte sehr nachvollziehbar, man merkt immer wieder, wie sie die vermeintlich falschen Freunde findet, was natürlich sehr schade ist. Es war auch interessant über ihren beruflichen Werdegang zu lesen, wie sie welche Arbeitsstelle bekam bzw. welche Männer sie in ihrem Leben so kennengelernt hat bzw. geliebt hat. (bzw. liebt.) Was ich ein wenig komisch fand war ein relativ schneller Sinneswandel (ich mag hier nicht großartig mehr verraten) und die damit dann doch verbundene Konsequenz, wenngleich ihr es wohl schwer fiel. Ich gönne und wünsche es jedem Menschen, von schlechten Dingen wegzukommen, kann es mir aber selbst nicht vorstellen, dass dies dann "so schnell" geht. Aber gut - dies sei nur mal als mein persönliches Empfinden soweit angemerkt.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, die Geschichte der Bulimie von Diana Fey berührt durchaus, ist auch wirklich gut zu Lesen. Von mir gibts für dieses ehrliche Buch 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Hausarzt von Mördern, Totschlägern, Vergewaltigern, Erpressern...

Knast
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Im Buch schilder Joe Bausch seine über fünfundzwanzigjährige Arbeit als Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. (Westfalen) Die Häftlinge vertrauen ihm, erzählen von ihren dunklen Seiten, lassen ...

Im Buch schilder Joe Bausch seine über fünfundzwanzigjährige Arbeit als Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. (Westfalen) Die Häftlinge vertrauen ihm, erzählen von ihren dunklen Seiten, lassen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. So bekommt er die verschiedensten Konflikte und Tragödien hautnah mit, ein Mann in U-Haft hat Angst um seine schwangere Frau, er legt bei Joe Bausch seine Lebensbeichte ab und erhängt sich später. Auch gibt er viele Denkanstöße im Buch, wie Häftlinge besser resozialisiert werden können und manche Verbrechen verhindert werden können.

Ich hab mich wirklich richtig gefreut, als ich dieses Buch endlich in den Händen hielt. :) Nachdem ich die vorherige Lektüre abgeschlossen hatte, hab ich mich gleich dran gemacht, dieses Buch zu lesen. Und ich muss schon vorab sagen: Das Buch hält, was ich mir davon versprochen hatte.

Joe Bausch gibt einen wunderbaren Einblick in seinen Berufsalltag in der Justizvollzugsanstalt, kurz JVA. Das Buch ist so aufgebaut, dass zum einen der Knast "erklärt" wird, wie es dort so abläuft, welche Verbrecher so einsitzen, wie es sich mit der Angst dort verhält - und mit dem Tod. Er schildert grundsätzlich den Ablauf im Knast und durchaus speziell seinen als Gefängnisarzt, und das auf ziemlich spannende, dennoch aber sehr informative Art und Weise.

Auch die Sprache des Buches ist wirklich gut nachvollziehbar bzw. nicht zu kompliziert, wie ich finde. Natürlich gibt es durchaus mal (medizinische) Fachbegriffe, diese werden aber auch erklärt, so dass niemand dumm aus der Wäsche guckt. Was mir sehr sympathisch ist, ist die Art und Weise wie er mit der Sprache umgeht, die ich teilweise als durchaus sehr locker und flappsig, was auf keinen Fall abwertend gemeint ist! - bezeichnen würde. Er erklärt auch Knastjargons, wie beispielsweise "eine Lampe bauen", "mit dem Arsch zur Wand", "Kanisterköpfe", etc. Die teilweise doch heftigen Verbrechensfälle die geschildert werden, macht die weitere Sprache dann wieder amüsanter, angenehm zu lesen.

Was vielleicht noch erwähnt werden sollte: Der Autor hat seine Erfahrungen so verfremdet, dass sie niemandem direkt zuzuordnen sind, "die geschilderten Fälle beschreiben also keine lebenden oder toten Personen, haben sich nicht zugetragen, hätten sich aber so wie beschrieben zutragen können." (" " - Hinweis zu Beginn des Buches)

Ich fand es unheimlich interessant und zugleich spannend hier einmal einen Einblick in den Alltag einer JVA zu haben, es war lesetechnisch ein absoluter Genuss, hat sich gut und schnell lesen lassen, ich wurde gut unterhalten und auch informiert.

Entsprechend vergebe ich hier 5 von 5 Sternen und spreche natürlich eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 03.01.2017

wunderbare Literatur... :)

Inselzauber
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Lissy wurde gerade von ihrem Freund Stefan verlassen, er hatte eine Affäre mit seiner Sprechstundenhilfe, die nun auch noch schwanger von ihm ist. Da kommt Lissy ihre schon lange verabredete Jobvertretung ...

Lissy wurde gerade von ihrem Freund Stefan verlassen, er hatte eine Affäre mit seiner Sprechstundenhilfe, die nun auch noch schwanger von ihm ist. Da kommt Lissy ihre schon lange verabredete Jobvertretung im Bücherladen ihrer Tante auf Sylt gerade recht. Dort lernt sie recht schnell Nele, die Besitzerin des Möwennests, eines Cafes kennen. Und auch der ein oder andere Mann kommt des Weges...

Ein wunderbares Buch, wie ich finde. In der Geschichte hab ich mich ein Stück weit leider wieder erkennen können, es war dennoch schön zu lesen, wie die Geschichte für Lissy gelaufen ist. Ich bin regelrecht in das Buch "eingetaucht" - hatte ich es unterwegs mit in der Straßenbahn, so hab ich fast die Stationen verpasst, an denen ich aussteigen musste, weil ich so vertieft in das Buch war. Es lenkt einen also richtig gut ab, man kann sich hier vieles auch richtig toll im Kopfkino vorstellen, die Buchhandlung, das Möwennest, etc.

Ich fand den Schreibstil einfach wunderbar, ein locker, leicht zu lesendes Buch, das teilweise recht lustig, manchmal aber auch nachdenklich und ein bißchen traurig war. Die Einteilung in Kapitel finde ich recht gut, auch wenn ich manchmal zwischendurch schon unterbrochen habe und das Lesen aufgehört habe, weil es mir sonst zu lang geworden wäre (vorm Schlafengehen eben bzw. wenn die Haltestelle zum Aussteigen kommt ).

Ich fand dieses Buch war kein so typisch "verschrieenes" Frauenbuch, es war zwar Literatur, die wohl sicher eher Frauen anspricht als Männer, dennoch war es nicht so seicht und vorhersehbar geschrieben wie andere Bücher es sind.

Ich bin voll auf begeistert von diesem Buch und kann deshalb eine Lese-Empfehlung sowie volle Punktzahl vergeben.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Das Zauberwort heißt Schokolade.

Ihr seid doch alle Mixer!
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Mama: "Wie heißt das Zauberwort?" Charlotte (3): "Schokolade?" (Seite 9) Im Buch hat Ilka Heinemann die unterschiedlichsten Aussagen und Sprüche von Kindern zusammen getragen. Diese sind so verschieden ...

Mama: "Wie heißt das Zauberwort?" Charlotte (3): "Schokolade?" (Seite 9) Im Buch hat Ilka Heinemann die unterschiedlichsten Aussagen und Sprüche von Kindern zusammen getragen. Diese sind so verschieden wie die Kinder selbst, mal sind es einfach sehr lustige Sprüche, dann mal wieder äußerst emotionale Aussagen, gelegentlich aber auch einfach kuriose Feststellungen, die zum Schmunzeln anregen.

Ich lese ja auch immer wieder gerne mal lustige, unterhaltsame Bücher. Bei diesem Buch handelt es sich um ein solches. Wobei es kein Roman ist, sondern eine Zusammenstellung von wunderbaren Aussagen von Kindern. Die meisten Aussagen im Buch sind von Kindern im Alter von 2-6 Jahren gemacht worden. So findet man auch bei eigentlich jedem Spruch neben dem Namen des Kindes auch das Alter.

Über Leseschwierigkeiten oder eine "schwere" Sprache muss man sich bei diesem Buch definitiv keine Gedanken machen, denn es ist eine durchaus gut verständliche Sprache - lediglich werden manchmal die Begriffe etwas "durcheinander gehen", so wird aus der "Autoritätsperson" eine "Autoritätsportion" - was Kinder eben so draus machen.

Die Aussagen der kleinen (bzw. vielmehr jungen) Menschen sind so unterschiedlich wie sie nur sein können, es ist so interessant und wunderbar zu lesen, was sie so beschäftigt. Mal sind es nur simple Dinge, mal haben sie sich wirklich ziemliche Gedanken gemacht, es ist einfach putzig zu lesen.

Überhaupt ist es eine angenehme Lektüre. Eine Lektüre, zu der man jederzeit mal greifen kann, man muss das Buch also nicht unbedingt am Stück lesen, nein, auf keinen Fall. Sondern kann immer dann mal reinlesen, wenn man lustig ist. (Vielleicht nicht in eh schon sehr emotionalen Situationen, zumindest ist das so meine Einschätzung.)
Was ich auch noch schön gemacht finde am Buch: Hinten sind ein paar leere Seiten vorhanden, hier kann man also noch persönlich die Aussagen und Sprüche ergänzen, die die lieben Kleinen so gemacht haben, die Gedanken, die einem laut ausgesprochen über den Weg gelaufen sind, all sowas eben.

Interessant ist das Buch sicher nicht nur für Eltern sondern auch sonst für all diejenigen, die mit Kindern zu tun haben. Egal ob beruflich oder privat, für Menschen, die ein Herz für Kinder haben ist dieses Buch absolut geeignet - denn beim Lesen geht einem ein Herz auf.

Von mir gibts für diese wunderbare Lektüre definitiv 5 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.