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Veröffentlicht am 06.07.2020

Spannendes Buch mit wichtiger Message!

Wild Flower - Die Gesetzlose
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Bereits der Brief der Autorin, in dem sie ihre Beweggründe für das Buch erklärt, nämlich, dass der Wilde Westen „viel queerer, brauner und weiblicher als es in den meisten Westernfilmen gezeigt wird“ war ...

Bereits der Brief der Autorin, in dem sie ihre Beweggründe für das Buch erklärt, nämlich, dass der Wilde Westen „viel queerer, brauner und weiblicher als es in den meisten Westernfilmen gezeigt wird“ war und sie dieses Genre zurückerobern möchte hat mich total neugierig gemacht.

Der Schreibstil des Buches war unheimlich gut, ich habe es an einem Tag verschlungen, habe mit den Mädchen gelitten, gefesselt ihre Flucht verfolgt und hatte wirklich kaum was zu meckern. Das Thema der Zwangsprostitution wird extrem ergreifend beschrieben, ist aber vermutlich nicht für jeden etwas, man sollte also wissen ob man es aushält über die Dinge zu lesen, die die Mädchen im Welcome House erleiden müssen. Generell ist das Buch nach der Flucht sowohl von der Charakterentwicklung als auch von der Handlung getrieben, was mir wirklich gut gefallen hat, denn es wird weder langweilig noch hatte ich das Gefühl bei den Protagonisten immer nur auf der Stelle zu treten.

Aster ist eine unheimlich starke Persönlichkeit, die viel Leid erfahren musste und trotzdem alles dafür tut ihre Schwester zu beschützen. Besonders gut hat mir diese tiefe Verbindung zu ihrer Schwester, aber auch der Zusammenhalt mit den anderen Good Luck Girls gefallen, da klar erkennbar war, wie ihre Vergangenheit sie zusammengeschweißt hat.

Die Geschichte beinhaltet eine f/f Lovestory, die jedoch eher in der Nebenhandlung stattfindet, ansonsten ist der Roman zu Mindestens in diesem ersten Band frei von Liebesbeziehungen, was ich immer sehr angenehm finde, da mich persönlich die Handlung in Fantasyromanen mehr reizt als eine Liebesgeschichte.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Fantasyanteil. Es gibt Geister, Menschen mit magischen Fähigkeiten und einige weitere magische Dinge, wie die Tattoos der Mädchen, doch hätte ich mir zu einigem davon noch etwas mehr Erklärungen oder auch Anteil an der Geschichte gewünscht. Die Story kann zwar auch durch die reine Abenteuergeschichte total überzeugen, etwas mehr Ausführungen hätten dem ganzen aber noch ein Krönchen aufgesetzt.

Insgesamt ist es ein tolles Buch über starke schwarze Frauen, die allen Widerständen trotzen und für ihre Freiheit kämpfen, das mir viel Freude beim Lesen bereitet hat und das ich nur weiterempfehlen kann. 4.5 Sterne!

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Veröffentlicht am 18.06.2020

Schöner langsamer Liebesroman

It was always you
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Um ehrlich zu sein, war ich mir super unsicher ob ich das Buch überhaupt lesen möchte, da mich die Stiefbruder-Liebesgeschichten-Thematik eher abgeschreckt hat. Ich hab dem Buch dann aber trotzdem eine ...

Um ehrlich zu sein, war ich mir super unsicher ob ich das Buch überhaupt lesen möchte, da mich die Stiefbruder-Liebesgeschichten-Thematik eher abgeschreckt hat. Ich hab dem Buch dann aber trotzdem eine Chance gegeben und bin echt überrascht, wie gut es mir dann doch gefallen hat.

Ivy hat die letzten 4 Jahre auf einem Internat und anschließend an der Uni in New York verbracht und ist seit ihr Stiefvater sie Halsüberkopf von Zuhause weggebracht hat nicht mehr auf der Privatinsel der Familie gewesen. Wütend darüber, einfach so aus der Familie verstoßen worden zu sein hat sie sich mittlerweile ein eigenes Leben aufgebaut und arbeitet neben dem Studium um nicht auf Kosten ihres Stiefvaters zu leben. Als sie dann unerwartet gebeten wird wegen einer wichtigen Angelegenheit nach Hause zurückzukehren weiß sie nicht wie sie damit umgehen soll. Man merkt, wie sehr sie unter all dem gelitten hat und wie unsicher sie bei ihrer Rückkehr ist, gleichzeitig spürt man aber auch ihren großen Wunsch nach einer Familie.

Asher wirkte zwar auf den ersten „Blick“ eher unsympathisch, konnte mich dann aber im Laufe der Geschichte doch immer mehr von sich überzeugen, da auch er seine Gründe für sein Verhalten hat.

Bereits auf den ersten Seiten hat mir der Humor unheimlich gut gefallen. Ihr erstes Wiedersehen mit ihrem Stiefbruder Asher hat mich direkt zum Lachen gebracht und auch die anderen Nebencharaktere Sam und Harper konnten mich schon beim ersten Treffen durch ihre so unterschiedliche aber gleichzeitig auch super niedliche Art und Weise überzeugen.

Besonders gut hat mir die Liebesgeschichte gefallen, die sich sehr langsam entwickelt hat, wodurch man die Chance hat die Protagonisten erst in Ruhe kennenzulernen, bevor es zur Sache geht. Dadurch wirkte die Anziehung der beiden auch passend und ich wurde nicht direkt von Kitsch und Pseudoerotischen Sätzen vergrault. Die Gefühle konnten sich langsam entwickeln und ich konnte mich wirklich gut in die Protagonistin hineinversetzen und habe das Buch an einem Nachmittag verschlungen.

Zu der Liebesgeschichte kam durch das Familiendrama, das sich im Laufe des Buches immer mehr lichtet auch noch etwas Spannung auf, sodass man nicht nur darauf hinfiebert, dass die beiden endlich zueinander finden, sondern auch unbedingt erfahren möchte was damals alles passiert ist.

Die Idee Ivys Hobby Handlettering mit Illustrationen einzubringen hat mir äußerst gut gefallen, viele der Seiten waren auch wirklich hübsch gestaltet, mir hätte aber etwas mehr Abwechslung noch besser gefallen.

It was always you ist in sich abgeschlossen, man lernt jedoch bereits die beiden Protagonisten von Band 2, Ivys zweiten Stiefbruder Noah und ihre beste Freundin Aubree kennen, sodass ich nur empfehlen kann Teil 1 zuerst zu lesen. Mit Noah bin ich anfangs nicht so warm geworden, es hat sich aber im Laufe des Bandes gebessert und ich bin gespannt, wie es mit ihm dann in Teil 2 weitergeht.

Insgesamt gibt es von mir daher verdiente 4.5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.06.2020

Spannender zweiter Band

Cyber Trips
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Band 1 war Anfang des Jahres schon ein absolutes Highlight für mich und hat mit einem miesen Cliffhanger geendet, sodass ich die Fortsetzung kaum erwarten konnte.
Schon auf den ersten Seiten des Buches ...

Band 1 war Anfang des Jahres schon ein absolutes Highlight für mich und hat mit einem miesen Cliffhanger geendet, sodass ich die Fortsetzung kaum erwarten konnte.
Schon auf den ersten Seiten des Buches war ich begeistert, denn zum schnell wieder in die Geschichte einfinden waren nicht nur die Charakterzeichnungen aus Band 1 nochmal abgebildet, sondern auch ein „was bisher geschah“ Kapitel enthalten, dass dafür gesorgt hat, dass ich sofort wieder in der Geschichte drin war.
Zunächst startet das Buch etwas ruhiger, was ich aber absolut passend fand, da man in Band 1 unglaublich viele Personen kennengelernt hat und das Buch aus wechselnden Perspektiven geschrieben ist, sodass man in der ersten Hälfte des Buches die Protagonisten nochmal besser kennenlernen konnte und sich auch die Beziehungen zwischen diesen festigen konnten. Dadurch, dass alle Protagonisten so besonders sind und sie mir alle schon im ersten Teil ans Herz gewachsen sind fand ich die Erzählweise aus so vielen Perspektiven wirklich gut, da man dadurch Geschehnisse von verschiedenen Seiten betrachten konnte und ich manches noch besser verstehen konnte.

In Band 1 gab es anfangs recht viele technische Erklärungen, das hat sich in Band 2 weitgehend gelegt und statt Erklärungen gibt es nun viel Handlung, spannende Wendungen und ein Ende, dass es wieder in sich hatte. Auch wenn es diesmal weniger waren als im ersten Teil, haben mir die eingestreuten Ausschnitte aus Personalakten und Militärberichten, sowie die Charakterzeichnungen wieder Hammer gut gefallen, da sie das Leseerlebnis angenehm auflockern und man unterstützend nochmal Bilder von den Protagonisten vor den Augen hat.

Der Schreibstil war einfach wieder der Hammer, sodass ich mich toll in die Atmosphäre des Buches einfinden konnte und mir die Schauplätze vorstellen konnte. Für einen Mittelband einer Trilogie war Cyber Trips wirklich stark, hat einige Wendungen geboten und mich wieder total packen können. Im Vergleich zu Band 1 fand ich ihn minimal schwächer, einfach weil sich die Spannung erst ab der Hälfte richtig aufgebaut hat, der erste Teil des Buches hat aber trotzdem so viele interessante Informationen über die Welt und die Protagonisten geboten und meine Theorien sind nie aufgegangen, sodass ich dem Buch trotzdem 4,75 Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 30.04.2020

Völlig abgedreht, aber genial!

Ich bin Gideon
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Habt ihr schonmal ein Buch gelesen, was auf so viele verschiedene Arten verwirrend, seltsam und verrückt war, aber gleichzeitig unheimlich gut, innovativ und spannend, dass ihr es geliebt habt? All diese ...

Habt ihr schonmal ein Buch gelesen, was auf so viele verschiedene Arten verwirrend, seltsam und verrückt war, aber gleichzeitig unheimlich gut, innovativ und spannend, dass ihr es geliebt habt? All diese Dinge treffen definitiv auf Ich bin Gideon zu und ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll.

Fangen wir mal mit der Welt an: So ganz genau versteht man es auch nach diesen 600 Seiten nicht, aber es gibt verschiedene Planeten/Häuser, deren Bewohner einem mysteriösen Totenkult frönen. Die Erben der Planeten sind so genannte Nekromancer und können Knochen und Skelette zum „Leben“ erwecken und kontrollieren, die anderen Bewohner scheinen diese Gabe aber nicht zu besitzen. Ansonsten ist das Leben dort scheinbar ziemlich düster, heruntergekommen und überall liegen Skelette rum. Irgendwie seltsam aber eben auch mal was Anderes.

Die Protagonistinnen wiederum sind derb, unhöflich, sarkastisch, versaut und hassen einander, insgesamt scheint es in dieser Welt wenige nette Menschen zu geben, aber Gideon und Harrow sind definitiv ganz besonders mies drauf. Dadurch habe ich als Leser auch erst recht spät eine wirkliche Bindung zu ihnen aufbauen können, bis dahin konnten mich das innovative Setting und ihre zahlreichen lustigen und sarkastischen Kommentare aber gut unterhalten.

Die Story selbst war wirklich, wirklich verwirrend. Am Anfang habe ich mich kaum in der Welt zurechtfinden können, mit der Ankunft beim Wettkampf wurden dann einige Dinge langsam klarer, doch gab es immer wieder Stellen, die so dermaßen abgedreht waren, dass ich mich gefragt habe was man einnehmen muss um sich solche Dinge auszudenken. Es gab so einige Wendungen die mich total überrascht haben und es sind so merkwürdige Dinge passiert, dass ich gar nicht so recht weiß wie ich das beschreiben soll.

Zusätzlich zu Gideon und Harrow gab es natürlich noch einige andere Charaktere, von denen ich mir nur einen Bruchteil beim Namen merken konnte, was der Handlung aber auch keinen Abbruch getan hat (Man konnte aber vorne im Namensregister nachschauen wer wer ist).

Ich denke „Ich bin Gideon“ ist nicht für jeden etwas, da es definitiv für eine erwachsene Zielgruppe geschrieben ist, ziemlich brutal und verwirrend ist und eine ganze Weile braucht bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, doch wird das Buch Fans von High Fantasy oder komplexeren Sci-Fi Geschichten vermutlich genauso begeistern können wie mich. Wer hier aber eine süße Romanze oder nette, ehrenvoll handelnde Protagonisten sucht ist wohl falsch mit dem Buch beraten.

Zuletzt hat mich aber das Ende wirklich fertiggemacht und ich weiß nicht wie ich diese ewige Zeit bis zum 2. Band aushalten soll. Wegen des etwas zähen Starts gibt es von mir einen kleinen Abzug und daher 4.5 Sterne. Trotzdem definitiv ein Highlight, denn das Ende ist das Warten wert gewesen.

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Veröffentlicht am 29.03.2020

Eine spannende Mischung aus Thriller und Fantasy

Sanctuary
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Sanctuary ist eine Mischung aus Thriller und Fantasy, denn es gibt einen Kriminalfall, aber durch die Existenz von Hexen eben auch einen Fantasyanteil. Das Buch wird hauptsächlich aus drei verschiedenen ...


Sanctuary ist eine Mischung aus Thriller und Fantasy, denn es gibt einen Kriminalfall, aber durch die Existenz von Hexen eben auch einen Fantasyanteil. Das Buch wird hauptsächlich aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass man schnell die unterschiedlichen Sichten auf die Ereignisse kennenlernt.

Die Ermittlerin Maggie kehrt erstmals nach vielen Jahren wieder in die Kleinstadt Sanctuary zurück, in der sie bereits zu Beginn ihres Berufslebens einige Zeit gearbeitet hat. Sie möchte nichts mehr als Gerechtigkeit auszuüben, wodurch sie sich immer mehr Feinde in Sanctuary macht.

Die zweite Protagonistin Sarah ist die stadtbekannte Hexe und Mutter von Harper, durch die man die Bräuche der Hexen kennenlernt und die gemeinsam mit ihrer Tochter immer mehr in die Kritik der Öffentlichkeit gerät.

Zuletzt werden viele Kapitel aus der Sicht von Abigail, der Mutter des verstorbenen Daniels, erzählt, die gemeinsam mit zwei weiteren Freundinnen zu Sarahs Hexenzirkel gehört. Durch den Tod ihres Sohnes wird sie jedoch von Trauer verzehrt und ergreift immer drastischere Maßnahmen.

Das Kleinstadtleben in Sanctuary wurde von Beginn an gut dargestellt, es wurde früh klar, dass es sich um eine Stadt in einem alternativen Amerika handelt, in dem Hexen zwar toleriert werden, jedoch bestimmten Regeln folgen müssen und registriert werden müssen. Zudem wurde die Entwicklung der Atmosphäre sehr nachvollziehbar beschrieben, sodass man die Geschehnisse, die zum Ausarten der Situation führen Schritt für Schritt mitverfolgen konnte.

Das Buch regt zum Nachdenken über die Grenzen von Gut und Böse, über Gerechtigkeit, Manipulation und Freundschaft an und setzt viel Wert auf komplexe Charaktere, die sich während der Geschichte weiterentwickeln, sowie auf eine authentische Atmosphäre. Die gelegentlichen Interview-Transkriptionen, Zeitungsartikel u.Ä, haben die Geschichte noch etwas aufgelockert und dem ganzen gemeinsam mit der Ermittlung ein tolles Kriminalroman-Feeling gegeben, dass aber eben nur die Hälfte der Geschichte ausgemacht hat.

Einige der Enthüllungen konnte ich mir schon früh in der Geschichte zusammenreimen, weshalb es auch einen halben Punkt Abzug gibt, doch die Enthüllungen boten trotzdem immer wieder einige Überraschungen für mich, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Insgesamt ist Sanctuary eine spannende Mischung aus Thriller und Fantasyroman, wie ich sie zuvor noch nicht erlebt habe und kann zudem mit Gesellschaftskritik und einem Hauch von unterschwelligen Trump Anspielungen punkten. Ich kann das Buch nur jedem Thriller und Fantasyfan empfehlen, der mal eine etwas andere Geschichte lesen möchte, die sich von den übrigen Büchern der Genres abhebt.

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