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Veröffentlicht am 13.05.2020

Schöne Geschichte für Leseanfänger

Hugo und Big Dschi
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Hugo ist in der großen Villa, in der er wohnt, ziemlich einsam. Sein Leben besteht vor allem aus Lernen, Lernen, Lernen. Dafür hat er sogar einen eigenen Hauslehrer. Viel lieber hätte Hugo aber einen Freund. ...

Hugo ist in der großen Villa, in der er wohnt, ziemlich einsam. Sein Leben besteht vor allem aus Lernen, Lernen, Lernen. Dafür hat er sogar einen eigenen Hauslehrer. Viel lieber hätte Hugo aber einen Freund. Als er im Garten eine Flasche findet, aus der ein Flaschengeist emporsteigt, scheint sich sein Wunsch zu erfüllen - Big Dschi könnte doch sein Freund sein?! Allerdings muss Hugo feststellen, dass es dann doch ganz anders kommt.

Die originelle Idee, den Spieß beim Wünschen einfach mal umzudrehen, fanden wir schon mal klasse. In den kleinen Hasen Heinz haben wir uns direkt verliebt und das Wort „Chefchen“ war hier eine Zeit lang der Renner. Besonders gefallen hat uns, dass die Illustrationen nicht nur den Text widerspiegeln, sondern auch, als eine Art Mini Comic, den Text ergänzen und die Geschichte ohne Worte weitererzählen. Hier ist also spürbar, das der Illustrator Kai Schüttler und die Autorin Lena Hach eng zusammen gearbeitet haben, was die Geschichte noch lebendiger macht. Außerdem gibt es kleine Anspielungen für die Erwachsenen, was beim Vorlesen Extra-Spaß-Punkte einbringt.
Der Schreibstil ist ganz wunderbar, treffsicher und lesefreundlich gestaltet.

Ein einfühlsames und lustiges Mutmachbuch für alle großen und kleinen Aussenseiter - mit zahlreichen Illustrationen, die sich wunderbar mit dem Text vereinen.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Wenn Kinder es ganz genau wissen wollen...

Hast du das wirklich erlebt?
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„Hast du das wirklich erlebt?“ ist eine amüsante und lehrreiche Sammlung unterhaltsamer Fragen, die bei Lesungen von Kindern an die Autoren gestellt wurden. 48 Fragen hat die Herausgeberin Rike Reiniger ...

„Hast du das wirklich erlebt?“ ist eine amüsante und lehrreiche Sammlung unterhaltsamer Fragen, die bei Lesungen von Kindern an die Autoren gestellt wurden. 48 Fragen hat die Herausgeberin Rike Reiniger davon gesammelt und 30 Berliner Kinder- und Jugendbuchautoren gebeten sie zu beantworten.
Sowohl die klassischen Fragen: „Wie sind sie auf die Idee gekommen?“ oder „Wie wird man eigentlich Schriftsteller?“, als auch persönliche Frage: „Wie alt bist du?“ oder „Was ist ihr Lieblingstier?“. Herausgekommen sind ausführliche, kurze, amüsante, interessante, wissenswerte und fantasievolle Antworten, wobei manche Fragen auch von mehreren Autoren beantwortet wurden.
Die Gestaltung wirkt sehr liebevoll - zahlreiche Illustrationen und unterschiedliche Schriftarten ergänzen die Fragen und geben dem Buch seinen Charme.

Eine großartige Idee, den kreativen Fundus von den Lesereisen der Autoren einmal festzuhalten und sich all den großen und kleinen Fragen der jungen Leser auf diese Weise zu widmen. Auf einigen Seiten wird man auch selbst dazu motiviert, Fragen zu beantworten und sich Fragen zu überlegen. Andere Kinder- und Jugendbuchautoren werden selbst viele der Fragen bei ihren Lesungen gestellt bekommen haben - für sie vielleicht auch interessant, was Kollegen so antworten. Außerdem macht es Spaß, wenn Beate Dölling von ihrem glühenden Fan erzählt oder die Autoren schwärmen, wie schön ihr Beruf eigentlich ist. Ganz nebenbei erfährt man, wann Bücher verfilmt werden und wieviel ein Schriftsteller eigentlich verdient.

Zu den 30 Kinder- und Jugendbuchautoren finden sich auf den letzten Seiten ein paar kurze Informationen. Da hätte ich mir ein paar ihrer Werke in der Aufzählung gewünscht, um sie besser zuordnen zu können, aber das kann man natürlich auch selbst recherchieren.

Genau das richtige Buch für alle Neugierigen, der sich für (lustige) Kinderfragen und charmante Antworten interessiert; und Kinderliteratur-Liebhaber, die einen Blick hinter die Kulissen der Buchbrache werfen wollen.

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Veröffentlicht am 17.04.2020

Bewegend erzählt und voller kleiner Glücksmomente

Offene See
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Nach dem Ende der Schulzeit zieht es Jugendliche immer wieder in die Ferne, auf der Suche nach Antworten, und um etwas von der Welt zu sehen, bevor der pflichterfüllende Alltag beginnt. Robert ist einer ...

Nach dem Ende der Schulzeit zieht es Jugendliche immer wieder in die Ferne, auf der Suche nach Antworten, und um etwas von der Welt zu sehen, bevor der pflichterfüllende Alltag beginnt. Robert ist einer von ihnen und erzählt in diesem Buch, wie er 1946 in England auf Wanderschaft ging - jene frische Luft und Einsamkeit genießend -, und schließlich eine schicksalshafte Begegnung hatte, die ihn für den Rest seines Lebens beeinflusste.

Als Leser begleitet man Robert auf seiner epischen Reise durch alle vier Jahreszeiten, und Benjamin Myers beschreibt dies so eindrucksvoll und lebendig, dass man ebenfalls auf der Wiese liegt und das Summen der Bienen hört. Als Robert in dem Buch auf Dulcie triff, beginnt mit den Dialogen der beiden eine völlig neue Dynamik, und man lauscht, ebenso wie Robert, gespannt Dulcie’s Worten über Lyrik, den zweiten Weltkrieg und den freien Willen der Bienen. Ihre Sicht auf die Welt ist etwas völlig Neues für den dörflichen Hinterwäldler und schüttelt seine einseitigen Überzeugungen ordentlich durch. Mit kühnen Behauptungen und sarkastischer Zunge, redete sich die selbstbewusste, trinkfeste Honigschleuderin in mein Leserherz. Freiheit, Dichtung, ein schönes Glas Wein und ein gutes Essen, die Natur und die Liebe machen das Leben für Dulcie lebenswert, und weil sie besser unterstützen kann, als Dinge selbst anzupacken, wird bald klar, welche Bedeutung und Kraft diese Begegnung für beide haben wird.

Der Roman gönnte mir jedes Mal, wenn ich das Buch aufschlug, eine entschleunigte Lesezeit. Ein Werk voller kleiner poetischer Liebeserklärungen an die Sprache, die Jahreszeiten, die Kunst und zahlreiche Textstellen, die mich berührt haben. Benjamin Myers findet Wörter für Gefühle, die manche so nie fühlen werden. Er entfaltet seine Magie der Sprache, während er über eben diese schreibt und wie sie das Leben seiner Figuren beeinflusst. Ich empfehle „Offene See“ allen, die Bücher mit interessanten Persönlichkeiten mögen, klangvolle Sprachrhythmen schätzen und die Muße für eine poetische Auszeit haben.

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Veröffentlicht am 03.04.2020

Spannende Geheim-Mission eines Antihelden

Projekt Mimesis – Die Insel der künstlichen Kinder
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„Projekt Mimesis - Die Insel der künstlichen Kinder“ ist ein Roman für Leser ab 10 Jahren von Simak Büchel und erschien 2020 im Südpol Verlag. Die Geschichte wurde von Corinna Böckmann illustriert, die ...

„Projekt Mimesis - Die Insel der künstlichen Kinder“ ist ein Roman für Leser ab 10 Jahren von Simak Büchel und erschien 2020 im Südpol Verlag. Die Geschichte wurde von Corinna Böckmann illustriert, die das wunderschöne Cover und auch eine Karte der Insel entworfen hat.

Stellt euch vor, ihr dürft auf einer abgelegenen Insel leben - ein ruhiges Paradies in der Natur, mit kristallklarem Wasser, Sonne pur und einer privaten Bucht zum schwimmen. In einem abgelegenen Gebäudekomplex auf der Insel gibt es alles, was ihr braucht und ihr könnt einfach nicht fassen, dass das Leben auch so schön sein kann…

Genau das dachte sich der 11- jährige Jorin, mit den gletscherwasserblauen Augen, der bisher kein Glück in seinem Leben hatte, nachdem er bei einem Brand alles verloren hat. Obendrein ist die Situation bei seinen Pflegeeltern eskaliert, weshalb Jorin schließlich Reißaus nimmt und sich auf einem Friedhof versteckt. Dort wird er prompt von einer Gang ausgeraubt, bis ihn ein hochgewachsener Mann in schwarzem Ledermantel davor bewahrt, auch noch seinen kostbarsten Besitz zu verlieren: das Foto seiner Eltern. Ab diesem Moment ändert sich für Jorin, der von seinen Freunden lieber Jo genannt werden möchte, einfach alles: Er soll als Undercover-Agent arbeiten und sich von dem machtbesessenem Milliardär Borax Dosch ins Projekt Mimesis aufnehmen lassen, dessen Sitz sich auf der besagten Insel befindet.

Der übergewichtige Jorin, mit der selbstgeschnittenen Prinz-Eisenherz-Frisur und der beschwerlichen Vergangenheit, zeichnet im ersten Moment das Bild eines Versagers, den es zu bemitleiden gilt; der sich aber, durch widrige Umstände und erlernten Fähigkeiten, zu einem echten Helden mausert, sich nicht täuschen lässt und viel mehr in die Geschehnisse verstrickt ist, als ihm klar war.

Die Story ist voller Ideen und zieht den Leser sofort in ein, auf den Punkt gebrachtes, handlungsreiches Geschehen - es wird garantiert nicht langweilig! Die einzelnen Kapitelende, der jeweils 38. Kapitel, sind dabei so spannend, dass es sehr schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen - jedes für sich ein kleiner Cliffhanger.

Auch wenn alles sehr geheimnisvoll und mysteriös ist - ältere, erfahrenere Leser könnten möglicherweise vorhersehen, wie die Handlung verlaufen könnte. Dies trübt jedoch nicht den Lesespaß und bietet ein facettenreiches und ausdrucksstarkes Ensemble vor grandioser Kulisse, mit fesselnden Themen wie Agenten und Künstliche Intelligenz - und der philosophischen Frage im Hintergrund: Können Maschinen den Menschen ersetzten? Und grenzenlosen Möglichkeiten, die ein unfassbar reicher und machtgieriger Oberboss bietet, bei denen man sich nie sicher sein kann, ob es sich um eine Täuschung handelt oder nicht. Wunderbarer Schmöker für alle, die komplexe, mysteriöse und spannende Story’s, ohne lange Ausschweife, mögen.

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Veröffentlicht am 29.03.2020

Ein magischer Serienauftakt mit spannend-schrägen Gruselmomenten

Mitternachtsstunde 1: Emily und die geheime Nachtpost
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„Mitternachtsstunde - Emily und die geheime Nachtpost“ ist der erste Teil einer Reihe für Kinder ab 10 Jahren des Autorenduos Benjamin Read und Laura Trinder. Das Hörbuch erschien 2020 im Hörbuch Hamburg ...

„Mitternachtsstunde - Emily und die geheime Nachtpost“ ist der erste Teil einer Reihe für Kinder ab 10 Jahren des Autorenduos Benjamin Read und Laura Trinder. Das Hörbuch erschien 2020 im Hörbuch Hamburg Verlag und wurde von Sandra Keck eingelesen.

Gerade wenn man eher ein Lesemuffel ist und sich lieber vorlesen lässt, sollte man auf keinen Fall „Die Mitternachtsstunde“ als Hörbuch verpassen. Als Hörer ist man genauso ahnungslos über die Zusammenhänge und zukünftigen Ereignisse wie die Heldin der Geschichte - man kann also alles mit den selben staunenden Ohren entdecken, wie Emily.

Schließt die Augen und taucht ein, in eine Welt, geteilt in das Nachtvolk und das Reich des Tageslichts. Emily gehört zum Tagesvolk und lebt ein stinknormales Leben. Ihre Mutter ist etwas speziell, wie Emily sagen würde, und mit ihrem irischen Akzent höchst unterhaltsam. Ihr Motto lautet: „Gerate nie wissentlich in eine Snack-Unterversorgung.“
Nachdem ein seltsamer Brief bei ihnen eintrudelt, bricht Emily’s Mum eilig auf und bleibt verschwunden. Nur ein rätselhafter Brief ihrer Mutter, mit ihrem beiliegendem Glücksbringer für Emily, erreicht Tage später die Familie, worauf hin Emilys Vater ebenfalls aufbricht. Emily bleibt sorgenvoll allein zurück und hat keine Ahnung, was eigentlich los ist. Als die Angst immer größer wird und es zu Hause nicht mehr sicher scheint, packt Emily ihre Sachen und macht sich auf die Suche, nach ihren verschollenen Eltern.

Eine schaurig spannende Welt voller verrückter Nachtgestalten und Magie im Gebiet der Mitternachtsstunde wartet auf Emily und den Hörer, großartig vorgetragen von Sandra Keck, die mit unterschiedlichen Stimmfarben und Akzenten den Figuren Leben einhaucht. Eine Reise durch das viktorianische London von 1859 in einer Nacht, die nie endet und in der Emily nicht nur Miss Rose kennenlernt, sondern auch Tarkin, den jungen Nachtwächter in Ausbildung.

Emily ist bei ihrer Mission sehr beharrlich und gegebenenfalls setzt sie ihren Willen eisern durch, da ihr nichts mehr am Herzen liegt, als ihre Familie zu finden. Zusammen mit ihrem Igel Hoggins, der besonders liebenswert ist, obwohl oder gerade weil er kein Wort spricht, und weiteren Nachtgestalten beantwortet sich Emily nach und nach die vielen Fragen.

Ein wunderbarer Serienauftakt, der in die magische Mitternachtswelt entführt und Lust auf mehr macht, aber in sich abgeschossen ist. Es gibt nicht nur für junge Zuhörer viel zu entdecken, auch die Älteren werden den unvorhersehbaren Erzählstil lieben.

Ein magischer Serienauftakt mit spannend-schrägen Gruselmomenten und einer geheimnisvollen Welt mit historischem Setting.

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