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Veröffentlicht am 17.09.2020

nichts für mich

Reset your Body
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Kathy Rabus verspricht in ihrem Buch ein besseres Leben durch eine Ernährungsumstellung und durch das Hören auf seinen Körper. Dafür gibt sie dem Leser extrem viele Informationen mit. Das Buch ist in 4 ...

Kathy Rabus verspricht in ihrem Buch ein besseres Leben durch eine Ernährungsumstellung und durch das Hören auf seinen Körper. Dafür gibt sie dem Leser extrem viele Informationen mit. Das Buch ist in 4 Hauptkapitel aufgeteilt. Es beginnt mit der Vorstellung, aus was unsere Nahrung eigentlich besteht. Weiter geht es mit einem Kapitel über die Hauptproblembereiche in der Ernährung und einem Überblick über die aktuellen Ernährungstrends. Es geht auch darum sich damit auseinanderzusetzen, warum man in bestimmten Situationen zu bestimmten Lebensmitteln greift. Es gibt auch eine Checkliste für die Entwöhnungsphase, eine Lebensmittelliste für ebendiese und einen Anhang mit Kathys Rezepten. Was mir gefehlt hat war tatsächlich ein Kapitel darüber, wie genau die Ernährungsumstellung ablaufen soll. Es wird zwar immer wieder von der Entwöhnungsphase gesprochen, in der man auf vieles komplett verzichten soll, aber einen Überblick, wie man danach weitermacht wäre durchaus schön gewesen.


Die Autorin erzählt auch zwischendrin immer wieder aus ihrem Leben und wie sie zu ihrem Ernährungskonzept kam. Auch aus ihrem Coach-Erfahrungen berichtet sie immer wieder. Das macht das Ganze lesbarer, wirkt aber irgendwie auch ein wenig fehl am Platz. Ich hätte hier entweder einen Ernährungsratgeber oder eine Art Biographie erwartet. Die Mischung ist für mich nicht wirklich gelungen.

Im Großen und Ganzen muss ich sagen, ist es zwar viel Information, für mich aber nichts neues. Vielleicht bin ich hier tatsächlich einfach zu alt und in der falschen Lebenssituation. Ich beschäftige mich schon seit langem mit dem Thema Ernährung und habe dazu über die Jahre viel gelesen. Daher war für mich nichts wirklich neues, bahnbrechendes dabei. Auch ist für mich das Konzept mit einem kompletten Entzug von vielen Lebensmitteln einfach nicht umsetzbar. (Ja ich weiss, dass das vermutlich eine Ausrede ist und mit entsprechender Willenskraft auch im Alltag mit Familie umsetzbar ist. Für mich erzeugt aber allein der Gedanke an die Umsetzung schon Stress, und das sollte nicht der Sinn einer Ernährungsumstellung sein)


Ich muss gestehen, ich hatte am Ende auch keine Lust mehr mich durch die Infos zu wühlen, in der Hoffnung, dass doch noch etwas neues kommt. Daher habe ich das Buch am Ende eher quer gelesen.

Das Buch ist eher für jemanden etwas, der sich bis jetzt noch nie mit dem Thema Ernährung und deren gesundheitlichen Auswirkungen beschäftigt hat. Für Leser, die sich regelmäßig mit Ernährung und Ernährungstrends auseinander setzten, ist das Ganze wohl eher nichts.


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Veröffentlicht am 12.07.2020

Zuviel des Guten

Das Juliusspital. Ärztin aus Leidenschaft
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Viviana kommt aus einer angesehen Familie in Würzburg. Ihr Vater leitet das Bankiershaus Winkelmann, ihr Bruder wird dieses in Zukunft weiterführen. Viviana wird mit ihren 16 Jahren auf ein Leben vorbereitet, ...

Viviana kommt aus einer angesehen Familie in Würzburg. Ihr Vater leitet das Bankiershaus Winkelmann, ihr Bruder wird dieses in Zukunft weiterführen. Viviana wird mit ihren 16 Jahren auf ein Leben vorbereitet, in dem sich alles um den Haushalt, den Ehemann und die Familie dreht. Doch sie lernt einen Steinmetzgesellen kennen und verliebt sich. Prompt wird sie schwanger und enttäuscht so die Familie. Anstatt das Kind nach der Geburt aufzugeben, schleicht sie sich davon und schlägt sich fortan alleine durch. Sie bekommt eine Stelle als Wärtnerin in der Apotheke des Julius-Spitals und lernt so die Möglichkeiten der Medizin immer besser kennen. Das weckt den Wunsch in ihr, selbst Ärztin zu werden. Dafür und für die Bildung der Frauen kämpft sie nun.

Das Buch an sich ist hoch ambitioniert. Es geht um die Medizin, die Forschung, um das Bankierswesen und um die gesellschaftlichen Verhältnisse in Würzburg um 1850. Ich muss aber sagen, dass mir die gelieferten Informationen zu all den Themen zwischendrin einfach zu viel wurden. Seitenweise Erklärungen zur medizinischen Forschung oder Diagnostizierung von Krankheit oder Erklärungen zu unterschiedlichen Kreditarten und anderen Geschäften eines Bankhauses ließen zwar auf eine gute Recherchearbeit der Autorinnen schließen, waren mir aber dann einfach zu viel des Guten. Bei den Seitenlinien der Erzählung, in denen immer wieder unterschiedliche Professoren begleitet werden, hatte ich teilweise Mühe zu erkennen, bei wem ich gerade war, da die Herren hier nur mit Vornamen genannt wurden, im Rest der Geschichte aber nur mit Nachnamen.

Die Geschichte an sich fand ich sehr interessant und auch Vivianas Werdegang war durchaus glaubwürdig. Allerdings nervte es mich zunehmend, wenn es wieder in ihren Füßen kribbelte, was wohl dem Leser anzeigen soll, dass jetzt etwas wichtiges passiert.

Vivianas Familie fand ich furchtbar engstirnig und borniert. Da war wenig bis nichts von Liebe zu den eigenen Kindern zu spüren und auch Vivianas Bruder wirkte einfach nur selbstsüchtig und eigennützig auf mich.

Alles in allem war es eigentlich ein Buch mit einer interessanten Handlung, die mir aber zu sehr in der Informationsfülle verloren ging. Manchmal wäre hier weniger mehr gewesen.

Den zweiten Band der Reihe, der im August erscheint, werde ich vermutlich nicht mehr lesen, dafür hat mich dieses Buch einfach nicht überzeugen können

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Wir

Die Spur der Vertrauten
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Das „Wir“ ist das, was in der Welt von Claire und Goliath über allem steht. Alle dienen mit ihrem Instinkt der Gemeinschaft und Individualität existiert eigentlich nicht. Aber eben nur eigentlich. Doch ...

Das „Wir“ ist das, was in der Welt von Claire und Goliath über allem steht. Alle dienen mit ihrem Instinkt der Gemeinschaft und Individualität existiert eigentlich nicht. Aber eben nur eigentlich. Doch was passiert mit denen, bei denen ein eigener Wille erwacht?

Ich muss sagen, ich habe mich sehr gefreut, als ich entdeckt habe, dass es ein neues Buch von Christelle Dabos geben wird. Ich fand die Reihe um die Spiegelreisende ziemlich genial und habe mich so sehr auf neue Ideen der Autorin gefreut. Allerdings muss ich sagen, mochte ich ihr bei diesem Buch nicht so richtig folgen. Das Setting wurde mir recht schnell klar, die Welt, in der Celia und Goliath leben wird gut beschrieben. Allerdings konnte ich mich mit Goliath so gar nicht anfreunden, seine Fixierung auf die Lebensrettung um ein Tugendhafter zu werden war mir zu zwanghaft. Es wird zwar erklärt, wie es dazu kommt, aber irgendwie war mir das Ganze zu klischeehaft. Claire fand ich interessant, vor allem als klar wird, was ihr eigene Geheimnis ist. Dazu kommt noch Noah, den ich sehr unangenehm empfunden habe mit seiner unendlichen Liebe zum „Wir“ und seinem Schnuffelchen. Irgendwie hat diese Formulierung bei mir nur Widerwillen und Unbehagen ausgelöst.

Alles in allem muss ich sagen, dass mich das Buch nicht wirklich überzeugen konnte, da ich mich dauernd unwohl gefühlt habe. Und am Ende fand ich die Geschichte auch nicht interessant genug, um sie weiter zu verfolgen. Es ist sehr wohl ein interessantes Setting, aber mich konnte es leider nicht so richtig begeistern und einfangen.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

nichts für mich

Der Duft von Raureif
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Isa und Bella lernen sich erst kennen, als ihr Vater ihnen ein herrschaftliches Anwesen vererbt, allerdings mit einer Tante darin, die lebenslanges Wohnrecht hat und mehr oder weniger alles bestimmen darf.

Das ...

Isa und Bella lernen sich erst kennen, als ihr Vater ihnen ein herrschaftliches Anwesen vererbt, allerdings mit einer Tante darin, die lebenslanges Wohnrecht hat und mehr oder weniger alles bestimmen darf.

Das Cover und die Erwartung eine Geschichte zu bekommen, in der sich unterschiedliche Charaktere zusammenraufen, haben mich zu dem Buch greifen lassen. Bekommen habe ich aber leider eine Sammlung von Charakteren, die ich alle mehr als seltsam empfunden habe. So viele übergriffige Personen auf einem Haufen sind mir selten untergekommen. Der Vater, der sich ein Leben lang kaum um die Töchter kümmert, die eine Mutter, die ihrer Tochter ein Leben lang erzählt, der Vater wäre gestorben und einen Großtante, die jedem im Haus vorschreiben will, wie man zu leben hat.

Für mich war das leider nichts, daher keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Für mich nichts

Wie ein Stern in mondloser Nacht
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Henni Bartholdy verliebt sich kurz nach dem Krieg in Ed, den Sohn der Arbeitgeber ihrer Mutter. Sie haben große Pläne, doch Henni wird schwanger und damit alleine gelassen. Als sie sich wieder erholt hat, ...

Henni Bartholdy verliebt sich kurz nach dem Krieg in Ed, den Sohn der Arbeitgeber ihrer Mutter. Sie haben große Pläne, doch Henni wird schwanger und damit alleine gelassen. Als sie sich wieder erholt hat, wird sie Hebamme und beschließt Müttern, die nicht mehr weiterkönnen mit einer Babyklappe zu helfen.

Für mich war dieses Buch leider eine Mogelpackung. Ich hatte ein Buch über die Geschichte der Babyklappe im Berlin der Nachkriegszeit erwartet. Bekommen habe ich aber die Geschichte von Henni und Ed, die durch Intrigen und Missverständnisse geprägt ist. Am Ende fand ich eigentlich weder Henni noch Ed wirklich sympathisch, bei beiden war mir dann doch zu viel Eigennutz im Spiel. Das Thema Babyklappe und die Betreuung der Schwangeren in Not blieb mir zu sehr im Hintergrund.

Die zweite Zeitebene hätte ich gar nicht gebraucht. Hier sucht Liv nach ihrer Herkunft. Irgendwie war mir Liv unsympathisch. Sie wurde adoptiert, die Eltern sprechen nicht darüber. Und sie stößt gerade ihre Mutter immer wieder vor den Kopf und kann ihr nicht begreiflich machen, warum es für sie wichtig ist zu wissen, wo sie herkommt. Gleichzeitig wird die Mutter aber auch irgendwie seltsam dargestellt. Ich bin nicht dahinter gekommen, ob sie Liv adoptiert hat um ihr Image aufzupolieren, oder weil sie wirklich dringend Mutter sein wollte.

Außerdem gab es keinerlei Nachwort, daher gehe ich davon aus, dass es hier auch keinerlei historische Zusammenhänge gibt. Was ich ziemlich schade finde, denn ich bin davon ausgegangen, dass hier zumindest die Grundlage der „Erfindung“ der Babyklappe einen historischen Hintergrund hatte.

Von mir daher keine Leseempfehlung

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