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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2020

ein spannender Thriller mit kleinen Schwächen

Raum der Angst
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In den letzten Jahren habe ich gemeinsam mit Freunden und Familie schon mehrfach versucht, mich durch das Lösen verschiedener Rätsel aus einem Escape-Room zu befreien. Wir hatten viel Spaß dabei und waren ...

In den letzten Jahren habe ich gemeinsam mit Freunden und Familie schon mehrfach versucht, mich durch das Lösen verschiedener Rätsel aus einem Escape-Room zu befreien. Wir hatten viel Spaß dabei und waren meist erfolgreich. Doch wie wäre es, wenn diese Szenarien kein Spiel sondern Ernst wären?
Auf dieser Idee baut Marc Mellers Auftakt einer neuen Thriller Reihe auf mit dem Titel „Raum der Angst: Ein Escape-Room-Thriller“. Eine Gruppe von sieben aufgrund ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten ausgewählten Personen soll für ein wissenschaftliches Experiment in einem extra dafür entwickelten Escape-Room-Szenario gemeinsam verschiedene Rätselsituationen meistern.
Doch schnell wird klar, dass hier einiges nicht so ist, wie es sein sollte, aus dem Spiel wird bald blutiger ernst. Eine Figur, die sich nach dem römischen Gott Janus benennt, hat nicht nur diese Gruppe entführt sondern auch die Psychologiestudentin Hannah, die gemeinsam mit der Gruppe um ihr Leben kämpfen muss.
Die Atmosphäre der Geschichte ist oft beklemmend, der Spannungsbogen ist nicht zuletzt aufgrund einiger unerwarteter Wendungen hoch. Der Leser begleitet zum einen die Teilnehmer des Escape-Rooms, zum anderen die ermittelnden Polizisten, die in einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen, die Gruppe zu finden und zu befreien, und bekommt dadurch einen unmittelbaren Blick auf die Geschehnisse. Dabei kristallisieren sich nach und nach die Zusammenhänge und Motive der Geschichte heraus.
Das Szenario des Thrillers ist stimmig wenn auch nicht unbedingt realistisch, die Geschichte wird temporeich erzählt, trotz der Erzählperspektive bleiben die Hauptfiguren jedoch recht blass, es kommen keine wirkliche Nähe oder gar Empathie auf, da die Handlung in den Vordergrund gestellt wird.
Gestört hat mich die Klischeehaftigkeit, mit der die Figuren angelegt sind, auch wenn die Teilnehmer des Experiments möglicherweise bewusst als Stereotypen ausgesucht wurden. Die Brutalität ist für meinen Geschmack etwas zu viel und selbst mit dem Hintergrund des Täters nur bedingt nachvollziehbar, außerdem spielt in zu vielen Punkten der Zufall dem Täter zu sehr in die Hände und lässt die Geschichte konstruiert erscheinen.
Insgesamt ist „Raum der Angst“ ein solider Thriller, mir fehlte das gewisse etwas, so dass mich auch die offenen Fragen am Ende nicht zwingend zum Lesen der Fortsetzung reizen werden.

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Veröffentlicht am 08.09.2020

viele Infos, Basics und Rezepte zur veganen Ernährung

Vegan! Das Goldene von GU
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Der GU-Verlag hat seine Kochbuch-Reihe „Das Goldene von GU“ um einen weiteren Klassiker erweitert, diesmal mit dem Untertitel „Vegan!“
Wer seine Ernährung auf vegane Küche umstellen möchte, muss beim ...

Der GU-Verlag hat seine Kochbuch-Reihe „Das Goldene von GU“ um einen weiteren Klassiker erweitert, diesmal mit dem Untertitel „Vegan!“
Wer seine Ernährung auf vegane Küche umstellen möchte, muss beim Einkaufen und Kochen umdenken und neu planen, um seinen mit Körper allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
Dieses Kochbuch bietet in der Einleitung viele wichtige Tipps, die man beim Umstieg auf vegane Ernährung beachten sollte und eine Übersicht über die wichtigsten Lieferanten essenzieller Eiweiß- Fett- aber auch Mineralstoffquellen. Auf den ersten Seiten gibt es Anregungen und Rezepte für Basics wie selbstgemachte Hafer-Sahne, Cashew-Joghurt oder Seitan als eiweißreiche Fleischalternative.
Auf mich als berufstätige Mutter wirkte der dahintersteckende Arbeitsaufwand zunächst einmal abschreckend, doch gibt es heute selbst in gut sortierten Supermärkten fertige Produkte zu kaufen, wenn es schneller gehen soll.
In sechs Kapiteln findet man dann zu den Überschriften „Frühstücksideen“, „To Go und Zwischendurch“, „One-Pot-Seelenfutter“, „Hauptgerichte für jeden Tag“, Küchenklassiker vegan“ und „Süßes gerührt und gebacken“ eine Vielzahl an Rezepten. In der Einleitung jeden Themas werden zudem weitere grundlegende Informationen und Tipps vermittelt zum Einkauf, zum Essen außer Haus aber auch zu passenden Basic-Rezepten.
Mir als Neueinsteiger zu dem Thema gefällt neben der guten Gliederung des Buchs die Vielzahl an Hinweisen und hilfreichen Tipps. Zu jedem Rezept gibt es ein großes, anschauliches Foto, die Arbeitsschritte sind nicht bebildert, die Anleitungen aber gut erklärt. Alle von mir ausprobierten Rezepte sind gut und problemlos gelungen, schön sind auch die Nährwertangaben zu jedem Rezept, die dabei helfen, sich ein ausgewogenes Ernährungsprogramm zusammen zu stellen.
Wie in den meisten Rezeptbüchern treffen nicht alle Gerichte jeden Geschmack, bei dieser umfangreichen Auswahl ist jedoch eine Menge dabei, dass mir und meiner Familie auf Anhieb gefallen hat. Mein Ziel ist nicht eine komplette Umstellung auf vegane Ernährung, sondern eine Reduzierung von Zutaten tierischen Ursprungs im Alltag, dazu habe ich hier viele Anregungen gefunden. Der Beriech „Küchenklassiker vegan“ hat mir am wenigsten gefallen, eine Kopie fleischhaltiger Gerichte wird geschmacklich selten an das Original heran kommen, die Vielfalt an veganen Zutaten punktet in meinen Augen ehr in neuen Geschmackswelten, aber das ist Ansichtssache.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

spannend und atmosphärisch, leider in Teilen etwas unrealistisch

Geburtstagskind (Ewert Grens ermittelt 1)
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Vor 17 Jahren wurde der Stockholmer Ermittler Ewert Grens zu einem besonders grausamen Tatort gerufen. Ein kleines Mädchen hüpft fröhlich „Happy Birthday“ singend durch die Wohnung, doch ihre Familie kann ...

Vor 17 Jahren wurde der Stockholmer Ermittler Ewert Grens zu einem besonders grausamen Tatort gerufen. Ein kleines Mädchen hüpft fröhlich „Happy Birthday“ singend durch die Wohnung, doch ihre Familie kann nicht mehr mit ihr feiern, sie wurde ausgerechnet an Zanas 5. Geburtstag ermordet, die Geburtstagstorte steht seit Tagen unberührt auf dem Küchentisch.
Als nun genau aus dieser Wohnung ein Einbruch gemeldet wird, muss Grens fürchten, dass Zanas Verfolger nach knapp 20 Jahren ihre Spur aufgenommen haben und sie sich in Gefahr befindet. Weitere Indizien bestärken diesen Verdacht. Zeitgleich werden der ehemalige Undercover-Agent Piet Hoffmann und seine Familie von einer Gruppe skrupelloser Waffenhändler bedroht, in beiden Handlungssträngen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Geschichte ist temporeich mit einem durchgehend hohen Spannungsbogen, es hat mir sehr gut gefallen, wie dicht man beim Lesen an den Gedanken aber auch Zweifeln der Hauptcharaktere teilhat, ihre innere Unruhe wirkt oft greifbar. Insbesondere die Figur Ewert Grens’ habe ich als sehr authentisch und glaubhaft empfunden.
Mit Piet Hoffmann habe ich mich da deutlich schwerer getan, er ist zu sehr Superheld, die Story um ihn wirkt oft sehr konstruiert. Was er zum Teil in wenigen Stunden erledigt und auf die Beine stellt, ist selbst bei einem Mann mit seinem Hintergrund unrealistisch und erinnert zu sehr an Actionfilme, die sich selbst nicht ganz ernst nehmen. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen und hätte der Spannung nicht geschadet.
Insgesamt haben mir der Schreibstil und die Atmosphäre sehr gut gefallen, ich habe mich selbst gefragt, wieso zwar schon länger ein paar Bände der Reihen um Ewert Grens und Piet Hoffmann auf meiner Merkliste stehen, ich aber bislang keinen davon gelesen habe. Während Anders Roslund die vorherigen Bände gemeinsam mit Börge Hellström verfasst hat, erscheint dieser Krimi nur unter seinem Namen und vereint die Geschichten den beiden Hauptfiguren. Als Neueinsteiger hatte ich jedoch nie den Eindruck, mir würde Hintergrundwissen fehlen, und trotz einiger Anspielungen auf die Vorgeschichten ist mein Interesse geweckt, mehr aus der Reihe zu lesen.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

spannende und lebendig erzählte Fortsetzung

Hagebuttenblut
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Lisa Bengtsdotter schickt in ihrem neuen Krimi „Hagebuttenblut“ die Stockholmer Ermittlerin Charlie Lager zurück in ihren Heimatort Gullspång. Die Ereignisse und sehr persönlichen Erkenntnisse aus dem ...

Lisa Bengtsdotter schickt in ihrem neuen Krimi „Hagebuttenblut“ die Stockholmer Ermittlerin Charlie Lager zurück in ihren Heimatort Gullspång. Die Ereignisse und sehr persönlichen Erkenntnisse aus dem ersten Band „Löwenzahnkind“ setzen Charlie auch ein halbes Jahr später noch zu. Dennoch ist ihr Interesse geweckt, als sie von dem Fall der sechzehnjährigen Francesca hört, die vor 30 Jahren aus Gullspång verschwunden ist. Als ihr Vorgesetzter ihr anrät Urlaub zu nehmen und ihre alte Schulfreundin Susanne sie um Hilfe bittet, kehrt Charlie kurzentschlossen doch in ihrem Heimatort zurück, um Francescas Spuren zu verfolgen.
Bei ihren Nachforschungen muss Charlie schnell feststellen, dass die Bewohner Gullspångs wenig Bereitschaft zeigen, die damaligen Ereignisse zu kommentieren, ihre Einmischung in die Vergangenheit wird mit Schweigen oder Gegenwehr begegnet.
Beim Aufsuchen der damaligen Schauplätze werden bei Charlie längst vergessene Erinnerungen szenenartig auf und werfen neue Fragen auf zu ihrer und Bettys Geschichte.
Analog zu Charlies wiederkehrenden Erinnerungsfetzen erfährt der Leser aus Aufzeichnungen Francescas nach und nach mehr über die tatsächlichen damaligen Ereignisse, über Francescas schwieriges Verhältnis zu ihren Eltern und ihrer Schwester, oder auch die fragwürdigen Umstände des Todes ihres Freundes Paul. Dass Francesca nach Auffassung vieler dazu neigt, die Wahrheit nach ihren eigenen Interessen auszulegen, schafft Zweifel an dem Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen und lässt auch beim Lesen Raum für Spekulationen. Ist Francesca etwas zugestoßen, oder ist sie vielleicht noch am Leben und hat ihre Familie freiwillig verlassen?
Mich überzeugt auch in diesem Band wieder die Atmosphäre des Buchs, die Szenen wirken sehr lebendig. Der Leser weiß nur wenig mehr als Charlie und Johan, die zu den damaligen Ereignissen recherchieren, es tauchen einige potentielle Verdächtige auf, gleichzeitig wird die persönliche Geschichte Charlies aus dem ersten Band vertieft, es tauchen weitere rätselhafte Details zu ihrem und dem Leben ihrer Mutter auf.
Das Ende dieser Geschichte kam für mich dann insbesondere nach verzweigten und vielfältigen Ermittlungen sehr schnell und unerwartet, es lässt einige Fragen offen und wirkt dadurch abgeschnitten, ein Cliffhanger für den Folgeband, der im schwedischen Original bereits veröffentlicht wurde.

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Veröffentlicht am 10.08.2020

düsterer Thriller über die Schattenseiten von Mallorcas Partyleben

Verschollen in Palma
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Tim Blanck hat sich von seiner 16-jährigen Tochter Emme dazu überreden lassen, ihr einen Urlaub auf Mallorca mit ihren beiden besten Freundinnen zu erlauben. Diese Entscheidung muss er bitter bereuen, ...

Tim Blanck hat sich von seiner 16-jährigen Tochter Emme dazu überreden lassen, ihr einen Urlaub auf Mallorca mit ihren beiden besten Freundinnen zu erlauben. Diese Entscheidung muss er bitter bereuen, als Emme nach einer Partynacht in Magaluf spurlos verschwindet. Tims Ehe mit seiner Frau Rebecka zerbricht, er kann den Gedanken nicht ertragen, dass Emme etwas zugestoßen sein könnte, und gibt seinen Job als Versicherungsdetektiv in Stockholm auf, um auf Mallorca nach seiner Tochter zu suchen. 3 Jahre sind inzwischen vergangen, Tim hält sich mit Aufträgen als Privatdetektiv über Wasser. Bei einem Auftrag zur Beschattung einer untreuen Ehefrau gerät er nicht nur in ein Mordkomplott und auf die Spur von üblen Machenschaften, Gewalt und Korruption innerhalb Mallorcas höchster Kreise. Plötzlich stößt er auch auf neue Hinweise zu Emme und und ermittelt trotz deutlicher Warnungen auf eigene Faust weiter.
„Verschollen in Palma“ ist nicht mein erstes Buch von Mons Kallentoft, ich habe bereits die meisten Bände der Zack-Herry-Reihe gelesen und kenne seinen teils düsteren und temporeichen Stil. Hier entfaltet die Geschichte nach einem ruhigen Beginn, auf den die Hitze Mallorcas eine trügerische Trägheit zu legen scheint, eine sogartige Wirkung, Uppsala Nya Tidning findet eine treffende Bezeichnung, wenn die von einem „fiebrigen Sound“ spricht. Als Urlauber lernt man in erster Linie die sonnige und strahlende Seite der Urlaubsinsel kennen, Mons Kallentoft zeigt die düstere Welt hinter der touristischen Fassade mit dem teils beschwerlichen Leben der Mallorquiner, dem politischen Sumpf und den Schattenseiten des Partylebens. Vielleicht bin zu Naiv, aber auch in diesem Krimi habe ich den Eindruck, dass Kallentoft zum Zweck der Abschreckung die Exzesse in Drogen, Sex und Alkohol überzeichnet. Kann das Leben dort tatsächlich so abschreckend sein?
Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht Tims erzählt, auch Rebeckas Eindrücke finden Platz, ebenso Erinnerungen Emmes an ihren letzten Abend auf Mallorca, die wie Flashbacks in die Geschichte eingestreut sind.
Das Buch ist nicht einfach zu lesen aufgrund der kurzen, teils stakkatoartigen Sätze und der Sprünge in Zeiten und Perspektiven. Der Stil passt zu der Geschichte und sorgt für eine manchmal schon zu erdrückende Stimmung. Insbesondere im ersten Teil fehlte es mir an Spannung, Tims Wahrnehmungen und Stimmungen stehen deutlich im Vordergrund vor der Krimigeschichte. Sprachlich ist das Buch wieder einmal beeindruckend, inhaltlich konnte es mich nicht ganz überzeugen. Das Ende habe ich nach den vorangehenden Ereignissen als sehr unwahrscheinlich empfunden und Tims Verhalten als unnatürlich und unglaubwürdig. Mein ebook endet mitten in einem Satz, was einerseits zu dem Buch passt mich aber dennoch rätseln lässt, ob das gewollt ist oder ein Fehler des ebooks.

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