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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2017

Hebt sich gut ab

Der Palast der Borgia
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Rom im Jahre 1492. Ein neuer Papst besteigt den Stuhl. Aus dem Spanier Rodigro Borgia wird Papst Alexander VI. Für die Familie Borgia ändert sich vieles. Alexander wird durch Berechnung und Zwangsehen ...

Rom im Jahre 1492. Ein neuer Papst besteigt den Stuhl. Aus dem Spanier Rodigro Borgia wird Papst Alexander VI. Für die Familie Borgia ändert sich vieles. Alexander wird durch Berechnung und Zwangsehen immer mächtiger. Wer ihm zu mächtig wird oder in dem er keinen Sinn mehr sieht, wird kurzerhand beseitigt. Unterstützung findet er in seinem Sohn Cesare, der zunächst Kardinal, dann Feldherr ist. Seine Kinder nutzt Alexander sehr zu seinen Gunsten aus. Sie werden verheiratet, wie es ihm günstig erscheint um in der Politik angesehen zu werden oder um seine Feinde zu besänftigen. Um sich herum schart er seine Anhänger. Doch seine Feinde begehren auf und beginnen, sich zur Wehr zu setzen....

Vorweg gesagt: Dies ist kein Roman, den man einfach so mal liest. Der Schreibstil ist nicht "larifari", sondern bedarf Konzentration, denn es handelt sich hier um ein anspruchsvolles Buch. Aber: man ist sofort in der Handlung gefangen und muß schon zwanghaft weiterlesen. Die Spannung ist hierbei kaum noch zu überbieten, denn es passiert wirklich eine Menge in diesem Buch. Die Charaktere sind sehr liebevoll dargestellt, man fühlt mit ihnen. Vor allem mit Lucrezia bangt man mit, denn sie trifft es doch am härtesten von allen. Manchmal möchte man sie einfach trösten. Die Entwicklung der Charaktere kann man hier sehr gut verfolgen und verstehen. Besonderes Augenmerk sollte bei diesem Buch auf der wirklich hervorragenden Recherche der Autorin liegen. Man merkt, daß hier wirklich wahrheitsgetreu geschrieben wurde und es nicht um Effekthascherei ging.

Dies Buch hebt sich aus den ganzen anderen Borgia-Büchern wohltuend ab!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Humorvoll

Verliebt in Grevenbroich
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Anja schenkt ihrer Freundin Milla ihr Tagebuch aus den Jahren 1989 - 1991. Gespickt hat sie die Eintragungen mit ihren Gedanken in der heutigen Zeit. Natürlich dreht es sich hauptsächlich um das ewige ...

Anja schenkt ihrer Freundin Milla ihr Tagebuch aus den Jahren 1989 - 1991. Gespickt hat sie die Eintragungen mit ihren Gedanken in der heutigen Zeit. Natürlich dreht es sich hauptsächlich um das ewige Thema: Will er mit mir gehen? Aber auch politische Geschehnisse, Mode und Musik spielen hier eine große Rolle.

Der Leser wird, sofern er das gleiche Alter wie Anja und Milla hat, in seine eigene Jugend versetzt. Man erlebt alles noch einmal. Die Sorgen, die in dem Alter wohl jeder hat, schulische Probleme und den Spaß mit seinen Freunden. Man erinnert sich an Dinge, die man eigentlich schon vergessen hat oder denkt an so mancher Stelle: So lange ist das schon her? Wahnsinn. Die witzigen Anmerkungen aus der heutigen Zeit lockern alles noch einmal schön auf. Jedoch empfand ich dies ewige hin und her mit den Beziehungskisten doch zwischendurch auch mal ermüdend. Aber die Highlights, nämlich die Dinge, die man selbst noch erlebt hat und die einem dann wieder bekannt vorkamen (und über die man dann jetzt herzhaft lachen muß) reißen diese kleine Schwäche locker wieder raus.

Ein Buch, das allen denen Spaß bringt, die die 80er selbst voll miterlebt haben. Für diejenigen, die die 80er nur von Erzählungen kennen und sich dafür interessieren, ist es eine gute Gelegenheit, die Zeit besser zu verstehen.

Veröffentlicht am 25.02.2017

Unbedingt lesen

Das Geheimnis des Strandvogts
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Der Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl will über die Insel Amrum einen Bericht schreiben. Schon auf der Fahrt durchs Watt zur Insel finden er und seine Mitreisenden einen Toten. Der Postläufer liegt ...

Der Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl will über die Insel Amrum einen Bericht schreiben. Schon auf der Fahrt durchs Watt zur Insel finden er und seine Mitreisenden einen Toten. Der Postläufer liegt im Watt. Er wurde mit einer Harpune erdolcht, mit einer Axt erschlagen und mit Treibholz ins Watt gespießt. Johann beginnt auf der Insel Nachforschungen über den Toten zu stellen. Mit Hilfe der jungen Dina und dem Waisenkind Nickels deckt er so manches Inselgeheimnis auf. Bis die drei die Schuldigen entlarven können, müssen sie so manche Gefahr unbeschadet überstehen.

Die Geschichte ist unheimlich interessant. Sie führt in eine Zeit, in der die friesischen Inseln vom Tourismus noch um Welten entfernt waren. Die Menschen mußten hart arbeiten um zu überleben. Die Frauen waren für diese Zeit sehr selbstbewußt. Schließlich mußten sie alleine zurechtkommen, wenn ihre Männer auf See waren. Für Spannung ist auch gesorgt. Sie baut sich langsam auf und zum Schluß geht es richtig rund. Das ist genau so, wie ich es mag. Deshalb bekommt dieses Buch von mir 5 Sterne!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Toller Lokalkolorit

Unter aller Sau
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Alles beginnt damit, daß die beiden Dorfjungen Olli und Beppo eine Tüte mir Geld finden. Inhalt: 3550 €. Pflichtschuldigst bringen sie es zur Polizeidienststelle von Niedernussdorf. Die Dorfpolizisten ...

Alles beginnt damit, daß die beiden Dorfjungen Olli und Beppo eine Tüte mir Geld finden. Inhalt: 3550 €. Pflichtschuldigst bringen sie es zur Polizeidienststelle von Niedernussdorf. Die Dorfpolizisten Schorsch, Erwin und Richie sind nicht ganz erfreut über diese Arbeit. Noch weniger, als die Dienststellenleiterin Gisela Wegmeyer ihnen befiehlt, ab der Fundstelle flußaufwärts nach weiteren Funden abzusuchen. Und sie finden etwas: Die Leiche einer jungen Frau. Die Kripo Straubing schickt Hauptkommissar Lederer zur Hilfe, der mit seiner städtischen Art ganz und gar nicht zur Dorfbevölkerung paßt. Gemeinsam finden sie heraus, daß die Tote im "Paradies", einem angeblichen Kosmetiksalon als Prostituierte gearbeitet hat. Und dort heben sie gemeinsam einen wahren Sumpf aus...

"Unter aller Sau" ist ein genialer Regionalkrimi, der vor Humor und Witz nur so strotzt! Die Hauptcharaktere können unterschiedlicher nicht sein: da ist der typische gestriegelte Münchner Kommissar und die etwas naiven Dorfpolizisten mit ihrer herrlich patenten Dienststellenleiterin. Die Reibereien und humoristischen Einlagen sind vorprogrammiert! Trotz der Unterschiede mag man sie aber alle, trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihrer Eigenheiten. Der Schreibstil ist herrlich locker und liest sich mit sehr viel Spaß. Man muß sich zwingen, zwischendurch mal Pause zu machen. Hier fliegt man nur so durch die Seiten. Trotz des Humors kommt die Spannung nicht zu kurz und hält durchgehend bis zur letzten Seite.

Ein klasse Buch für alle, die die Verbindung Krimi mit ländlichem Humor lieben!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Unbedingt lesen

Erntezeit: Thriller
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Zons im Jahre 1496. Bastian Mühlenberg ist auf der Spur des Schatzes, den der Erzbischof von Saarwerden bei der Errichtung der Stadtmauern unterirdisch versteckt hat. Während dieser Suche wird Zons von ...

Zons im Jahre 1496. Bastian Mühlenberg ist auf der Spur des Schatzes, den der Erzbischof von Saarwerden bei der Errichtung der Stadtmauern unterirdisch versteckt hat. Während dieser Suche wird Zons von einem Mörder heimgesucht. Als unbescholten angesehene Bürger verschwinden spurlos, alles was aufgefunden wird ist ihre Zunge als Zeichen ihrer Sünden. Die Spuren führen Bastian in das unterirdische Labyrinth von Zons und er stößt auf ein dunkles Geheimnis....

Zons heute. In den Rheinauen von Zons wird ein menschlicher Fußknochen gefunden. Was zunächst als alte Gebeine identifiziert wird, wird jedoch schnell zur Gewißheit, daß die Knochen noch frisch sind. Kommissar Oliver Bergmann stößt während seiner Ermittlungen auf eine Menge Verdächtige. Im Spiel sind die Salzsäureanlage im Chemiepark Dormagen ebenso wie ein Banker. Doch dann geraten auch noch die Studentin Emily und ihre Freundin Anna in Gefahr und Oliver muß sich mit seinen Ermittlungen beeilen....

"Der Sichelmörder von Zons" ist ein zweigleisiges Buch. Zum einen spielt die Handlung in der Vergangenheit, zum anderen in der Gegenwart. Die beiden Schauplätze wechseln von Kapitel zu Kapitel, sind aber klar abgegrenzt, so daß es keine Verwechslungen gibt. Die Charaktere sind toll herausgearbeitet und sind auch in diesem eigentlichen zweiten Teil einer Serie gut beschrieben. Man kann dies Buch ohne Vorkenntnisse lesen, jedoch wird immer wieder Bezug zum Vorgänger genommen, so daß man hier beim Lesen das Gefühl bekommt, unbedingt noch den ersten Teil lesen zu wollen. Die Stadt Zons wird hier wundervoll beschrieben, und wenn man, so wie ich, Zons kennt, bekommt man einen tollen Einblick in das alte Zons und kann sich, wenn man mal wieder in dieser alten Stadt ist, alles gut vor Augen führen. Aber auch wenn man Zons nicht kennt, bekommt man ein durch den bildlichen Schreibstil der Autorin ein gutes Gefühl dafür, wie es in Zons damals und auch noch heute aussieht.

Ein toller Krimi an einem interessanten Ort!