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Veröffentlicht am 27.06.2021

Spannend, aber nicht das highlight der Reihe

Die Karte
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Ein Schreckgespenst unter Hamburgs Fitness-Fans geht um. Mehrere Joggerinnen wurden qualvoll mit einem Halsband erstickt und zudem beim Sterben gefilmt. Ihre Laufstrecken waren bekannt, da diese über ihre ...

Ein Schreckgespenst unter Hamburgs Fitness-Fans geht um. Mehrere Joggerinnen wurden qualvoll mit einem Halsband erstickt und zudem beim Sterben gefilmt. Ihre Laufstrecken waren bekannt, da diese über ihre Fitness-Tracker online gestellt wurden. Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig, da dies die einzige Gemeinsamkeit zwischen den Fällen zu sein scheint.
Es ist bereits der vierte Fall für Jens Kerner und Rebecca Oswald. Die Fälle sind zwar in sich geschlossen, wer aber dabei sein will, wie sich die Beziehung der beiden Protagonisten entwickelt und auch die sonstigen Entwicklungen auf dem Kommissariat ihren Verlauf nehmen, dem sei die richtige Reihenfolge der Reihe ans Herz gelegt.
In dem aktuellen Fall gibt es jede Menge Spuren zu verfolgen und Jens ist wirklich gefordert. Man weiß als Leser auch gar nicht, wohin die Reise geht und welche Spur die richtige ist. Die Handlung ist wirklich vollgepackt mit falschen Fährten und auch das Motiv bleibt lange im Dunklen.
Eines ist das Buch auf jeden Fall: Spannend! Denn es gibt haufenweise Szenen, die so spannend beschrieben sind, dass einem der Atem stockt. Nicht so toll fand ich hingegen das Ende. Dieses erscheint auf den ersten Blick zwar gut gelöst, doch bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass da doch einiges an offenen Fragen übrig geblieben ist. Auch wurde mir das Ganze dann zum Schluss irgendwie zu schnell abgehandelt, während zuvor alles viel intensiver beschrieben wurde.
Andreas Winkelmann übt in seinem Buch nicht nur Kritik im Umgang mit den sozialen Medien, sondern hat auch das Thema „Corona-Pandemie“ integriert, was ich bislang bei anderen Autoren vermisse. Leider ist der Autor hier seiner Zeit voraus und Masken gehören in dem Buch schon der Vergangenheit an. Aber wer hätte das auch ahnen können, dass sich die Pandemie über Jahre hinwegzieht.
Insgesamt ein spannendes Buch, aber nicht das highlight der Reihe.

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Veröffentlicht am 26.05.2021

Spannend, aber das Ende...

Trauma – Kein Entkommen
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Zwei Todesfälle mit seltsamen Todesarten. Ein Mann ertrinkt in einem See, der andere erfriert in einem Kühlschrank Die Münchner Kommissarin Katja Sand glaubt nicht an Selbstmord und nimmt gemeinsam mit ...

Zwei Todesfälle mit seltsamen Todesarten. Ein Mann ertrinkt in einem See, der andere erfriert in einem Kühlschrank Die Münchner Kommissarin Katja Sand glaubt nicht an Selbstmord und nimmt gemeinsam mit ihrem Assistenten Rudi Dorfmüller die Ermittlungen auf. Dabei stellen sie fest, dass beide Opfer an einem Trauma litten und sich deswegen behandeln ließen. Nun starben beide genau auf die Art und Weise, die das jeweilige Trauma auslöste.
Der Einstieg in das Buch ist ziemlich heftig und beschreibt wie ein kleines Kind nicht nur seelisch auf ganz brutale Weise von seinem Vater misshandelt wird. Diese Szenen tauchen zwischendurch immer wieder mal auf und sind sehr aufwühlend beschrieben. Danach lernt man die Ermittlerin Katja Sand kennen und erfährt dabei recht viel über sie selbst aber auch ihr privates Umfeld. Dabei nehmen die Erziehungsprobleme mit ihrer Tochter Jenny, aber auch andere Probleme nehmen ziemlich viel Raum in dem Buch ein. Ganz anders die Zusammenarbeit mit Rudi Dorfmüller, dem Assistenten von Katja. Hier gibt es ab und zu sogar humorvolle Dialoge.
Insgesamt ist das Buch aber spannend geschrieben, der Erzählstil flüssig und leicht zu lesen. Es geht mal wieder zurück in die Vergangenheit und Sand und Dorfmüller decken dabei einen Skandal bei der Bundesmarine auf.
Die Auflösung war ab der Mitte ziemlich vorhersehbar, doch am schlimmsten fand ich am Ende das unprofessionelle Handeln von Katja bei der Überführung des Täters. Das war schon fast dümmlich oder der Autor wollte schnell zum Ende kommen.
Ausgelegt ist die Reihe rund um Katja Sand als Trilogie. Teil 2 „Trauma – Kein Vergessen“ erscheint bereits im August 2021. Trotz des schnellen Endes bin ich schon gespannt darauf.

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Veröffentlicht am 05.05.2021

Vom Jäger zum Gejagten

Dem Tod verpflichtet
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Mark Franley startet mit „Dem Tod verpflichtet“ eine neue Thriller-Reihe, bei der sowohl Kommissar Mike Köstner als auch Sonderermittler Ruben Hattinger gemeinsam an den Start gehen. Es gibt bereits Bände, ...

Mark Franley startet mit „Dem Tod verpflichtet“ eine neue Thriller-Reihe, bei der sowohl Kommissar Mike Köstner als auch Sonderermittler Ruben Hattinger gemeinsam an den Start gehen. Es gibt bereits Bände, in denen die Ermittler jeweils alleine agieren, mir waren sie nicht bekannt und war gespannt auf das neue Team.
Eine junge Frau wird in der Nähe Nürnbergs vor ein Auto gestoßen. Auf ihrem Körper findet sich ein großes Tattoo. Eine fast identische Tätowierung hat Ruben Hattinger auf einer weiteren Leiche bereits gesehen, erkennt sofort den Zusammenhang und reist kurzerhand mit seinem Team nach Nürnberg. Zwar sind die beiden Ermittler im Charakter sehr unterschiedlich und es kommt zu Konfliktsituationen, doch nach einer gewissen Zeit raufen sich die beiden zusammen.
Der Fall selbst sucht seinesgleichen. Was anfänglich wie ein harmloser Verkehrsunfall wirkt, entwickelt sich zu einem Fall mit ungeahnter Dimension. Der Fahrer des Unfallfahrzeugs hat so einiges auf dem Kerbholz und wird selber vom Jäger zum Gejagten. Viel kann man auch nicht mehr verraten, ohne zu spoilern. Es geht jedenfalls dabei ganz gehörig zur Sache und ich kann schon jetzt sagen, dass das Buch nichts für Zartbesaitete ist. Stellenweise sind die Szenen wirklich brutal und abstoßend.
Was die Lösung angeht: Bis zum Ende tappte ich im Dunklen und hatte bis auf einen kleinen Verdacht keine Ahnung, wie das alles zusammenhängt. Erst ganz am Ende löst sich das Ganze auf und plötzlich erscheint alles logisch und klar. Man war vorher einfach nur blind für das Offensichtliche.
Mit dem Ermittler Ruben Hattinger konnte ich leider nicht so richtig warm werden, dazu hat er mir zu viele Eigenarten. Anders bei Mike Köstner und dem restlichen Team rund um Hattinger, die ich sofort ins Herz geschlossen hatte.

Alles in allem ein spannend Thriller, der sehr gut konstruiert ist, auch wenn man das erst am Ende merkt. Also bestens geeignet für Leute, die sich gerne überraschen lassen.

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Veröffentlicht am 25.04.2021

Die Nacht der Mondlandung

Teufelsberg (Wolf Heller ermittelt 2)
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Berlin, 20. Juli 69. Es ist die Nacht der ersten bemannten Mondlandung. Kommissar Wolf Heller hat die Aufgabe das Haus eines bedrohten Richters zu observieren. Doch dann ertönt Babygeschrei im Nachbarhaus ...

Berlin, 20. Juli 69. Es ist die Nacht der ersten bemannten Mondlandung. Kommissar Wolf Heller hat die Aufgabe das Haus eines bedrohten Richters zu observieren. Doch dann ertönt Babygeschrei im Nachbarhaus und Heller lässt sich ablenken. Ein grober Fehler wie sich im Nachhinein herausstellt. Denn genau in diesen entscheidenden 17 Minuten passiert es: Die Frau des Richters wird in ihrer Wohnung erwürgt. Berlin ist in Aufruhr, zumal die Frau eine Jüdin war. Eine Einzeltat? Oder doch das Werk eines Serienkillers? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren…

Es ist bereits der zweite Fall für Kommissar Wolf Heller, den das Autorentrio Lutz / Wilhelm / Kellerhoff erneut ins Rennen schickt. Wieder sind es die späten 60er Jahre in Berlin-West. Für mich war es der erste Band mit dem Ermittler und ich kam ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes gut zurecht.
Dabei fand ich nicht nur den Fall interessant, sondern vielmehr die ganzen Beschreibungen der damaligen Zeit. Man kann unglaublich gut in diese Ära eintauchen. Der Zeitgeist von 1969 lebt dank der guten Recherche des Autorentrios auf und wird durch reale Begebenheit beschworen. Unterstützt wird dies durch viele Buch- und Musiktitel von damals, an die man sich mehr oder weniger gerne erinnert. Eine Zeit, in der die Linken quasi jede unbewohnte Wohnung besetzten.
Der Erzählstil des Autorentrios ist flüssig und man erfährt auch viel über das private Umfeld des Kommissars. Doch so richtig Hochspannung kam bei nicht auf. Dafür empfand ich die Atmosphäre umso dichter.
Am Ende des Buches befindet sich übrigens ein Glossar, welches unbekannte Begriffe erläutert. Leider habe ich dies erst nach Beendigung des Buches entdeckt, ein Hinweis auf die Existenz wäre zu Beginn des Buches hilfreich gewesen.
Ein interessanter Kriminalfall, verpackt in eine spannende Zeitreise in die späten 60er.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Das ging schon mal besser

Höllenkind
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„Höllenkind“ ist bereits der achte Thriller rund um die LKA-Ermittlerin Clara-Vidalis-von Veit Etzold. Das Buch knüpft direkt an die Geschehnisse im Vorgängerband „Blutgott“ an. Dieses Buch hatte ich glücklicherweise ...

„Höllenkind“ ist bereits der achte Thriller rund um die LKA-Ermittlerin Clara-Vidalis-von Veit Etzold. Das Buch knüpft direkt an die Geschehnisse im Vorgängerband „Blutgott“ an. Dieses Buch hatte ich glücklicherweise gelesen, denn gerade der Beginn ist nicht leicht nachvollziehbar, wenn man den siebten Fall nicht gelesen hat. Clara ist aufgrund der Ereignisse in „Blutgott“ vom Dienst suspendiert und nutzt die freien Tage zu einer Italienreise. Hier fand gerade eine Hochzeit der allerhöchsten Adelskreise Italiens in der Sixtinischen Kapelle statt. Auf dem Weg zum Altar brach die Braut blutüberströmt zusammen. Der zuständige Ermittler des Vatikans kommt nicht weiter und bittet Clara Vidalis um Mithilfe bei diesem mysteriösen Fall.
Wer Veit Etzold kennt, weiß dass dieser nicht mit blutigen Details spart. So auch in diesem Buch. Doch die Mixtur aus Grausamkeiten, sexueller Perversion und Spannung war schon mal besser. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich das Ganze wiederholt bzw. ich es schon mal gelesen hatte. Die Handlung insgesamt ist recht dünn und wechselt zwischendurch zu einem zweiten Handlungsstrang, der in Rumänien spielt. So wurde durch den Perspektivwechsel wenigstens etwas Spannung erzeugt. Doch auch hier war nach einiger Zeit klar, wo sich die beiden Stränge verbinden werden.
Gut hingegen fand ich wieder die Ermittler, allen voran die toughe Clara Vidalis. Besonders die Dialoge mit ihrem Partner „MacDeath“ haben mir gut gefallen. Auch die Kapitel sind kurz und knackig gehalten und beflügeln einen regelrecht beim Lesen. Ansonsten bietet das Buch noch einiges über Kunst und Kultur. Doch um mich darüber zu informieren braucht es keinen Thriller.
Relativ häufig erwähnt wird Dan Brown in dem Buch. Hier erinnert zumindest der Schauplatz an die Robert Langdon-Reihe. Da war wohl eher der Wunsch zum Vergleich der Vater des Gedanken.

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