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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2021

Schlimme Verbrechen, aber wenig Spannung

Puppentod
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In Stockholm stürzt ein junges Mädchen vom Balkon und stirbt. Die Ermittler gehen zuerst von einem Selbstmord aus, doch dann finden sie heraus, dass das Mädchen Kontakt zu dem „Puppenspieler“ hatte. Kevin ...

In Stockholm stürzt ein junges Mädchen vom Balkon und stirbt. Die Ermittler gehen zuerst von einem Selbstmord aus, doch dann finden sie heraus, dass das Mädchen Kontakt zu dem „Puppenspieler“ hatte. Kevin Jonsson macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und muss dabei auch noch drei vermisste Mädchen finden.

Puppentod ist der zweite Teil der Kronoberg-Reihe des Autorenduos Erik Axl Sund (Jerker Eriksson und Hakan Axlander Sundquist). Die Bücher lassen sich unabhängig voneinander lesen, jedoch wirken Teile dieses Buches nicht so absurd, wenn man bereits den ersten Teil gelesen hat und die Zusammenhänge erkennt. Denn Scherbenseele und Puppentod spielen sich zeitgleich ab.

Da ich den ersten Teil bereits gelesen habe, fiel es mir leicht in das Buch reinzukommen. Die Räumlichkeiten waren mir schon bekannter und auch der Schreibstil des Autorenduos, mit sehr kurzen und sprunghaften Kapiteln, konnte mich nicht mehr erschrecken. Möglich, dass ich deswegen sehr schnell ins Buch gefunden habe, vielleicht aber auch, weil das Buch weniger philosophisch angehaucht war. Die Sätze sind deutlich runder als die des ersten Teils.

Inhaltlich hatte man immer einen roten Faden. Mädchen wurden sexuell misshandelt und ausgenutzt. Wir lernen die Geschichte der einzelnen Mädchen ganz genau kennen, für meinen Geschmack zu genau. Das Autorenduo hat sich sehr viel Zeit für die kleinen Details gelassen, die es für die Dramaturgie nicht benötigt hätte. Ganz im Gegenteil, dadurch habe ich deutlich weniger an mich ranlassen können. Das Buch hätte mit 100 Seiten weniger inhaltlich nichts verloren und wäre noch griffiger gewesen und einige Sätze gehören für mich, auch nicht in diesem Kontext, geschrieben.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Die Suche nach der Realität

Das Paket
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Der „Friseur“ treibt in Berlin sein Unwesen. Er rasiert Frauen die Haare ab und ermordet sie dann, keiner konnte ihm bisher entkommen. Die Psychiaterin Emma Stein wird ihm zum Opfer, doch sie überlebt! ...

Der „Friseur“ treibt in Berlin sein Unwesen. Er rasiert Frauen die Haare ab und ermordet sie dann, keiner konnte ihm bisher entkommen. Die Psychiaterin Emma Stein wird ihm zum Opfer, doch sie überlebt! Doch seitdem ist ihr Leben nicht mehr wie zuvor, sie verlässt ihr Haus nicht mehr und mit der Lieferung eines Pakets verfällt sie komplett ihrer Paranoia.

Die Psychiaterin Emma Stein war mir zu Beginn noch sehr sympathisch, das hat sich leider im Laufe des Buchs geändert und das, obwohl sie eigentlich mein Mitleid haben sollte. Was ihr widerfahren ist wünsche ich keinem und auch ihre Paranoia kommt nicht von ungefähr. Dennoch konnte ich ihr gegenüber einfach keine Empathie entwickeln. Dazu kam, dass ihre Handlungen für mich vollkommen unlogisch wirkten und die Erklärungen haben dies nicht besser gemacht. Ihre Person war für mich leider nicht greifbar.

Im Buch selbst gab es zwar zig Wendungen, die ich generell super spannend finde, aber mit der Perspektive auf Emma Stein und der Frage „was ist real und was nicht?“ haben diese ihre Wirkung leider komplett verloren. Auch die Zufälle waren mir leider ein paar zu viel.

Für mich war das einer der schwächeren Bücher von Sebastian Fitzek, bei dem auch sein Schreibstil eher für ein Durchhetzen als für eine angenehmes Durchfliegen gesorgt hat. Dennoch waren das Tätermotiv und einige Erzählstränge wieder sehr interessant. Kein Highlight, aber dennoch war es gut zu lesen!

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Luftiges Abenteuer

Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich
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Tyl träumt davon ein angesehener Ritter zu werden. Doch sein Schicksal hat andere Pläne. Tyl rettet einen verwundeten Adler und tauft ihn auf den Namen Eylo. Als Tyl in größter Not ist, ist es Eylo, der ...

Tyl träumt davon ein angesehener Ritter zu werden. Doch sein Schicksal hat andere Pläne. Tyl rettet einen verwundeten Adler und tauft ihn auf den Namen Eylo. Als Tyl in größter Not ist, ist es Eylo, der ihm zur Hilfe kommt und ihn in das Tal der Adlerreiter bringt. Dort trifft er auf andere Kinder und ihre Verbündeten, zusammen müssen sie sich gegen den bösen Lord und seine Falken beweisen.

Eagle Rider von Britta Sabbag ist ein Leseabenteuer für Kinder ab acht Jahren. Die Geschichte hat viel Potenzial, doch leider auch ein paar Schwächen. Den Schreibstil empfand ich an einigen Stellen etwas holprig, die Erwähnungen, dass die Geschichte im 12. Jahrhundert stattfindet, waren zum Beispiel sehr gewollt und wirkten nicht wirklich authentisch. Auch die Charaktere bzw. Handlungen sind sehr typisch. Das schwarze Schaf der Familie, das woanders zum Helden wird; der große Bruder, der in allem besser ist/zu sein scheint; das Mädchen, das tougher ist als alle Jungs zusammen,… Auch die Verbindung zwischen Eylo und Tyl erinnert sehr an einen großen Verkaufsschlager aus der Erwachsenabteilung, man tausche lediglich den Adler gegen einen Drachen. Insgesamt wirkte alles eher wie eine Rohfassung, der es an Tiefe fehlt und die sehr schnell durch die Geschichte peitscht. Die Zeichnungen kamen beim Lesekind leider auch nicht gut an und wirkten an manchen Stellen eher verängstigend, besonders die Augen der Kinder.

Dennoch waren auch viele positive Dinge vorhanden. Die Geschichte hat ein enormes Tempo und man fliegt förmlich durch die Seiten. Auch Tyl ist ein toller Protagonist, der sehr sympathisch ist und tolle Eigenschaften besitzt. Seine Gefühlswelt, die vor allem zu Beginn eher traurig ist, kann man gut nachvollziehen und man leidet mit ihm mit. Besonders gefallen hat uns jedoch die Verbindung zwischen Eylo und Tyl, die während des Lesens spürbar war und die vor allem aus einer tollen Tat von Tyl hervorgeht und nicht einfach aus dem ‚Nichts‘ existiert. Und auch die Gruppe der Adlerreiter hat einige schöne Momente hervorgebracht und die Lust auf mehr Abenteuer mit ihnen, die dann gerne noch etwas mehr ins Detail gehen dürfen.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Achtung: Prequel!

Requiem für einen blutroten Stern
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1873, London. Der Konzertpianist Cedric Edwards bekommt eine folgenschwere Diagnose, er ist sterbenskrank und ihm sollen nur noch wenige Jahre bleiben. Seine beiden Töchter müssen bereits den Tod ihrer ...

1873, London. Der Konzertpianist Cedric Edwards bekommt eine folgenschwere Diagnose, er ist sterbenskrank und ihm sollen nur noch wenige Jahre bleiben. Seine beiden Töchter müssen bereits den Tod ihrer Mutter verarbeiten und Cedric würde alles dafür tun, um bei ihnen zu bleiben. Da kommt ihm der ungewöhnliche Therapievorschlag seiner Ärztin Dr. Shaw wie gerufen und er hinterfragt die potenzielle Unsterblichkeit nicht. Doch hat Cedric damit wirklich ein Leben bei seinen Töchtern gerettet oder holt er sich vielleicht eine ganz andere Dunkelheit ins Leben?

Requiem von Anika Beer ist ein unheimlich atmosphärischer Fantasy Roman aus dem viktorianischen London. Anika Beer schafft es, die damalige Atmosphäre aufzufangen und es gelingt trotz fantastischer Elemente ein einfacher Weltaufbau. Der Einstieg ins Buch war unfassbar gut, Beer Schreibstil ist detailliert und stimmungsvoll, sodass man gerne durch die Seiten fliegt. Der Perspektivwechsel zwischen dem Konzertpianisten Cedric Edwards und dem Heimjungen Dorián sorgt für ein temporeiches Lesevergnügen, das nicht nur eine Geschichte schreibt, sondern auch immer wieder gesellschaftliche Kritik einbaut, die bis heute reicht. So unfassbar gut mir jedoch der Beginn gefallen hat, der ein Gefühl für ein Highlight übermittelt hat, so schwach wurde es dann leider gegen Ende des Buches. Ich empfand es unfassbar schade, dass viele Fragen, die sich im Laufe des Buches stellen, nicht geklärt werden und man erst mit Beenden des Buchs erfährt, dass es sich hierbei um ein Prequel handelt. Das macht das Ende natürlich verständlich, sorgt bei mir dennoch eher für ein schlechtes Lesegefühl, denn inhaltlich scheint die Hauptreihe sehr weit weg von Requiem und weckt mein Interesse überhaupt nicht. Weitere Schwachstellen waren für mich die sehr einfachen Auflösungen, die nicht so recht zum clever aufgebauten Universum gepasst haben, dass sehr detailliert und fein ausgeklügelt war.

Deswegen reicht es am Ende schweren Herzens nur für 2,5*, die der Autorin und ihrem Schreibstil absolut nicht gerecht werden, denn dieser war hervorragend und die Figuren, vor allem Cedric Edwards wurden unfassbar toll gezeichnet, aber für mich blieben am Ende leider zu viele Fragen offen oder wurden mit ‚das ist eine andere Geschichte‘ beantwortet, was mich absolut unzufrieden zurücklässt. Dennoch werden ich weitere Werke der Autorin im Auge behalten, denn diese schreien eindeutig nach ganz viel Potenzial.

Veröffentlicht am 27.04.2026

In (k)einer Erinnerung!

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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Frankreich 1714: Addie LaRue möchte ihrem Leben entfliehen und schließt ein Pakt mit dem Teufel. Addie LaRue bekommt die Freiheit, die sie sich gewünscht hat und verliert dafür, dass man sich an sie erinnert. ...

Frankreich 1714: Addie LaRue möchte ihrem Leben entfliehen und schließt ein Pakt mit dem Teufel. Addie LaRue bekommt die Freiheit, die sie sich gewünscht hat und verliert dafür, dass man sich an sie erinnert. Addie reist durch Jahrhunderte ist frei, aber auch einsam. Bis sie im Jahr 2014 auf einen jungen Mann trifft, der sich an sie erinnern kann.

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab. Schwabs Schreibstil ist wie gewohnt unglaublich gut, doch bisweilen bleibt das bei ihren Geschichten der einzige Aspekt, den ich immer als sehr positiv empfinde. Der Inhalt selbst kann mich meist leider nicht wirklich überzeugen, sodass ich mit Addie LaRue wohl das letzte Buch der Autorin gelesen habe, denn auch mit Addies Geschichte wurde ich nie richtig warm und das obwohl mir die Grundidee unglaublich gut gefallen hat, ansonsten hätte ich gar nicht zum Buch gegriffen. Jedoch empfand ich viel Inhalt redundant und das obwohl eine Frau, die über 300 Jahre gelebt hat, doch eigentlich viel zu erzählen hat. Interessant wurde es erst als Henry sich an sie erinnern konnte und ein paar Gefühle von Addie transparent wurden, die bei mir davor einfach zu wenig ankamen.

Vielleicht hat das Buch auch an Charme verloren, weil mich vieles an Bury Our Bones in the Midnight Soil erinnert hat und dementsprechend die Einzigartigkeit der Idee verloren ging und so bleibt auch Addie LaRue nicht lange in meiner Erinnerung.