Sehr empfehlenswert
Es gibt Fragen, die wirken harmlos und sind doch tiefgreifend. „Nie, nie, nie“ von Linn Strømsborg kreist genau um eine von ihnen und legt offen, wie selbstverständlich wir Lebensentscheidungen kommentieren ...
Es gibt Fragen, die wirken harmlos und sind doch tiefgreifend. „Nie, nie, nie“ von Linn Strømsborg kreist genau um eine von ihnen und legt offen, wie selbstverständlich wir Lebensentscheidungen kommentieren und bewerten.
Im Mittelpunkt steht eine Frau, die sich bewusst gegen Kinder entschieden hat. Diese Klarheit bewahrt sie jedoch nicht vor Nachfragen und unterschwelligen Vorwürfen. Besonders deutlich wird dabei, wie fest die Vorstellung verankert ist, dass ein erfülltes Frauenleben zwangsläufig mit Mutterschaft verbunden sein muss.
Besonders gefallen hat mir an diesem Buch die spürbare Nähe zur Realität. Immer wieder wird deutlich, wie schnell eine persönliche Entscheidung zur öffentlichen Angelegenheit wird. Warum glauben wir, ein Recht darauf zu haben, diese Frage zu stellen und weshalb fällt es uns so schwer, ein Nein zu akzeptieren?
In dem Buch geht es in erster Linie um gesellschaftlichen Normen, mit Rollenbildern und mit der eigenen Haltung.
„Nie, nie, nie“ ist ein ehrliches Buch. Es hat mich an einigen Stellen nachdenklich gemacht und mir das Gefühl gegeben, verstanden zu werden.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die bereit sind, gängige Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Personen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten sich jedoch bewusst sein, dass diese Lektüre emotional fordernd sein kann.