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Veröffentlicht am 13.07.2021

Tropische Mörderjagd auf Jamaika

Rum oder Ehre
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Martin Störtebäcker ist 72 Jahre alt und lebt in Flensburg. Als Ausrichter von Piratenkindergeburtstagsfesten und enthusiastischer Rum-Connaisseur wird er von seinen Freunden liebevoll „Käpt’n“ genannt. ...

Martin Störtebäcker ist 72 Jahre alt und lebt in Flensburg. Als Ausrichter von Piratenkindergeburtstagsfesten und enthusiastischer Rum-Connaisseur wird er von seinen Freunden liebevoll „Käpt’n“ genannt. Als sein bester Freund Lasse verstirbt, hinterlässt ihm dieser eine Aufgabe: Nach Jamaika zu reisen und seinen seit 20 Jahren verschollenen Bruder Christian finden. Doch die tropische Insel ist nicht so paradiesisch wie erträumt. Schon nach ersten Nachforschungen kommt es zu einem Mord und der Käpt’n gerät nicht nur in den Fokus der polizeilichen Mordermittlungen, sondern auch in das Visier eines kaltblütigen Mörders...

„Rum oder Ehre“ ist der neue kulinarische Kriminalroman von Carsten Sebastian Henn. Der Name ist Programm, denn bei den Mordermittlungen dreht sich alles rund um Rum, seine Herstellung, Verkostung und Vertrieb sowie die Insel Jamaika.

Inhaltlich ist die Geschichte sehr ausgewogen zwischen Mordfall und -ermittlung sowie Hintergrundinformationen zu Rum und Jamaika. Die vielen Fakten werden interessant aufbereitet und neben Einflechtungen in Dialoge auch im Rahmen von Newslettern wiedergegeben, die von Martins Freund Lasse für das Flensburger Museum erstellt wurden. Im Anhang finden sich noch ein Rum-Glossar sowie einige Rezepte. Ich habe hierdurch viel dazu gelernt und noch einmal einen ganz neuen Einblick in die Herstellung des Getränks bekommen. Auch die jamaikanische Kultur wird im Roman durch Beschreibungen und Dialoge umrissen. Durch Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten hat sich bei mir direkt Urlaubsstimmung eingestellt.

Der Mordfall und Martins Suche nach seinem Bruder sind spannend und nehmen zum Ende hin ordentlich Fahrt auf. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Martin als auch der ermittelnden Kommissarin wiedergegeben. Intermittierend gibt es Tagebucheinträge von Martins Bruder Christian, die nur dem Leser zur Verfügung stehen und geschickt weitere Informationen zum Rätseln vermitteln. Darüber hinaus finden sich die bereits angesprochenen Newsletter für das Flensburger Museum von Martins Freund Lasse, die Hintergrundinformationen zum Rum liefern. Die Hauptfigur Martin ist sehr eigenbrötlerisch, bodenständig, reserviert („typisch“ norddeutsch), aber auch sehr ehrlich und freundlich. Er verleiht der Geschichte noch einmal einen ganz eigenen Charakter. Mit der quirligen Taxifahrerin Babe an seiner Seite wird es darüber hinaus auch nicht langweilig. Dennoch plätschert die Geschichte im Verlauf immer mal wieder etwas vor sich hin, was einerseits durch den stoischen Charakter des Protagonisten Martin und andererseits durch das gelassene Flair der Jamaikaner hervorgerufen wird. Dies bewirkte bei mir einerseits eine tiefe Entspannung, die ich sehr begrüßt habe, andererseits fehlte mir hierdurch partiell das angekündigte rasante Katz-und-Maus-Spiel, das für mich erst zum Ende hin erkennbar und spürbar wurde. Das Finale selbst ist überraschend und kam für mich sehr unerwartet. Das hat mich sehr erfreut, denn ich empfinde es als langweilig, wenn sich der Mörder in Kriminalromanen zu schnell abzeichnet. Ich konnte viel miträtseln und Vermutungen anstellen.

Der Sprachduktus ist angenehm, flüssig und humorvoll. Allerdings habe ich insbesondere zu Beginn und im Rahmen der Tagebucheinträge von Martins Bruder den norddeutschen Dialekt als zu gesetzt und damit zu gewollt empfunden. Das hat mich vor allem zu Beginn sehr gestört, wirkte es auf mich einfach unecht und gestelzt. Grundsätzlich ließ sich der Roman aber leicht und schnell lesen.

Fazit: Insgesamt bietet „Rum oder Ehre“ einen unterhaltsamen und humorvollen kulinarischen Kriminalroman, dessen Name Programm ist. Durch die eigensinnigen Charaktere bleibt er stets kurzweilig und endet mit einem überraschenden Finale.

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Veröffentlicht am 05.07.2021

Sabbatical im Perigord

Trüffelgold
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Nachdem ihre Großmutter verstorben ist, nimmt sich die Pariser Kommissarin Marie Mercier ein Sabbatical und tritt ihr Erbe an, das unter anderem das Haus im malerischen Saint-André-du-Périgord beinhaltet. ...

Nachdem ihre Großmutter verstorben ist, nimmt sich die Pariser Kommissarin Marie Mercier ein Sabbatical und tritt ihr Erbe an, das unter anderem das Haus im malerischen Saint-André-du-Périgord beinhaltet. Hier hat sie jahrelang ihre Sommerferien verbracht und denkt gerne an unbeschwerte Tage der Kindheit zurück. Doch ein grausamer Mord trübt das Schwelgen in Erinnerungen. Das Opfer aus Bordeaux hatte eine Liaison mit ihrer Freundin und Dorfschönheit Helene. Natürlich kann Marie unter diesen Umständen nicht die Finger still lassen und stellt, sehr zum Unmut des Kommissars Leblanc, auf eigene Faust Ermittlungen an.

„Trüffelgold“ ist Band 1 einer neuen Krimi-Reihe rund um die Kommissarin Marie Mercier von Julie Dubois. Der Kriminalroman ordnet sich in der Sparte „Cosy-Crime“ ein und spielt im Perigord.

Das Setting ist idyllisch und die Figuren sind alle sehr herzig, sodass man sehr schnell mit ihnen warm wird. Insbesondere Maries Großtante Léonie und ihr Familienfreund Georges sind sehr süß und kämpfen für ihre Liebsten. Auch die sehr herzliche und familiäre Verbindung zwischen Marie und Léonie ist sehr bezaubernd. Ihre gemeinsamen Kochaktionen nehmen verhältnismäßig viel Raum ein, was mich aber nicht gestört hat, da sie den Wohlfühlanteil des Buches unterstützen. Darüber hinaus ist der Sprachduktus durchgehend angenehm und flüssig. Der Roman liest sich hierdurch schnell weg.

Leider fehlt es den Figuren und auch der Geschichte meiner Meinung nach jedoch an Tiefe. Somit verbleibt der Roman eher oberflächlich unterhaltend. Auch Spannung im Mordfall bleibt leider aus. Hierbei meine ich nicht, dass ich mir blutrünstige Schilderungen des Mordes etc. gewünscht hätte, sondern dass die Ermittlungen und Aktionen mehr Fahrt aufnehmen. Die Geschichte plätschert jedoch bis zum Ende vor sich hin, sodass der Kriminalroman für mich insgesamt mehr Roman als Krimi darstellt. Das ans Buch gefesselt sein und unbedingt herausfinden und miträtseln wollen, wer der Mörder ist, hat sich bei mir hierdurch leider nicht eingestellt.

Insgesamt ist dies ein unterhaltsamer und netter Roman, bei dem der Kriminalanteil mit Spannung und Faszination jedoch recht kurz kommt. Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt und ein paar entspannte Stunden genossen. Ich bin zudem neugierig, wie es mit Marie Mercier weiter gehen wird, da hier eine Reihe angekündigt wurde.

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Veröffentlicht am 23.03.2021

Durch die Nacht und alle Zeiten

Durch die Nacht und alle Zeiten
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Die 16-Jährige Lori besucht mit ihrer Familie das alljährliche Reenactment eines Feldzugs der Napoleonischen Kriege am Rhein in Deutschland. Im Gegensatz zu ihren Eltern ist sie jedoch nicht allzu begeistert ...

Die 16-Jährige Lori besucht mit ihrer Familie das alljährliche Reenactment eines Feldzugs der Napoleonischen Kriege am Rhein in Deutschland. Im Gegensatz zu ihren Eltern ist sie jedoch nicht allzu begeistert von der authentischen Kostümierung und Nachstellung der geschichtlichen Ereignisse, sodass sie einen Spaziergang in den nahe gelegenen Wald macht. Dort wird sie plötzlich von einem heftigen Gewitter überrascht und verliert im Gewittersturm das Bewusstsein. Als sie wieder erwacht, ist es mitten in der Nacht. Auf dem Heimweg begegnet sie dem Engländer Thomas, der ebenfalls historisch kostümiert zu sein scheint. Wegen seiner Ernsthaftigkeit und altmodischen Formulierungen hält Lori ihn allerdings für einen Spinner. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Thomas aus dem Jahr 1813 kommt und ungewollt eine Zeitreise gemacht haben muss. Lori nimmt sich seiner an und schon bald merken die beiden, dass Thomas unbedingt ins Jahr 1813 zurückfinden muss – denn in der gegenwärtigen Zeit gibt es plötzlich viele ungewollte Veränderungen. Die beiden begeben sich daher auf die Suche nach einer Möglichkeit, Thomas so schnell wie möglich in der Zeit zurückzusenden. Wenn da nur nicht die aufkeimenden Gefühle füreinander wären…

ACHTUNG Spoiler!

„Durch die Nacht und alle Zeiten“ ist der neue Jugendroman von Eva Völler. Die Geschichte ist anrührend und märchenhaft. Gleichzeitig gibt es einen sich fortwährend verändernden und weiterentwickelnden Handlungsstrang, sodass ein angenehmer Spannungsbogen entsteht. Durch die ständig neuen Impulse verbleibt der Roman sehr kurzweilig. Insbesondere durch Thomas Anwesenheit im 21. Jahrhundert kommt es zu Veränderungen, die Lori und Thomas unbedingt rückgängig machen wollen. Als ihnen der Zeitsprung gelingt, aber Lori versehentlich mit ins Jahr 1813 reist, ist das Chaos perfekt. Die Beschreibungen der Begebenheiten im 19. Jahrhundert sind gelungen und authentisch. Ausgesprochen gut hat mir die Kombination des historischen Hintergrunds der Napoleonischen Kriege mit den Sagen rund die Loreley gefallen.

Die Romanfiguren sind gut ausgearbeitet, wobei ich mir gewünscht hätte, über Lori noch mehr zu erfahren, um die besser einschätzen zu können, bevor die rasante Reise losgeht. Meine Lieblingsfigur ist Thomas, der – ganz englischer Gentleman – mit vielen guten Charaktereigenschaften ausgestattet ist. So beschützt er Lori und stellt sich im Angesicht ihrer Feinde stets schützend vor sie oder rettet sie aus brenzligen Situationen. Zwischen Lori und Thomas herrscht von Beginn an ein Knistern, wodurch es immer wieder zu zauberhaften und süßen Momenten kommt, die einen Schmachten lassen. Die französischen Gegenspieler rund um Montignac sind ebenfalls gut getroffen. Die Motivation der Franzosen, Thomas und Lori aufzuhalten, um eigenen Ruhm zu erlangen, ist für mich zwar persönlich nicht nachvollziehbar, für die damalige Zeit aber glaubhaft. Dass Hugo zuletzt einen Sinneswandel durchmacht und sich auf „die gute Seite“ schlägt, habe ich als sehr sympathisch empfunden.

Der Sprachstil ist grundsätzlich locker und bildhaft. Zu Beginn hat mir das gut gefallen, da der Kontrast zu Thomas' Ausdrucksweise noch verstärkt wurde. Insgesamt habe ich den Sprachstil jedoch als zu salopp empfunden, auch wenn er an die Zielgruppe angepasst ist, und war davon etwas ernüchtert. Denn hierdurch wurde bei mir leider eine Distanz zur Protagonistin Lori generiert, die verhinderte, dass mich die Geschichte so intensiv und allumfassend vereinnahmt, wie ich es mir erhofft und erwartet hatte. Allerdings unterstützte der lockere Sprachstil den jugendlichen Charakter des Romans.

Zusammenfassend handelt es sich bei „Durch die Nacht und alle Zeiten“ um einen unterhaltsamen und fantasievollen Jugendroman. Auch wenn ich den jugendlichen Sprachstil partiell als zäh empfunden habe, bietet der Roman ein nettes und charmantes Märchen für eine kurze Auszeit vom Alltag.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Große Themen, zu wenig Tiefe

Real Americans
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Der Roman "Real Americans" von Rachel Khong hat mich zunächst sofort gepackt. In den ersten Kapiteln bin ich sehr gut in die Geschichte hineingekommen und habe den Einstieg in einem Rutsch gelesen. Der ...

Der Roman "Real Americans" von Rachel Khong hat mich zunächst sofort gepackt. In den ersten Kapiteln bin ich sehr gut in die Geschichte hineingekommen und habe den Einstieg in einem Rutsch gelesen. Der Schreibstil der Autorin ist atmosphärisch und sehr detailreich, was für lebendige Szenen sorgte, mir zum Ende hin aber doch zu detailreich-ausufernd wurde.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Protagonistin Lily, die in ihren Zwanzigern in New York lebt und Kind chinesischer Einwanderer ist. Sie wirkte orientierungslos und ein wenig wie auf dem Abstellgleis ihres eigenen Lebens: beruflich wie privat isoliert, ohne klares Ziel vor Augen und mit einem geringen Selbstbewusstsein. Gerade diese Unsicherheit machte sie aber auch glaubwürdig. Sie hatte oft das Gefühl, nicht wirklich irgendwo dazuzugehören - weder gesellschaftlich noch kulturell.

Ein wichtiger Aspekt des Romans ist die Frage nach Identität. Der Titel deutet es bereits an: Wer ist eigentlich ein „echter Amerikaner“? Lily sieht sich selbst ganz selbstverständlich als Amerikanerin. Gleichzeitig wird sie im Alltag immer wieder mit Fragen und Erwartungen konfrontiert, die ihr signalisieren, dass andere sie wegen ihres asiatischen Aussehens nicht so wahrnehmen. Besonders interessant fand ich den Konflikt zwischen äußerer Wahrnehmung und eigener Identität – ein Thema, das leider bis heute viele Menschen betrifft. Umso enttäuschter war ich, dass dieses Thema nicht die Tiefe und Auseinandersetzung erhielt, die ich mir erhofft hatte. Eine Ursache hierfür war, dass Lily leider kein Selbstbewusstsein hat und in den entsprechenden Situationen schwieg statt Missstände anzusprechen und aufzudecken. Eine weitere, dass der Roman diverse Themenfelder öffnete und dieses Hauptthema dadurch oft aus dem Fokus geriet.

Als Lily den gleichaltrigen Matthew kennenlernt, der der Inbegriff des privilegierten weißen Amerikaners ist, spielt eben diese Frage nach Identität und Herkunft eine große Rolle. Trotzdem hatte ich lange den Eindruck, dass sie sich eigentlich gut tun könnten. Leider entstanden im Verlauf viele Konflikte bzw. verschärften sich durch beidseitiges Schweigen und mangelnde Kommunikation. Auch ihr gemeinsamer Sohn Nick, dessen Perspektive im 2. Abschnitt des Romans im Fokus steht, hat unter diesen Auswirkungen zu leiden.

Im weiteren Verlauf weitet sich die Geschichte zu einem generationenübergreifenden Familienroman, der insbesondere Lilys Mutter Mei in den Fokus nimmt, aus. Dabei werden Themen wie Herkunft, Migration, wissenschaftlicher Fortschritt und familiäre Erwartungen miteinander verknüpft. Besonders spannend fand ich die Fragen rund um Genetik und medizinische Möglichkeiten – hier wirft der Roman einige wichtige ethische Überlegungen auf.

Allerdings hatte ich auch einige Schwierigkeiten mit der Struktur des Buches. Die Handlung schreitet teilweise sehr schnell voran und wichtige Entwicklungen werden im Zeitraffer erzählt. Dadurch blieben manche emotionalen Momente doch sehr auf Distanz. Insgesamt wirkte der Roman auf mich stellenweise etwas chaotisch, da viele unterschiedliche Themen und Perspektiven gleichzeitig eröffnet wurden.

Gerade die großen Fragen, die das Buch aufwirft – etwa zu Identität, Herkunft, wissenschaftlichem Fortschritt oder familiären Prägungen – wurden für mein Empfinden zu oberflächlich behandelt. Ich hätte mir gewünscht, dass einige dieser Aspekte mehr Raum bekommen, statt nur angerissen zu werden.

Am stärksten fand ich jene Passagen, die sich intensiver mit der Familiengeschichte und den Erfahrungen der älteren Generation rund um Lilys Mutter Mei beschäftigten. Hier bekam der Roman endlich eine emotionale Tiefe und historische Dimension, die mich wirklich sehr berührt hat.

Insgesamt fühlte sich das Buch für mich stellenweise an wie drei unterschiedliche Romane in einem: eine Art Liebesgeschichte, eine Familienchronik über mehrere Generationen und ein gesellschaftlicher Roman über Wissenschaft, Identität und Privilegien. Viele dieser Aspekte waren interessant, aber sie griffen nicht so nahtlos ineinander, wie ich es mir gewünscht hätte und verloren sich leider im Potpourri der vielen Themen. Hinzu kam eine Art Fantasy-Element, dessen Bedeutung sich mir bis zuletzt leider nicht erschloss.

"Real Americans" wirkte daher auf mich wie ein Roman-Experiment mit spannenden Ideen und wichtigen Fragen über Zugehörigkeit, Herkunft und darüber, was Familien – genetisch wie emotional – miteinander verbindet, der es aber wegen seiner partiellen Oberflächlichkeit nur zum Teil schaffte, Emotionen bei mir hervorzurufen.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Fantasievolle Fortsetzung mit kleinen Schwächen

House of War and Bone - Die Goldene Stadt 2
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Nachdem Fallon bei ihrem Rettungsversuch an Ende von Band 1 versehentlich ihre Kräfte mit Ariyon getauscht hatte, muss sie nun alles daransetzen, ihn aus dem Land der Toten zu retten, bevor er sich vollständig ...

Nachdem Fallon bei ihrem Rettungsversuch an Ende von Band 1 versehentlich ihre Kräfte mit Ariyon getauscht hatte, muss sie nun alles daransetzen, ihn aus dem Land der Toten zu retten, bevor er sich vollständig in einen Nachtwandler verwandelt. Gleichzeitig steht sie vor mehreren weiteren Herausforderungen: Sie muss weiterhin versuchen, das Vertrauen der Königin zu gewinnen, sie muss ihre neu entdeckten Heilkräfte verstehen und kontrollieren und sich auch noch mit ihrer leiblichen Mutter auseinandersetzen...

Ich habe mich wahnsinnig auf die Fortsetzung der Trilogie rund um die goldene Stadt gefreut und war entsprechend gespannt, wie es nach dem Ende von Band 1 weitergeht. Die Handlung knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an – so nahtlos, dass ich am Anfang tatsächlich einen Moment gebraucht habe, um wieder richtig in die Geschichte hineinzufinden.

Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der Hauptfiguren Fallon und Ariyon, wobei Fallon deutlich häufiger zu Wort kam. Der Schreibstil ist leicht und eher einfach gehalten, was gut zur jüngeren Zielgruppe der Reihe passt und sich flüssig lesen ließ.

Insgesamt wirkte dieser Teil auf mich leider etwas unrund. Es gab viele fantasievolle Ideen und spannende Ansätze, und auch Fallons Rabe Yanric war wieder ein echtes Highlight. Mit seinen frechen Kommentaren und seinem mutigen Herzen sorgte er immer wieder für unterhaltsame Momente und ich hatte ihn bereits in Band 1 sehr ins Herz geschlossen.

Trotz einzelner spannender Szenen hatte ich jedoch das Gefühl, dass es ziemlich viele Baustellen gleichzeitig gab. Manche Entwicklungen wirkten dadurch etwas oberflächlich abgehandelt, und an einigen Stellen hätte ich mir mehr „Show, don’t tell“ gewünscht. Obwohl das Hauptziel Ariyon zu befreien klar war, fehlte mir zwischendurch etwas der rote Faden. Die Handlung plätscherte für mein Gefühl stellenweise ein wenig vor sich hin.

Das Ende wartete allerdings mit einem gemeinen Cliffhanger auf, der definitiv neugierig auf Band 3 macht. Diesen werde ich sicherlich auch lesen - ich will ja schließlich wissen, wie es ausgeht! Insgesamt hat mich dieser zweite Teil aber leider nicht ganz so begeistert, wie ich es mir nach dem starken Auftakt erhofft hatte.

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