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Hannicake

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2021

Ein Buch rund um Magnus - was will man mehr?!

Die Chroniken des Magnus Bane
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Ihr mögt Magnus auch so gerne und freut euch über jede Szene, in der er auftaucht? Dann sind diese zehn Kurzgeschichten genau das Richtige für euch.

Wir lernen ganz neue Seiten an Magnus kennen. Er ist ...

Ihr mögt Magnus auch so gerne und freut euch über jede Szene, in der er auftaucht? Dann sind diese zehn Kurzgeschichten genau das Richtige für euch.

Wir lernen ganz neue Seiten an Magnus kennen. Er ist nicht länger nur der gut gelaunte, selbstsichere Freund und Helfer, sondern zeigt sich auch von einer verletzlichen, unsicheren Seite. Er wird noch vielschichtiger und runder dargestellt, sodass wir ein umfassenderes Bild von ihm erhalten.

Alle Kurzgeschichten beinhalten den für Magnus typischen Humor und komische, amüsante Szenen, die einen zum Schmunzeln bringen.

Zugleich treffen wir aber auch andere Bekannte wieder und erfahren mehr über deren Vergangenheit und ihre Beziehung zu Magnus - sei es Raphael, Ragnor oder Kreismitglieder wie Luke, Maryse oder Clarys Mutter. Und nicht zu vergessen Alec - wolltet ihr auch schon immer mal lesen, wie das erste Date der beiden verlief? Dann ist habt ihr hier die Gelegenheit dazu. Darüber hinaus gibt es auch einige weitere Charaktere, die nur in einer Kurzgeschichte auftauchen, das heißt die man vorher nicht kannte, aber die für Magnus Leben eine entscheidende Rolle einnehmen.

Der Schreibstil ist wie gewohnt für Cassandra Clares Bücher locker und leicht, mit vielen Beschreibungen, sodass wir uns das Setting und die dargestellten Personen gut vorstellen können. Die Kurzgeschichten sind zwar in sich abgeschlossen und spielen zu verschiedenen Zeiten, jedoch nehmen sie das ein oder andere Mal aufeinander Bezug, sodass es im großen und ganzen doch ein in sich rundes Buch wird.

Dadurch, dass es sich um Kurzgeschichten handelt, darf man keinen wirklichen Spannungsbogen erwarten, aber man erhält Einblicke in Magnus Gedanken und Gefühle und erfährt Hintergrundgeschichten, für die in den anderen Büchern bisher kein Raum war.

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Veröffentlicht am 11.08.2021

Es ist wie ein Sog – einmal angefangen und in die Geschichte eingetaucht, möchte man das Buch kaum mehr aus der Hand legen

Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
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Ophelia soll Faruk Geschichten erzählen. Klingt nach keiner großen Sache? Ist es für sie aber, da ihr Schutz, jetzt nachdem sie offiziell am Hof eingeführt und bekannt gemacht worden ist, von seiner Gunst ...

Ophelia soll Faruk Geschichten erzählen. Klingt nach keiner großen Sache? Ist es für sie aber, da ihr Schutz, jetzt nachdem sie offiziell am Hof eingeführt und bekannt gemacht worden ist, von seiner Gunst und seiner Laune abhängt. Als wäre das nicht schon genug Druck und Last, mit dem sie sich herumschlagen muss, verschwinden auch bekannte Persönlichkeiten von der Himmelsburg, ohne dass man eine Idee hat, wo sie hin sein könnten. An sich betrachtet ist es nicht Ophelias Problem, doch nachdem sie mysteriöse Briefe erhält und darüber hinaus ihre Familie sie vorzeitig besuchen kommen möchte, wird sie näher in die Geschichte hineingezogen, als ihr lieb ist.

Auch in diesem Band passieren wieder viele unerwartete Dinge, sodass es stets spannend bleibt und man den Fortgang der Handlung und die Auflösung der mysteriösen Ereignisse nur vermuten kann. Bis zum Ende hin bleibt der Ausgang undurchsichtig und jede Wendung möglich, sodass auch auf den letzten Seiten noch Spannung und Nervenkitzel gegeben sind.
Auch, wenn man die Geschehnisse zu Beginn diesen Bands nicht sofort mit denen des Auftaktbands in Zusammenhang bringen kann, so wird mit der Zeit deutlich, dass diese durchaus Auswirkungen für Ophelias Handeln und Fühlen in diesem Band haben. Diese Verknüpfung finde ich gelungen – unter anderem sorgt sie auch dafür, dass es kein Problem darstellt, wenn der erste Teil schon vor längerer Zeit gelesen wurde, da hier Hintergrundinformationen als Gedächtnisstützen aufgegriffen und wichtige Ereignisse noch einmal kurz wiederholt werden.

Positiv hervorzuheben ist, dass wir nun auch über die Familiengeister, insbesondere über Faruk mehr erfahren und das Worldbuilding so verständlicher und umfassender wird. Immer wieder kommen neue Informationen hinzu, die uns die Komplexität der Welt, in der Ophelia lebt sowie die Gefahren und die Intrigen, die dort herrschen, besser verständlich machen. Sei es die Herkunft und Vergangenheit Faruks oder die Existenz weiterer Gaben, die erst in diesem Band verdeutlicht werden.

Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen. Aufgelockert wird die Geschichte durch viele humorvolle Szenen. Neben Ophelias Tollpatschigkeit und ihrem Schal tragen dazu beispielsweise Faruks Vergesslichkeit oder auch auch die atmosphärischen Szenen, die durch den Animismus erzeugt werden, bei. Sind Bewohner Animas vor Ort, merkt man, wie den ganzen Gegenständen mehr Leben eingehaucht wird und es lebendiger zugeht.

Ophelia hat sich seit Beginn des ersten Bands weiterentwickelt und ist insbesondere im Laufe der Ereignisse dieses Buches über sich hinausgewachsen. Sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten und den Prozess miterleben zu können, ist eine schöne Sache und bringt sie uns noch näher.
Auch Thorn zeigt noch einmal ganz neue Seiten von sich, sodass man das ein oder andere Bild, das man zunächst von ihm hatte, doch noch einmal revidieren und ihn in einem ganz anderen Licht betrachten muss.
Ebenfalls schön finde ich die Dynamik in der Beziehung zwischen Ophelia und Thorn, die sich auf verschiedene Arten und Weisen in verschiedene Richtungen entwickelt und bewegt. Man merkt schnell, dass es kein Zufall war, dass die beiden heiraten sollen, aber auch, dass sie es in der Hand haben, diese Hochzeit zu etwas Erträglichem und Besonderen zu machen. Was daraus wird, beziehungsweise wie sie ihre Beziehungen zueinander gestalten und welche Veränderungen zwischen ihnen eingetreten sind, erfahren wir Leser stückweise und auch eher zwischen den Zeilen, als dass es ein bestimmtes, offen ausgeschriebenes Ereignis gibt.
Diese Nähe zu den Protagonisten und ihren Entwicklungen finde ich sehr gelungen und bringt neben den vielen spannenden Handlungssträngen noch einmal mehr das Gefühl, nah an der Geschichte dran zu sein und Spaß beim Lesen zu haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein sehr gelungener zweiter Band ist, der viel Potential für die Folgebände beinhaltet und einen beim Lesen gut unterhalten kann.

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Veröffentlicht am 31.07.2021

Gefühlvolle Geschichte zum Wohlfühlen

Everything We Had (Love and Trust 1)
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Du möchtest entspannen, ein Stück leckeren Kuchen essen und im Anschluss durch eine kleine gemütliche Buchhandlung stöbern? Dann tauche ein in die Wohlfühlatmosphäre des Buchcafés Cosy Corner. Dieses strahlt ...

Du möchtest entspannen, ein Stück leckeren Kuchen essen und im Anschluss durch eine kleine gemütliche Buchhandlung stöbern? Dann tauche ein in die Wohlfühlatmosphäre des Buchcafés Cosy Corner. Dieses strahlt für die Kunden ein friedliches und ruhiges Ambiente aus, sieht intern hingegen ganz anders aus – zwischen den Besitzern Kate und Aidan ist der Umgang frostig und der Konkurrenzgedanke stets präsent. Gibt es eine Möglichkeit für die beiden, sich näher kennenzulernen und und die Vorurteile dem jeweils anderen gegenüber abzubauen? Wenn dich dies interessiert, dann lies dieses Buch und finde heraus, ob und wenn ja wann und auf welchem Weg sie es schaffen.

Es erwartet euch ein gefühlvolles Buch, denn auch, wenn das Grundgerüst der Handlung vorhersehbar ist, stört dies nicht, da die Umsetzung bzw. Ausgestaltung sehr schön ist und durch den schönen Schreibstil und einige kleine überraschende Wendungen angereichert wird.

Die Autorin probiert hinsichtlich ihres Schreibstils immer mal wieder etwas aus und versucht an geeigneten Stellen Stilmittel einzubauen, sodass es abwechslungsreich und auch auf sprachlicher Ebene interessant bleibt und sich das Buch flüssig und gerne lesen lässt.

Das Cosy Corner, das schon beim Lesen eine beruhigende und angenehme Atmosphäre bietet, bleibt der Haupthandlungsort, sodass wir immer wieder in die gemütliche Atmosphäre dort eintauchen können. Es ist nicht nur ein Ort, an dem alles anfängt, sondern auch einer, an den man als Leser immer wieder gerne zurückkommt und der beinahe den Lebensmittelpunkt der Protagonisten bildet.

Kate und Aidan sind zu Beginn zwei scheinbar vollkommen unterschiedliche Personen, die nicht viel miteinander gemeinsam zu haben scheinen. Doch je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird, dass dieser erste Eindruck trügt und auch die beiden Protagonisten erkennen, dass sie sich getäuscht zu haben scheinen. Beide sind auf ihre eigene Art und Weise sympathisch und liebenswert, sodass es Spaß macht, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten, auch wenn es manchmal angesichts der traumatischen oder schwierigen Erlebnissen der beiden nicht immer leicht zu lesen ist. Dadurch, dass das Buch aus beiden Perspektiven geschrieben ist, obwohl die Perspektive von Kate deutlich überwiegt, erfahren wir schrittweise noch vor dem anderen Protagonisten, was ihnen passiert ist und wie sie damit umgehen bzw. auf welche Weise diese Erfahrungen die beiden prägen.
Es gibt auch einige weitere Charaktere, die das Herz von uns Lesern berühren und die sehr schön und liebevoll ausgestaltet worden sind, sodass man auch in Teilen an deren Geschichte teilhaben kann. Sei es Zoe als verständnisvolle Freundin oder ein gute Laune versprühender Bruder.

An einigen Stellen wirkte es so, als kämen zu viele Zufälle zusammen, aber die Auflösung bzw. Erklärungen, was es mit diesen Ereignissen und Handlungssträngen auf sich hat, haben oft Sinn ergeben und konnten einen, obwohl es zunächst unrealistisch wirkte, beschwichtigen. Das bestärkt einen aber auch wieder darin, sich nicht vorschnell über bestimmte Szenen aufzuregen, sondern dranzubleiben und erst mal weiterzulesen, ohne über die Handlung zu urteilen, sondern erst einmal auf eine Erklärung und das Zusammenwirken der verschiedenen Handlungsstränge zu warten.

Insgesamt ist es eine schöne Geschichte zum Wohlfühlen, auch wenn ernste Themen aufgegriffen werden und die Lust auf den nächsten Teil macht, der ebenfalls im Cosy Corner spielen wird.

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Veröffentlicht am 20.07.2021

Vermeintliche Teenie-Liebesgeschichte, die jedoch schnell zu etwas viel Größerem und Ernsterem wird

A Reason To Stay (Intensive New-Adult-Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) (Liverpool-Reihe 1)
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Die Anfang-Zwanzigjährigen Protagonisten Billy und Cedric haben beide schon viel erlebt und durchmachen müssen. Billy ist noch nicht lange in Liverpool und versucht dort sich ein Zuhause aufzubauen, nachdem ...

Die Anfang-Zwanzigjährigen Protagonisten Billy und Cedric haben beide schon viel erlebt und durchmachen müssen. Billy ist noch nicht lange in Liverpool und versucht dort sich ein Zuhause aufzubauen, nachdem sie ihr vorheriges Zuhause hinter sich gelassen hat - doch die Schatten der Vergangenheit liegen immer noch auf ihr und belasten sie. Als sie Cedric sieht, ist sie hin und weg von ihm, doch sein Ruf eilt ihm voraus - ein junger Mann, der sich auf keine festen Beziehungen einlässt. Doch was macht man, wenn es zu spät ist, sich zurückzuziehen und es an sich abprallen zu lassen, weil die Gefühle schon viel intensiver sind, als sie nach dieser kurzen Zeit sein sollten? Wie Billy damit umgeht und was das für Auswirkungen hat, kann man als Leser hautnah miterleben.

Billy und Cedric sind beide die Ich-Erzähler, die  abwechselnd den Handlungsverlauf aus ihrer Sicht schildern. Zudem erhalten wir einen guten Einblick in das Gefühlsleben der beiden, welches keineswegs immer rosarot und auf Wolke sieben ist, sondern auch oft düster und traurig werden kann. Diese Einblicke führen zu vielen emotionalen und herzzerreißenden Szenen, nicht zuletzt weil es viel um das Thema psychische Erkrankungen geht - wie die Autorin schon in ihrem Vorwort schreibt, nehmen diese einen großen Teil ein, sodass das Buch nur gelesen werden sollte, wenn man in der jeweiligen Situation mit diesen Themen umgehen kann. Doch auch, wenn diese das Leben der Protagonisten prägen, so wird doch sehr schön aufzeigt, dass Menschen so viel mehr sind als bloß die Krankheit, die ihnen diagnostiziert wurde. Aber zeitgleich wird es keineswegs romantisiert oder verklärt, sondern es werden auch schwierige Seiten und Situationen aufgezeigt, die eine zwischenmenschliche Beziehung belasten und die zeigen, wie komplex und ernstzunehmend eine solche Erkrankung ist.
Besonders positiv finde ich, dass sich an Themen herangetraut wurde, die sonst in der Gesellschaft und vor allem in anderen Büchern, so kaum Raum finden und noch einmal ganz neue Einblicke und Gedankenanstöße liefern - lasst euch also überraschen und vor allem auf sonst weniger thematisierte Aspekte ein.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und durch die Perspektivwechsel abwechslungsreich. Zudem wurden immer mal wieder zu Beginn eines größeren Abschnitts Songtexte eingebaut, dessen Bedeutung und Zusammenhang zu der Geschichte sich erst im Verlauf erschließen.

Leider wirkte die Liebesgeschichte zu Beginn klischeehaft und die Protagonisten nicht ihrem Alter entsprechend. Je weiter man jedoch liest, desto weniger hat man dieses Gefühl und durch neue Erkenntnisse und das immer größer werdende Verständnis für die Verhaltensweisen der Protagonisten, hat das Buch weiter an Tiefe erlangt. Wenn ihr über solche Szenen zu Beginn hinwegsehen könnt, so kann ich euch dieses Buch wirklich nur empfehlen.
Des Weiteren ist es schön, Billy und Cedric dabei begleiten zu dürfen, wie sie mit sich und ihren Herausforderungen wachsen und stärker werden, als sie es sich zuvor auch nur erträumt hätten. Sie erleben den Wert der wahren Liebe und lassen uns an ihrem Entwicklungsprozess und ihren Gefühlen teilhaben.

Die beim Lesen übergegangenen Emotionen wurden angereichert durch ein gegen Ende des Buches noch einmal zunehmendes Spannungsniveau. Oft hat man beim Lesen die Frage im Hinterkopf, was Billy erlebt hat, dass sie alles von jetzt auf gleich hinter sich gelassen hat, aber je länger man auf Antworten dazu wartet, desto spannender wird es und desto mehr freut man sich auf die Auflösung, die noch einmal mit unerwarteten Plots einhergeht.

Es ist also ein sehr emotionales Buch, dessen Wirkung noch einmal mehr durch die ernsten Themen sowie durch kleine, pointiert gesetzte Spannungselemente verstärkt wird. Wenn ihr Lesestoff fürs Herz haben möchtet, aber euch gleichzeitig gewappnet fühlt, die Protagonisten auf einem steinigen und aufgrund der zum Teil ersten Thematik schweren Weg zu begleiten, ist dieses Buch eine sehr gute Wahl.

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Veröffentlicht am 11.07.2021

Ein langer Weg der Selbstfindung und der Wert wahrer Freundschaft

A Different Blue
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Die Geschichte von Blue und Wilson hat nicht den Reiz einer verbotenen Liebesgeschichte. Vielmehr entwickelt sich langsam etwas, das weit über eine Schüler-Lehrer-Beziehung hinausgeht. Es ist eine eher ...

Die Geschichte von Blue und Wilson hat nicht den Reiz einer verbotenen Liebesgeschichte. Vielmehr entwickelt sich langsam etwas, das weit über eine Schüler-Lehrer-Beziehung hinausgeht. Es ist eine eher ruhige Geschichte, die den Wert von wahrer Freundschaft vermittelt. Zudem spielen der Aspekt der Selbstfindung und die Entdeckung der eigenen Identität eine zentrale Rolle.
Diese Themen wurden dadurch in die Handlung eingebaut, dass die 19-jährige Ich-Erzählerin Blue Antworten finden möchte, was in ihrer Vergangenheit geschehen ist und wer ihre Eltern waren bzw. warum sie nicht bei ihnen aufwachsen konnte. Dass einen Menschen aber viel mehr ausmacht als bloß diese Fakten, wird ihr schnell bewusst und diese Erkenntnis lässt sie über ihr Auftreten und ihr Verhalten, aber auch über ihre Denkmuster nachdenken.

Schön finde ich, dass wir die beiden sympathischen Protagonisten auf ihrem Weg begleiten dürfen und insbesondere bei Blue eine starke charakterliche Entwicklung erkennen können. Zu Beginn der Geschichte gibt es einige Rückblicke, die uns ermöglichen, mit Blick auf die junge Blue zu erkennen, wie sie aufgewachsen ist, wer und was sie dabei geprägt haben und warum sie zunächst unnahbar und unfreundlich wirkt. Aber wenn sie einen hinter ihre Fassade blicken lässt, dann merkt man, dass sie im Grunde eigentlich viel liebenswürdiger ist, als sie zeigt.
Über ihren nur ein paar Jahre älteren Lehrer Wilson erfährt man erst später im Buch etwas. Das heißt womit er zu kämpfen hat, wie er aufgewachsen ist und was ihn ausmacht, können wir zunächst nur erahnen, bevor wir etwas Licht im Dunkeln erhalten.
An einigen Stellen waren die Beweggründe und das Verhalten der Protagonisten nicht nachvollziehbar, deren Verhalten sogar widersprüchlich, was teilweise dazu geführt hat, dass die anfängliche Sympathie verschwunden ist. Im Nachhinein betrachtet konnte man es in Ansätzen verstehen, aber zum Glück wirkten die beiden überwiegend freundlich und liebevoll und zudem gab es einige weitere sehr sympathische Charaktere, sodass ich über solche Szenen und Verhaltensweisen hinwegsehen konnte.

Zudem ist der Schreibstil sehr gut zu lesen und teilweise metaphorisch sowie mit kurzen Geschichten der indigenen Völker angereichert, sodass man die Gelegenheit erhält, innezuhalten und über bestimmte Aspekte des eigenen Lebens nachzudenken.

Wir begleiten Blue und Wilson über einen sehr langen Zeitraum. Teilweise passiert es, dass große Zeitsprünge von mehreren Monaten beschrieben wurden, ohne dass man als Leser weiß, was in dieser Zwischenzeit passiert ist. Das führte manchmal dazu, dass man sich erschlagen und unwissend gefühlt hat und nicht so richtig nachvollziehen konnte, inwiefern sich die Charaktere in der Zwischenzeit entwickelt und was sie erlebt haben.

Es gibt zahlreiche unerwartete Plots, allerdings wurden einige von diesen leider nur oberflächlich und kurz abgehandelt, was suggeriert, dass die Autorin so viele ernste Themen wie möglich mit in die Handlung reinbringen wollte. Aber die Ereignisse, die intensiver aufgearbeitet wurden, waren schön dargestellt und wirkten förderlich und nachvollziehbar für den weiteren Handlungsverlauf und haben Tiefe in die Geschichte reingebracht.

Insgesamt ist dieses Buch in sich rund, insbesondere weil am Ende die Frage nach Blues Familienverhältnissen geklärt wird, d.h. dass noch einmal auf den Prolog eingegangen wird. Ich hätte mir lediglich an einigen Stellen gewünscht, dass bestimmte aufgegriffene Thematiken noch mehr aufgearbeitet und in ausreichendem Maße behandelt würden, um alles etwas plausibler und authentischer zu machen, aber die sich langsam entwickelnde emotionale Bindung der beiden Protagonisten konnte das ein bisschen wiedergutmachen, da die Gefühle in solchen Szenen gut an den Leser transportiert werden.
Wenn ihr über die oben genannten, nicht ganz so positiven Aspekte hinwegsehen könnt, kann ich euch dieses Buch nur empfehlen.

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