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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2021

Interessante Thematik, doch weniger gelungene Umsetzung!

Die zerbrochene Feder
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Die junge Witwe Henriette Trepte wird aufgrund ihrer Schriften quasi über Nacht aus Preußen ausgewiesen und findet mit ihrem kleinen Sohn Max Unterkunft bei ihrem Oheim, den Verleger und Buchhändler Friedrich ...

Die junge Witwe Henriette Trepte wird aufgrund ihrer Schriften quasi über Nacht aus Preußen ausgewiesen und findet mit ihrem kleinen Sohn Max Unterkunft bei ihrem Oheim, den Verleger und Buchhändler Friedrich Gerlach in Freiberg. Doch auch hier wirken Zensur und der gesellschaftliche Druck zur baldigen Vermählung stark auf sie ein. Ihr großer Wunsch, die Erlebnisse während der Völkerschlacht nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, bringt sie genauso immer wieder in Schwierigkeiten, wie ihre Ablehnung gegenüber potentiellen Heiratskandidaten.
Nach der Hebammen-Saga war ich gespannt auf weitere geschichtliche Bücher. "Die zerbrochene Feder" ist dabei mein erstes Buch aus/nach der Zeit der Völkerschlacht, lässt sich jedoch problemlos auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände lesen.
So flüssig und angenehm Sabine Ebert schreibt, umso mehr fielen mir die ständigen Wiederholungen wie beispielsweise von "Söhnchen" bzw. bereits erläuterte Tatsachen, Zusammenhänge oder Bezüge auf. Solche "Anfängerfehler" hätte ich von der Autorin eher nicht erwartet.
Die Geschehnisse plätschern mehr oder weniger passend aneinandergereiht dahin und nach den doch relativ großen und unerwartet eintretenden Zeitsprüngen muss man fast jedes Mal "neu hereinkommen".
Von der Thematik recht interessant, ist die Umsetzung meiner Meinung nach eher weniger gelungen. Ich würde dieses Buch deshalb nicht noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 07.12.2021

Wirrwarr aus vielen potentiellen Tätern und Motiven

Grünes Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 2)
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Ina Drews und ihr Ex-Schwager Jörn Appel erfahren ein Deja-vus, als sie sich auf den Prozess gegen den von ihnen festgenommenen Oberstudienrats Teichert vorbereiten. Bei einer in St.Peter Ording kopflos ...

Ina Drews und ihr Ex-Schwager Jörn Appel erfahren ein Deja-vus, als sie sich auf den Prozess gegen den von ihnen festgenommenen Oberstudienrats Teichert vorbereiten. Bei einer in St.Peter Ording kopflos aufgefundenen Leiche wird die DNA des derzeitig Inhaftierten gefunden. Wie kann das möglich sein? Bei ihren Ermittlungen stossen sie in ein Wespennest von Motiven und möglichen Tätern...
Dies ist mein erstes Buch dieser Reihe - der raffinierte Titel und das schöne Cover machten mich neugierig - natürlich auch die Zusammenfassung. Leider konnte meine Erwartung nicht erfüllt werden. Die Grundidee mit der DNA-Spur ist nicht schlecht, jedoch zerläuft sich die Spannung in dem Hin- und Her der alten und neuen Täter. Mitunter habe ich mich regelrecht durch dieses Buch gequält. Auch wenn durch nette und witzige Kontergespräche aufgelockert, konnte ich mit den beiden Hauptermittlern, als auch den zur Unterstützung zugeteilten Polizisten vor Ort, nicht warm werden. Für mich war es einfach zuviel privates Drum-Herum, was nicht nur die Akteure von der eigentlichen Handlung ablenkte. Ich würde dieses Buch nicht noch einmal lesen...

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Veröffentlicht am 02.12.2021

Verstörend düster-dystopische Zukunftsvision

Corpus Delicti
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In ferner Zukunft. Gesundheit ist das allbeherrschende Thema und das regierende System, die "Methode" hat für diesen Zustand ein enormes Überwachungssystem erdacht.
Alles Tun und Handel ist auf Gesundheit ...

In ferner Zukunft. Gesundheit ist das allbeherrschende Thema und das regierende System, die "Methode" hat für diesen Zustand ein enormes Überwachungssystem erdacht.
Alles Tun und Handel ist auf Gesundheit ausgerichtet, wird streng überwacht und jeder Fehltritt somit sofort erkannt und hart bestraft.
Mia trauert um ihren Bruder Moritz, der, aufgrund falscher Rückschlüsse verurteilt, sich in Haft selbst gerichtet hat. Doch Trauer darf es als psychisches Gesundheitsproblem auch nicht geben. Somit wird die Methode auf Mia aufmerksam, da sich diese damit auffällig und von der Norm abweichend verhält. Sie erbittet sich einfach nur Zeit für sich und wird mit Auflagen belegt. Ihr erste kleinstes Vergehen, das rauchen einer Zigarette, wird sofort registriert und sie steht wieder vor Gericht.
Mit dem Urteil nicht einverstanden, wehrt sie sich und im Zuge der Verteidigung wird klar, das Moritz zu Unrecht verurteilt wurde. Damit stellt Mia das ganze (unfehlbare) System in Frage, Widerstand regt sich. Somit wird Mia, in der Überzeugung die Ansichten ihres Bruders zu vertreten, zum Spielball verschiedener Interessen - und kann in diesem totalitären System doch nur verlieren.
Nach "Unterleuten", welches ich richtig gut fand, ist "Corpus Delicti" das zweite Buch, das ich von Juli Zeh lese.
Obwohl der Ansatz und die Grundidee nicht schlecht sind, kann mich dieses Buch nicht wirklich überzeugen.
Während der erste Teil um Mias Trauer und Moritz Rehabilitation nachvollziehbar und stimmig ist, verliert sich meiner Meinung nach das Buch im weiteren Verlauf zu sehr in dem Interessenkonflikt der verschiedenen Fronten. Und auch das Ende lässt mich eher ratlos zurück.
Da es Teil der Abiturlektüre ist, war es für mich interessant zu erfahren, was dieses doch recht junge Buch an sich hat, dass es sich in die Reihe der grossen Klassiker einfügt.
Darauf habe ich jedoch leider keine Antwort gefunden.

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Konnte mich nicht überzeugen

Die Wanderhure und der orientalische Arzt
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Auf der Reise zu ihren Kindern nach Hettenheim trifft die Gruppe um Marie und Michel in einem Gasthaus auf den orientalischen Arzt Rasul al Hakimi. Noch ahnen sie nicht, das sie kurz darauf auf seine medizinische ...

Auf der Reise zu ihren Kindern nach Hettenheim trifft die Gruppe um Marie und Michel in einem Gasthaus auf den orientalischen Arzt Rasul al Hakimi. Noch ahnen sie nicht, das sie kurz darauf auf seine medizinische Hilfe angewiesen sind. Durch diese Rettung des von ihnen schwer verletzt aufgefundenen Edelfräuleins Edda von Löwenberg geraten sie allerdings in die Fehde rivalisierender Adelsgeschlechter.
Schon ziemlich zu Beginn des Buches wird klar, um wen es sich bei Rasul handeln könnte. Der weitere Verlauf der Handlung bis zur finalen Aufklärung ist vollgepackt mit Kämpfen. So wichtig diese Schilderungen sind, überlagert dies alle anderen Stränge. Ein jeder des ehemaligen Kleeblattes scheint dem anderen zu misstrauen und dabei ist der Auslöser so offensichtlich wie fadenscheinig. Der Drahtzieher kristalisiert sich ebenfalls rasch heraus. Er hinterlässt, selbst bzw. durch geschickte Manipulation und Aufträgen eine grausame Spur, was den Handlungsfortschritt sehr vorhersehbar macht.
Der bleibende Eindruck dieses Buches sind für mich die Morde. Mir war das etwas zu viel in zu kurzer Zeit ausser das die Methoden verschieden waren, änderte es ja nichts am Ergebnis.
Leider sind Marie und ihre Familie in diesem Band nur Randfiguren in Streitereien der Adligen. Das Geschehen ist austauschbar in andere Rahmenfiguren und auch als Unterstützung der Aufklärung sind sie nicht zwingend notwendig.
Mich konnte dieser Band leider gar nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Verstörende Abrechnung

Welten auseinander
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In Ostberlin geboren, gelangt Julia mit ihren Schwestern und Mutter in das Notaufnahmelager Marienfeld und von dort zieht die Familie weiter in eine Bauernkate in Schleswig-Holstein. Die chaotischen Wohn- ...

In Ostberlin geboren, gelangt Julia mit ihren Schwestern und Mutter in das Notaufnahmelager Marienfeld und von dort zieht die Familie weiter in eine Bauernkate in Schleswig-Holstein. Die chaotischen Wohn- und Lebensumstände hält die 13jährige jedoch nicht lange aus und zieht nach Westberlin, wo sie ihren Lebensunterhalt aus Sozialhilfe und Putzjobs bestreitet. Neben diesen Schilderungen beschreibt die Autorin die Annäherung zu ihren Vater sowie über ihre erste grosse Liebe Stefan.
Von der "Mittagsfrau" begeistert war ich sehr gespannt auf dieses Buch, das Einblicke in die deutsch-deutschen Geschichte suggerierte.
Nur leider lag dieses Buch weit hinter meiner Erwartung zurück. Als DDR-Kind habe ich zwar einige Kleinigkeiten entdeckt, die mich in Erinnerungen schwelgen ließen, jedoch war das Gro durch verschachtelte Sätze und unterschwelig von Vorwürfen durchsetzt nur schwer zu lesen. Mitunter musste ich Sätze mehrmals lesen, um den Inhalt zu verstehen. Vielleicht war meine Erwartung zu hoch, aber ich habe mich regelrecht durch das Buch gequält und würde es nicht noch einmal lesen.

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