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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2017

Über Liebe, Freundschaft, Familie und viel mehr

Den Mund voll ungesagter Dinge
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Sophies Mutter hat sie und ihren Vater direkt nach der Geburt im Stich gelassen. Was für eine Mutter macht so etwas? Dementsprechend eng ist das Verhältnis zwischen Sophie und ihrem Vater. Doch nun ist ...

Sophies Mutter hat sie und ihren Vater direkt nach der Geburt im Stich gelassen. Was für eine Mutter macht so etwas? Dementsprechend eng ist das Verhältnis zwischen Sophie und ihrem Vater. Doch nun ist ihr Vater mit Lena zusammen und die beiden ziehen 10 Wochen vor dem Abitur von Hamburg nach München um (hier ist das Buch doch unwahrscheinlich, denn wie kann man problemlos so kurz vor dem Abitur nach Bayern wechseln und dort das Abi machen? Die Voraussetzungen sind schließlich nicht identisch - aber das nur am Rande). Sophie hat keine Lust auf den Umzug, auch wenn ihr einziger Freund, ihr Seelenverwandter Lukas seit einiger Zeit in Paris bei seiner Freundin lebt. Die täglichen Skype Anrufe sind da nicht immer ein guter Ausgleich.
Die neue Freundin ihres Vaters möchte sie nicht mögen, genausowenig wie die Söhne von Lena, aber das ist einfacher als gesagt. Überhaupt ändert sich ihr Leben sehr. Und da ist auch noch ihre neue Freundin Alex, die im Nachbarhaus wohnt...

Anne Freytag hat wieder ein wunderbares Buch geschrieben über das Erwachsenwerden, über Liebe und Freundschaft und natürlich das Leben.
Die Selbstzweifel und Unsicherheit von Sophie werden gut deutlich, doch es gibt auch sehr viele schöne Momente.
Ein Schreibstil, der so leicht daherkommt, dass man in dem Buch versinkt und die Seiten nur so fliegen.
Trotz großer Gefühle kein kitschiges Buch mit Protagonisten, die nicht den Klischees entsprechen - wie sie selbst feststellen und wo die Autorin deutlich aus den Zeilen heraus spricht.
Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Anne Freytag.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Spannend

Strandgut
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Nicolas Guerlain ist Personenschützer, allerdings geht bei einem Einsatz während der Filmfestspiele etwas schief, weil er abgelenkt ist. Statt ihn zu schützen, verletzt er den Minister und wird daraufhin ...

Nicolas Guerlain ist Personenschützer, allerdings geht bei einem Einsatz während der Filmfestspiele etwas schief, weil er abgelenkt ist. Statt ihn zu schützen, verletzt er den Minister und wird daraufhin in die Normandie in seine Heimatstadt Deauville strafversetzt. Doch dort gerät er rasch in polizeiliche Ermittlungen, denn sein Nachbar ist verschwunden und dann findet er auch noch eine linke Hand am Strand. Eigentlich soll er ja die Polizei nur im Vorfeld des anstehenden Gipfels beraten, aber er ermittelt in seinem Umfeld.

Französische Chansons, aber auch klassische Musik spielen am Rande immer wieder eine Rolle in diesem Krimi, der mir viele Ohrwürmer beschert hat. Die Begriffe aus der Welt des Spielcasinos kannte ich nicht alle, laufen jedoch wie ein roter Faden durch das Buch und am Ende habe ich mehr verstanden.

Mir hat vor allem der Sprachstil voller Metaphern des Autoren gut gefallen und ich bin gespannt, wie es mit Nicolas Guerlain weitergehen wird - denn längst sind nicht alle privaten Fragen beantwortet.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Lesegenuss

Alice’s Adventures in Wonderland
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Ich gestehe, dass ich zu meiner Schande dieses Buch nun zum ersten Mal gelesen habe, aber warum? Ein herrlicher Humor, sehr bildhaft dargestellt und ein wahrer Lesegenuss, nicht nur für Kinder. Alice begibt ...

Ich gestehe, dass ich zu meiner Schande dieses Buch nun zum ersten Mal gelesen habe, aber warum? Ein herrlicher Humor, sehr bildhaft dargestellt und ein wahrer Lesegenuss, nicht nur für Kinder. Alice begibt sich auf eine Reise ins Wunderland und folgt dem Kaninchen. Sie schrumpft und wächst wieder, ertrinkt beinahe im eigenen Tränensee und lobt immer wieder ihre Katze, die so gut Mäuse fangen kann, was bei den Mäusen nicht so gut ankommt. Dann begegnen wir noch der Grinsekatze, der Herzogin, der Königin, spielen Krockett mit Flamingos und Igeln und erfahren, was ein Hummerballett ist. Schade, dass ich im Matheunterricht in der Schule nie gelernt habe, wie die "Uglification" funktioniert.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Einfach genial

Niemand liebt November
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November Lark ist 17 Jahre alt. Sie lebt seit ihrem 6. Geburtstag in Heimen und Pflegefamilien, doch nun hat sie aufgrund einer Streichholzschachtel mit einer Telefonnummer einen Hinweis erhalten, wo ihr ...

November Lark ist 17 Jahre alt. Sie lebt seit ihrem 6. Geburtstag in Heimen und Pflegefamilien, doch nun hat sie aufgrund einer Streichholzschachtel mit einer Telefonnummer einen Hinweis erhalten, wo ihr Vater abgeblieben sein kann und sie macht sich auf die Suche in die fremde Stadt und findet sogar die Kneipe. Sie übernachtet auf dem Flur eines Hochhauses und gleich einer Schnitzeljagd verfolgt sie die Spur ihres Vaters. Immer mit dabei ist ihre Katze und eine immer größere Rolle spielt Katja, der Besitzer der Kneipe mit seinem Hund Daisy - beide männlich.

Mein zweites Buch von Antonia Michaelis und auch dieses hat mich beeindruckt. Eine traurige, berührende Geschichte geschrieben in einer sehr poetischen Sprache, die nachdenklich stimmt. Als Leser weiß man oft nicht, was nun Fiktion und was Wirklichkeit ist, aber am Ende gelingt es der Autorin, alle Fragen zu klären und dennoch den Zauber der Geschichte aufrecht zu erhalten.

Auch die Gedichte zu Kapitelbeginn haben mir sehr gefallen.

Veröffentlicht am 25.04.2017

wunderbar

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
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Die Geschichte wird aus der Sicht von Tsukuru Tazaki erzählt, der während seiner Schulzeit Teil einer Clique von drei Jungen und zwei Mädchen war. Als er zum Studium nach Tokyo geht, freut er sich auf ...

Die Geschichte wird aus der Sicht von Tsukuru Tazaki erzählt, der während seiner Schulzeit Teil einer Clique von drei Jungen und zwei Mädchen war. Als er zum Studium nach Tokyo geht, freut er sich auf die Freunde, die er in den Ferien besucht. Doch als er im Sommer zurück kehrt, meiden ihn die Freunde und möchten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Tazaki ist völlig fertig und weiß nicht, was er getan haben soll - ob es vielleicht daran liegt, dass er als einziger aus der Clique keine Farbe in seinem Nachnamen hat? Seine Freundin Sara überredet den mittlerweile 36jährigen zu klären, was damals passiert ist, damit er sich wieder dem Leben zuwenden kann.

Mir hat der Stil von Murakami sehr gefallen und auch die Art, wie die Geschichte erzählt wurde. Auch die Stellen, an denen der Protagonist beschreibt, wie er sich beim Schwimmen fühlt oder warum er seine Arbeit liebt. Es war bestimmt nicht das letzte Buch dieses Autoren, da er mich neugierig gemacht hat mit seinem wunderbaren Umgang mit der Sprache.