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Veröffentlicht am 25.04.2017

Das etwas andere Geschichtsbuch

Sprachlos. Eine Weltgeschichte ohne Worte
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„Wir verfolgen so die Weltgeschichte quasi durch die Augen eines außerirdischen Beobachters. Und dabei können wir unsere eigenen Gedanken über den rätselhaften, chaotischen Wahnsinn entwickeln, der da ...

„Wir verfolgen so die Weltgeschichte quasi durch die Augen eines außerirdischen Beobachters. Und dabei können wir unsere eigenen Gedanken über den rätselhaften, chaotischen Wahnsinn entwickeln, der da abgeht.“ (Seite 5)

Ich hatte leider so gut wie nie interessanten Geschichtsunterricht in der Schule. Somit ist mein Wissen auch nicht gerade berauschend, schon gar nicht länderübergreifend. Meist wurden immer die selben Themen (1. und 2. Weltkrieg) abgefrühstückt. Ich war also begeistert, als ich eine Besprechung des Buches "Sprachlos. Eine Weltgeschichte ohne Worte" hörte. Mit Spaß und vielen Bildern wird hier in Form einer Graphic Novel die Weltgeschichte aus der Perspektive des Außerirdischen erzählt.

Polyp ist ein britischer Cartoonist. Er arbeitet seit vielen Jahren für diverse Kampagnen und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) zum Beispiel in Bereichen des Menschenrechts und Umweltbewegungen.

Die Graphic Novel beginnt mit einer Zeichnung des Anschlags 9/11. Davon ausgehend werden dann die politischen Geschehnisse auf der Erde beschrieben. Hierbei gibt es tatsächlich keine Worte. Selbst die Sprechblasen sind mit Symbolen versehene, sodass der Leser sich seinen eigenen Reim darauf machen muss. Es gibt zusätzlich ein Buch im Buch, welches die Weltgeschichte vereinfacht in Kürze darstellt und eine Mögliche Reaktion der geschundenen Erde ausweist. Ganz ohne Worte kam das Buch dann aber doch nicht aus, es gibt einige Zitate zur Einstimmung, sowie ein Vorwort des Autors. Im Anhang findet man noch einen Abschnitt „Mit anderen Worten“ (jeweils in den Sprachen deutsch, englisch und französisch), welche mögliche Übersetzungen der bebilderten Sprechblasen bereit hält.
Auf dem Youtube Kanal der Verlages ist ein Buchtrailer zur Graphic Novel zu finden.

Mir hat die Lektüre des Buches Spaß gemacht, da ich mein begrenztes Wissen hervor holen und bei vielen Dingen zunächst etwas rätseln musste. Es ist also keine Lektüre, die man von a bis z vorgekaut bekommt. Nein, man wird zum Denken angeregt. Die ersten Seiten habe ich gemeinsam mit meiner 5-jährigen Tochter gelesen (sie hatte mir das Buch zu meinem Geburtstag geschenkt). Es war gar nicht so einfach, ihr die ganzen politischen Verstrickungen zu erklären. Schnell fällt einem auf, dass einige Teile der Menschheitsgeschichte sich wiederholen. Aktuelle Probleme, sind nicht wirklich neu, sondern so oder so ähnlich bereits in der Vergangenheit aufgetreten. Klassenkampf, Krieg, Unterdrückung, Verantwortung, verschiedene Glaubensrichtungen und Reichtum sind die treibenden Kräfte und bestimmen unsere Weltgeschichte enorm.
Interessant fand ich, dass die abgebildeten Menschen keine vollständigen Gesichter haben. Lediglich der Kiefer und die Zähne sind zu sehen, aber das reicht schon aus, um die Gemütslage der gezeichneten Person eindeutig darzustellen.

Für die Lektüre dieses Geschichtsbuches ist ein wenig Grundwissen zur Weltgeschichte notwendig. Ohne etwas Wissen, erscheint es einem wiederholt nur um Krieg und Zerstörung zu gehen. Spannend ist hier auf jeden Fall, dass sowohl die Weltgeschichte, als auch die Sprache an sich komplett mit Bildern zu visualisieren ist. Es bedarf tatsächlich keiner Worte um Geschehnisse dem Leser zu vermitteln. Durch den Verzicht auf die Worte wird es für den Leser aber trotzdem zu einer Herausforderung, wenn er alle Bilder im Detail verstehen möchte. Das macht die Lektüre des Buches so besonders.
Etwas schade fand ich, dass es hier größtenteils um die negativen Aspekte unserer Weltgeschichte geht. Mich würde eine positive Weltgeschichte ohne Worte aber auch sehr interessieren. Es war doch sehr viel Krieg, Kampf und Blutvergießen zu sehen. Aber das ist ja nicht alles, was in den letzten Jahrhunderten geschehen ist. Unsere Weltgeschichte hat durchaus viele positive Ereignisse zu bieten. Vielleicht gibt es ja bald ein zweites Werk zur Weltgeschichte der Menschheit. Ich würde es sofort kaufen.

Veröffentlicht am 11.04.2017

Ein altmodisch und zugleich modernes Märchen

Der Wunderkasten / Leinengebundenes Bilderbuch
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Es handelt sich um ein Buch, welches erstmals 1990 erschienen ist und dieses Jahr als Sammlerstück mit Leineneinband nochmals erschienen ist. Der Wunderkasten von Rafik Schami erzählt eine Geschichte aus ...

Es handelt sich um ein Buch, welches erstmals 1990 erschienen ist und dieses Jahr als Sammlerstück mit Leineneinband nochmals erschienen ist. Der Wunderkasten von Rafik Schami erzählt eine Geschichte aus alter Zeit, wie sie schon lange mündlich immer weiter gegeben wurde. Rafik Schami hat sie mit einer wunderbar modernen Rahmenhandlung versehen, die zusätzlich eine eigene These liefert, ohne moralisch daher zu kommen.

Rafik Schami (geboren 1946 in Damaskus) wanderte 1971 nach Deutschland ein. Er studierte Chemie. Inzwischen schreibt er ausschließlich Bücher und „gilt als der Wortzauberer und Geschichtenerzähler schlechthin“(1). Seine Bücher, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gedacht sind, wurden mehrfach ausgezeichnet und sind in vielen Sprachen erschienen.
Peter Knorr (geboren 1956 in München) studierte Kunsterziehung. Inzwischen arbeitet er als Illustrator und Grafiker. Er illustrierte bereits viele Kinderbücher sowie Bucheinbände für Autoren wie Erich Kästner, Kirsten Boie und Paul Maar. Außerdem ist er Zeichner für die ZDF-Kinderserie „Siebenstein“. Seine Arbeiten wurden bereits von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines kleinen Jungen geschildert, der in eher ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Regelmäßig kommt ein alter Mann durch die verschiedenen Viertel gezogen. Er hat einen Wunderkasten dabei. Für ein wenig Geld können ein paar Kinder in diesen Wunderkasten schauen, während er die Geschichte des Liebespaares Leila und Sami erzählt, die wider aller Hinternisse doch am Ende zueinander finden. Die anderen Kinder und auch die Erwachsenen dürfen ohne etwas bezahlen zu müssen, der Geschichte lauschen. Im Wunderkasten sind Bilder passend zur Geschichte zu sehen. Sie sind alt und verblassen im Laufe der Jahre, sodass der Geschichtenerzähler sie durch Bilder aktueller Reklamen ersetzt. Doch das nimmt den Zauber seiner Erzählungen.

Leider wollte meine Tochter mit mir bisher nicht dieses wunderschön gestaltete Buch lesen. Woran das liegt kann ich nicht sagen und somit weiß ich auch leider nicht, wie es ihre gefallen würde. Mir hat es gut gefallen, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob Kinder ab 6 Jahren (so die Altersangabe des Verlags) wirklich die ganze Dimension dieser Erzählung bereits erfassen können. Aber das ist ja auch nicht immer wichtig.
Schön finde ich, dass hier zwei Thematiken in einem Buch behandelt werden. Im Zentrum steht die Geschichte von Leila und Sami, dem Liebespaar, die sich über die Verbote der anderen hinwegsetzen und an ihrer Liebe festhalten. Sie werden am Ende für ihren Mut und ihre Treue belohnt. Die Rahmenhandlung bietet hier eine ganz anderen Thematik, nämlich die, der Kraft der Phantasie. Wo zunächst die wunderschönen Bilder im Wunderkasten die Phantasie der Kinder beflügeln sollen, stellt sich am Ende heraus, dass die eigenen Ideen im Kopf noch viel phantastischer und wertvoller sind und erst den wahren Wert einer Geschichte ausmachen. Das musste der Geschichtenerzähler selbst erst erkennen, als er zunächst noch verzweifelt versuchte die fehlenden Bilder zu ersetzen und sich am Schluss dazu entschloss, die Kinder einfach ins Schwarze sehen zu lassen.

„[…] da hörte ich die Stimme des alten Mannes, so warm und schön, wie nie zuvor, und er fing an zu erzählen“

Die Illustrationen von Peter Knorr sind einzigartig. Knorr setzt die Geschichte liebevoll und durchaus humorvoll in Szene. Der Text bekommt eine zusätzliche Tiefe. Ganz besonders hat mir am Ende das Porträt des Geschichtenerzählers gefallen. Es entsprach meiner eigenen Vorstellung, eines alten und liebenswerten Mannes, der dafür lebt, anderen eine Freude zu bereiten. Witzig ist hier irgendwie, dass es überhaupt Bilder gibt, denn ist die Moral der Rahmenhandlung nicht die, dass die Phantasie der Menschen ausreicht, um ein Kino im eigenen Kopf zu erschaffen?

Rafik Schami gelingt es, einer alte Erzählung neuen Wind einzuhauchen und sie mit einer aktuellen Geschichte zu kombinieren. So entstand ein altmodisch und zugleich modernes Märchen, welches durch die dichterische Sprache und die detailreichen und überaus passenden Illustrationen Flügel verliehen bekommt.

Veröffentlicht am 07.04.2017

Packend von der ersten Seite an

Fremd
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Ursula Poznanski (geboren 1968 in Wien), arbeitete als Journalistin für medizinische Zeitschriften. 2010 debütierte sie mit ihrem Jugendroman Erebos. Es folgten Saeculum, Layers und Elanus. Außerdem schrieb ...

Ursula Poznanski (geboren 1968 in Wien), arbeitete als Journalistin für medizinische Zeitschriften. 2010 debütierte sie mit ihrem Jugendroman Erebos. Es folgten Saeculum, Layers und Elanus. Außerdem schrieb sie Thriller. Mit fünf gelang ihr ein Bestseller. Gemeinsam mit Arno Strobel veröffentlichte sie Fremd und Anonym.
Arno Strobel (geboren 1962 in Saarlouis) studierte Informationstechnologie und arbeitete über viele Jahre bei einer Bank in Luxemburg. Erst spät begann er mit dem Schreiben. 2007 debütierte er unter einem Pseudonym mit dem Thriller Magnus – Die Bruderschaft. Seither sind noch viele weitere Psychothrillern erschienen: Der Trakt, Das Wesen, Das Skript, Der Sarg etc. Seine Bücher gelten als Bestseller. Seit 2014 ist er ausschließlich als Autor tätig.

Als Joanna eines Tages zu Hause den Feierabend genießen will, hört sie jemand Fremdes in ihrem Haus rumoren. Der Eindringling überrascht sie trotz aller Vorsicht und behauptet ihr Verlobter Erik zu sein.
Erik ist sich sicher, dass mit seiner Freundin Joanna etwas passiert sein muss. Er will ihr helfen, doch sie verhält sich wie eine völlig fremde Frau, ist noch dazu aggressiv und gefährlich.
So springt die Geschichte zwischen den beiden Perspektiven hin und her. Aber wer von den beiden hat nun tatsächlich die Wahnvorstellungen und wie konnte es dazu kommen?

Diesen Thriller habe ich in gerade einmal zwei Tagen verschlungen und das obwohl ich eigentlich eher selten Thriller lese. Er ist von der ersten Seite an sehr spannend geschrieben. Schnell kommt der Leser ins Grübeln und stellt seine eigenen Vermutungen und Thesen auf. Die Spannung ist teilweise kaum auszuhalten. Die beiden Hauptprotagonisten sind sehr sympathisch und die ganze Handlung sehr emotional gestaltet. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, sodass es nicht schwer fällt die verschiedenen Sichtweise nachzuvollziehen. Das Ende überrascht, da es zum Teil offen bleibt und Platz für Spekulationen lässt. Wer weiß, vielleicht folgt ja auch noch ein weiterer Band.

Die Handlung ist lebhaft beschrieben und die Perspektive springt abwechselnd von Joanna zu Erik. Dies geschieht aber so fließend, sodass man manchmal einen Moment braucht, um umzuschalten. Die Auflösung kam für mich etwas zu plötzlich und ein wenig fraglich ist sie meiner Meinung nach auch. Muss wirklich ein so großer Aufwand betrieben werden, um jemanden zu stoppen, der eigentlich gar nicht wirklich weiß, was los ist?

Die Ausgangssituation packt den Leser sofort und man ist hin und her gerissen, da nicht wirklich immer klar ist, wer verwirrt ist, ob jemand in kriminelle Machenschaften verwickelt ist und was es mit dieser ganzen Sache überhaupt auf sich hat. Alles in allem handelt es sich um einen gelungenen Thriller, mit ein paar inhaltlichen Defiziten, die einen aber eher hinterher beschäftigen und nicht bereits während des Lesens. Ein Buch, welches mich sehr gut unterhalten hat, ohne dabei einen wirklich tiefgründigen Kern zu haben.

Veröffentlicht am 05.04.2017

„Der Tod ist eine reizende kleine Person. Doch das weiß niemand.“

Der Besuch vom kleinen Tod
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht hier der Kleine Tod. Er ist traurig, denn niemand will ihn bei sich haben. Alle haben sie Angst vor ihm. Doch eigentlich will er die Menschen doch nur auf einem neuen ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht hier der Kleine Tod. Er ist traurig, denn niemand will ihn bei sich haben. Alle haben sie Angst vor ihm. Doch eigentlich will er die Menschen doch nur auf einem neuen unbekannten Weg begleiten. Doch alles ändert sich eines Tages, als er das Kind Elisewin abholen kommt. Sie freut sich auf ihn, begrüßt ihn freundlich, geradezu überschwänglich. Diesmal muss nicht der Kleine Tod den Weg anführen, nein das übernimmt das Mädchen selbst. Und so erinnert sich Kleiner Tod daran, dass er selbst ein Kind ist. Die beiden unterhalten sich, spielen und lachen miteinander. Doch irgend wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Elisewin das Totenreich verlassen und in ein neues Leben aufbrechen muss. Kleider Tod ist traurig, aber er lässt sie gehen. Kurz darauf kommt das Mädchen als Engel wieder. Von nun an begleiten beide zusammen die Toten auf ihrem Weg und die Verstorbenen haben keine Angst mehr vor dem Tod.

„Elisewin ist nicht mehr da.
Der Tod fühlt sich sehr allein.
Alles erscheint ihm sinnlos.“

Dieses Buch wurde mit dem Astrid Lindgren Memorial Award ausgezeichnet. Es hat mich sofort angesprochen, allerdings wollte meine Tochter es sich nie genauer anschauen. Das Cover lädt kleinere Kinder wohl eher nicht dazu ein, diese Geschichte zu entdecken. Die Bilder sind zwar auch durchaus mit Farbe und Helligkeit versehen, allerdings wirken sie etwas düster und gruselig. Interessant finde ich hier aber die Wendung der Geschichte. Wo sonst die Hinterbliebenen der Toten trauern und Einsamkeit verspüren, ergeht es hier dem Tod ganz genauso. Auch er fühlt sich ohne Elisewin einsam und verlassen. Die Beschreibung der Trauer um einem Verlust der etwas anderen Art ist auch hier gelungen, wobei ich es eher als ein Buch für Erwachsene empfehlen würde.

Veröffentlicht am 21.03.2017

Sei größtmöglich du!

Brave New Girl
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Wer braucht nicht auch manchmal ein paar aufmunternde Worte, wenn es im Leben gerade nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat oder wenn neue Herausforderungen auf einen warten. So ging es auch Lou ...

Wer braucht nicht auch manchmal ein paar aufmunternde Worte, wenn es im Leben gerade nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat oder wenn neue Herausforderungen auf einen warten. So ging es auch Lou Hamilton und ihrer Tochter, als diese die Schule abschloss und die Welt für sich erkundete. So entstanden die Zeichnungen um das Brave New Girl mit vielen Tipps und Weisheiten fürs Leben. Diese Worte waren aber sicherlich nicht nur an die Tochter gerichtet, sondern auch an sich selbst. Denn loslassen ich auch nicht so einfach.

„Freue dich über die Loopings, die das Leben dreht.“ (Seite 100)

Lou Hamilton lebt mit ihren zwei Kindern in London. Sie ist Künstlerin, Autorin und Creative Life Coach. Die Originalausgabe des vorliegenden Buches erschien 2016 unter dem Titel Brave New Girl. How to be fearless.

Auf 214 Seiten erschafft Lou Hamilton die Welt des Brave New Girls. Aussagekräftige Bleichstiftzeichnungen werden weisen Worten aus allen Belangen des Lebens zur Seite gestellt. Das Buch ist in zehn Kapiteln unterteilt, welche Titel haben wie: „Blicke deinen Ängsten ins Auge“, „Deine Zeit wird kommen“, „Frechheit ist Freiheit“ oder „Du bist gut genug“. In diesen Kapiteln sind auf Doppelseiten diverse Sprüche mit treffenden Zeichnungen abgebildet.

„Stell dein Licht nicht unter den Scheffel.“ (Seite 60)

Die Zeichnungen sind eher Minimalistisch, hin und wieder gibt es aber auch ein wenig aufwändigere Zeichnungen, wie zum Beispiel ineinander übergehende Zebras. Im Zentrum der Weisheiten steht das Brave New Girl. Ein Mädchen mit Kleid und langen Haaren, aber ohne Gesicht, welches durch die Welt wandert und vor vielen Herausforderungen steht, die es zu bewältigen gilt. Durch die Einfachheit der Zeichnung ist das Brave New Girl kein Individuum, es symbolisiert vielmehr alle Mädchen, die vor neuen Herausforderungen stehen. Die Autorin gibt viele Tipps für ein glückliches Leben. Sie will aufmuntern, stärken und aufbauen.

„Laufe mit dem Tier in dir.“ (Seite 119)

Außerdem wird deutlich, dass jeder Mensch für sich einzigartig ist und somit sehr wertvoll für den Rest der Welt. Das Mädchen wird aufgefordert mutig, stark und selbstbewusst zu sein. Es soll Ängste überwinden, Neues wagen. Aber auch manchmal einfach nur die Seele baumeln lassen, lachen und glücklich sein. Auch Umwege führen ans Ziel und sind manchmal sogar die besseren Wege. Oftmals sind Hindernisse eine Bereicherung, Misserfolge bringen wertvolle Erfahrungen.

Interessant finde ich die Titelübersetzung. Wo in der Originalausgabe „How to be fearless“ steht, also wie ich furchtlos bin, so ist die deutsche Variante eine andere: Wie wir furchtlos werden. Dies impliziert, dass man Furcht hat und diese erst überwinden muss. Während die englische Variante einfach aussagt, dass wir von Natur aus stark sind.

Die Zeichnungen sind oftmals sehr humorvoll. Die Weisheiten sind nicht wirklich neu, aber in Verbindung mit den ungewöhnlichen Zeichnungen werden sie dennoch zu etwas Einzigartigem. Wenn Lou Hamilton also sagt „Dein Karma holt dich ein“ (Seite 191), so steht das Brave New Girl auf einem Bumerang. Heißt es „Tu einfach mal so etwas nettes“ (Seite 185), dann fliegt das Brave New Girl mit dem Schlitten und den Rentieren des Weihnachtsmannes um die Welt. Der Leser wird jederzeit zum Nachdenken angeregt.

Das Buch bietet als schönes Mitbrinsel für Menschen, die oft an sich zweifeln, sicherlich den ein oder anderen Denkanstoß. Die liebevollen Zeichnungen bringen den Leser zum Lächeln und zum Nachdenken. Natürlich kann das Buch einen nicht von all seinen Sorgen und Nöten befreien, es lässt einen aber doch etwas mutiger in die Zukunft blicken.

„Sei größtmöglich du“ (Seite 209)