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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2022

sachlicher Polizeikrimi

Enna Andersen und der falsche Täter
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Dies war mein erstes Buch von de Reihe rund um Enna Andersen, aber auch insgesamt mein erstes Buch von Anna Johannsen. Vermutlich aber auch mein letztes. Nicht weil es schlecht gewesen ist, sondern weil ...

Dies war mein erstes Buch von de Reihe rund um Enna Andersen, aber auch insgesamt mein erstes Buch von Anna Johannsen. Vermutlich aber auch mein letztes. Nicht weil es schlecht gewesen ist, sondern weil es bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Und ich nicht das Gefühl habe, mehr über die anderen Fälle oder die Personen erfahren zu wollen.

Zuallererst stört mich aber hier tatsächlich der Titel! In meinen Augen ist dieser falsch gewählt. Denn wie bereits aus dem Klappentest hervorgeht, gab es damals einen MUTMASSLICHEN Täter, aber dieser wurde frei gesprochen. Unterm Stricht gibt / gab es KEINEN Täter für dieses Verbrechen! Also kann es auch keinen falschen geben! Da hätte man eher „falscher Verdächtiger“,… wählen müssen.

Der Einstieg fiel mir schwer. Im Schnellverfahren wird der alte Fall durchgegangen, der nun neu aufgerollt werden soll. So wird man innerhalb weniger Seiten mir etlichen Namen, Ermittlungsansätzen, Vorkommnissen,… konfrontiert. Da war einfach zu viel Information in zu kurzer Zeit. Erst als es an die wirkliche Aufarbeitung des Falles durch das Team geht, bekommt dies Struktur und wird nachvollziehbar.

Insgesamt wird hier Wert auf die polizeiliche Arbeit und die mühsame Ermittlung gelegt. Grundsätzlich finde ich dies gut. Aber mir war es zu sachlich und nüchtern beschrieben und wirkte dadurch trocken, rational und kühl. Es war zu wenig emotional. So kann ich auch nicht sagen, ob mir eine der Personen sympathisch war. Irgendwie konnte ich sie nicht wirklich greifen.

ich habe es gerne gelesen, aber es hat mich nicht wirklich abgeholt und gepackt. Ich hatte nie das Gefühl nun endlich wissen zu wollen, was hinter dem damaligen Verbrechen steckt.
Schade eigentlich!

Fazit: es war gut. Aber nicht mehr und auch nicht weniger.

Veröffentlicht am 27.02.2022

Ann: Tochter eines Mörders?

Perfect Day
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Anns geliebter Papa soll ein Mörder sein. Doch sie hat ganz andere Erinnerungen an ihn. Er ist liebevoll, umsorgt sie und ist zu solch einer Tat einfach nicht fähig. Sie ist von seiner Unschuld überzeugt, ...

Anns geliebter Papa soll ein Mörder sein. Doch sie hat ganz andere Erinnerungen an ihn. Er ist liebevoll, umsorgt sie und ist zu solch einer Tat einfach nicht fähig. Sie ist von seiner Unschuld überzeugt, auch wenn sich die Ermittler ihrer Sache sicher zu sein scheinen. Da sie auf einmal alleine dasteht, die Presse hinter die Identität des Verdächtigen kommt und scheinbar keiner mehr in eine andere Richtung ermittelt, macht sie sich selber auf die Suche nach der Wahrheit.

Für mich im Mittelpunkt stand die Beschäftigung, wie Angehörige eines Verdächtigen mit dieser Situation umgehen. Egal ob sich der Verdacht bestätigt oder nicht, hat alleine der Verdacht bereits Auswirkungen auf Freunde, Familie, Bekannte,…

Und doch sind die Angehörigen auch eine wichtige moralische Unterstützung. Meinen sie doch den Verdächtigen viel besser zu kennen und einschätzen zu können, als jeder Andere. Doch kennt man eine andere Person wirklich? Ann ist davon überzeugt und will die Unschuld ihres Vaters beweisen. Eine andere Möglichkeit und Sichtweise gibt es für sie nicht.

Da ihr Vater beharrlich zu den Vorwürfen schweigt, weiß man auch als Leser nicht, ob er schuldig oder unschuldig ist und macht sich zusammen mit Ann auf diese Suche. Und bei allem Verständnis für sie und die Situation, ist sie mir doch nicht sympathisch gewesen. War sie mir in ihren Handlungen einfach zu uneinsichtig und radikal. Sie verrennt sich regelrecht und akzeptiert keine andere Meinung mehr.

Fazit: Hat mich nicht überzeugt und war zeitweise zäh zu lesen. Sympathie konnte ich zu keinem Protagonisten aufbauen. Und sowohl die Handlungen von Ann, als auch das sehr spät angesprochene Motiv des Mörders war nur schwer nachvollziehbar.

Veröffentlicht am 23.10.2021

Ich bin mit der Hauptfigur nicht warm geworden

Die andere Tochter
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Auch nachdem einige Zeit vergangen ist und ich mir einige Gedanken zu dem Buch machen konnte, weiß ich immer noch nicht, wie ich es finde.
Um es vorneweg zu nehmen: das Ende fand ich überraschend gut und ...

Auch nachdem einige Zeit vergangen ist und ich mir einige Gedanken zu dem Buch machen konnte, weiß ich immer noch nicht, wie ich es finde.
Um es vorneweg zu nehmen: das Ende fand ich überraschend gut und hat mich mit dem Rest versöhnt. Ja, es wurden viele Themen aufgegriffen, aber auch wirklich wichtige, wie Organspende. Und diese Themen kamen bereits im Laufe der Geschichte vor und haben das ganze nun abgerundet.
Aber ich muss leider sagen, dass mir Toni über weite Strecken einfach fremd war und ich sie nicht verstanden habe. Ich konnte ihre Handlungen nicht nachvollziehen und damit hatte ich wirklich Probleme, so dass ich mich auch phasenweise zwingen musste trotzdem weiterzulesen. Ich habe noch verstanden, dass sie nach dem Unfall und der Augen-OP wissen wollte, von wem die Cornea eigentlich kam und welches Schicksal dahinter steht. Aber ihr Interesse war schon fast zwanghaft und völlig überzogen. Für meine Begriffe hat sie sich zu sehr in das Leben der anderen Familie eingemischt und völlig den Kontakt zur Realität verloren. Sie ist in das Leben der Verstorbenen eingetaucht und hat sich mit ihr identifiziert und gleichzeitig gewundert und geärgert, wenn sie auf die Ähnlichkeit mit der Verstorbenen angesprochen wurde. Vielleicht hätte ich es bei einer Herz-OP oder ähnlichem noch verstanden, aber hier leider nicht. Erst zum Schluss hin kam ich ihr näher und sie wurde sympathischer.
Dadurch hatte das Buch gerade in der ersten Hälfte leider extreme Längen und Tonis Handlungen und Gedanken waren zu esoterisch angehaucht.

Veröffentlicht am 02.07.2021

Spionageroman

SØG. Dunkel liegt die See
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Mit jedem neuen Buch hofft man auf ein Lesevergnügen. Und deswegen probiert man auch gerne neue Autoren oder Reihen aus. Aber Lesevergnügen habe ich hier leider nicht gefunden.
Ich fand den Einstieg unheimlich ...

Mit jedem neuen Buch hofft man auf ein Lesevergnügen. Und deswegen probiert man auch gerne neue Autoren oder Reihen aus. Aber Lesevergnügen habe ich hier leider nicht gefunden.
Ich fand den Einstieg unheimlich schwierig und wusste überhaupt nicht, wer sich dort im Hafen herumtreibt. Welches Foto gezeigt wird, wer gesucht wird, und vor allem, warum das alles. Bis sich da ein klareres Bild abgezeichnet hat und ich einen gewissen Zugang hatte, hat es wirklich etliche Seiten gedauert.
Hintergrund für das Ganze ist die Frage, was vor vielen Jahren wirklich auf dem Schiff MS Ursula geschah. Hat der einzig Überlebende seine Kameraden getötet oder nicht?
Wie im Nachwort zu lesen ist, gab es dies wirklich. Die Geschichte beruht also auf einer wahren Begebenheit. Gerade vor diesem Hintergrund hätte es super spannend sein können und ich war umso enttäuschter. Ich fand es recht zäh zu lesen und langatmig. Auch entpuppt es sich mehr als Spionageroman und das ist einfach nicht mein Ding, wie ich einmal mehr feststellen musste.
Von mir deswegen keine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 09.06.2021

Urlaubskrimi

Das Grab in den Schären
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Einstieg in eine Reihe im 10. Band ist natürlich nicht optimal, aber ich habe es trotzdem probiert. Bezogen auf die Ermittlungen ist das auch ohne Probleme möglich. Aber der Zustand von Nora Linde bezieht ...

Einstieg in eine Reihe im 10. Band ist natürlich nicht optimal, aber ich habe es trotzdem probiert. Bezogen auf die Ermittlungen ist das auch ohne Probleme möglich. Aber der Zustand von Nora Linde bezieht sich doch sehr auf den Vorgängerband (zumindest gehe ich davon aus.) Vielleicht hätte mir dessen Kenntnis tatsächlich geholfen, ihren Zustand zu verstehen!? Denn zumeist fand ich sie recht nervig und überspannt. Irgendwie wurde ich mit ihr nicht warm. Wird sie doch sonst als so starke und taffe Person beschrieben. Da fiel ist mir echt schwer zu verstehen, warum sie sich so sehr in den Fall verbeißt und außerhalb ihrer Zuständigkeit ermittelt. Es wurde mehrmals von der Autorin versucht, dies zu erklären, aber wenn Nora Linde doch sonst eigentlich eine logisch denkende Staatsanwältin ist, hat ihr Handeln in diesem Band nichts damit zu tun.
Den Polizisten Thomas Andreasso fand ich da schon wesentlich sympathischer. Abwechselnd wird aus der Perspektive dieser beiden Hauptpersonen berichtet. Zu weil kam mir aber die polizeiliche Ermittlung zu kurz! Der private Hintergrund nimmt noch sehr viel Raum ein. Das finde ich sehr schade. War doch die Grundidee, dass Knochenreste bei Bauarbeiten gefunden werden und jetzt alte Vermisstenfälle neu untersucht werden, wirklich gut. Auch war mir für die im Moment sehr beliebten „cold-cases“ die Aufklärung dann doch zu einfach. Man hat das Gefühl man braucht nur ein bisschen mit den Personen zu reden, schon kommt man der Lösung näher. Ich glaube gerade bei dieses alten Fälle ist in der Realität die Aufklärung sehr viel schwerer und komplexer.
Gut gefallen hat mir die Beschreibung der Gegend rund um die Schären Inseln. Da hat man wirklich Lust, da mal hin zu fahren.
Fazit: guter Urlaubskrimi mit Flair. Klar im Vordergrund standen die Personen, darunter leidet eine spannende und vielfältige Ermittlungsarbeit.