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Veröffentlicht am 05.12.2021

Haifischbecken

Late Night
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„Late Night“ von Nora Welling entführt in die Welt einer Gründershow, wo die Grenzen zwischen Herz und Geschäft verschwimmen.
Die junge App-Programmiererin Louisa hat die Chance, ihr Herzensprojekt in ...

„Late Night“ von Nora Welling entführt in die Welt einer Gründershow, wo die Grenzen zwischen Herz und Geschäft verschwimmen.
Die junge App-Programmiererin Louisa hat die Chance, ihr Herzensprojekt in der TV-Show Unter Haien vorzustellen. Sie hat eine App entwickelt, die Autisten die Kommunikation erleichtern kann. Doch ihre Präsentation steht unter keinem guten Stern und so ziemlich alles scheint schief zu gehen. Trotzdem bietet ihr der erfolgreiche Jungunternehmer und Hardliner Ruben Stephanski einen Deal an, bei dem sogar eine einjährige Mentorenschaft winkt. Louisa ist überglücklich und völlig fasziniert von dem attraktiven und unnahbaren Selfmade-Millionär, aber Ruben verfolgt auch seine eigenen Ziele und Louisa muss aufpassen, dass sie sich nicht verliert.

Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und mag ihre emotionalen und gefühlvollen Geschichten, die immer auch ernste Problematiken ansprechen.
Louisa hat die Idee für ihre Software hauptsächlich für ihre Schwester entwickelt, der sie damit im schwierigen Alltag helfen möchte. Sie ist eine Idealistin, die den Gefahren der harten Geschäftswelt noch nicht wirklich gewachsen ist. Oft wird sie komplett unterschätzt und auch Ruben lässt sich anfangs mehr von ihrem Äußeren blenden. Ich mag Louisa und ihre Entwicklung im Buch. Zuerst musste ich bei ihren Fangirl-Momenten noch die Augen verdrehen, aber zum Glück entdeckt sie bald ihre innere Stärke und wächst über sich hinaus.
Ruben ist ein schwieriger Charakter, den man nicht so einfach greifen kann. Er unterliegt aufgrund seiner Vergangenheit einem enormen Erfolgsdruck, der nicht nur von außen kommt, sondern auch von seinen hohen Ansprüchen an sich selbst. Louisa ist wie ein Sonnenstrahl in seiner düsteren Welt, aber es ist fraglich, ob sie ihn aus der Dunkelheit zieht oder er sie mit in den Abgrund reißt.
Nora Welling hält bis zum Schluss gekonnt die Balance, denn die berührende und teils dramatische Story hätte an vielen Stellen leicht in eine falsche Richtung abrutschen können. Die Handlung und die Charaktere bleiben authentisch, auch wenn manche Dinge nur an der Oberfläche angekratzt werden. An einigen Stellen hätte es für mich persönlich noch mehr in die Tiefe gehen können, aber das ist nur mein subjektiver Eindruck.

Mein Fazit:
Ich gebe gern eine Leseempfehlung und sehr gute vier Sterne!

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Veröffentlicht am 29.11.2021

Alte Rache

Der Gejagte
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„Der Gejagte“ von Gabriella Ullberg Westin ist der vierte Band der Krimireihe um den unkonventionellen Kommissar Johan Rokka.
Es ist Oktober und die Jagdsaison in Nordschweden hat begonnen. Eine Gruppe ...

„Der Gejagte“ von Gabriella Ullberg Westin ist der vierte Band der Krimireihe um den unkonventionellen Kommissar Johan Rokka.
Es ist Oktober und die Jagdsaison in Nordschweden hat begonnen. Eine Gruppe von Jägern bricht zur Elchjagd auf, aber ein Mitglied fehlt. Kurze Zeit später wird der Vermisste aufgehängt im Kühlhaus zwischen den gehäuteten Elchen gefunden. Die Bedeutung einer rätselhaften Markierung auf der Leiche erschließt sich, als das nächste Opfer entdeckt wird. Es handelt sich um eine Nummerierung, und nach den Ziffern sechs und fünf sind offensichtlich noch mindestens vier Opfer zu erwarten. Johan Rokka tappt im Dunkeln und versucht fieberhaft zu verhindern, dass der Killer seinen Countdown vollendet.

Auch wenn es sich um den Teil einer Reihe handelt, kann man den Krimi problemlos unabhängig von den anderen Bänden lesen. Ich mag die facettenreiche Figur von Johan Rokka, der einige Ecken und Kanten hat, aber trotzdem nicht zu problemüberlastet, wie manch anderer Ermittler in vergleichbaren Büchern.
Die Autorin erzählt wieder aus verschiedenen Perspektiven und verknüpft unterschiedliche Handlungsstränge zu einem spannenden Gesamtkonstrukt. Die Grundidee ist geschickt umgesetzt und im Laufe der Handlung fallen nach und nach die Puzzlestücke in die richtige Position. Der eigentliche Fall steht glücklicherweise im Fokus, obwohl das Privatleben der Kommissare ebenfalls wieder Raum bekommt. Die sich dabei andeutende Romanze und die daraus resultierenden Eifersüchteleien und Intrigen, waren mir persönlich aber zu konstruiert und fast schon kindisch. Das hätte es meines Erachtens nicht unbedingt gebraucht.
Ich habe lange gerätselt, wer der Täter sein könnte und Gabriella Ullberg Westin konnte mich mit ihrer Auflösung tatsächlich überraschen. Insofern hat sie bei diesem Krimi alles richtig gemacht, wenn man von den albernen privaten Verwicklungen absieht.

Mein Fazit:
Das Buch wird nicht mein Lieblingsteil der Reihe, ist aber trotzdem solide schwedische Krimikost. Von mir gibt es also gern eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.11.2021

Hohe Ziele

The Dream Of Us
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„The Dream Of Us“ von Yvi Kazi ist der Auftaktband zu ihrer neuen New Adult Reihe um den St. Clair Campus.
Der Lebensinhalt von July Summers besteht zum einen aus ihrem Literaturstudium und zum anderen ...

„The Dream Of Us“ von Yvi Kazi ist der Auftaktband zu ihrer neuen New Adult Reihe um den St. Clair Campus.
Der Lebensinhalt von July Summers besteht zum einen aus ihrem Literaturstudium und zum anderen aus Cheerleading. Alle anderen Dinge stehen weit dahinter. Ihr größter Traum ist ein Job als Cheerleaderin in der NFL, an den einige harte Bedingungen geknüpft sind. Beziehungen zu Footballern sind ein strenges Ausschlusskriterium, was bisher nie ein Problem war. Als jedoch der neue Quarterback Andrew McDaniels an ihr College wechselt, ändert sich die Lage. July gerät erstmals in Zweifel, ob sie ihre Gefühle für Drew für ihren NFL-Traum opfern will.

Ich mag den leichten und flüssigen Schreibstil der Autorin, der den Einstieg in das Buch sehr leicht macht.
July ist eine sehr ehrgeizige und zielstrebige Protagonistin, die ihren hochgesteckten Plänen alles andere unterordnet. Und genau das war der Punkt, den ich persönlich nicht so an ihr mochte und der dafür sorgte, dass ich bis zum Ende nicht wirklich mit ihr warmgeworden bin. July ist so fokussiert auf sich und ihr Ziel, dass sie für die Emotionen und Probleme ihrer Freunde und Familie, oder eben auch Drew, völlig blind ist. Kommunikation scheint in der ganzen Familie nicht so beliebt zu sein, von der ich Julys Bruder Bo noch am meisten mochte.
Drew ist fast schon zu gut und liebenswert und er war neben Bo meine klare Lieblingsfigur. Er hat ein riesiges Herz, was durch July arg strapaziert wird. Ich mag seinen Humor und seine offene und freundliche Art.
Der Aufbau der Story und die überraschenden Wendungen haben mir gut gefallen, wobei es bei der Dramadichte für mich ein Stück weniger auch getan hätte. Obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von July bin, ist ihre Entwicklung doch nachvollziehbar und schlüssig erzählt. In ihren guten Tagen haben July und Drew eine großartige und knisternde Dynamik, die über die schlechten Zeiten tröstet und auf ein Happy End hoffen lässt.

Mein Fazit:
Trotz kleiner Kritikpunkte gibt es von mir gern eine Leseempfehlung und ich freue mich auf die nächsten Bände!

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Veröffentlicht am 26.11.2021

Lebe deinen Traum

Still With You
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„Still With You“ von Morgane Moncomble erzählt eine emotionale New Adult Story, die sich keinen einfachen Themen widmet.
Lara und ihre Zwillingsschwester Amelia waren bisher unzertrennlich. Aber nach ...

„Still With You“ von Morgane Moncomble erzählt eine emotionale New Adult Story, die sich keinen einfachen Themen widmet.
Lara und ihre Zwillingsschwester Amelia waren bisher unzertrennlich. Aber nach den Sommerferien vor Beginn des Abschlussjahres verfolgt Amelia plötzlich eigene Interessen und distanziert sich von Lara. Sie beendet ihr bisheriges Akrobatik-Training, wo sie mit Lara ein eingespieltes Zweierteam bildete. Doch für Lara ist die Luftakrobatik mehr als nur ein Hobby, denn sie hoffte auf die Aufnahme in die Akrobatikschule. Verzweifelt sucht sie einen neuen Partner und fasst dabei ihren Nachbarn und Klassenkameraden Casey ins Auge, der vor Jahren das Training aufgab, obwohl er ein riesiges Talent war.

Das Thema Akrobatik finde ich überaus spannend und Morgane Moncomle beschreibt die ganze Faszination so bildlich und mitreißend, dass man Lara komplett verstehen kann.
Lara ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, wobei einige Kanten definitiv nicht ihre Schuld sind. Die plötzliche Trennung von ihrer geliebten Zwillingsschwester lässt ihre inneren Dämonen lebendig werden und auch das Bodyshaming, welches sie selbst innerhalb der Familie durchmachen muss, setzt sie unter Stress. Die Autorin greift in Laras Geschichte ein schwieriges Thema auf, was für mich als Außenstehende authentisch und nachvollziehbar gelungen ist. Ich muss zugeben, dass ich nicht alle Seiten von Lara vorbehaltlos mochte, aber trotzdem habe ich bei ihrer nicht einfachen Entwicklung migefiebert und ihr die Daumen gedrückt.
Casey ist ein großartiger Gegenpart für die ehrgeizige Lara, dem es gelingt, sie meistens aufzufangen, wenn sie fällt. Seine Träume könnten nicht weiter von Laras entfernt sein und doch ähneln sie sich fast schon schicksalhaft.
Die Geschichte ist ein Auf und Ab der Gefühle und niemandem wird es leicht gemacht. Ich liebe die Bücher der Autorin, aber diesmal konnte sie mich nicht ganz so begeistern wie sonst. Das liegt ganz sicher nicht an den tiefgründigen und großartigen Charakteren, sondern einfach am allerletzten Funken, der diesmal bei mir persönlich nicht übergesprungen ist.

Mein Fazit:
Keine leichte Kost, aber absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 24.11.2021

Mitbewohner in London

Wir trafen uns im Dezember
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„Wir trafen uns im Dezember“ von Rosie Curtis erzählt eine unaufgeregte und eher leise Romanze.
Jess wagt einen Neuanfang in London und ist total aufgeregt, da sie einen erschwinglichen WG-Platz in Notting ...

„Wir trafen uns im Dezember“ von Rosie Curtis erzählt eine unaufgeregte und eher leise Romanze.
Jess wagt einen Neuanfang in London und ist total aufgeregt, da sie einen erschwinglichen WG-Platz in Notting Hill im Haus ihrer Freundin Becky ergattert hat. Gleich beim Kennenlernen ihrer neuen Mitbewohner schlägt ihr Herz für den attraktiven Alex, mit dem sie zukünftig Wand an Wand leben wird. Doch die Regel, dass es keine Beziehungen zwischen den Bewohnern geben darf, bremst die Gefühle von Jess aus. Alex nimmt diese Regel wohl nicht ganz so wörtlich, denn schon bald darf sie sich seine Affäre mit einer anderen Mitbewohnerin anschauen. Aber noch steht das Gefühlskarussell nicht still.

Die Beschreibung verspricht eine witzige und romantische Lovestory, was in meinen Augen leider nicht ganz erreicht wird.
Rosie Curtis lässt die Perspektiven zwischen Jess und Alex wechseln, die beide auf ihre Art mit der nicht zu leugnenden gegenseitigen Anziehung umgehen. Beide haben viele Gemeinsamkeiten und liegen voll auf einer Wellenlänge. Jeder hat eine unschöne Trennung und eine berufliche Umorientierung hinter sich und eigentlich gar keinen Kopf für eine neue feste Beziehung. Die Affäre von Alex schiebt ihr Verhältnis automatisch in die Friendzone, in der sie sich immer besser verstehen. Und irgendwann ist dann doch mehr als nur Freundschaft vorhanden.
Die Protagonisten sind grundsätzlich sympathisch, aber wenn sie aus ihren jeweiligen Perspektiven ihre Erlebnisse erzählen, fehlte mir persönlich irgendwie die Emotion. Alles wirkt ein wenig leidenschaftslos und der Funke springt nicht ernsthaft über. Natürlich sind sowohl Jess als auch Alex eher ruhige Charaktere und großes Drama passt überhaupt nicht zu ihnen, aber auch eine leise Annäherung kann mit viel Gefühl erzählt werden. Nur konnte mich das Buch in dieser Hinsicht weniger überzeugen.
Das Setting hingegen ist toll gelungen und man kann die Begeisterung von Jess nachempfinden, wenn sie mit Alex auf Entdeckertour geht.

Mein Fazit:
Eine nette Lovestory für die ruhigen Momente, die man gut in der Vorweihnachtszeit genießen kann.

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