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Veröffentlicht am 08.03.2022

Grundsätzlich spannende Fortsetzung

Jigsaw Man - Der tote Priester
4

Worum geht’s?
Als ob der Mord an einem Pastor nicht schon für genug Aufregung sorgen würde, ausgerechnet am Tatort stößt Anjelica Henley auch noch auf einen schwer misshandelten Mann, der eindeutige Spuren ...

Worum geht’s?
Als ob der Mord an einem Pastor nicht schon für genug Aufregung sorgen würde, ausgerechnet am Tatort stößt Anjelica Henley auch noch auf einen schwer misshandelten Mann, der eindeutige Spuren einer Folterung aufweist. Inmitten von Diskriminierungsvorwürfen und familiären Tragödien muss Henley nicht nur einen Mord aufklären, sondern auch herausfinden, was der ermordete Pastor mit Folter und Teufelsaustreibungen zu tun hat.


Meine Meinung
Die Jigsaw Man – Reihe von Nadine Matheson hat auf jeden Fall jede Menge Potenzial, das ich definitiv zu schätzen weiß. Nichtsdestotrotz hat mir an einigen Stellen einfach noch ein wenig Tiefe gefehlt, um mich wirklich vollends begeistern zu können.

Wirklich gut gefallen hat mir zunächst einmal der Spannungsbogen. Die Geschichte hält sich nicht erst mit langen Vorreden auf, und auch, wenn man Teil eins der Reihe nicht mehr so ganz präsent hat, kommen doch schon einige Details beim Lesen wieder. Da der Erzählstil eher weniger auf lange Zwischenepisoden und stattdessen eher auf rasche Szenenwechsel setzt, kommt beim Lesen einfach keine Langeweile auf. Das Thema des Thrillers ist dabei zwar durchaus brutal, artet aber nicht in reine Abschlachtfantasien aus und bewegt sich in einem – wenn auch mitunter schwer – aushaltbaren Rahmen.

Nicht ganz elegant gelöst fand ich das eingewebte Beziehungsdrama, da ich diesen Handlungsstrang insgesamt als eher unnötig empfinde und mich freuen würde, wenn es wenigstens im nächsten Band zu einer Lösung kommen würde. Den Charakter von Henley macht dieser Teil der Geschichte leider auch nicht ganz sympathisch, was es mir beim Lesen zeitweise ein wenig schwer gemacht hat, sie nicht einfach packen und durchschütteln zu wollen.

Ein wenig schade fand ich außerdem, wie schlussendlich auf die Auflösung des Falls hingearbeitet wurde. Dass ich mich während des Lesens tatsächlich bis zum Schluss auf der falschen Fährte befunden habe, hat mich zunächst eigentlich noch sehr positiv überrascht. Als dann aber praktisch innerhalb von Minuten klar war, um welche Tatperson es sich handeln musste, hätte ich mir doch etwas weniger Hektik und ein wenig mehr zielgerichtete Ermittlungen gewünscht, um dort irgendwie noch eine konstantere Entwicklung am Ende der Geschichte einzubauen.


Fazit
Nicht nur Thrillerfans werden an diesem Buch mit Sicherheit eine Menge Gefallen finden, denn der grundsätzliche Aufbau des Spannungsbogens und das prinzipiell hohe Erzähltempo machen diese Geschichte zu wirklich unterhaltsamem Lesestoff. Für meinen Geschmack hätten manche Handlungsbögen aber trotzdem noch ein wenig detaillierter ausgearbeitet werden müssen, um wirklich ihr volles Potenzial entfalten zu können.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 22.02.2022

Schlussendlich etwas chaotischer aber in sich stimmiger Krimi

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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Worum geht’s?
Bereits kurze Zeit nach dem stärksten Schneefall seit Jahren kommt es an der deutsch-österreichischen Grenze zu chaotischen Zuständen. Als kurz darauf mehrere junge Frauen verschwinden, ist ...

Worum geht’s?
Bereits kurze Zeit nach dem stärksten Schneefall seit Jahren kommt es an der deutsch-österreichischen Grenze zu chaotischen Zuständen. Als kurz darauf mehrere junge Frauen verschwinden, ist die Aufregung groß, denn ein Zufall scheint ausgeschlossen zu sein – und dann taucht auch noch ein Muster auf, das stark an einen alten Fall erinnert und alle Beteiligten in potenzielle Gefahr bringt.


Meine Meinung
Auch wenn man den ersten Teil dieser Reihe noch nicht gelesen hat, fällt der Einstieg in diesen Band überhaupt nicht schwer – und das hat mich schon mal völlig unabhängig von der Handlung überzeugen können.

Das deutsch-österreichische Ermittlerteam hat mir ebenfalls gut gefallen, da man sowohl den Protagonisten, als auch den auftretenden Nebenfiguren ihre Individualität anmerkt und sie trotz ihrer Ecken und Kanten eigentlich fast schon sympathisch finden muss.

Den Spannungsbogen hat das im Grunde ebenfalls unterstützt, denn auch wenn die Geschichte insgesamt weniger aufgeregt war, als der Klappentext bei mir zunächst suggeriert hatte, gibt es immer wieder Aspekte der Handlung sowie Orts- und Perspektivwechsel, die mich ausreichend interessiert haben, um keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Zum Schluss hin war mir dann tatsächlich fast schon wieder etwas zu viel Chaos in der Geschichte vorhanden, was die Auflösung für mich ein kleines bisschen getrübt hat. Nichtsdestotrotz lohnt sich das Buch aber auf jeden Fall nicht bloß für alle Krimifans, die es literarisch in die deutsch-österreichische Grenzregion zieht.


Fazit
Auch wenn mir nicht alle Aspekte dieser Geschichte zu einhundert Prozent gefallen haben, konnte mich das Gesamtbild doch definitiv überzeugen. Die Mischung aus abwechslungsreichen Schauplätzen und einem etwas speziellen Ermittlerteam hat mich beim Lesen gut unterhalten können und neugierig auf weitere Bände dieses Formats gemacht.

Dafür vergebe ich vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2022

Gelungene, aber auch etwas verwirrende Umsetzung

Game Changer – Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Worum geht’s?
Ash ist eigentlich ein ziemlich normaler Junge, bis er eines Tages plötzlich zum Mittelpunkt des Universums wird. Völlig überfordert versucht er, die Welt zu einem besseren Ort zu machen ...

Worum geht’s?
Ash ist eigentlich ein ziemlich normaler Junge, bis er eines Tages plötzlich zum Mittelpunkt des Universums wird. Völlig überfordert versucht er, die Welt zu einem besseren Ort zu machen – und führt dabei versehentlich die Rassentrennung wieder ein. Panisch möchte er das nun wieder gut machen, doch wie man so schön sagt ist der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert, und Ash passiert bei seinen Wiedergutmachungsversuchen so ziemlich jedes Missgeschick, das ihm nur passieren kann.


Meine Meinung
Die Idee zur Geschichte fand ich auf jeden Fall hochinteressant, denn einfach mal so zum Mittelpunkt des Universums zu werden ist keine Ausgangslage, mit der jede zweite Geschichte aufwarten kann.

Protagonist Ash war auf den ersten Blick so durchschnittlich, dass ich mich ehrlich gesagt gefragt habe, wie sinnvoll seine Besetzung eigentlich wirklich ist. Seine Art ist dabei aber so freundlich, aufgeschlossen und reflektiert, dass er allein dadurch schon aus der Masse an Buchcharakteren in dieser Welt heraussticht. Mit zunehmendem Fortschritt der Handlung wurde er mir dann auch immer sympathischer, und auch wenn er mitunter wirklich ungeschickte Entscheidungen trifft, habe ich ihn deswegen nicht als langweilig oder unsympathisch wahrgenommen.

Was mir insbesondere zu Beginn der Geschichte allerdings ein paar Probleme bereitet hat, waren die raschen Wechsel der Ausgangssituationen. Mir fiel es dabei recht schwer, immer den Überblick zu behalten und nicht in völliger Verwirrung zu versinken, was erst nach einiger Zeit besser wurde und mir die Orientierung innerhalb der Geschichte durchaus nicht ganz leicht gemacht hat.


Fazit
Auch wenn mich die Geschichte zu Beginn ein wenig überrollt hat, hat mich die Umsetzung insgesamt doch überzeugen können. Der Ansatz ist definitiv spannend und regt zum Nachdenken an, weshalb nicht nur Fans des Autors viel Freude an diesem Buch haben werden.

Dafür vergebe ich vier Bücherstapel.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2022

Grundsätzlich spannend, die Charaktere hätten aber noch etwas mehr Tiefe vertragen

Broken World
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Worum geht’s?
Im Staat Vahin sind die Grundsätze von Darwins Evolutionstheorie zum staatstragenden Element geworden, Krankheit und Schwäche werden stigmatisiert, während Mitleid und Hilfsbereitschaft gleichzeitig ...

Worum geht’s?
Im Staat Vahin sind die Grundsätze von Darwins Evolutionstheorie zum staatstragenden Element geworden, Krankheit und Schwäche werden stigmatisiert, während Mitleid und Hilfsbereitschaft gleichzeitig verboten sind. Als Ymas beste Freundin selbst zum Opfer des Systems wird, will sie dabei jedoch nicht länger zusehen und etwas unternehmen. Allein gegen einen ganzen Staat hat sie jedoch keine Chance, und so schließt sie sich dem Widerstand an – nicht ahnend, dass sie dabei weitaus mehr als nur ihr Weltbild in Frage stellen muss.


Meine Meinung
Auch wenn ich in letzter Zeit so einiges an Dystopien gelesen habe, wenn mir irgendwo noch eine ansprechende begegnet, sage ich trotzdem nicht nein.

Die Grundidee dieses Buches fand ich dabei besonders spannend, denn auch wenn uns ja eigentlich bewusst sein sollte, das Darwins Evolutionstheorie keine Grundlage für die Ausgestaltung einer ganzen Gesellschaft darstellen kann, hat diese Möglichkeit doch etwas erschreckend glaubwürdiges an sich. Der Weltenbau war dabei gut nachvollziehbar und hat mir persönlich die Orientierung innerhalb der Geschichte zu keinem Zeitpunkt schwer gemacht.

Grundsätzlich interessant fand ich auch Protagonistin Yma, die mir in ihrer Art eigentlich sehr sympathisch war und logischerweise als Kontrast zum wenig sozialen Staatssystem positiv hervorgehoben wurde. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich dann aber ehrlich gesagt nur wenig überzeugt, da sie eine gewisse Naivität irgendwie nie so richtig ablegen kann und ich darüber hinaus nicht immer der Meinung war, dass all ihre Handlungen wirklich logisch waren.

Die Nebencharaktere fand ich ebenfalls nicht uninteressant, wobei mir auch hier teils einfach noch ein wenig Tiefe gefehlt hat. Natürlich kann der Fokus nicht auf jeder einzelnen in der Geschichte auftauchenden Figur liegen, etwas weniger Blässe in ihrer Gestaltung hätte mich aber insgesamt einfach sehr gefreut, insbesondere vor dem Hintergrund der ansonsten sehr gelungenen restlichen Handlung.


Fazit
Fans von Jugenddystopien sollten diese Geschichte definitiv auf ihre Leseliste setzen, denn auch wenn ich bei den Charakteren und ihrer Mehrdimensionalität ein paar kleine Abstriche machen musste, hat mich das Konzept auf jeden Fall überzeugen können und schon jetzt neugierig auf einen zweiten Teil um Yma und ihre Mitstreiter gemacht.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 18.02.2022

Grundsätzlich interessant gemacht

Creep
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Worum geht’s?
Das Internet als Raum der unbegrenzten Möglichkeiten? Für Fanni gilt das auf jeden Fall, denn während sie eigentlich für eine Firma mit Spezialisierung auf Sicherheitstechnik arbeitet und ...

Worum geht’s?
Das Internet als Raum der unbegrenzten Möglichkeiten? Für Fanni gilt das auf jeden Fall, denn während sie eigentlich für eine Firma mit Spezialisierung auf Sicherheitstechnik arbeitet und mit dem realen Leben nur wenig anfangen kann, nutzt sie gleichzeitig deren Produkte, um ein passiver Teil des Lebens ihrer Kunden zu werden. Auch Junya fühlt sich im virtuellen Raum viel wohler, denn eine Phobie macht es ihm unmöglich, sein Zimmer ohne Angstgefühle zu verlassen – mit Ausnahme der Nacht, wo er zu einem verdrehten Helden des Darknets wird und die Straßen Japans unsicher macht.


Meine Meinung
Der Klappentext dieses Buches klang auf den ersten Blick nach einem mehr oder weniger klassischen Thriller, eventuell auch noch nach einem Roman mit futuristischen Tendenzen. Die Umsetzung hat mich aber von Seite eins an definitiv vom Gegenteil überzeugt.

Allein schon sprachlich hebt sich diese Geschichte deutlich von eigentlich fast allem ab, was ich bisher gelesen habe, was einerseits ungewohnt, andererseits aber auch wirklich spannend zu entdecken war. Schwierig waren für mich dabei allerdings die Teile der Handlung, in denen immer wieder japanische Begriffe verwendet wurden. Für die Parts von Protagonist Junya war diese Entscheidung zwar eigentlich folgerichtig, ohne gesonderte Hilfestellung ist es aber für den durchschnittlichen Leser definitiv nicht möglich, alles zu verstehen.

Ein wenig zu kurz kam meiner Meinung nach die Ausgestaltung der Figuren über einfache Beschreibungen bzw. Handlungen hinaus. Für mich haben einfach tiefer gehende Emotionen gefehlt, die es mir ermöglicht hätten, etwas mehr mit den Charakteren und ihrem doch sehr individuellen Weltverständnis mitzufühlen. In der Umsetzung sehe ich daher eher einen künstlerischen Ausdruck als eine wirklich unterhaltsame Geschichte, wobei das auch irgendwo schon wieder eine sehr spannende Herangehensweise war.


Fazit
Dieses Buch ist definitiv ein überraschendes Leseerlebnis mit Wendungen und Tendenzen, die ich so noch in keiner anderen Geschichte gefunden habe. Von der Umsetzung wird sicherlich nicht unbedingt jeder begeistert sein, grundsätzlich hat mich das aber doch irgendwie auch schon wieder von diesem Buch überzeugen können.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

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