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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2022

Auftakt mit sympathischen Figuren und tollem Setting

Golden Hill Touches
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Als Teenager hat Parker einen Sommer auf Golden Hill verbracht, der ein tragisches Ende nahm. Nun kehrt er Jahre später zurück und möchte das ehemalige Haus seiner Großeltern neu aufbauen. Doch die Dorfbewohner ...

Als Teenager hat Parker einen Sommer auf Golden Hill verbracht, der ein tragisches Ende nahm. Nun kehrt er Jahre später zurück und möchte das ehemalige Haus seiner Großeltern neu aufbauen. Doch die Dorfbewohner reagieren wenig begeistert auf ihn. Und auch seine damalige Freundin Clay wird durch Parkers Auftauchen mit der Vergangenheit konfrontiert.

Von Nicole Böhm konnte mich One Last Song total begeistern. Und auch der zweite Band der Reihe, One Last Dance, war toll (Teil 3 muss ich noch lesen), sodass ich neugierig auf das neue Buch der Autorin war.

Letztlich hat Golden Hill Touches mir zwar gut gefallen, konnte mich allerdings nicht genauso packen wie One Last Song.

Der flüssige, anschauliche Schreibstil ist wieder super angenehm zu lesen. Das Setting ist toll – die Ranch in den Bergen, die Naturverbundenheit, die vielen einsamen Orte. Viele bildhafte Beschreibungen schaffen eine tolle Atmosphäre.

Abwechselnd schildern Parker und Clay ihre Erlebnisse, wobei es immer wieder kurze Sprünge in die Vergangenheit gibt, aus denen sich nach und nach die damaligen Ereignisse zusammensetzen.

Der 28-jährige Parker hat zusammen mit seiner Schwester ehrgeizige Pläne für das Haus seiner Großeltern gemacht. Zwar hat er damit gerechnet, nicht durchweg positiv begrüßt zu werden, die andauernde Ablehnung setzt ihm allerdings doch zu. Vor allem als sich die Probleme auf dem Anwesen häufen. Er versucht, stets höflich und freundlich zu agieren, gerät aber verständlicherweise immer mehr an seine Grenzen. Ich habe ihn als durchweg angenehmen Protagonisten empfunden, der hart für seine Ziele arbeitet und offen über seine Gefühle spricht. In einem Punkt agiert er mir aber etwas zu naiv.

Parkers Auftauchen wirft Clay kräftig aus der Bahn, da die damalige Trennung für sie nicht leicht war. Sie ist stets hin- und hergerissen zwischen ihrem Schmerz und der immer noch vorhandenen Anziehung. Zudem trägt sie auch noch ein paar eigene Probleme mit sich herum, mit denen sie sich im Verlauf der Geschichte auseinander zu setzen beginnt. Ich mochte sehr, wie hilfsbereit Clay in allen wichtigen Situationen agiert, obwohl sie genauso gut auf der alten Geschichte hätte herumreiten können.

Die langsame Wieder-Annährung der beiden ist eingebettet in Parkers Versuch, das Grundstück auf Fordermann zu bringen. Dabei vergehen, mal hier mal da, immer wieder mehrere Tage oder Wochen, was ich aber nicht als störend empfunden habe. Allerdings hätte ich mir ein paar mehr Emotionen gewünscht. Die beiden treffen sich wieder – und die 11-jahre zurückliegende Liebe ist einfach noch da. Dabei kommt auch der Gefühlsaufbau in der Vergangenheit etwas kurz. Deutlich mehr Raum bekommen die Arbeiten am Haus, die munter vor sich hin plätschern und mit kleineren Spannungsmomenten daherkommen. Genervt hat mich dabei mit der Zeit, wie mies die Bewohner des Ortes Parker teilweise über Wochen hinweg behandelt haben. Das wurde mir irgendwann zu viel, zumal sich hier ein weiterer Aspekt früh andeutet, der erst unnötig spät aufgeklärt wird.

Innerhalb der Geschichte gibt es interessante, facettenreiche und geheimnisvolle Nebenfiguren, die in den Folgebänden näher beleuchtet werden. Besonders gespannt bin ich auf das Wiedersehen mit dem wortkargen Jake.

Fazit

Angenehmer Schreibstil, toll beschriebener Schauplatz. Obwohl ich beide Hauptfiguren mochte, fehlte mir etwas zwischen ihnen. Zudem hat mich das anhaltend unnötig-fiese Verhalten der Bewohner irgendwann genervt.

Veröffentlicht am 04.03.2022

spannender Auftakt

A Kingdom Darkens (Kampf um Mederia 1)
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Als Kind hat Dämonenprinz Gray eine Vision seines Schicksals (=eine für sein Leben bedeutende Person). Er sieht eine junge Frau, die eine entscheidende Rolle in einem drohenden Krieg einnehmen wird. Als ...

Als Kind hat Dämonenprinz Gray eine Vision seines Schicksals (=eine für sein Leben bedeutende Person). Er sieht eine junge Frau, die eine entscheidende Rolle in einem drohenden Krieg einnehmen wird. Als die zwei sich mehr als 20 Jahre später erstmals begegnen, sind die Kämpfe bereits im Gange. Lana ahnt weder von ihrer Verbindung zu Gray noch ihrer künftigen Aufgabe. Doch schnell zeigt sich, welch ungewöhnlichen Kräfte in ihr schlummern. Dabei hat Lana kaum Zeit, diese neue Macht zu erlernen, denn um sie herum wütet der Krieg, der für sie viele gefährliche Aufgaben bereithält…

Ich habe bereits andere Bücher von Sabine Schulter gelesen, die mich bisher durchweg begeistern konnten. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an Mederia – der Auftakt hat mir auf jeden Fall gut gefallen.

Ein wenig schade ist, dass ein Teil von Lanas Geheimnis durch die Vision am Anfang der Geschichte bereits vorweggenommen wird. Die Überraschungen, die die Figuren – allen voran Lana – erleben, bleiben damit ein Stück weit aus.

Spannung, Wendungen und weitere Überraschungen hält die Geschichte aber dennoch bereit.
Mederia ist ein interessantes Land mit ganz unterschiedlichen Königreichen und abwechslungsreichen Bewohnern. Immer wieder kommt es zu Begegnungen mit ungewöhnlichen Wesen. Besonders die kleinen Irrlichter finde ich sehr faszinierend.
Gewünscht hätte ich mir eine Karte, um die Wege der Figuren und die Truppenbewegungen besser nachvollziehen zu können.

Die aktuellen Geschehnisse in Mederia sind eng verwoben mit der Vergangenheit des Landes. Daher eröffnen sich komplexe Zusammenhänge, die eine Vielzahl an Figuren einschließen. Der Überblick lässt sich dank der nachvollziehbaren Beschreibungen aber auch ohne die enthaltene Figurenübersicht behalten.
Die Charaktere sich abwechslungsreich gezeichnet und so mancher war bereits für eine Überraschung gut.

Die Handlung weist von Beginn an viele spannende Szenen auf. Im Verlauf entwickelt sich eine abwechslungsreiche Mischung aus temporeichen Passagen, dramatischen Kämpfen und ruhigeren Momenten, wobei die Figuren eigentlich kaum eine Chance auf tatsächliche Ruhe haben, da ihnen die Gefahr stetig im Nacken sitzt. Da verwundert es schon manchmal, wie oft Lana ans Essen und Waschen denkt – und dies auch tatsächlich tut, obwohl eigentlich wichtigere Aufgaben warten oder die Gegner dadurch die Möglichkeit erhalten, ihr näher zu kommen.

Am Ende sind viele Ereignisse begonnen, Bündnisse und Freundschaften geschlossen (Romantasy sucht man eher noch vergeblich, aber ich bin sicher, dies kommt noch), aber die Gegner sind weiterhin präsent, sodass das Ende des Buches den weiteren Fortgang völlig offen lässt. Auch ein paar weitere Geheimnisse gilt es noch zu ergründen, sodass ich mich auf die Fortsetzung freue.

Der Schreibstil an sich ist sehr flüssig und bildhaft. Ein wenig schwer getan habe ich mich aber mit dem Erzählstil. Es gibt einen allwissenden Erzähler, der einen Überblick über die komplette Handlung an den verschiedenen Handlungsorten bietet, was besonders spannende Einblicke bei den Gegnern gewährt. Es kommt aber dadurch auch vor, dass innerhalb eines Absatzes die Gedanken von zwei, drei verschiedenen Figuren geschildert werden, was ich manchmal etwas verwirrend fand.

Fazit

Die ausgearbeitete, facettenreiche Welt mit ihren ungewöhnlichen Bewohnern und unterschiedlichsten Kräften finde ich sehr spannend. Auch die Handlung konnte mich auf jeden Fall fesseln, auch wenn ich manchmal mit dem Verhalten der Figuren gehadert oder aufgrund des Erzählstils gestockt habe. Das Ende lässt noch vieles offen, sodass die Neugier auf die Fortsetzung groß ist.

Veröffentlicht am 04.03.2022

ruhiger Start, wachsende Bedrohung

A Kingdom Resists (Kampf um Mederia 2)
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Achtung: 2. Band. Rezension enthält inhaltliche Spoiler zum Vorgänger.
Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt. Vorwissen ist zwingend notwendig. Es gibt einige kleinere Rückblicke – da ich Band 1 gerade ...

Achtung: 2. Band. Rezension enthält inhaltliche Spoiler zum Vorgänger.
Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt. Vorwissen ist zwingend notwendig. Es gibt einige kleinere Rückblicke – da ich Band 1 gerade erst gelesen hatte, empfand ich die (teilweise mehrfache) Wiederholungen einzelner Fakten sogar etwas zu viel.

Band 1 war sehr ereignisreich. Für Lana haben sich extrem viele Veränderungen ergeben. Sie und ihre Freunde mussten zahlreiche Gefahren überstehen und haben weite Strecken zurückgelegt.
Diesbezüglich empfand ich Band 2 als ruhiger. Der Handlungsort ändert sich kaum. Gefährlich wird es dennoch. Tetra wird belagert. Immer wieder kommt es zu Angriffen.
Dazwischen sind die Figuren allerdings oft gezwungen zu warten, wodurch es zahlreiche ruhige Passagen gibt. Lana bekommt dadurch Zeit, an ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Ihre Kräfte sorgen für weitere Überraschungen, lassen aber auch noch einige Fragen offen. Wie schon im ersten Band fand ich Lanas Gedankengänge und Prioritätensetzung trotz der nahenden Bedrohungen aber manchmal etwas eigenwillig.

Besonders spannend waren in diesem Teil die Vorgänge im gegnerischen Lager. Was der Feind plant, ist trotz der Einblicke selten vorhersehbar, sodass es in der Handlung immer wieder zu neuen Wendungen kommt.

Schön ist auch, wie sich die Verbindung zwischen Lana und Gray weiter entwickelt. Die zwei sind sehr vertraut miteinander, stoßen dabei aber nicht überall auf Verständnis.

Trotz vieler aufregender Momente, sprang der Funke nicht immer auf mich über. Lana und Gray kämpfen in nahezu jeder brenzligen Situation an vorderster Front. Oft fast allein. Da sie ja für den drittem Band noch gebraucht werden, sah ich sie dabei nie wirklich in Gefahr, was die Dramatik für mich etwas gedämpft hat.

Dennoch empfand ich das Buch insgesamt als spannend. Nach dem ruhigen Beginn, spitzen sich die Kämpfe in Tetra immer weiter zu. Die Bedrohung steigt. Intrigen auf beiden Seiten und interne Spannungen sorgen für abwechslungsreiche Momente und diverse Wendungen. Das Ende verspricht einen aufregenden Finalband voller Gefahren.

Fazit

Da die Figuren immer wieder zum Warten gezwungen sind, gibt es deutlich mehr ruhige Momente als im ersten Band. Abwechslungsreich und spannend wird es dennoch, je weiter die Handlung voranschreitet.

Veröffentlicht am 04.03.2022

Weltenentwurf kann erneut überzeugen

A Kingdom Shines (Kampf um Mederia 3)
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Achtung: 3. Band der Reihe. Rezension enthält kleine Spoiler zu den Vorgängern.

Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt. Zu Beginn werden erneut einige Details der vorherigen Ereignisse wiederholt. Die ...

Achtung: 3. Band der Reihe. Rezension enthält kleine Spoiler zu den Vorgängern.

Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt. Zu Beginn werden erneut einige Details der vorherigen Ereignisse wiederholt. Die letzten Geschehnisse aus dem zweiten Band geben bereits den Weg vor, den die Figuren nun zu gehen haben.

Wieder einmal bin ich begeistert von der Welt, die Sabine Schulter hier erschaffen hat. Bereits die ersten zwei Bände haben ganz eigene Völker und Landschaften hervorgebracht. Nun kommen nochmal ganz neue Eindrücke von Mederia hinzu. Die anschaulichen Beschreibungen machen es leicht, sich Figuren und Umgebung bildhaft vorzustellen.

Nun, im dritten Band, komme ich auch mit dem allwissenden Erzähler zurecht, die wechselnd Einblicke der Gefühlswelt aller Figuren bietet. Erneut sind besonders die Eindrücke aus dem Lager der Feinde sehr spannend, die einerseits Ausblicke geben, was Lana und ihre Freunde erwarten wird, gleichzeitig aber auch Fragen aufwerfen und die Spannung damit anfachen.

Lana steht eine letzte große Aufgabe bevor. Ihre Freunde stehen treu an ihrer Seite. Die kleine Gemeinschaft, die sich hier gebildet hat, mochte ich total gern. Jede/r erkennt die Stärken des/r anderen an, wonach auch die Aufgaben verteilt werden. Einerseits unterstützen sie einander ohne Kompromisse, andererseits necken sie sich aber auch immer wieder, was zu ein paar witzigen Momenten führt.
Nun nimmt auch der ROMAntasy-Anteil deutlich zu. Die Ereignisse deuteten sich ja spätestens im Vorgänger schon an. Die Liebesgeschichte fügt sich für mich gut in die Story.

Obwohl ich das Finale sehr gern gelesen habe, mich die neuen Orte in Mederia mehrfach überraschen konnte und das Geschehen viele spannende Momente zu bieten hat, wurden meine Erwartungen an den Abschluss dieser ersten Trilogie nicht ganz erfüllt.
Die Ereignisse am Ende hätten für mich noch mehr Spannung und vor allem mehr Dramatik vertragen. Letztlich gibt es einen Faktor, der mir nicht so gut gefallen hat und zu einer teilweise recht einfachen Lösung beiträgt. Nach allem, was passiert ist, empfinde ich das Ende als vergleichsweise harmlos.

Fazit

Im dritten Band zeigt sich Mederia nochmal von einer neuen Seite, mit weiteren faszinierenden Wesen und Landschaften. Den liebgewonnen Figuren steht ein schwerer Weg bevor, der sie vor verschiedene Gefahren stellt. Aufgrund des bisherigen Handlungsverlaufs empfinde ich das Ende als vergleichsweise harmlos, hier hätte es gern dramatischer zugehen dürfen (und müssen).

Veröffentlicht am 04.03.2022

vorhersehbar aber trotzdem süß

To all the boys I’ve loved before
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Um mit einer Verliebtheit abzuschließen, schreibt die 16-jährige Lara Jean Liebesbriefe, die sie in ihrem Zimmer aufbewahrt. Als die Briefe ungeplant in Umlauf geraten, überschlagen sich die Ereignisse ...

Um mit einer Verliebtheit abzuschließen, schreibt die 16-jährige Lara Jean Liebesbriefe, die sie in ihrem Zimmer aufbewahrt. Als die Briefe ungeplant in Umlauf geraten, überschlagen sich die Ereignisse in ihrem Leben. Wie soll sie das Auftauchen der Briefe und vor allem deren Inhalt erklären? Um von ihren Gefühlen abzulenken, ergreift sie drastische Maßnahmen: Eine Fake-Beziehung muss her. Und dann läuft alles völlig aus dem Ruder…

Ich war neugierig auf die Filme, wollte zunächst aber die Bücher zur Trilogie lesen.

Die Geschichte ist recht vorhersehbar, aber dennoch süß. Besonders die Entwicklung zwischen Lara Jean und Peter, ihrem Schein-Freund, mochte ich sehr gern. Sie haben so einen spielerischen, aber doch vertrauten Umgang miteinander, der die gemeinsamen Szenen sehr angenehm macht. Meistens. Denn natürlich gibt es auch allerlei Probleme.
Und so steckt das Buch voller Mini-Dramen, Missverständnissen und Eifersüchteleien.

Die 16-jährige Lara Jean ist vergleichsweise unerfahren in Liebesangelegenheiten und agiert dementsprechend oft naiv und gutgläubig. Manchmal fand ich ihr Geschwärme und ihr Verhalten ein wenig anstrengend – aber doch authentisch für das Alter und die Darstellung des Teenagers.
Eine richtig tolle Figur ist Lara Jeans jüngere Schwester Kitty, die ziemlich frech, aber vor allem extrem clever agiert und damit für einige witzige Momente sorgt.
Ansonsten sind die Charaktere insgesamt aber leider recht klischeehaft dargestellt: der beliebte Sportler mit mittelprächtigen Noten, die unsichtbare Streberin, die gutaussehende aber fiese Ex…

Neben der Verliebtheit schwingen zahlreiche andere Themen in der Geschichte mit: Das Aufwachsen ohne Mutter, Veränderung von Freundschaften und Familiensituation und die manchmal beängstigenden Entwicklungen nach dem Schulabschluss.

Gestört habe ich mich an einigen Stellen an der Übersetzung: Teilweise finde ich die Sprache für Teenager recht unpassend. Und welche 9-jährige verwendet bitte in normalen Gesprächen den Konjunktiv?!

Fazit

Die Ausgangssituation ist witzig und zieht für Lara Jean teils unangenehme Ereignisse nach sich – die ich insgesamt aber interessant und witzig fand. Zwar bietet die Handlung wenig Überraschungen, aber die Entwicklungen zwischen Lara Jean und Peter sind sehr süß, sodass ich gespannt auf die weiteren Bände bin.