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Veröffentlicht am 06.07.2022

"Das kann ich schon alleine"

Die magische Mondreise
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Die kleine Maus hat einen Traum. Sie möchte zum Mond reisen - und zwar ganz allein. Die Hilfe von ihrem Freund dem Bären lehnt sie ab, schließlich hat sie ihren Weg zum Mond akribisch auf einem "Mondplan" ...

Die kleine Maus hat einen Traum. Sie möchte zum Mond reisen - und zwar ganz allein. Die Hilfe von ihrem Freund dem Bären lehnt sie ab, schließlich hat sie ihren Weg zum Mond akribisch auf einem "Mondplan" aufgemalt. Mit diesem im Gepäck macht sie sich auf. Nur leider stellt sich schon nach kurzer Zeit im Wald fest, dass sie ihren wundervollen Plan in der Dunkelheit gar nicht mehr lesen kann. Was nun? Zum Glück taucht Bär auf und gemeinsam setzen sie ihre Reise fort.

"Die magische Mondreise" von Teresa Heapy mit den wundervollen Illustrationen von David Litchfield hat mit ihren 32 Seiten die perfekte "Gute-Nacht-Geschichten"-Länge. Die Geschichte greift die Themen Freundschaft und Zusammenhalt auf, aber auch die Selbstständigkeit. Grad als Mama eines kleinen Sohnes (5 Jahre alt) erlebe ich es tagtäglich, dass der Satz "Das kann ich schon alleine!" kommt. Ihn habe ich in der kleinen Maus auch gesehen, die stolz darauf ist, ihren Traum in die Tat umzusetzen. Leider bedarf es nur ab und an doch die Hilfe von anderen. Um dann zum Schluss festzustellen, dass es gemeinsam viel mehr Spaß macht, neue Dinge zu entdecken bzw. auszuprobieren. Eine tolle Geschichte, die genau diese Dinge auf kindliche Art vermittelt.

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Veröffentlicht am 09.06.2022

... und das Leben muss weitergehen!

Für immer und noch ein bisschen länger
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Anna lebt seit 6 Jahren allein ihrer großen Münchener Altbauwohnung. Hat sie diese damals mit ihrem Verlobten Jeremias bezogen, der auf tragische Weise ums Leben gekommen ist, erhält sie nun die Kündigung. ...

Anna lebt seit 6 Jahren allein ihrer großen Münchener Altbauwohnung. Hat sie diese damals mit ihrem Verlobten Jeremias bezogen, der auf tragische Weise ums Leben gekommen ist, erhält sie nun die Kündigung. Nur wo soll Anna jetzt hin? Seit dem Tod hat sie sich zurückgezogen - ihre Freunde aufgegeben, den Kontakt zu ihrer Familie auf Sparflamme gehalten - ja sogar gearbeitet nur noch von zu Hause. Da kommt das WG-Zimmer bei Gunilla wie gerufen, denn dieses soll ihr Leben verändern! Die alte Dame wohnt zusammen mit ihrem Sohn und den Freunden Kurt-Georg und Rose in der großen Wohnung. Als Anna mit Sack und Pack in die Wohngemeinschaft einzieht, ahnen die anderen Bewohner noch nicht, dass auch für sie mit der jungen Frau eine Veränderung bevorsteht. Denn jeder Mensch hat seine Geheimnisse und Laster zu tragen. Und Anna schafft es mit ihrer Art, diese zu entlocken und ganz neuen Wind in die triste Wohngemeinschaft zu bringen.

Barbara Leciejewski hat einen berührenden Roman geschrieben, der mit wenigen Charakteren und Schauplätzen auskommt. Alleine die Bewohner der WG und Anna werden mit so viel Liebe dargestellt, dass man schon ab der ersten Seite in diesem Buch gefangen ist. Am liebsten würde man als Leser fragen, ob noch ein Zimmer frei ist, um tagtäglich mit am Frühstückstisch zu sitzen oder Anna und Gunilla bei ihren Konzerten zu lauschen. Die Schicksale der einzelnen Personen haben auch mich berührt und nachdenken lassen, dass man das Leben tagtäglich genießen sollte und dankbar dafür sein sollte, dass man gesund ist. Denn wie schnell kann es zu doch Ende sein. Ein Roman fürs Herz. Absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.05.2022

Gute Miene zum bösen "Spiel"

Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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"Ein Kurt Krömer ist stark, ein Kurt Krömer ist redegewandt, ... Kurt Krömer existiert halt von 20:00 bis 22:30 Uhr und dann macht es "peng" und Kurt Krömer ist weg."

Wie so viele habe ich von der Erkrankung ...

"Ein Kurt Krömer ist stark, ein Kurt Krömer ist redegewandt, ... Kurt Krömer existiert halt von 20:00 bis 22:30 Uhr und dann macht es "peng" und Kurt Krömer ist weg."

Wie so viele habe ich von der Erkrankung des Berliner Urgesteins "Kurt Krömer" in seiner Show "Chez Krömer" erfahren. Zusammen mit Torsten Sträter sitzt er da an einem Tisch und beide reden über ihre Depressionen. Ehrlich gesagt, war ich etwas schockiert, dass diese beiden Comedien an dieser heimtückischen Krankheit leiden und jetzt offen und ehrlich in einer Fernsehshow darüber reden. Immer lustig, mit einem Hauch Sarkasmus - so kennt man Kurt Krömer. Daher war ich sehr gespannt darauf zu erfahren, wie er in seinem Buch über sein Leben und über die Krankheit erzählt.

Was soll ich sagen - dieses Buch schildert das Leben von Alexander Bojcan, alleinerziehender Vater von vier Kindern, der seit über 30 Jahren mit Depressionen leben muss. Er gewährt uns Einblicke in seine Therapiesitzungen, den Alltag in der Klinik, die Ängste die er hat sich zu offenbaren, schließlich kennt man ihn ja als den lustigen Kurt Krömer. Wie werden die anderen Patienten auf ihn reagieren? Aber auch sein Privatleben, seine gescheiterten Beziehungen, die Liebe zu seinen Kindern, kommen hier nicht zu kurz. Durch die Kürze des Buches und die Spannung, war ich relativ schnell durch den "Bericht" durch - mit seiner typischen Berliner Kodderschnauze macht er den Menschen Mut, zu ihrer Krankheit zu stehen und sich Hilfe zu holen, erwähnt er doch auch selbst im Buch, dass er oft einfach nur dastand und weinen musste, weil ihn eine bestimmte Situation einfach überfordert hat. Ich sehe "Kurt Krömer" dank des Buches jetzt mit anderen Augen und finde es toll, wie offen und ehrlich er mit seiner Krankheit umgeht - grad in der Showbranche ist das nicht immer so einfach!

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Veröffentlicht am 22.04.2022

Zwischen Flakons und Streitigkeiten ...

Das Haus der Düfte
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"Du weißt doch, jeder Duft ist eine Poesie der Erinnerung." (Zitat Anouk)

Die 14-jährige Anouk Romilly reist mit ihrer Mutter zusammen nach Paris, um dort ein neues Leben zu beginnen. In der geerbten ...

"Du weißt doch, jeder Duft ist eine Poesie der Erinnerung." (Zitat Anouk)

Die 14-jährige Anouk Romilly reist mit ihrer Mutter zusammen nach Paris, um dort ein neues Leben zu beginnen. In der geerbten Apotheke soll die Zukunft der beiden Frauen liegen. Doch ein ganz bestimmter Duft, den Anouk zufällig auf dem Bahnsteig wahrnimmt, wird ihr Leben verändern. Ihr Traum steht fest ... sie möchte später Parfümeurin werden. Jahrelang arbeitet sie neben ihrer Mutter in deren Apotheke, bis eines Tages Stephane Girard vor ihr steht. Der junge attraktive Mann entstammt einer alten Parfümdynastie und erkennt Anouk's Talent. Er bietet ihr die Möglichkeit, ihren Traum wahr werden zu lassen und die Ausbildung an einer berühmten Schule in Grasse zu absolvieren. Schnell sind die Koffer gepackt ohne das die junge Frau ahnt, auf welche Reise sie sich eingelassen hat. Denn seit Jahrzehnten herrscht Rivalität zwischen zwei Familien ... und Anouk muss schnell feststellen, dass sie nicht nur Außenstehende ist diesem Kampf ist.

Pauline Lambert hat mit diesem historischen Roman eine Reise in die Welt der Düfte erschaffen. Als Leser startet man im Jahre 1946 in Paris und lernt peu a peu das junge Mädchen Anouk kennen, deren Lebensgeschichte uns durch das ganze Buch begleiten wird. Dann der Sprung in die Vergangenheit, die Anfänge der Familiendynastien Girard und Bonnet und wie es zum großen Streit kam. Immer mehr trifft man auf neue Charaktere und schon ist man mittendrin im Familienleben. Man entwickelt Sympathien für die Protagonisten und leidet bei den Schicksalsschlägen mit. Ein Wechselspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit lassen die einzelnen Kapitel und deren Spannung immer wieder aufflammen. Auch durch die Beschreibungen der einzelnen Düfte, der Schauplätze in Grasse, Paris und dem Mittelmeer, fühlt man sich als Leser wie in einem kleinen Urlaub. Die Reise hätte für mich nie enden können, war ich doch so gefesselt von der Familiengeschichte und ihrer Liebe zu den Düften. Wer "Das Parfüm" von Patrick Süskind geliebt hat, erlebt mit dem Roman "Das Haus der Düfte" eine neue berauschende Geschichte ins Land des Parfüms und der unterschiedlichen Düfte.

Dies war mein allererstes Hörbuch und sofort war ich von der Sprecherin Dagmar Bittner begeistert. Wie sie es geschafft hat, den unterschiedlichen Personen allein mit ihrer Stimme soviel Leben einzuhauchen. Die ganzen französischen Namen und Begriffe, die Liebe zu den Aromen und Düften, die Beschreibungen der einzelnen Lokalitäten. Alles so liebevoll von ihr erzählt. Die Geschichte und ihre Stimme passen perfekt zusammen und machen dieses Buch zu einem Hörerlebnis der besonderen Art. Vielen lieben Dank dafür, dass ich dadurch meine Liebe zu Hörbüchern entdeckt habe.

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Veröffentlicht am 22.04.2022

"Das Quiz" weiß mehr über dich, als du denkst ...

Das Quiz
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Marlene Fassberger hat Angst - Angst davor, dass der Mörder, der vor einem Jahr eine junge Frau getötet hat, es jetzt auf sie abgesehen hat. Ihren Beruf als Lektorin kann sie zum Glück von zu Hause aus ...

Marlene Fassberger hat Angst - Angst davor, dass der Mörder, der vor einem Jahr eine junge Frau getötet hat, es jetzt auf sie abgesehen hat. Ihren Beruf als Lektorin kann sie zum Glück von zu Hause aus betreiben. So ist es nicht weiter tragisch, dass sie sich immer mehr in ihrer Wohnung einigelt und nur noch Kontakt zu ihrem Kumpel Markus, den sie seit knapp einem Jahr kennt und Daria, die gelegentlich bei ihr sauber macht, pflegt. Bis eines Tages ein seltsamer Brief vor ihrer Tür liegt, der Marlene zu einem "Quiz" einlädt. Sie muss nur an 10 Tagen jeweils eine Frage beantworten und dann hätte sie die Chance auf den Hauptgewinn. Was als harmloses Fragespiel beginnt, steigert sich von Tag zu Tag und Marlene muss schließlich erkennen, dass die Spielmacher dubiose Dinge aus ihrer Vergangenheit wissen. Wird sie sich dieser stellen oder das Quiz vorzeitig beenden? Nur wie soll sie den täglichen Briefen entfliehen? Und die wichtigste Frage "Wer steckt hinter dem Spiel?"

Julia Fürbaß schafft es mit diesem Werk, den Leser von Beginn an an "Das Quiz" zu fesseln. Auch wen man selbst nicht Teilnehmer ist, fiebert man den täglichen Fragen entgegen. Und erfährt so immer mehr über Marlene's Leben und ihrer Vergangenheit. Durch die wechselnden Erzählperspektiven in jedem Kapitel und die Vorstellung der einzelnen Personen und deren Schicksale, hat man am Anfang relativ viele Fragezeichen über dem Kopf und hofft, dass sie zum Ende hin alle aufgelöst werden. Ab der Hälfte der Geschichte hatte ich eine Ahnung, wieso gerade Marlene Teilnehmerin dieses Ratespiels geworden ist. Mit meiner Vermutung lag ich schlussendlich richtig - aber die Auflösung war einfach nur spannend zu lesen. Peu a peu kommt immer mehr ans Tageslicht und meine Sympathie zur Hauptprotagonistin wuchs - man fiebert nicht nur dem Ende entgegen - man leidet auch mit. Ich danke Julia dafür, dass ich ihr neustes Werk lesen durfte und kann ganz klar sagen, wer auf einen Psychothriller ohne viel Blutvergießen steht und gerne rätselt, wird mit diesem Buch packende Lesestunden haben.

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