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Veröffentlicht am 22.06.2022

Moderne Darstellung der Geschichte der deutschen Sprache

Die außergewöhnliche Geschichte unserer Wörter
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Wer sich für die Geschichte der deutschen Sprache interessiert, sollte unbedingt dieses Buch aus dem Duden-Verlag lesen. Untergliedert in mehrere zeitliche Etappen, beginnend 9000 v.Chr. und endend in ...

Wer sich für die Geschichte der deutschen Sprache interessiert, sollte unbedingt dieses Buch aus dem Duden-Verlag lesen. Untergliedert in mehrere zeitliche Etappen, beginnend 9000 v.Chr. und endend in der Gegenwart, erfahren wir viel Interessantes zur Entwicklung unserer Sprache, die sich aus dem Indogermanischen bis hin zum Neuhochdeutsch entwickelt hat. Zu vielen Wörtern werden kleine Geschichten erzählt. Äußerst gelungen ist die optische Darstellung. Es sind viele Illustrationen eingearbeitet, die aus Buchstaben und Sonderzeichen bestehen und farblich in Textmarkerfarbe gehalten sind.

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Veröffentlicht am 30.05.2022

Wie lebt es sich mit einem Gedächtnisverlust?

Ameisen fällt das Sprechen schwer
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In der Kürze liegt die Würze, dieses Sprichwort trifft auf das vorliegende Buch zu. Bedauert habe ich, dass das Buch nur 113 Seiten stark ist, nicht aber, es gelesen zu haben.
Der Inhalt ist schnell erzählt. ...

In der Kürze liegt die Würze, dieses Sprichwort trifft auf das vorliegende Buch zu. Bedauert habe ich, dass das Buch nur 113 Seiten stark ist, nicht aber, es gelesen zu haben.
Der Inhalt ist schnell erzählt. Der kaufmännische Angestellte Peter Haller stellt im Zug, mit dem er von der Arbeit nach Hause pendelt, fest, dass er sein Gedächtnis verloren hat. Das offenbart er aber niemandem, um nicht als verrückt abgestempelt zu werden. Und so rekonstruiert er recht findig sein privates und berufliches Leben. Nach und nach verliert er dabei allerdings den Bezug zur Realität.
Die Geschichte über einen ganz normalen Mann, der durch sein Leben geht, ohne zu wissen, wer er ist, ist psychologisch recht interessant. Es ist faszinierend zu lesen, wie raffiniert schafft er es schafft, nicht aufzufallen. An der Stange gehalten wird der Leser schon deshalb, weil er erfahren will, welchen Grund der Gedächtnisverlust des Protagonisten hat, was natürlich erst am Ende aufgedeckt wird.
Das Buch erhält von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.05.2022

Höchst interessante Familiengeschichte

Alles, was wir nicht erinnern
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Die 1967 geborene Autorin ist seit kurzem stellvertretende Regierungssprecherin. In diesem Buch, das im Hinblick auf den Ukraine-Krieg so viel an Aktualität gewonnen hat, arbeitet sie ihre eigene Familiengeschichte ...

Die 1967 geborene Autorin ist seit kurzem stellvertretende Regierungssprecherin. In diesem Buch, das im Hinblick auf den Ukraine-Krieg so viel an Aktualität gewonnen hat, arbeitet sie ihre eigene Familiengeschichte auf.
Ihr Vater wurde 1935 in Niederschlesien im heutigen Polen geboren, von wo er Ende Januar 1945 mit seiner Mutter in einem Treck der Dorfbewohner vor den herannahenden Russen floh und nach mehreren Wochen und 550 km in Böhmen ankam, bis die zwei nach Norddeutschland zum älteren Bruder gelangten. Im Jahr 2020 wandert die Autorin zu Fuß nur mit Rucksack die Route ihres kürzlich verstorbenen Vaters ab. Der Buchtext besteht abwechselnd aus Passagen über ihre Wanderung, auf der sie mit vielen Polen und Tschechen über die Kriegs- und Nachkriegszeit sowie deren Sicht über Europa gesprochen hat, und aus der anhand von Gesprächen und vorhandenen Aufzeichnungen rekonstruierten Wiedergabe ihrer Familiengeschichte, über die ihr Vater nur wenig Auskünfte gegeben hatte. Hier wird sehr viel Persönliches sehr beeindruckend wiedergegeben. Es deutet sich bereits die Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine an.
Ein so geschichtsträchtiges Buch, das die Millionen Deutschen und ihre Nachfahren besonders ansprechen wird, die einen Flucht- oder Vertreibungshintergrund haben.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Krimi mit viel schwarzem Humor und einem genialen Erzählstil

Müll
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Zugegebenermaßen bin ich nicht gerade ein Krimi-Fan und lese dieses Genre schon lange nicht mehr. In der Annahme, es bei diesem Buch mit einem Roman zu tun zu bekommen, habe ich zu ihm gegriffen. Und ich ...

Zugegebenermaßen bin ich nicht gerade ein Krimi-Fan und lese dieses Genre schon lange nicht mehr. In der Annahme, es bei diesem Buch mit einem Roman zu tun zu bekommen, habe ich zu ihm gegriffen. Und ich bereue es kein bisschen! Der Protagonist Brenner, ein ehemaliger Polizeibeamter und jetzt Angestellter auf einem Wiener Wertstoffhof, ist ein Unikat. Der eigentliche Fall ist an sich recht einfach, nimmt dann aber vielfältige Verästelungen an – auf Brenners Arbeitsstätte werden Teile einer zerstückelten Leiche gefunden, die zum Aufdecken von Organhandel führen. Es spielen verschiedene Personen eine Rolle, deren Wege sich in vielfältiger Weise kreuzen, bis es am Ende noch mehr Tote und Verletzte gibt. Der Erzählstil ist sehr besonders, originell und humorvoll, ich weiß gar nicht, ob es einen technischen Fachbegriff dafür gibt. Da der Autor ein Österreicher ist, gibt es natürlich immer wieder die so wundervollen spezifischen Vokabeln. Ein wahres Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 24.04.2022

Schicksale in einer deutschen Kleinstadt

Nebenan
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Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, zumal es einige Bezüge zu meinem eigenen Leben aufweist.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen in einer mehr und mehr verödenden Kleinstadt in Norddeutschland. Die ...

Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, zumal es einige Bezüge zu meinem eigenen Leben aufweist.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen in einer mehr und mehr verödenden Kleinstadt in Norddeutschland. Die eine 60, Hausärztin; die andere 40, selbständige Keramikerin, frisch zugezogen mit unerfülltem Kinderwunsch. In direktem Kontakt zueinander geraten beide nur selten. Verbunden sind sie über die betagte Tante der einen, die Nachbarin der anderen ist, sowie über ein verlassenes Haus mit scheinbar ungeklärtem Schicksal seiner Bewohner. In vielerlei Hinsicht sind sie sich ähnlich, vor allem in ihrem Hang zum Grübeln über sich und ihr Umfeld. Herausgekommen sind auf diese Weise abwechselnde Schilderungen über beider Leben, die sich sehr schön lesen.

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