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Veröffentlicht am 01.08.2022

Eine neue Heimat

Ich bin
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Als Kind ist Krieg für Bisrat selbstverständlich, denn der Eritreische Unabhängigkeitskrieg beginnt schon vor ihrer Geburt. Da ihre Eltern in der Freiheitsbewegung aktiv sind, wird es irgendwann unmöglich ...

Als Kind ist Krieg für Bisrat selbstverständlich, denn der Eritreische Unabhängigkeitskrieg beginnt schon vor ihrer Geburt. Da ihre Eltern in der Freiheitsbewegung aktiv sind, wird es irgendwann unmöglich für die Familie im Land zu bleiben. Die Eltern sagen ihren Kindern nicht, wohin es geht, das wäre zu gefährlich. Mit sechs Jahren muss das kleine Mädchen also ihre Heimat verlassen. Ziel: unbekannt.

Nach einem längeren Aufenthalt im Sudan, gelangt die Familie schließlich nach Deutschland, wo sie sich ein neues Leben aufbauen. Bisrat fällt die Eingewöhnung schwer. Sie muss nicht nur eine neue Sprache lernen, besonders schwer fällt ihr, dass Menschen in erster Linie ihre Hautfarbe wahrnehmen, nicht sie als Person. Das ist neu und ungewohnt für sie.

Nach einigen Jahren spricht sie fließend Deutsch. Sie ist gut in der Schule und hat Freunde. Ein besonderer Höhepunkt für sie sind die Wochenenden, die sie mit eritreischen Freunden verbringt. Sie ist dankbar für ihr gutes, geordnetes Leben, und möchte nach Kräften Menschen in ihrer Heimat unterstützen, die immer noch unter den langjährigen Krieg leiden. Ein Besuch in der Heimat bringt viele einzigartige Erlebnisse.

Die Berufswahl fällt ihr schwer, doch dann findet sie ihren Traumberuf als Modedesignerin. Die richtigen Türen öffnen sich, ihr Modelabel wird geboren.

Dieses Buch gibt einen guten Einblick in das Leben der Autorin, angefangen mit der Flucht aus Eritrea, mit einem Schwerpunkt auf ihre Jugendjahre in Deutschland, bis hin zu ihrer Zeit in der Modewelt, zuerst in Frankreich, dann in Deutschland. Dazwischen finden sich Gedanken über Krieg und Frieden, Selbstannahme und Rassismus, Heimat und Mode. Sie zeigt, wie schon Kinder darunter leiden, wenn sie über äußere Merkmale, wie ihre Hautfarbe, definiert werden. Vor allem erzählt sie, wie sie ihren eigenen Weg gefunden hat.

Die Geschichte ist trotz mancher Längen interessant. Es ist vor allem wertvoll zu lesen, wie es der kleinen Bisrat in ihrer Anfangszeit in Deutschland ging und auch wie sie den Weg fand ihren Traum zu verwirklichen. Ihre Gedanken über die Würde der Menschen sind wertvoll, und es ist interessant zu lesen, wie sie mutiger wurde und ihre Identität fand.

Fazit: Eine interessante Lebensgeschichte, die zeigt, wie eine junge Frau unter der Geschichte ihres Landes leidet und wie sie ihren Weg findet. Empfehlenswert, vor allem für Menschen, die sich für Biographien und für fremde Kulturen interessieren.

Veröffentlicht am 27.07.2022

Ein Mitmach-Buch gegen Langeweile

happy girl
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Was haben Delfine, Pandabären, Schmetterlinge, Flamingos, Chamäleons und Pferde mit Mädchen zu tun? Von allen diesen Tieren können wir lernen – Freiheit, Gelassenheit, Stärke und Mitgefühl sind nur einige ...

Was haben Delfine, Pandabären, Schmetterlinge, Flamingos, Chamäleons und Pferde mit Mädchen zu tun? Von allen diesen Tieren können wir lernen – Freiheit, Gelassenheit, Stärke und Mitgefühl sind nur einige der Eigenschaften, die diese Tiere verkörpern.

Dieses bunte und wunderschön dekorierte Mitmachbuch fällt mit seiner abwechslungsreichen Gestaltung auf. Mal gibt es etwas auszufüllen, auf anderen Seiten stehen Witze oder interessante Fakten, und dann gibt es wieder etwas zum Basteln oder Malen. Spitze sind auch die einfachen Rezepte. Es ist das perfekte Heilmittel gegen Langeweile, denn es ist für jedes Mädchen etwas dabei.

Am besten scheint das Buch für neun bis elfjährige Mädchen geeignet zu sein. Wie man schon am Cover sieht, rosa und pink sind die vorherrschenden Farben! Das handliche Format ist angenehm zum Mitnehmen.

Fazit: Ein kurzweiliges Buch für Mädchen im Grundschulalter, perfekt auch als Geburtstagsgeschenk geeignet!

Veröffentlicht am 25.07.2022

Freundschaft

Mit dir wird es leichter
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Heiligabend. Tim muss mit jemandem reden. Zu schrecklich ist das, was er heute entdeckt hat. Morgens beim Duschen. Ein Knoten. Was ist, wenn es Krebs ist? Mit wem kann er reden? Sagt er es seiner Familie, ...

Heiligabend. Tim muss mit jemandem reden. Zu schrecklich ist das, was er heute entdeckt hat. Morgens beim Duschen. Ein Knoten. Was ist, wenn es Krebs ist? Mit wem kann er reden? Sagt er es seiner Familie, wird das ganze Weihnachtsfest von dieser Schreckensmeldung überschattet sein. Da schreibt er einer Freundin, Sarah. Obwohl es schon fast Mitternacht ist, ist sie da und hört sich seine Sorgen an. Wie gut es ist, Freunde zu haben!

Dieses Buch enthält ein fiktives Gespräch zwischen Tim und Sarah, das sich über ein Jahr erstreckt. Von der ersten Entdeckung der Krankheit, bis hin zur Diagnose und Behandlung, erlebt der Leser die Höhen und Tiefen eines solchen Schicksalsschlages mit. In langen Textnachrichten tauschen sich die Freunde aus; über ihre gemeinsame Vergangenheit, über Glücksmomente im Alltag, über den Tod, und über den richtigen Umgang mit Menschen, die leiden. Dabei landen sie immer wieder bei dem Thema Freundschaft.

Die Gesprächsabschnitte beginnen mit Datum und Uhrzeit. An manchen Tagen finden sich lange Textblöcke, an anderen ist der Austausch sehr kurz. Dem Gespräch liegt eine echte Unterhaltung des Autors mit einer Freundin zugrunde, als er erleben musste, was Tim durchmacht.

Teilweise ist das Buch spannend wie ein Roman. Rätselhaftes wird erst im Laufe der Erzählung klarer. Doch stellenweise scheint das Gespräch zu stocken und sich im Kreis zu drehen. Der Glaube kommt zwar zur Sprache, spielt aber eine untergeordnete Rolle.

Der Autor, der selbst Musiker ist, lässt Tim Liedtexte schreiben und seiner Freundin senden. Diese Texte können manche Emotionen vielleicht besser ausdrücken als eine normale Nachricht.

Zwischen den beiden Freunden knistert es manchmal, und sie fragen sich, inwieweit eine platonische Freundschaft zwischen Mann und Frau überhaupt möglich ist. Bei allen Fragen, die nicht wirklich geklärt werden können, halten sie an der Erkenntnis fest, dass Freundschaft gut und wichtig ist.

Fazit: Ein Loblied auf die Freundschaft! Dieses Buch behandelt Themen wie Krankheit, Glück und Leid - eingebettet in einem Gespräch zwischen zwei vertrauten Freunden. Vor allem Menschen, die selbst von einer Krebserkrankung betroffen sind, werden sicher viel Hilfreiches in diesem Austausch finden.

Veröffentlicht am 09.07.2022

In jeder Situation bei Gott geborgen

Über alles geliebt
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Diesem Bilderbuch liegt der Bibeltext Römer 8,18-39 zugrunde, ein wunderschöner Text, der uns zusichert, dass Gott uns immer liebt, egal wie es uns gerade geht. Es eignet sich besonders gut für Kindergarten- ...

Diesem Bilderbuch liegt der Bibeltext Römer 8,18-39 zugrunde, ein wunderschöner Text, der uns zusichert, dass Gott uns immer liebt, egal wie es uns gerade geht. Es eignet sich besonders gut für Kindergarten- und Grundschulkinder.

Nicht allzu viele Kinderbücher greifen schwierige Themen auf. Dieses Buch beginnt, wie der Bibeltext, mit der Vergänglichkeit der Schöpfung, richtet aber bald den Blick darauf, dass das Beste noch kommt. Es ist wertvoll, dass schwierige und schlechte Tage zur Sprache kommen. Ich frage mich allerdings, ob die Aussicht, dass in der Ewigkeit alles besser wird, zur Lebenswelt der Kinder passt und als Trost empfunden wird. Sicher ist das wahr und gehört zur biblischen Botschaft, aber vielleicht ist diese Ewigkeitsperspektive schwer für Kinder zu begreifen.

Auf jeden Fall ist die wiederkehrende Botschaft dieses Buchs, dass Gott uns liebt und immer ganz nah bei uns ist, wunderschön! Gelungen ist auch die kindgerechte Umsetzung des biblischen Textes. So wird beispielsweise aus: „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.“ – „Wenn du betest, hilft Gott dir sogar, die richtigen Worte zu finden, mit denen du ihm sagen kannst, was dich beschäftigt.“

Die Illustrationen sind modern, mit wenigen großen Figuren und manchen Details, die symbolhafte Bedeutung haben.

Am Anfang des Buchs findet sich ein Barcode, der zu einer PDF-Version des Buchs führt, was besonders hilfreich ist, wenn das Buch in Gemeinde oder Schule eingesetzt wird.

Fazit: In diesem wertvollen Kinderbuch geht es um die Hoffnung auf Gottes Ewigkeit, und um seine Liebe und Nähe, selbst an schweren Tagen. Die Idee einen Bibeltext kindgerecht wiederzugeben ist gut gelungen. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 29.06.2022

„Mit leichtem Herz und leichten Händen halten und nehmen“

Für immer deine Tochter
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Anna ist im Jahr 1943 sechsundzwanzig und immer noch unverheiratet. Sie will dem elterlichen Hof entkommen, also setzt sie kurzentschlossen ihren Willen durch und heiratet Egon, der in der Pension ihrer ...

Anna ist im Jahr 1943 sechsundzwanzig und immer noch unverheiratet. Sie will dem elterlichen Hof entkommen, also setzt sie kurzentschlossen ihren Willen durch und heiratet Egon, der in der Pension ihrer Eltern Urlaub gemacht hat. Es dauert nicht lang, da leidet sie unter dem selbstsüchtigen Wesen ihres Mannes. Noch vor der Geburt ihrer Tochter kehrt sie zurück in ihr Elternhaus.

Paula kommt in Jahr 1944 auf die Welt. Anna ist nach der Entbindung krank und es dauert Monate, bis sie sich erholt hat. Und dann bricht ihre ganze Welt zusammen. Ihr Zuhause wird von den Russen eingenommen und keiner ist vor ihnen sicher. Frauen werden schrecklich misshandelt und vergewaltigt, Häuser und Lebensmittel werden eingezogen, und jeder, der arbeitsfähig ist, muss den neuen Herrn dienen.

Hoffnungslosigkeit breitet sich aus, der Tod wird herbeigesehnt. Wie oft tröstet sich Anna mit ihrem kleinen Mädchen, ihrem einzigen Grund weiterzuleben.

Schließlich tut sich ein Ausweg auf, Anna und ihre Familie können nach Deutschland fliehen. Doch der Weg dahin ist beschwerlich und lebensgefährlich.

Neben der Erzählung, die im Jahr 1945 spielt, verfolgt der Leser Paulas Entdeckungen im Jahr 2004. Die 60jährige Tochter von Anna findet beim Ausräumen ihres Elternhauses ein vollbeschriebenes Buch, worin die Mutter ihre Geschichte erzählt. Das Lesen dieser Geschichte hinterlässt tiefe Spuren bei Paula und stellt alles in Frage, was sie über sich und ihre Eltern geglaubt hat. Auf der Suche nach den Geheimnissen der Vergangenheit entdeckt sie, wie wichtig Familie ist.

Der Einstieg in dieses Buch ist etwas schwierig, aber nach den ersten achtzig bis hundert Seiten, mit der Besetzung durch die Russen, nimmt die Spannung zu. Die Geschichte ist tragisch Geschichte, es werden viele leidvolle Erlebnisse anschaulich beschrieben, darum macht dieses Buch betroffen und lässt sich nicht einfach so nebenher lesen. Die Geschichte beruht auf Tatsachenberichte, die Autorin verwebt mehrere Schicksale zu einer Erzählung.

Fazit: Ein historischer Roman über die Vertriebenen von Pommern, der das schreckliche Geschehen im Dritten Reich anschaulich beschreibt. Empfehlenswert!