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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2023

Kein Konzept für mich

Alles still auf einmal
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Ein Buch über einen fiktiven Amoklauf an einer Grundschule in den USA. Trauma- und Trauerbewältigung ausschließlich aus der Sicht eines sechsjährigen Zeugen, dessen Familienleben durch dieses Ereignis ...

Ein Buch über einen fiktiven Amoklauf an einer Grundschule in den USA. Trauma- und Trauerbewältigung ausschließlich aus der Sicht eines sechsjährigen Zeugen, dessen Familienleben durch dieses Ereignis auf den Kopf gestellt wird.
Klang interessant, aber hat für mich nicht funktioniert. Das Buch hat durch die Erzählperspektive extremen Kinderbuchcharakter und Längen. Das ist nicht nur anstrengend zu lesen, sondern auch sehr zäh. Die Gedankengänge des Kleinen wirken auf mich sehr altklug und künstlich.
Letztendlich blieb für mich der einzige Aufreger: dass der arme Junge von seiner traumatisierten Familie komplett ignoriert wird.
Insgesamt ein bemühtes Buch von einer besorgten aber unbetroffenen Mutter geschrieben, die es leider nicht schaffte auch nur den kleinsten Hauch von Authentizität aufzubringen.

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Veröffentlicht am 09.08.2022

Furchtbar konstruiert und zusammen geschustert

Für immer deine Tochter
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Puuuuhhhh... hätte man mich nach der ersten Hälfte des Buches nach meiner Meinung gefragt, hätte ich geantwortet, dass ich erstaunt bin, dass Hera Lind sich mittlerweile solch eines Stoffes an nimmt. Ich ...

Puuuuhhhh... hätte man mich nach der ersten Hälfte des Buches nach meiner Meinung gefragt, hätte ich geantwortet, dass ich erstaunt bin, dass Hera Lind sich mittlerweile solch eines Stoffes an nimmt. Ich habe mich bisher von ihren Büchern fern gehalten, da ich sogenannte "freche Frauen" (chick-lit für Ältere) nicht brauche. Tatsachenberichte sind dann schon eher meines.
Wie gesagt, bis zur Hälfte war ich beeindruckt, wird die Flucht aus Pommern doch sehr eindrücklich geschildert und rasant und man hat das unangenehme Gefühl, mitten drin zu stecken in den Wirren dieser Tage.
Aber dann ging es nur noch bergab...
"Roman nach einer wahren Geschichte"... tja, vielleicht ein bißchen, der gr0ße Rest wirkt aufgesetzt: viel zu viele Zufälle und total konstruiert.
Ich hab dann den letzten Rest nur noch überflogen, weil ich die Laientheater-Dialoge kaum noch ausgehalten habe und die völlig willkürlichen überdramatischen Handlungen ebenso.
Und dann komme ich zum Nachwort und hätte das Buch gerne an die Wand gepfeffert. Kein Wunder, dass die Handlung nur noch überladen wirkte - sie hat einfach zwei verschiedene Schicksale zusammen geschustert.
"In einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen (...) langsam versterben, müssen solche Lebensgeschichten unbedingt noch erzählt werden. " - Ja, da bin ich ganz bei Ihnen, Frau Lind, aber sicherlich nicht auf reisserische umsatzheischende Art. Das braucht kein Mensch!

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Veröffentlicht am 17.07.2022

Kommunikation ist eine tolle Erfindung

Die Ewigkeit ist ein guter Ort
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Dieses Buch hat mich dezent aggressiv gemacht, nicht weil mich der Inhalt so gefesselt hätte, sondern weil es extrem konstruiert wirkt.
Die Protagonisten haben ein riesiges Problem, speziell die Hauptfigur: ...

Dieses Buch hat mich dezent aggressiv gemacht, nicht weil mich der Inhalt so gefesselt hätte, sondern weil es extrem konstruiert wirkt.
Die Protagonisten haben ein riesiges Problem, speziell die Hauptfigur: Null Kommunikation.
Es kann schon sein, dass die Autorin daraufhin weisen möchte, dass wir verlernt haben Probleme anzusprechen, über Gefühle generell zu sprechen, oder einfach miteinander zu sprechen. Aber in diesem Buch wirkt es allzu gewollt. Selbst der Papagei Gertrude möchte was sagen und kann nicht.

Als Agnostikerin (eine, die sich kaum Namen merken kann, geschweige denn Liedtexte oder Gedichte) hatte ich ja schon meine Probleme mit dem eigentlichen Problem der Hauptprotagonistin: sie ist Pastorin und kann sich von einem Tag auf den anderen an kein einziges Gebet mehr erinnern, ja sie kann noch nicht einmal aus der Bibel vorlesen.
Nun ja, ich erkenne vielleicht die Metapher dahinter.
Kurz und gut: dieses Buch konnte mich an keiner Stelle abholen. Es zog und zog sich dahin mit unsympathischen - teils psychopathischen - Protagonisten.
Auf der Suche nach sich selbst oder seiner inneren Mitte - da gibt es weit bessere Lektüre.

Nein, ich kenne niemanden dem ich dieses Buch empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Gut gemeint, schlecht gemacht

Die Übersetzerin
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Dieses Buch beruht auf einer wahren Begebenheit und die verursacht eigentlich Gänsehaut. Da kann man doch nicht viel verkehrt machen? Doch kann man.
Die Protagonisten sind allesamt so unsympathisch, dass ...

Dieses Buch beruht auf einer wahren Begebenheit und die verursacht eigentlich Gänsehaut. Da kann man doch nicht viel verkehrt machen? Doch kann man.
Die Protagonisten sind allesamt so unsympathisch, dass es einem schon völlig egal ist, was mit ihnen passiert. Speziell eine der Hauptprotagonistinnen - sie ist Jüdin, auf der Flucht vor den Nazis, man will sie doch auf jeden Fall mögen...
Leider ist sie vor allem eine arrogante Zimtzicke, die stutenbissiger kaum sein könnte.
Die Liebesgeschichte zwischen ihr und dem "guten" Nazi lässt sich als Leser kaum nachvollziehen, da sie auf Lust und sexuelle Handlungen reduziert wurde.
Es ist mir ein Rätsel wie man soviel Potential einer Geschichte so völlig vergeigen kann.
Ich kann das Buch einfach nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Nicht Fisch nicht Fleisch

Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach
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Ich war völlig angetan vom Buchcover und dem Klappentext: ein über fünfzigjähriger Sonderling, der das Leben neu entdeckt, das ganze vor der Kulisse des schönen Elsass.

Aber schon nach ein paar Kapiteln ...

Ich war völlig angetan vom Buchcover und dem Klappentext: ein über fünfzigjähriger Sonderling, der das Leben neu entdeckt, das ganze vor der Kulisse des schönen Elsass.

Aber schon nach ein paar Kapiteln habe ich mich gefragt, was zum Geier ich da eigentlich lese. Der Schreibstil ist ganz ordentlich… aber die Erzählweise! Die Protagonisten völlig überzogen und ins Lächerliche verzerrt, ähnlich wie bei Jugendbüchern für sehr junge Teenager – dafür allerdings ist die Story unpassend. Überzogen wie bei einer Satire? Dafür war es dann wieder zu unlustig… oder aber ich habe den Humor nicht bemerkt, falls da mehr als Slapstick Einlagen war.

Ich las also von einem sozial völlig inkompetenten zweiundfünfzigjährigen Robert (der gut und gerne auch 74 hätte sein können), seiner zehn Jahre jüngeren Schwester, die allein eine Herberge mit Restaurant schupft, nebenbei noch ihre Zwillinge (sechsjährige Zwerge? Immerhin muss sich Robert in Robbenstellung begeben um auf Augenhöhe mit ihnen zu sein und sie können beide gleichzeitig auf dem Bernhardiner reiten) großzieht, sich um den komischen Bruder (der außer genial zu kochen und mit seinem Gemüse spricht keinen weiteren Beitrag leistet) kümmert und NICHT kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht. Ihre Haushaltshilfe Fatima mitsamt tagträumerischen Teenagersohn Hassan, der in Robert einen Lehrmeister sieht und eine überdrehte Engländerin, auf die der sozial inkompetente Robert sein Auge wirft… kommen dann auch noch ins Spiel und alle gingen sie mir auf den Senkel. Nicht ein Protagonist der irgendwie sympathisch oder glaubwürdig wäre… und Elsass – das war austauschbar, bis auf einige lokale Ausdrücke, die ab und zu in den Raum geworfen werden, weist nichts darauf hin, dass wir uns im schönen Elsass befinden. Hätte jetzt auch Bruggswürzelbach in Katatonien sein können.

Am Ende noch ein paar irrelevante Kochrezepte, fertig – was aber noch am besten war, weil ENDE.

Die Autorin wollte sicher irgendwas sagen, etwas mitteilen (oder vielleicht auch nicht)… was auch immer es war, es hat mich nicht erreicht und ich will auch von ihr nichts mehr lesen müssen.

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