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Veröffentlicht am 02.10.2022

Perfekte Einstimmung auf die Weihnachtszeit

Rentierfieber
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Der Weihnachtsmann fühlt sich etwas kränklich und bittet das Christkind um Hilfe. Dieses erschrickt, denn der sonst so fröhliche und fidele Mann hat eindeutig Rentierfieber! Soll heißen: Findet er bis ...

Der Weihnachtsmann fühlt sich etwas kränklich und bittet das Christkind um Hilfe. Dieses erschrickt, denn der sonst so fröhliche und fidele Mann hat eindeutig Rentierfieber! Soll heißen: Findet er bis zum frohen Fest keinen Nachfolger, wird er sich in ein Rentier verwandeln... Und so wird er zu den Menschen geschickt, um jemanden zu suchen, der seinen Posten übernehmen möchte.

Unterstützung erhält er dabei von den unterschiedlichsten Personen, die ich alle sofort ins Herz geschlossen habe. Die kleine Maya, die sofort helfen will und ganz verzaubert von der Magie der Weihnacht ist. Ella, für die dieser Zauber durch das Erwachsen-Sein und den alltäglichen Trott vielleicht schon ein wenig verflogen ist. Jakob ist unheimlich gutmütig und für die ein oder andere Überraschung gut. Auch seine Wichtel spielen eine Rolle. Mit diesen lebt der Weihnachtsmann nämlich in Christstollen, wo sie sich jedes Jahr intensiv auf die Bescherung vorbereiten. Natürlich gibt es auch einen Widersacher, der die Mission sabotieren möchte.

Das Buch ist in 24 Kapiteln geschrieben und kann demnach bestens als Adventskalender genutzt werden. Geeignet ist es gleichermaßen für jung und alt. Es ist witzig, kurzweilig und unterhaltsam mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer außergewöhnlichen Geschichte. Für Erwachsene hält es zudem ein paar kluge Botschaften bereit. Übrigens kann man es auch als Hörbuch bei Spotify hören. Es ist die perfekte Lektüre/ das perfekte Hörvergnügen zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 28.09.2022

Rasante, halsbrecherische und unterhaltsame Geschichte

Scarlett & Browne - Die Berüchtigten
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Dieser Teil spielt sechs Monate nach den Ereignissen des Vorgängers. Scarlett und Albert sind begeistert als sie einen lukrativen Auftrag erhalten. Doch bevor es dazu kommt, geraten sie in einen Hinterhalt. ...

Dieser Teil spielt sechs Monate nach den Ereignissen des Vorgängers. Scarlett und Albert sind begeistert als sie einen lukrativen Auftrag erhalten. Doch bevor es dazu kommt, geraten sie in einen Hinterhalt. Auch ein neuer Widersacher tritt in Erscheinung.

Man merkt, dass Albert sich in einigen Aspekten ziemlich weiter entwickelt und viel dazu gelernt hat. Andererseits ist er aber immer noch unsicher und unbeholfen, vor allem wenn es um seine besonderen Fähigkeiten geht. Scarlett hingegen ist selbstbewusst, überlegt und kaltschnäuzig wie eh und je. Gemeinsam geben die beiden mittlerweile ein eingespieltes Team ab, was mir sehr gut gefallen hat. Allerdings würde Scarlett natürlich niemals zugeben wie wichtig ihr Albert inzwischen geworden ist. Endlich erfahren wir auch mehr über ihre tragische Vergangenheit. Durch regelmäßige Perspektivenwechsel erhalten wir Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten beider Protagonisten.

Die Charaktere liefern sich witzige Wortgefechte, der schwarze Humor und der Sarkasmus haben mich ebenso begeistert wie der spezielle Schreibstil von Jonathan Stroud. Er schenkt uns hier eine rasante, halsbrecherische und unterhaltsame Geschichte. Einiges wird meiner Meinung nach zwar sehr überspitzt dargestellt, das macht aber auch irgendwie den gewissen Reiz aus. Die Atmosphäre ist teilweise sehr düster, manchmal sogar gruselig und bedrohlich.

Es handelt sich um eine Dystopie, die im England der Zukunft spielt. Die sogenannte „Große Verheerung“ hat weite Teile des Landes unbewohnbar gemacht. Diese wurden entweder zerstört, verseucht oder überschwemmt. In der Wildnis gibt es zusätzliche Bedrohungen wie mutierte Tiere oder die gefürchteten „Gezeichneten“. Die Überlebenden müssen sich an die strengen Regeln der Glaubenshäuser halten. Als wäre die Umwelt nicht schon menschenverachtend genug, tun sich die Menschen untereinander zusätzlich furchtbare Dinge an: Jeder der anders ist, wird verstoßen und dem Tod überlassen. Ein erschreckendes und beängstigendes Szenario.

Für mich ist es eine gelungene Fortsetzung, ich freue mich schon sehr auf den dritten Band, denn es wurden wieder viele neue Fragen und Möglichkeiten aufgeworfen.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Lehrreiches und poetisches Märchen

Die Stimme, die ich sah
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Liora soll bald in die Pfotenabdrücke ihres Großvaters treten und sein Amt als Leitwolf übernehmen. Doch all die Verpflichtungen, Regeln, Traditionen und der Druck allen gerecht zu werden sind überhaupt ...

Liora soll bald in die Pfotenabdrücke ihres Großvaters treten und sein Amt als Leitwolf übernehmen. Doch all die Verpflichtungen, Regeln, Traditionen und der Druck allen gerecht zu werden sind überhaupt nicht das, was sie sich für ihre Zukunft wünscht. Das kann doch nicht alles sein. Und überhaupt: was ist eigentlich der Sinn des Lebens und ihre wahre Bestimmung? Sie begibt sich auf eine Reise, um hoffentlich all ihre Fragen klären zu können.

Laut der Autorin handelt es sich um ein spirituelles Kunstmärchen. Dem kann ich definitiv zustimmen, denn es ist metaphorisch, phantastisch und tiefgründig. Es beschäftigt sich mit Selbstzweifeln, der Suche nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Bestimmung. Selbstfindung, Selbstvertrauen und dem Folgen der Intuition sind ebenso Themen wie Buddhismus und Spiritualität. Dabei hält das Buch zahlreiche Botschaften und Weisheiten für die Lesenden bereit. Es sind außerdem einige Übungen und Erklärungen in die Handlung integriert. Im Prinzip kann man so in jedem Kapitel etwas lernen. Lioras Geschichte ist eine Erinnerung daran, sich selbst und dem Leben zu vertrauen. Alles geschieht aus einem Grund.

Der Schreibstil ist flüssig, kurzweilig und bildhaft. Lioras Gefühle kommen sehr gut rüber und sind bestens nachvollziehbar. Sie trifft einige Wesen auf ihrer Reise, die ihr meistens irgendwie weiterhelfen können. Diese kurzen Episoden haben mir echt gut gefallen. Sämtliche Tiere wurden vermenschlicht, so dass sie beispielsweise in Hütten wohnen, Tee trinken oder Reisegepäck dabei haben. Das fand ich ganz unterhaltsam gemacht.

Insgesamt ist „Die Stimme, die ich sah“ ein lehrreiches und poetisches Märchen, das zum Nachdenken anregt und aus dem man einiges mitnehmen kann.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Spannend, phantastisch, mysteriös

Eowyn: Das Erwachen der Jägerin (Eowyn-Saga I)
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Eowyn gehört zu den Besten im Orden der Jägerinnen. Sie übernimmt den Auftrag, zwei Männer aus der Universitätsstadt Xinda sicher in deren Heimat zu eskortieren. Zunächst ahnt sie nicht, dass sie damit ...

Eowyn gehört zu den Besten im Orden der Jägerinnen. Sie übernimmt den Auftrag, zwei Männer aus der Universitätsstadt Xinda sicher in deren Heimat zu eskortieren. Zunächst ahnt sie nicht, dass sie damit selbst zur Gejagten wird. Doch was hat ihr Verfolger mit den Ereignissen zu tun, die sie vor Jahren dazu zwangen ihr Zuhause zu verlassen?

Die 19-Jährige Eowyn ist eine starke, mutige, kluge, zielstrebige und bedachte Protagonistin. Sie hat in der Vergangenheit schon einiges erlebt. Was genau passiert ist, kann man im Prequel „Eowyn: Geboren aus Nebel und Stahl“ nachlesen, welches fünf Jahre vor diesem ersten Band spielt. Es ist wirklich bewundernswert, dass sie niemals aufgibt und auch ihre Entwicklung ist sehr authentisch und nachvollziehbar.

Ich mochte zudem die Nebencharaktere Thorstan, Harad und Ellin. Zu Beginn herrscht etwas Misstrauen zwischen ihnen, aber mir hat diese sich langsam aufbauende Beziehung gut gefallen. Es gibt außerdem eine unaufdringliche Liebesgeschichte, die glaubhaft rüber kommt. Freundschaft und Loyalität spielen ebenso eine wichtige Rolle.

Das Setting ist phantastisch, magisch und die Atmosphäre eher mysteriös, düster und manchmal bedrohlich. Die Handlung ist spannend und actionreich, sodass es niemals langweilig wird.

Übrigens ist dieses Buch auch für den Selfpublishing Buchpreis 2022 nominiert und das meiner Meinung nach absolut zu Recht 🥰

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Veröffentlicht am 26.08.2022

Mix aus historischen Krimi-Elementen und Urban Fantasy

Kitty Carter – Dämonenkuss
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England 1862. Kitty Carter, 49 Jahre und ledig versucht sich in einer von Männern dominierten Welt zu beweisen. Sie hat auf die Liebe und eine Familie verzichtet, um als Frau einen Beruf ausüben zu können. ...

England 1862. Kitty Carter, 49 Jahre und ledig versucht sich in einer von Männern dominierten Welt zu beweisen. Sie hat auf die Liebe und eine Familie verzichtet, um als Frau einen Beruf ausüben zu können. Sie arbeitet bei der City of London Police als Bürokraft und unterstützt diese außerdem inoffiziell mit ihrem Talent für treffgenaue Vorahnungen. Doch als sie urplötzlich stirbt, im Jenseits landet und von Gott höchstpersönlich einen Auftrag erhält, wird ihr gesamtes Weltbild und ihr Glaube erschüttert. Wofür hat sie Zeit ihres Lebens eigentlich all diese Entbehrungen erduldet und sich stets vorbildlich verhalten? Ihre zweite Chance unter den Lebenden will sie unbedingt nutzen! Und so lässt sie sich nur allzu gern von ihrem eigentlichen Vorhaben ablenken: nämlich der Jagd nach einem mörderischen Dämon.

Kitty Carter ist eine toughe und faszinierende Protagonistin, die sich nicht von Männern, vor allem aber nicht von ihrem Vater in ihr Leben reinreden lassen will. Sie möchte auf eigenen Beinen stehen und eigene Entscheidungen treffen. Bisher ist ihr das ganz gut gelungen - dachte sie zumindest. Doch dann muss sie erfahren, dass alles ganz anders ist. Bestürzt versucht sie all das Versäumte nachzuholen. Doch leider kann sie sich nicht nur auf die Erfüllung ihrer Träume und das Ausleben ihrer neu entdeckten Leidenschaft konzentrieren. Gleichzeitig muss sie auch noch all die speziellen Fähigkeiten erforschen, die eine Wiederauferstehung als Dämonenjägerin so mit sich bringt. Außerdem wird die Spur der Leichen, der es zu folgen gilt, um den abtrünnigen Dämonen zu finden, immer länger.

Das Setting des Viktorianischen Zeitalters hat mir gut gefallen. Jana Paradigi mixt hier historische Krimi-Elemente mit Urban Fantasy. Es tauchen Dämonen auf, Okkultismus spielt ebenso eine Rolle. Beides war zu dieser Zeit negativ besetzt und stand in Verbindung mit dem Teufel. Kitty ist also ständig in Gefahr enttarnt und festgenommen zu werden. Was mit vermeintlichen Hexen oder Besessenen damals passiert ist, will man sich lieber nicht vorstellen.. Daher ist die Atmosphäre eher düster, mystisch und manchmal auch etwas bedrohlich.

"Kitty Carter - Dämonenkuss" hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Es ist spannend, emotional, aufregend und macht Lust auf mehr. Soweit ich weiß ist es aber ein Einzelband.

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