Profilbild von LadyIceTea

LadyIceTea

Lesejury Star
offline

LadyIceTea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LadyIceTea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2023

Dramatische Fortsetzung

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (Hafenärztin 3)
0

Hamburger Hafen, 1911: Anne Fitzpatrick behandelt in ihrer Arztpraxis am Hafen immer häufiger chinesische Frauen, die in den Kolonien als Arbeitskräfte angeworben wurden. Als eine der Frauen vor Annes ...

Hamburger Hafen, 1911: Anne Fitzpatrick behandelt in ihrer Arztpraxis am Hafen immer häufiger chinesische Frauen, die in den Kolonien als Arbeitskräfte angeworben wurden. Als eine der Frauen vor Annes Augen stirbt, schwört die Hafenärztin, die Verantwortlichen zu finden. Zusammen mit Kommissar Berthold Rheydt fängt sie an, im Chinesenviertel auf Sankt Pauli nachzuforschen. Der Kommissar glaubt, die mörderische Handschrift eines Erzfeindes zu erkennen. Sein Herz jedoch ist nicht ganz bei der Sache – er hat Helene Curtius seine Liebe erklärt. Doch auch Helene kämpft an mehreren Fronten um das Heil misshandelter Frauen. Während Anne sich zunehmend in große Gefahr begibt, macht Rheydt einen Schritt, der sein Leben und das von Helene für immer verändert.

„Die Hafenärztin – Ein Leben für das Recht auf Liebe“ ist der dritte Band der „Die Hafenärztin“-Reihe von Henrike Engel. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da sie in sich abgeschlossen sind. Sollten sie in meinen Augen aber nicht, da man sich viel aus den vorherigen Büchern spoilert.
Der Schreibstil ist gewohnt leicht zu lesen und man fliegt durch die Seiten. Es wurde nicht langweilig und neben vielen interessanten historischen Details, gab es auch wieder einen spannenden Kriminalfall.
Das Buch beginnt relativ nah am Ende des zweiten Buchs. Anne ist aus England wieder zurück und hat mit ihrer Vergangenheit aufgeräumt. Sie nennt sich wieder Anne van der Zwaan und behandelt weiterhin Frauen im grünen Haus. Doch auch im Chinesenviertel kümmert sie sich regelmäßig um die Frauen des größten Bordells und genau dort geschieht ein grausamer Mord. Natürlich ist auch sofort Kommissar Berthold Rheydt zur Stelle, der nun nicht nur wegen eines toten Chinesen ermittelt, sondern dem Hafenmörder wieder auf der Spur ist.
Gleichzeitig entdeckt Helene Schlimmes bei ihrer Freundin Pauline und mischt natürlich auch bei Annes aktuellem Fall mit. Die Lilith sind auch wieder ein Teil der Geschichte, ebenso wie Annes Vater, der nichts Gutes im Schilde führt, so dass es wirklich nie langweilig wird.
Die Autorin bringt einige neue Themen in die Geschichte, die richtig interessant sind aber sie greift auch bekannte Erzählstränge wieder auf und bringt sie zu einem gekonnten Abschluss. Gleichzeitig blüht die junge Liebe von Helene und Berthold weiter auf, ohne zu kitschig zu sein oder zu viel Raum einzunehmen. Auch über Annes Gefühle erfährt der Leser mehr.
Henrike Engel gelingt es, viele lose Fäden zu einem starken Strang zu verknüpfen und eine vielschichtige, spannende historische Geschichte zu erzählen. Mit jeder Seite merkt man, dass sie viel Herzblut und Zeit in die Recherche und das Schreiben des Buchs gesteckt hat. Ich habe befürchtet, dass dies der Abschluss der Reihe wird, aber zum Glück wird es noch einen vierten Band geben, auf den ich mich jetzt schon freue.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2023

Unglaublich bewegend

Das letzte Versprechen
0

Weihnachten 1944 bricht im Banat die Hölle für die kleine Anni aus: Sie wird von bewaffneten Partisanen aus den Armen ihrer jungen Mutter Amalie gerissen – und in ein jugoslawisches Kinderheim verschleppt, ...

Weihnachten 1944 bricht im Banat die Hölle für die kleine Anni aus: Sie wird von bewaffneten Partisanen aus den Armen ihrer jungen Mutter Amalie gerissen – und in ein jugoslawisches Kinderheim verschleppt, während Amalie mit 180 Frauen des Dorfes in ein Arbeitslager nach Sibirien muss. Annis Großmutter lässt die 5-Jährige allen Gefahren zum Trotz nicht allein – wie sie es deren Mutter versprochen hat. Heimlich fährt sie mit und ermöglicht der Kleinen die Flucht. Für Anni wird ihre Oma zum Licht in der Dunkelheit, das ihr auch Jahre später noch leuchtet.
Denn im Deutschland der Nachkriegszeit hat niemand Zeit für die seelische Not eines Kindes. Erst als Anni dem Bauernsohn Hans begegnet, glaubt sie, ein wenig Glück gefunden zu haben. Bis ihre Liebe zum Leben und dem, was gut ist an den Menschen, erneut auf ungeahnte Weise auf die Probe gestellt wird.

Als ich mit Hera Linds neuem Buch „Das letzte Versprechen“ begonnen habe, wusste ich nur teilweise, worauf ich mich einlassen würde. Dass die Bücher der Autorin, besonders wenn sie nach einer wahren Begebenheit geschrieben sind, mich bewegen wusste ich aber trotzdem hat es mich wieder erwischt.
Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich noch nie etwas vom Banat gehört. Ich bin Jahrgang 1993 und der zweite Weltkrieg war bei mir in der Schule erst im Abitur ein Thema und da ging es um das allgemein Bekannte aber das hier war mir neu.
Umso schockierter war ich von Annis Geschichte.
Das Buch wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Annis Sichtweise als Kind, als Heranwachsende und als Frau. Dann erleben wir noch die Sicht ihrer Mutter und einzelne Kapitel direkt von Hera Lind, die berichten, warum sie sich doch noch an diese Geschichte gewagt und wie sie Anni als alte Dame in ihrem Zuhause erlebt hat.
Annis Geschichte ist eine Geschichte voller Grausamkeiten, Angst, Gewalt, Hunger, Krankheit und Verlust aber auch voller Liebe und Hoffnung.
Dass Menschen solch eine Tortur überleben und dann wieder ins Leben zurückfinden können ist für mich unvorstellbar.
Die Geschichte hat mich mitgerissen, bewegt und lange nicht mehr losgelassen. Eigentlich bis jetzt nicht. Ein Teil deutscher Geschichte, das ich noch nicht kannte.
Ich bin froh, dass die Autorin den Menschen aus dem damaligen Banat auf diese Weise eine Stimme gibt und ihre Geschichte auch uns Nachkriegsgenerationen näherbringt.
Ein unglaublich bewegendes Buch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2023

Wunderbare Fortsetzung

Shatter and Shine (Faith-Reihe 2)
0

Als Hazel die Nachricht vom Tod ihres Ex-Freundes in Afghanistan erhält, bricht für sie eine Welt zusammen. Wochenlang verkriecht sie sich auf der Farm ihres Großvaters in Texas und versucht zu verstehen, ...

Als Hazel die Nachricht vom Tod ihres Ex-Freundes in Afghanistan erhält, bricht für sie eine Welt zusammen. Wochenlang verkriecht sie sich auf der Farm ihres Großvaters in Texas und versucht zu verstehen, dass sie Mason niemals wiedersehen wird. Doch dann ist da Cameron. Cameron, der als Kriegsveteran einen Bombenanschlag überlebt, durch die Explosion jedoch sein Gehör verloren hat. Hazel soll ihm als Gebärdensprachlerin helfen, sich in der stillen Welt zurechtzufinden. Während sie an seiner Seite das Leben neu entdeckt, kann er nicht hören, wie laut ihr Herz in seiner Gegenwart schlägt.

„Shatter and Shine“ ist der zweite Band der „Faith“-Trilogie von Sarah Stankewitz.
Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, Band zwei ist aber noch schöner, wenn man die Figuren schon ein wenig kennt.
Ich liebe das Cover des Buchs! Schon die Optik von „Rise and Fall“ fand ich super aber jetzt bin ich richtig verliebt! Das Buch wäre ein klarer Coverkauf.
Dieses Mal begleiten wir Hazel und Cameron. Hazel kennen wir schon aus Band eins, denn sie war die Mitbewohnerin von Sky und wird zu ihrer besten Freundin. Schön ist, dass Sky und Carter so auch hier wieder auftauchen und wir noch ein bisschen was von ihnen erfahren.
Hazel ist eine starke, lebenshungrige Frau, die grade einen schweren Verlust verarbeiten muss. Ihre erste Liebe Mason ist im Krieg gefallen und so kämpft sie sich grade wieder in den Alltag zurück. An ihrer Seite sind ihr absolut liebenswürdiger Opa und ihr gehörloser Bruder Jamie. Ihr Rückzugsort ist die gemütliche Gnadenbrot-Farm ihres Opas.
Durch ihren Bruder unterrichtet Hazel andere Menschen in Gebärdensprache und lernt so Cameron kennen. Er hat im Einsatz sein Gehör verloren und hat durch ein Trauma dazu aufgehört zu sprechen. Nur seiner Mutter zu liebe geht er in diesen Kurs und öffnet sich erst mit Hilfe von Jamie, den Hazel einfach neben ihn setzt.
Die Geschichte der beiden ist berührend und stark. Sie erzählt von unsagbarem Schmerz und Trauer aber auch von einem Neubeginn, vom Loslassen, Verzeihen und Weitermachen.
Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend, bewegend und macht das Buch zu einem richtigen Pageturner. Man will immer weiterlesen aber eigentlich auch gar nicht am Ende ankommen.
Hazels und Camerons Geschichte hat mich mitgerissen und begeistert.
Ein Pluspunkt für mich ist, dass Hazels Mutter weiterhin so fies bleibt, wie in Band eins und es nicht plötzlich eine Wunderänderung gibt, nur damit alles am Ende super ist.
Man merkt, dass die Autorin ihre Figuren und ihre Settings einfach liebt.
Ich finde, „Shatter and Shine“ ist genauso gut wie „Rise and Fall“ und ich kann jedem diese Reihe nur ans Herz legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2023

Besonders!

Alle Farben meines Lebens
0

Gold ist die Farbe der Reinheit, Grün steht für Stabilität und ein bestimmtes Blau für Traurigkeit. Schon als Kind entdeckt Alice, dass sie den Gemütszustand anderer Menschen in Farbe sehen kann. Die Auren ...

Gold ist die Farbe der Reinheit, Grün steht für Stabilität und ein bestimmtes Blau für Traurigkeit. Schon als Kind entdeckt Alice, dass sie den Gemütszustand anderer Menschen in Farbe sehen kann. Die Auren verraten Alice, ob ihr Gegenüber die Wahrheit sagt oder lügt, glücklich ist oder heimlich den Tränen nah. Ihr eigenes Leben in die Farben des Glücks zu tauchen, das gelingt ihr zunächst dennoch nicht. Ausgerechnet die Natur liefert der Großstadtpflanze, die bisher jeden Kaktus kleinkriegt, einen ersten Hinweis. Ihre lebenskluge Nachbarin zeigt ihr die Richtung. Und die Begegnung mit einem Mann, dessen Farben sie überraschenderweise nicht erkennen kann, leitet Alice auf ihrer Suche nach all den bunten, leuchtenden Facetten des Lebens.

„Alle Farben meines Lebens“ ist das neue Buch von Cecelia Ahern. Ich liebe die Bücher der Autorin und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Cecelia Ahern erzählt mit ihrem wundervollen Schreibstil die Geschichte von Alice. Alice wächst mit zwei Brüdern bei einer psychisch kranken Mutter auf und entwickelt eine ganz eigene Form der Synästhesie. Sie kann die Emotionen anderer Menschen als Farben sehen und wird bei Kontakt von ihnen beeinflusst.
Die Geschichte wird aus Alice Sicht erzählt aber der Leser ist eher ein Beobachter ihres Lebens. Die einzelnen Abschnitte springen von ihrer Kindheit und Jugend in die Gegenwart und auch das gibt es ein paar Zeitsprünge. Aber das alles sehr gelungen und gut miteinander verwoben.
Die Autorin hat mir Alice Story viele tiefgehende Themen miteinander verknüpft, wodurch das Buch wirklich besonders wird. Alice steht im Vordergrund, mit ihrer Angst jemanden körperlich wie auch emotional an sich heranzulassen und ihren verzweifelten Versuchen, alle anderen abzublocken und einfach normal leben zu können. Es ist unglaublich spannend aber auch berührend, wie Alice die Menschen wahrnimmt und auch das erkennt, was tief unter der Oberfläche verborgen ist.
Aber es geht auch um die Menschen um Alice herum. Darum, wie Menschen im Umgang miteinander funktionieren und dass viele Menschen von tiefliegenden Dingen beherrscht werden, die nur die wenigsten zu Gesicht bekommen.
Die Geschichte steuert nicht auf ein großes Finale oder Ereignis zu. Sie erzählt in einem ganz eigenen Tempo von Alice Leben, von Anfang bis Ende. Das hat es für mich noch intensiver gemacht.
Alice Entwicklung zu verfolgen hat mich fasziniert und bewegt. So ein Buch habe ich noch nie gelesen und ich finde, es ist im Gesamten unglaublich gut gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2023

Gottes Güte schmecken

Gottes Güte schmecken
0

Schmecken Sie das Leben! Genießen Sie die Gemeinschaft! Finden Sie Gott! Sie sind herzlich eingeladen!

Wir hungern nach so viel mehr, als nur nach Essen. Wir hungern danach, zu kennen und gekannt zu werden. ...

Schmecken Sie das Leben! Genießen Sie die Gemeinschaft! Finden Sie Gott! Sie sind herzlich eingeladen!

Wir hungern nach so viel mehr, als nur nach Essen. Wir hungern danach, zu kennen und gekannt zu werden. Danach, akzeptiert, verstanden und geliebt zu sein. Könnte es sein, dass Essen nicht nur dazu gedacht ist, um unsere Bäuche zu füllen? Sondern auch, um einen Ort zu schaffen, an dem Gott uns begegnen und unsere Herzen füllen kann?

Machen Sie sich mit Margaret Feinberg auf eine Entdeckungstour durch die Bibel. Sie werden überrascht sein, wie oft sich Gott dadurch offenbart, dass wir sein Wesen schmecken können! Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl - hinein in eine neue Begegnung mit Gott.



Als ich „Gottes Güte schmecken: Das Geheimnis, das Leben mit allen Sinnen zu genießen“ von Margaret Feinberg zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich an ein Kochbuch. Das Cover zeigt so lecker aussehende Speisen und dann noch der Titel. Aber schon beim Lesen des Klappentextes habe ich gemerkt, dass dieses Buch eben kein Kochbuch ist aber sich doch sehr mit dem Essen und mit der dazugehörigen Verbindung zu Gott und der Bibel auseinandersetzt.

Das Buch ist in mehrere Kapitel gegliedert und befasst sich in jedem mit einem Lebensmittel, welches auch in der Bibel seine Heimat hat. So z.B. Fisch, Oliven oder Salz.

Die Autorin schreibt fließend und erzählt lebensnah von ihren eigenen Erlebnissen mit diesen Lebensmitteln. Denn, sie hat zu jedem davon eine ganz eigene Reise unternommen. So ist sie zum Fische fangen an den See Genezareth gereist oder in ein Salzbergwerk gefahren, um die Herkunft des Salzes kennenzulernen.

Sie zieht zu jedem Lebensmittel die Verbindung zu den passenden Bibelstellen und gibt spannende Blickwinkel auf die jeweiligen Erzählungen in der Bibel. Dadurch hat sich mir der ein oder andere Gedankengang neu entfacht. Oftmals musste ich schmunzeln, weil ich so noch nie über dieses oder jenes nachgedacht habe. Die Autorin nennt natürlich die Bibelstellen und die passenden Verse dazu.

In den Kapiteln gibt Margaret Feinberg auch noch schöne Anregungen, wie man das Essen als Tätigkeit wieder bewusster in den Alltag einbinden kann.

Am Ende der Kapitel gibt es immer Rezepte, passend zum grade gelesenen.

Alles wird durch eine wirklich schöne Gestaltung und viele tolle Fotos bereichert.

Ich finde, das Buch ist ein gelungenes Werk mit schönen Erzählungen, tollen Bibelversen, leckeren Rezepten (auch wenn es kein Kochbuch ist) und schönen Anregungen, wie man in alldem Gott begegnen und die Beziehung zum Herrn vertiefen und genießen kann. Perfekt zum selber lesen oder verschenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere