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Veröffentlicht am 27.02.2023

✎ Paul Reinker - Die Tiere der Lichtung am kleinen Bach 1 Das große Fest

Die Tiere der Lichtung am kleinen Bach - Band 1 - »Das große Fest«
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"Die Tiere der Lichtung am kleinen Bach" ist eine süße Geschichte rund um Freundschaft und Hilfsbereitschaft.

Die ca. 120 Seiten werden in 15 Kapitel zu jeweils ca. 8 Seiten aufgeteilt. Davon sind die ...

"Die Tiere der Lichtung am kleinen Bach" ist eine süße Geschichte rund um Freundschaft und Hilfsbereitschaft.

Die ca. 120 Seiten werden in 15 Kapitel zu jeweils ca. 8 Seiten aufgeteilt. Davon sind die ersten beiden Illustrationen und dann kommen 5 oder 6 Seiten Text.

Mir fällt es zunehmend schwerer, Selfpublisher im Kinderbereich zu unterstützen. Nicht, weil sie nicht schreiben können, sondern weil sie oft nicht die finanziellen Mittel haben, um zum Beispiel viel Geld in die Zeichnungen zu stecken. Doch genau diese sind vor allem im Kindergarten und bei den Erstlesenden wichtig. Ich sehe es immer wieder in unser Schulbibliothek, in der ich mich ehrenamtlich engagiere: Kinder, die gerade anfangen zu lesen, schauen erstmal ins Buch, ob viele Bilder drin sind. Sind es zu wenig, wird die Lektüre zurückgestellt. (egal, ob der Inhalt interessant klingt oder nicht)

Die vorliegende Lektüre bewegt sich auf einem dünnen Seil. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, die Illustrationen jedoch zu geballt. Sie ist also eher für Kinder geeignet, die nicht so viel zum Schauen benötigen.

Die Handlung an sich ist ok.
Meine knapp 5-Jährige mochte die Erzählung leider nicht, weswegen ich bereits nach ein paar Seiten alleine weitergelesen habe. Es hat sich in letzter Zeit herauskristallisiert, dass sie auf viele Bilder und wenig Text steht. Sie liebt es, ihrem Hasi "vorzulesen". Dazu benötigt sie am besten bunte Abbildungen und eine einprägsame Abhandlung, die sie sich leicht merken oder anhand der Bilder zusammenreimen/ausdenken kann.

In "Das große Fest" kommen jedoch sehr viele Charaktere vor. Und da sie auch alle näher beschrieben und mit Namen benannt werden, war es sogar mir als Erwachsene irgendwann zu viel.

Wir haben anfangs nicht verstanden, wie all die Tiere dachten konnten, dass sie alleine auf der Lichtung leben - vor allem die Biene. Dies gab uns die Möglichkeit, näher zu forschen und so haben wir etwas über Solitärbienen erfahren.

Als Vorlesebuch bekommt es von uns eine eingeschränkte Empfehlung. Vielleicht als Abendlektüre, wenn man sowieso möchte, dass die Kleinen die Augen zu machen.

Als Erstlesebuch werde ich es in den kommenden Monaten testen. Ich werde es unserer Schulbibliothek spenden und schauen, wie es dort ankommt.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 07.02.2023

✎ Heather Morris - Die Schwestern von Auschwitz

Die Schwestern von Auschwitz
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Es kann nicht genug Literatur zu diesem Thema. Und es kann nicht genug Leute geben, die diese Literatur in die Welt hinaus tragen.

Ich habe bereits viele Werke über den Holocaust gelesen - und doch gleicht ...

Es kann nicht genug Literatur zu diesem Thema. Und es kann nicht genug Leute geben, die diese Literatur in die Welt hinaus tragen.

Ich habe bereits viele Werke über den Holocaust gelesen - und doch gleicht kaum eines dem anderen. Obwohl so viele Menschen das gleiche Leid erfahren mussten, vielleicht sogar den gleichen Weg gehen mussten, ist doch jede Geschichte individuell.

Dies ist die erste Erzählung, in der es noch ein langes Leben »danach« gibt. Oft enden die Geschichten der Überlebenden kurz nach der Befreiung, hier jedoch wird man weit in die Gegenwart mit hinein genommen.

Damit hatte ich nicht gerechnet. Der zweite Teil - die neue Existenz - zog sich stellenweise leider auch ein wenig.

Die Zeit im Konzentrationslager und die erste Zeit danach hingegen war sehr intensiv.
Ich ertappte mich aber dabei, dass ich an einigen Stellen dachte: Ist dies wirklich so geschehen? War der Zufall tatsächlich so zugegen, dass die drei es immer wieder schafften, zusammenzubleiben oder wieder zusammenzukommen?

Am Ende gibt es ganz viele Nachworte. Von verschiedenen Personen. Mit verschiedenen (zusätzlichen) Informationen.

Für mein Befinden war vor allem die Zeit in Israel zu sehr in die Länge gezogen. Das hätte man gut kürzen und trotzdem interessant gestalten können. Ich finde es gut, wenn Heather Morris zeigen möchte, was mit den Menschen im späteren Leben geschieht. Doch hier geschah dies ein wenig zu ausführlich.

Ich tu mich schwer, eine Hörempfehlung auszusprechen. Der erste Teil ist sehr emotional, der zweite ist ein bisschen ausschweifend. Wenn euch das Leben der drei Schwestern interessiert, dann greift gerne zu. Ich werde mir noch die beiden anderen Bücher der Autorin besorgen, denn ihren Schreibstil fand ich sehr gut.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 25.01.2023

✎ Hannah Gold - Der letzte Bär

Der letzte Bär
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Im Vorfeld habe ich viel über dieses (Hör)Buch gelesen. Es gab einige begeisterte Rezensionen, sodass ich mich dazu verleiten ließ, es ebenfalls anzuhören. Ich weiß nicht, ob es an meinem Alter liegt, ...

Im Vorfeld habe ich viel über dieses (Hör)Buch gelesen. Es gab einige begeisterte Rezensionen, sodass ich mich dazu verleiten ließ, es ebenfalls anzuhören. Ich weiß nicht, ob es an meinem Alter liegt, dass ich es nicht so ernst nehmen kann, was April dort erlebt hat. Auf alle Fälle bin ich sehr zwiegespalten, was ich von der Geschichte halten soll ...

Lisa Hagmeister macht ihren Job als Sprecherin toll. Sie verleiht April eine sanfte und gefühlvolle Stimme. Schon allein das macht diesen Kinderroman zu einem Hörerlebnis.

Hannah Gold hat ein Buch geschrieben, welches zum Nachdenken anregen soll und auch wird. Und trotzdem ist es mir an einigen Stellen zu dick aufgetragen.
Klar ist es eine fiktive Geschichte und man muss hier und dort ein Auge zudrücken. Doch dass ein Eisbär von Keksen und Erdnussbutter wieder aufgepäppelt wird, wo sie doch auf eine Versorgung mit Fleisch angewiesen sind, ist nur eine von manchen Begebenheiten, die ein wenig an der Realität vorbeischlittern.

Ansonsten gibt die Erzählung auf sehr eindringliche Art und Weise wieder, was genau mit unserer Erde passiert, was der Klimawandel anrichtet und wer - nämlich ALLE (!!!) - etwas dagegen tun kann.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.01.2023

✎ Eva Fellner - Enja 3 Der Clan der Highlanderin

Der Clan der Highlanderin
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2021 durfte ich "Die Highlanderin" kennenlernen und 2022 "Der Weg der Highlanderin" anschließen. Beide Teile habe ich sehr gerne gelesen. Nach dem Zuklappen des zweiten Bandes war ich wie vor den Kopf ...

2021 durfte ich "Die Highlanderin" kennenlernen und 2022 "Der Weg der Highlanderin" anschließen. Beide Teile habe ich sehr gerne gelesen. Nach dem Zuklappen des zweiten Bandes war ich wie vor den Kopf gestoßen. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht, war aber dann doch einigermaßen im Reinen damit und wollte wissen, wie es mit Enja weiter geht.

Nun habe ich auch "Der Clan der Highlanderin" beendet und komme für mich zu dem Schluss: Meine Reise mit Enja ist hiermit vorbei.

Meiner Meinung nach ist im vorliegenden Werk fast nichts Neues mehr passiert. Es finden wiederholt Kämpfe statt (die mich nicht im Geringsten interessieren), Enja steht ihrer Frau und meistert alle Lebenslagen. Keine überraschenden Wendungen, nichts, was mir den Atem hätte rauben können.

Es gab hin und wieder ein paar Begebenheiten, die ich gerne verfolgt habe, die jedoch allesamt zu kurz kamen. Vielleicht möchte sich die Autorin damit Hintertürchen für weitere Bände offenhalten, weil sie noch mehr Ideen rund um ihre Heldin im Kopf hat. Mich hat dieses Konzept hingegen dieses Mal leider nicht überzeugen können.

Wer sich für diese Lektüre interessiert, dem empfehle ich, die Reihe chronologisch zu lesen, da man so die Entwicklung der einzelnen Charaktere besser nachvollziehen kann.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.01.2023

✎ Kacen Callender - How do I tell them I love them?

How do I tell them I love them?
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Letztes Jahr habe ich bereits "Felix Ever After" kennenlernen dürfen und freute mich auf den neuen Coming-of-Age-Roman von Kacen Callender.

Leider bin ich von "How do I tell them I love them?" enttäuscht, ...

Letztes Jahr habe ich bereits "Felix Ever After" kennenlernen dürfen und freute mich auf den neuen Coming-of-Age-Roman von Kacen Callender.

Leider bin ich von "How do I tell them I love them?" enttäuscht, empfinde die Lektüre dennoch als notwendig, weil sie queere BIPoC sichtbar macht und empowert.

Die Geschichte wird aus Larks Perspektive erzählt, sodass Lesende demm und deren Gefühlswelt hautnah miterleben. Gerade in der angepeilten Zielgruppe (ab 14) kann das super sein, weil Jugendliche somit Charaktere haben, mit denen sie sich leicht identifizieren können.

Leider ist Lark in meinen Augen sehr nervig. Seine ganze Art, sein Verhalten, ... Das führte bei mir dazu, dass ich das Buch anfangs oft mit einem Augenrollen in die Hand nahm.
Die Gedanken, die wir hautnah erfahren und erleben, sind ok. Nicht immer jedermanns Sache, doch ganz oft auch wichtig und richtig. Nur kam Lark eben nicht aus dem Quark! Über Kapitel hinweg erfährt man nichts weiter als ständiges Mimimi. Ein Wachstum fand erst relativ spät statt.
Dafür gibt es ein paar andere interessante Personen, die ich gerne näher / länger begleitet hätte.

Die Themen, die angesprochen wurden sind zusammengenommen zu viel. Dadurch entsteht wenig Tiefe.

Im Großen und Ganzen fehlt es mir leider insgesamt an Inhalt. Das war bei "Felix Ever After" irgendwie anders. Da hatte ich das Gefühl, Kacen Callender möchte trans Personen empowern und habe das auch richtig gespürt. Bei Lark findet zwar auch eine Entwicklung statt, aber ich fand dey schon recht unsympathisch.

Lesende bewegen sich hier in einer Gemeinschaft, die nicht jedem Menschen vertraut ist. Es kommen sehr viele Begriffe vor, deren Bedeutung nicht immer sofort klar ist. Daher fände ich ein Glossar am Ende des Buches von Vorteil. Eben auch, weil man nicht alles kennen kann, Sprache sich im Wandel befindet und gerade Worte aus dem non-binären Bereich vielen noch nicht geläufig sein werden.
Ebenso ein Vorwort zur Aussprache würde vor allem Menschen, die sich noch nicht so gut mit dem Thema auskennen, es aber gerne vertiefen würden, ohne ein Sachbuch nach dem nächsten zu lesen, helfen.

Ich möchte die Erzählung weder verteufeln, noch loben. Vielleicht bin ich persönlich nicht die Richtige für dieses Werk. Doch ich denke, dass es an sich bedeutsam ist. Nichtqueeren Personen werden Perspektiven aufgezeigt, die sie niemals einnehmen können, die jedoch zum Verständnis essenziell sind, um toleranter zu werden.

Ich bin auf weitere Own Voice Romane von Kacen Callender sehr gespannt.

©2023 Mademoiselle Cake