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Veröffentlicht am 16.04.2023

Das Gelübde der vergessenen Tochter

Das Gelübde der vergessenen Tochter
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Ein historischer Roman, der im 12. Jahrundert in den Alpen spielt. Eine junge Frau schleppt sich nach einem Überfall schwerverletzt in das Kloster Tannhöhe. Um vor weiterer Verfolgung sicher zu sein, verheimlicht ...

Ein historischer Roman, der im 12. Jahrundert in den Alpen spielt. Eine junge Frau schleppt sich nach einem Überfall schwerverletzt in das Kloster Tannhöhe. Um vor weiterer Verfolgung sicher zu sein, verheimlicht sie ihren Namen und gibt vor, unter Amnesie zu leiden. Die Oberin gibt ihr den Namen Laya. Sie lebt sich dort ein, findet aber in dem Doppelkolster einen geheimen Gang, Bruder Ansgar, der im Männerkloster weilt, will mit ihr gemeinsam diesen Gang erforschen. Aber dann stellt sich zudem heraus, dass aus den Dörfern junge rothaarige Frauen verschwinden und nie mehr auftauchen. Außerdem unterschlägt im Männertrakt ein Bruder Lebensmittel, das den Nonnen zugestanden hätte, warum, ist unklar. Auch Bischof Odo wird dabei beobachtet, wie er mit dem Abt tuschelt und Heimlichkeiten austauscht. Was geht hier vor? Die Oberin des Klosters beauftragt Laya zusammen mit Ansgar nach den verschwundenen Mädchen zu sucht. Dabei geraten sie selnst in Gefahr. Ein wirklich großartiger Roman, der sich wie ein Krimi liest. Wir werden in die Klostergemeinschaft eingeführt, erfahren so einiges über den strengen Tagesablauf und das karge Leben der Bewohner dort. Aber auch die Armut der Bevölkerung wird hier geschildert und wie gut der Adel lebt und mit welcher Intrige. Die Autorin ist ja dafür bekannt, wie gut recherchiert ihre historischen Romane sind. Sie führt den Leser in die vergangenen Zeiten und läßt das dortige Leben detailgetreu vorüberziehen. Ihre Ausdruckweise ist sehr gut verständlich und in ihren Büchern tritt immer eine gewissen Spannung auf. Beim Lesen lernen wir so nebenbei viel GeschichtlIches kennen, da meist einige darin vorkommende Personen existiert haben und diese vermischt sie gekonnt mit ihrer Fiktion. So hat man immer eine gewisse Wahrheit im Hintergrund, wie z.B. hier Norbert von Xanten, Konrad III, Heinrich; Herzog von Bayern, die in Wirklichkeit gelebt haben. Am Anfang des Buches befindet sich ein Namensverzeichnis und ein Glossar und außerdem ein Plan des Klosters. So kann man sich immer wieder ein wenig orientieren, wenn man etwas nicht so genau verstanden hat. Das Buch endet mit einem Cliffhanger und man hat noch sehr viele offene Fragen. Aber genau das ist ja von der Autorin so gewollt, denn demnächst geht es mit der Fortsetzung weiter.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Die Sekunde zwischen Dir und mir

Die Sekunde zwischen dir und mir
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Ich muß gestehen, dass ich zuerst mit der Geschichte sehr wenig anfangen konnte. Ein Buch eben, bei der es um wiedergefundene Liebe geht, zumal die verschiedenen Zeitzonen ziemlich schnell gewechselt wurden. ...

Ich muß gestehen, dass ich zuerst mit der Geschichte sehr wenig anfangen konnte. Ein Buch eben, bei der es um wiedergefundene Liebe geht, zumal die verschiedenen Zeitzonen ziemlich schnell gewechselt wurden. Doch dann mußte ich meine Meinung revidieren, denn das Buch nahm mich gefangen. Jenn und Robbie sind nach einer längeren Trennung wieder seit ein paar Tagen zusammen. Jenn ist damals sang- und klanglos aus Robbies Leben verschwunden und hat ihre Zeit in Südamerika und in Australien verbracht. Doch zur Hochzeit ihrer besten Freundin ist sie wieder nach Schottland zurück. Und Jetzt befinden sich Jenn und Robbie auf dem Heimweg, sie will ihm unbedingt etwas wichtiges erzählen, als plötzlich ein LKW ihnen die Vorfahrt nimmt und voll in ihr Auto fährt. Und in diesen Sekunden spielt sich das ganze Leben der Beiden vor ihren Augen ab. Besonders Robbie hat eine besondere Nahtoderfahrung und sieht mit akribischer Genauigkeit, was zwischen ihnen falsch gelaufen ist. Jenn hatte eine sehr schwierige Kindheit, seit der Vater sie und ihre etwas lebensunfähige Mutter, eine Künstlerin, verlassen hat. Das Geld war immer sehr knapp und Jenn hat während ihrer ganzen Schulzeit und wahrend des Studiums immer gearbeitet, sie hat sich kein Vergnügen gegönnt, um so schnell wie möglich als Ärztin arbeiten zu können. Robbie war das Jüngste von drei Kindern und wurde sehr verwöhnt. Er ging viel aus, machte zwar gute Arbeit als Koch, aber er trank sehr gerne und er genoß seine Freizeit in den Clubs, bis sich die Beiden bei einer Geburtstagsfeier kennen und lieben lernten. Die ersten Jahre waren voller Harmonie, doch mit der Zeit entfernte sie sich emotional voneinander, bis Jenn schließlich die Konsequenzen daraus zog. Das Buch ist in einfacher Sprache geschieben und läßt sich schnell lesen. Die einzelnen Kapitel sind kurz und man sieht im Rücklblick das ganze Leben bis hin zur Kindheit,. Und dann erhält Jenn anscheindend einen für sie sehr wichtigen Brief. Aber wir erfahren erst ziemlich am Schluß, was Inhalt des Briefes war und auch das, was Jenn bei der Autofahrt Robbie wichtiges mitteilen wollte, bleibt bis zum Schluß ein großes Geheimnis und so haben wir praktisch bis zum Ende zwei Pageturner, die wir ja erfahren wollen. Die Autorin greift das heikle Thema der Nahtoterfahrung auf und wir erleben mit Robbie, wie er in das Leben der Jenn eingreifen will, aber nicht kann, da er ja nicht leiblich anwesend ist sondern nur auf geistiger Ebene. Wenn man das Buch so liest, kommt man schon ins Nachdenken und macht sich über den Tod Gedanken. Die Geschichte endet sehr sehr traurig, wenn nicht gar traumatisch. Jedenfalls ist das Cover erfreulich gestaltet. Es zeigt eine wunderschöne Frau, wie von einem Expressionisten gemalt, die mit großem Hut sinnend in die Ferne schaut. Soll dieses Bild vielleicht Bezug nehmen auf den Beruf der Malerin, der Mutter Jenns?

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Veröffentlicht am 09.04.2023

Das kleine Schwarze

Das Kleine Schwarze - Eine illustrierte Hommage an einen Modeklassiker
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Jede Frau träumt von dem kleinen Schwarzen, seit es Coco Chanel 1926 entworfen hat. Und so richtig zum Kult wurde es erst durch Audrey Hepburn in dem Film "Frühstück bei Tiffany". Keine Frau trug es vornehmer ...

Jede Frau träumt von dem kleinen Schwarzen, seit es Coco Chanel 1926 entworfen hat. Und so richtig zum Kult wurde es erst durch Audrey Hepburn in dem Film "Frühstück bei Tiffany". Keine Frau trug es vornehmer und edler als Holly Goglightly und plötzlich wollte jeder so ein Kleid besitzen. Und andere Designer zogen nach: Alexander McQueen, Gambattista Valli, Christian Dior, Yves Saint Laurent, um nur einige zu nennen. In den verschiedenstes Ausführungen dieses kleinen Schwarzen sah man Frauen wie Michelle Obama, Sophia Loren, Jacky Kennedy, Prinzessin Diana und und...Das Buch zeigt uns dieses Cocktailkleid in den verschiedensten Ausführungen zu dem jeweiligen zeitlichen Look. Liebevoll beschrieben werden hier die verschiedenen Modestils, deren Designer und vor allem die Trägerinnen. Das Buch ist auf jeder Seite mit wunderschönen Zeichnungen der Mode-Illustratorin Megan Hess versehen. Die Aufmachung ist sehr edel, mit Hochglanzpapier und Goldschnitt. Ein Büchlein, das sich als passendes Geschenk für jede Modefreundin eignet. Eine Hommage für zeitlose Eleganz, die jeder Frau egal welchen Alters oder mit welcher Figur steht, und aus ihr eine Stilikone macht,

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Veröffentlicht am 08.04.2023

Der Rückkehrer

Der Rückkehrer
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Dies ist inzwischen der dritte Teil in dem Drama um Anna und Diego und jedesmal meint man, dass es nicht mehr gefährlicher und spannender werden kann, Und wir täuschen uns. Dieses Buch war derart voller ...

Dies ist inzwischen der dritte Teil in dem Drama um Anna und Diego und jedesmal meint man, dass es nicht mehr gefährlicher und spannender werden kann, Und wir täuschen uns. Dieses Buch war derart voller Aktionen und Spannungen und die Protagonisten sahen mehrmals dem Tod ins Auge. Diego will nun endlich mehr über sich erfahren, er will seinen Bruder in Mexiko finden. Obwohl Anna davon nicht sehr begeistert ist, will sie ihn begleiten. Doch als Anna aus der Flughafentoilette kommt, ist Diego verschwunden und nun beginnt ihre Suche nach ihm. Dann trifft sie unverhofft auf Rafael, seinen Bruder. Er ist also in Deutschland wieder bei de Streetsurfern. Er will ihr auf alle Fälle helfen, Diego zu finden. Doch spielt er ein falsches Spielt mit ihr? Und warum ist der nette Nachbar plötzlich an ihrem Leben interessiert? Dann wird bei Anna eingebrochen und in deren Wohnung wird Heroin gefunden. Sie weiß plötzlich nicht mehr, wer Freund oder Feind ist. Doch dann bittet sie die Polizei um Hilfe. Sie schaltet Sebastian ein und befindet sich plötzlich im Netz der Mafia und Kindeshändler wieder. Die Autorin versteht es, den Leser derart nervös zu machen, denn man lebt und leidet mit Anna. Gutgläúbig und voller Liebe um Diego rennt sie von einer Falle zur nächsten, wo sie immer nur knapp dem Tod entkommt. Die Streetsurfer und Mafiosi sind nicht zimperlich und für sie zählt ein Menschenleben rein gar nichts. Man kann gar nicht glauben, welche menschliche Abgründe es gibt, wie abgehärtet und gefühlskalt diese Verbrecher sind. Je mehr Anna nachforscht, desto mehr Verbrechen und Geheimnisse kommen zum Vorschein. Ein Thriller, der wirklich nichts für schwache Nerven ist, Wie habe ich um das Leben von Anna gezittert und immer wieder die Hoffnung gehabt, dass sie mit Diego wieder vereint ist. Die Sprache der Autorin ist klar, gut und schnell zu lesen und der Spannungsbogen ist immer mehr als erhöht, was beim Lesen bestimmt auch den Blutdruck in die Höhe treibt. Voller Ungeduld warte ich auf den vierten Teil, um zu sehen, wie die ganze Geschichte weitergeht bzw. endet. Das Cover ist schlicht in weiß gehalten und ein Mann in Scherenschnitttechnik mit einer Pistole in der Hand ist mittig zu sehen.

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Veröffentlicht am 05.04.2023

Solange wir leben

Solange wir leben
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Bisher konnte ich mit den überspitzt ironischen Büchern von David Safier nicht viel anfangen. Doch dieser zum Teil sehr authentische Roman hat mich sehr überzeugt und ich habe ihn mit sehr großem Interesse ...

Bisher konnte ich mit den überspitzt ironischen Büchern von David Safier nicht viel anfangen. Doch dieser zum Teil sehr authentische Roman hat mich sehr überzeugt und ich habe ihn mit sehr großem Interesse gelesen. Erzählt wird die Geschichte von Davids Vorfahren, die vor vielen Jahren aus Polen nach Wien kamen. Joschis Vater verdiente sich als Schneider mehr recht als schlecht sein Geld, während die Mutter die beiden Kinder Rosl und Joschi betreute. Waltraud, 20 Jahre jünger als Joschi, erlebte den Krieg in Bremen in einer Arbeiterfamilie, nach dem Krieg fristeten sie ihr Dasein in einem Eisenbahnwaggon. Joschis Eltern wurden während des dritten Reiches getötet wie auch fast alle seiner Verwandten in den KZs umkamen. Lediglich eine kleine Cousine überlebte den Holocaust. Rosl und er konnten sich noch rechtzeitig nach Israel absetzen. Dort konnte Joschi nie richtig Fuß fassen, arbeitete als Barmann, als Soldat bis er dann letztendlich zur See fuhr. Seine Ehe mit Dora blieb kinderlos. Noch während seiner Ehe lernte er Waltraud kennen und lieben, die inzwischen eine junge Witwe mit einer kleinen Tochter war. Während seiner Ehe mit Waltraud versuchte er es mit verschiedenen Gaststätten und Bars, er bliebt jedoch ein erfolgloser Geschäftsmann bis hin zum Konkurs. Während dieser Ehe wurde sein langersehnter Sohn David geboren. Das Ehepaar Safier kam allerdings wirtschaftlich nicht mehr auf die Beine. Das Buch beginnt 1937 und endet mit dem Tod von Waltraud 2005. Der Autor läßt uns hier tief in die Seele der jüdischen Familie blicken, er zeigt immer wieder auf, dass sein Vater das Verlassen seiner Heimat nicht verwunden hat und beruflich konnte er nie mehr so richtig Fuß fassen. Seine wunderschöne Mutter war hier die Starke, sie tat alles, damit die Familie es besser hatte, als sie in ihrer Jugend. Joschi liebte seine Frau abgöttisch und auch mit seiner Stieftochter hatte er ein gutes Verhältnis. Hier dürfen wir Zeuge werden, mit welchen Wunden sich die Kriegsgenerationen herumzuschlagen hat und trotz des Wirtschaftswunders immer wieder die Angst zurückblieb. Safier schreibt sehr eindrucksvoll, seine Sprache ist gut zu lesen und zur Unterscheidung von Waltraud und Joschi sind die Seiten in verschiedener Schrift geführt. Mir hat das sehr gefallen. Am Anfang und Ende des Buches sehen wir verschiedene Fotos der Familie Safier. Ich hätte hierzu gerne eine Bildunterschrift gehabt. Nach der Lektüre habe ich noch lange nachgegrübelt. Ein Buch, das Einblick in die deutsche Geschichte gibt.

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