„Jimmy, ich hab das Heroin ins Meer gekippt.“
Don Winslow hat mit „City of Dreams” den zweiten Band seiner Trilogie rund um den irisch-amerikanischen Mafioso Danny Ryan vorgelegt. Um es gleich vorwegzunehmen ...
„Jimmy, ich hab das Heroin ins Meer gekippt.“
Don Winslow hat mit „City of Dreams” den zweiten Band seiner Trilogie rund um den irisch-amerikanischen Mafioso Danny Ryan vorgelegt. Um es gleich vorwegzunehmen – „City of Dreams“ ist meines Erachtens ein typischer Mittelband – nicht ganz so stark wie der Auftakt „City on Fire“ und hoffentlich schwächer als das Finale der Reihe, die sich liest wie eine Mischung aus Homers „Ilias“ und dem Scorsese – Kracher „The Departed“.
Die Exposition von „City of Dreams” fand ich gelungen, der Mittelteil zog sich leider etwas in die Länge und war gleichzeitig zu gehetzt, und es gab für mich vorhersehbare und fast klischeehafte Erzählelemente. Das Ende dieser Mafiaballade in Buchform ist aber ganz okay und es macht neugierig auf den Abschluss der Serie. Zum besseren Verständnis empfehle ich, tatsächlich auch „City on Fire“ zu lesen (obwohl der Autor den Inhalt auch in diesem Folgeband zusammenfasst).
Worum geht’s?
Die Erzählung beginnt als Roadmovie. Die Gang macht sich von Neuengland (Rhode Island) nach Kalifornien auf. Dannys Frau Terri erlag ihrem Krebsleiden, der Protagonist beschloss, dem Bandenkrieg mit den Italienern und dem Katz-und-Mausspiel mit korrupten Polizisten ein Ende zu bereiten und kippte eine große Drogenlieferung kurzerhand ins Meer. Er wollte seinem Söhnchen Ian ein besseres Leben bieten und seinem Vater einen ruhigen Lebensabend, doch das FBI lässt nicht locker. Als in Hollywood ein Streifen über sein früheres Leben gedreht werden soll, verliebt sich der moderne Odysseus Danny in eine Filmdiva, ein Neuanfang liegt in greifbarer Nähe. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht so einfach abschütteln…
Don Winslow kann mit tollen Figuren und einem potentiell interessanten plot punkten. Leider konnte er mich mit seinem „geschwätzigen“ Stil nicht unbedingt überzeugen, und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass die Handlung arg dialoglastig ist. „Show, don’t tell“ möchte man ihm zurufen. Oft werden handwerkliche Schwächen im Thrillergenre mit spannenden, wendungsreichen Szenen kompensiert. „City of Dreams“ hätte für meinen Geschmack fesselnder sein dürfen, aber der Roman ist eben ein zweiter Teil, in welchem nicht das ganze Pulver verschossen werden darf. Jetzt darf man auf ein fantastisches Finale der Reihe rund um Danny Ryan & Co. hoffen!
“Match on Ice (Read! Sport! Love!): Liebe, Spiel und Sieg“ von Allie Wells ist eine Sportlerromanze. Man sollte sich für Leistungssport begeistern können, um beim Lesen nicht genervt zu sein. Eine Ich-Erzählerin ...
“Match on Ice (Read! Sport! Love!): Liebe, Spiel und Sieg“ von Allie Wells ist eine Sportlerromanze. Man sollte sich für Leistungssport begeistern können, um beim Lesen nicht genervt zu sein. Eine Ich-Erzählerin führt durch das Geschehen. Ich wollte den Roman gerne lesen, weil mir die Eiskunstlaufserie „Spinning Out“ auf Netflix gut gefiel. Der Roman liegt als E-book und als Taschenbuch auf Deutsch vor, was ich gut finde, so kann man sein bevorzugtes Format wählen. Ich habe mir das E-book angeschaut.9
Worum geht’s?
„Mehr Training, mehr Konzentration, mehr irgendwas.“
Nach einem traumatischen Erlebnis traut sich Romy nicht mehr auf’s Eis. Für die Eiskunstläuferin ist diese Blockade ein großes Problem. Helfen soll ihr (zur Strafe) der Eishockeyspieler Jack, und da gibt es auch noch Romys Partner. Schon bald beginnt das Karussell sich zu drehen…
Allie Wells Roman hat mir leider nicht ganz so gut gefallen wie Teagan Hunters „Our Hearts on Ice“ (es geht in Hunters Roman auch um Eishockey).
Die Figuren in „Match on Ice” bleiben für meinen Geschmack austauschbar und etwas farblos. Zwar gibt es dramatische Ereignisse, Intrigen und auch schöne Momente, die Szenen werden jedoch relativ routiniert aneinandergereiht, so dass das Ganze stellenweise auch ein bisschen ‚blutleer‘ erscheint. Am Aufbau hätte die Autorin Allie Wells auch ein wenig feilen dürfen – auf eine eigentlich gelungene Exposition folgt ein konventionell aufgebauter Mittelpart, der Finalteil kommt dann doch arg komprimiert daher, andererseits kommen so auch nicht unnötige Längen auf, man kann das Ganze prima „weglesen“, die Denkweise von Leistungssportlern wird auch ganz gut „eingefangen“.
Endlich wieder Neues von Adriana Altaras!
Ich habe schon mit großem Vergnügen „Titos Brille“ und „Doitscha“ gelesen, daher war mir „teta Jele“ (Adrianas Tante Jelka) schon ein Begriff, und ich freue mich ...
Endlich wieder Neues von Adriana Altaras!
Ich habe schon mit großem Vergnügen „Titos Brille“ und „Doitscha“ gelesen, daher war mir „teta Jele“ (Adrianas Tante Jelka) schon ein Begriff, und ich freue mich sehr, dass „Besser allein als in schlechter Gesellschaft“ (dito, dito) auch von dieser Tante erzählt. Es geht um Adrianas Familiengeschichte, um die Pandemie und um’s Altern. Durch die Lektüre der anderen Bücher war mir die Geschichte der jüdischen Familie wie gesagt schon ein wenig bekannt, hier erfährt man Näheres, und es hat mich betroffen gemacht, dass Arianas Ehe mit dem „Westfale[n]“, den sie so liebte, wohl der Vergangenheit angehört. Der Text ist einigermaßen dialoglastig, Arianas Humor ist wieder unschlagbar gut, aber es gibt auch melancholische Passagen, die traurig machen. Die Pandemie hat bei uns allen Spuren hinterlassen. Als die Grenzen geschlossen werden, bleiben den Frauen nur tägliche Telefonate. Ich bin nicht unbedingt ein Fan der literarischen Verarbeitung der Coronawelle, die uns alle betraf, hier ist das Ganze aber passend. Mir ist auch aufgefallen, dass die slawischen Ausdrücke & die diakritischen Zeichen nicht immer korrekt sind, dies kann ein Lektorat leicht ausbügeln, ansonsten ist es aber eine gelungene Veröffentlichung. Ich liebe das leichtfüßige code - switching im Text.
Tante Jelka, die als Tochter des deutschen Juden Sigismund Fuhrmann in Zagreb aufwuchs, befindet sich mittlerweile in einem italienischen Seniorenheim, sie fühlt sich aber immer noch jung im Herzen und versichert ihrer Nichte Adriana (Altaras ist die Tochter ihrer Schwester Thea), dass sechzig Jahre kein Alter sind. Die Weisheit der Hundertjährigen! Man erfährt vieles aus Jelkas bewegtem (und hartem) Leben. Jelka ist immer eine Lady geblieben, eine Dame von Welt!
Fazit: „Besser allein als in schlechter Gesellschaft“ ist eine Liebeserklärung an einen Lieblingsmenschen, eine Chronik, ein Nachdenken, eine Publikation zum Lachen & Weinen.
Das Cover der deutschen Ausgabe von “Complicit“ gefällt mir sehr viel besser als das der englischen Originalausgabe. Die asiatisch aussehende Frau und die stilisierte Filmrolle auf dem Titelbild ...
Das Cover der deutschen Ausgabe von “Complicit“ gefällt mir sehr viel besser als das der englischen Originalausgabe. Die asiatisch aussehende Frau und die stilisierte Filmrolle auf dem Titelbild verweisen ganz klar auf den Inhalt. Die Autorin Winnie M Li war mir vor der Lektüre unbekannt, es ist aber interessant zu wissen, dass die aus New Jersey stammende Autorin mit taiwanesischen Wurzeln ihr Studium zunächst in Harvard aufnahm, um es dann mit einem Master in Literatur in Cork (Irland) zu beenden. Unter anderem arbeitete sie bei einer Produktionsfirma für Indie – Filme. Ihr Debut „Nein“, in welchem sie sich die erlittene sexuelle Gewalt von der Seele schrieb, erschien auf Deutsch im Jahre 2019. Daher darf man leider annehmen, dass der Roman „Komplizin“ teilweise auf eigenen Erfahrungen basiert.
Worum geht’s?
metoo, fiktionalisiert. Tatsächlich werden Vergewaltiger wie der Produzent Harvey Weinstein und der Schauspieler Bill Cosby namentlich genannt. In „Komplizin“ werden real existierende Dinge und Personen mit fiktiven Personen und Dingen vermischt, ist es ein Schlüsselroman?
Der Beginn der Erzählung ist unheimlich packend, es geht um eine chinesischstämmige Filmschaffende mit Columbia-Abschluss, die der industry und ihrem Traum, Produzentin zu werden, den Rücken gekehrt hat und nun an einem drittklassigen College als Dozentin für screenwriting arbeitet. Als sie eine E-Mail von einem New York Times - Journalisten (Thom Gallagher aka Ronan Farrow) bekommt, muss sie entscheiden, ob sie den bekannten britischen Investor Hugo North entthronen will und ob sie sich einer unbequemen Wahrheit stellen will – Opfer und /oder (Mit)Täterin? Natürlich kann ein schlimmes Thema nicht auf lockerflockige Weise behandelt werden, der Text ist dennoch zu schwerfällig.
Ganz stark ist der Roman immer dann, wenn die Autorin aufzeigt, in welchen ‚Formen und Farben‘ sich Privilegien manifestieren; Nepotismus, Seilschaften und Günstlingswirtschaft gibt es nicht nur in der Filmindustrie, der „richtige“ familiäre Hintergrund kann auch in anderen Branchen von Vorteil sein: So hält etwa der aus der Oberschicht stammende Journalist Gallagher seine verinnerlichten Fertigkeiten für selbstverständlich, als er die Protagonistin Sarah Lai zu einem ersten Enthüllungsinterview trifft, kann er es kaum glauben, dass die Tochter von chinesischen Restaurantbesitzern die hohe Kunst des Netzwerkens nicht schon mit der Muttermilch aufgesogen hat. Den struggle von Einwandererkindern (oder auch von Bildungsaufsteigern) beschreibt Winnie M. Li glaubwürdig und authentisch:
„Wenn die eigenen Eltern nicht hier geboren sind […], lernt man das Spiel nicht. Man verfügt nicht über die familiären Kontakte, die einem am Anfang helfen. Man hat die selbstbewusste amerikanische Art nicht verinnerlicht, mit der man die eigenen Ambitionen vorantreibt, mit der man Verbindungen aufbaut, die einen ans ersehnte Ziel bringen…So etwas lernen wir von unseren Eltern nicht.“ (S.30)
Natürlich könnte man auch argumentieren, dass es sich bei dieser Aussage um einen Rechtfertigungsversuch der Protagonistin ex post handelt. Man sollte jedoch nicht in die Falle tappen, das als Lamentieren der Hauptfigur abzutun.
Gallagher wird enthüllt, dass die Arthouse – Produktionsfirma namens „Firefly Films“, in welcher Sarah Lai zunächst als unbezahlte Praktikantin anheuerte, letztendlich von Hugo North zerschlagen und übernommen wurde. Als Leser/in erhält man Einblick in seine Untaten, und man wird erfahren, dass sexuelle Gewalt meist auf den Mechanismen von Machtmissbrauch aufbaut und in einem Klima der Angst und Abhängigkeit geschieht, machen ihre Ambitionen die Protagonistin zur Mittäterin? Der Kern von „Komplizin“ ist nichts für schwache Nerven. Nach einem fesselnden Beginn präsentiert die Autorin jedoch eine für meinen Geschmack zu deskriptive Erzählung, der Mittelteil fällt im Vergleich zum Schluß leider recht zäh aus. Nach der gelungenen Exposition von „Komplizin“ habe ich mir stilistisch mehr vom Roman versprochen, um ehrlich zu sein. Im Zeitalter von „Blind Item“ – Internetseiten können auch die Insider - Enthüllungen über das Innenleben der Hollywood-Maschinerie nicht mehr wirklich überraschen. Angeheuert werden in der Traumfabrik laut Lai nicht die Fähigsten und die Schlauesten, sondern diejenigen, die mit ihrem Aussehen und dem richtigen „Stallgeruch“ punkten können. Aber ist das in anderen Branchen wirklich anders? Laut „Komplizin“ geht es in Tinseltown letztlich um das große Geld und nicht um cineastische Höhenflüge. Geschenkt!
Auch „Nepobabies“ gab es in Hollywood schon immer. Als Autorin hätte ich die Geschichte gestrafft und vielleicht auf rein fiktive & fiktionale Elemente gesetzt, um den „doppelt gemoppelt“ – Effekt zu vermeiden (genannt wird beispielsweise Reese Witherspoon, andererseits ist Holly Randolph erfunden, die „blauen Augen“ Thoms werden oft erwähnt, klar, dass da auf Farrow Bezug genommen wird) der sich bei der Lektüre von „Komplizin“ zwangsläufig einstellt. Sehr viele Themen werden angeschnitten, mangelnde Diversität, Rassismus, das Selbstbild weißer Frauen wird mit dem von PoC verglichen. Ich wünschte, die Autorin hätte ein nuancierteres Bild von Sarah Lai zeichnen können, ich hatte das Gefühl, dass es schlicht am Handwerklichen hapert und dass eine Lektorin hätte helfen können. Winnie M Li ist es leider nicht gelungen, die Ambivalenz der Figur richtig herauszuarbeiten, dies ist der message des Romans nicht unbedingt zuträglich, Sarahs Aussagen wirken zunehmend verbittert und die Figur ist desillusioniert. Natürlich ist sie auch traumatisiert, es wird gezeigt, wie Opfer Selbstzensur betreiben und zum Schweigen gebracht werden, es wird aufgedeckt, dass Mißbrauch fast immer Mitwisser und Mittäter(innen) hervorbringt, wenn demonstrativ geschwiegen wird.
Anders als viele männliche Autoren springt Winnie M Li mit ihrer Geschichte nicht auf den metoo – Zug auf, um einen gesellschaftlichen Missstand in bare Münze zu verwandeln. Der Own Voices – Ansatz macht „Komplizin“ so besonders wertvoll.
Das pinke Cover (und überhaupt die verspielte Umschlaggestaltung) von Emily Henrys “Happy Place. Urlaub mit dem Ex“ versprach gute Unterhaltung. Ich stellte mich auf eine witzige und heitere Lektüre à ...
Das pinke Cover (und überhaupt die verspielte Umschlaggestaltung) von Emily Henrys “Happy Place. Urlaub mit dem Ex“ versprach gute Unterhaltung. Ich stellte mich auf eine witzige und heitere Lektüre à la Sophie Kinsella ein. Manchmal muss es eben Chicklit sein!
Worum geht’s?
Im Studium lernte die Medizinerin Harriet „Harry“ Kilpatrick ihre bffs kennen. Sie hätte nie gedacht, dass sie in einer Zweck -WG mit völlig unterschiedlichen Frauen (eine WASP – die Juristin Sabrina - trifft auf die Künstlerin Cleo, mittendrin Harriet) Freundinnen für‘s Leben finden würde. Als bekannt wird, dass die Clique aus dem Studium zum letzten Mal die Ferien in Sabrinas schickem Ferienhaus in Maine verbringen will (Sabrinas Vater will es verkaufen), ist guter Rat teuer – eigentlich haben sich Harriet und Wyn getrennt, obwohl die beiden im Freundeskreis als das Traumpaar schlechthin galten! Um den Freuden nicht den Spaß zu verderben (und weil Sabrina und ihr Verlobter Parth heiraten wollen), beschließen Harriet & ihr Exverlobter Wyn Connor, das glücklich liierte Pärchen zu mimen …
Vorsicht: Diese Erzählung ist keine temporeiche Screwball - Komödie, obwohl man den „Beziehungskisten-Roman“ mit dem Satz „Eine zweite Chance für die Liebe“ zusammenfassen kann. Es geht auch um Wahlverwandtschaften und darum, wie man sich von den Erwartungen anderer Leute befreien kann.
Emily Henrys Ton ist nicht albern, und da die Story aus meiner Lieblingsperspektive erzählt wird – es gibt eine Ich-Erzählerin – konnte mich die auf verschiedenen Zeitebenen entworfene Geschichte zunächst in ihren Bann ziehen. In vielen RomComs gibt es den Erzählansatz, rund um ein großes Missverständnis einen ganzen Film zu „stricken“. Auch in „Happy Place“ ist mangelnde Kommunikation das Hauptproblem – ich finde diesen Kniff theoretisch ganz unterhaltsam. Die Autorin entwirft anfangs einerseits ein einigermaßen idealisiertes Bild von Freundschaft und auch vom Studieren, andererseits gibt auch tragische und (melo)dramatische Abschnitte. Manche gefielen mir gut, andere nicht. Zwischen Harriet und Wyn sprühen die Funken, wie es in Liebesromanen eben so ist, aber sie liefern sich nicht unbedingt witzige Wortgefechte.
„Happy Place. Urlaub mit dem Ex“ ist also kein Tatsachenbericht und keine lockerflockige Chicklit. Zwar spielen der Sommer und ein Urlaub eine Rolle (das Hummerfestival von Maine ist ein Highlight), aber ein Schmöker zum Abschalten und Entspannen ist Emily Henrys Buch nicht. Zu diesem Roman hätte etwa ein Cover wie das von Alexi Zentners „Hummerkönige[n]“ besser gepasst, das Marketing zu Emily Henrys Roman ist nicht so gelungen, das Cover weckt beim Leser falsche Erwartungen, die eigentlich nur enttäuscht werden können, da man keine leichtfüßige, etwas hohle Urlaubslektüre bekommt; vielmehr ist „Happy Place“ ein Unterhaltungsroman mit einem Touch Tiefgang, der durchaus zum Nachdenken anregt. Ich mochte den Stil und die Sprache der Autorin zu Beginn – und wenn man sie schon in die Sparte „Frauenliteratur“ einordnen muss, ist sie näher an Mhairi Mc Farlane (Emily Henry gefällt mir stilistisch besser, obschon Mhairi auch schwere Themen in ihre Chicklit ‚packt‘) als an Sophie Kinsella oder Janet Evanovich. Ich fragte mich beim Lesen weshalb die Übersetzerin an einer Stelle einen englischen Ausdruck mit „Gästinnen“ (Pos.1974, Kapitel 13) statt mit „Besucherinnen“ oder „weiblichen Gästen“ tradierte. So etwas lässt mich stutzen & es stört den Lesefluss.
„Happy Place“ entwickelt sich langsam, und ich war auf den Verlauf gespannt, auch wenn ich tierisch davon genervt war, wie sehr Wyns physische Schönheit und vor allem seine „widerspenstige Locke“ im Fokus stand. Die Figuren sind keine Twens mehr. Seltsam fand ich, dass sich Harry wie eine hormongesteuerte Vierzehnjährige benahm. Wenn man sich auf die Geschichte einlässt und in der richtigen Stimmung ist, könnte man an „Urlaub mit dem Ex“ durchaus Gefallen finden.