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Veröffentlicht am 30.08.2023

✎ Marcus Bergfelder - Die Königin mit der roten und der grünen Krone

Die Königin mit der roten und der grünen Krone
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Das Aufschreiben meiner Meinung zum Buch "Die Königin mit der roten und der grünen Krone" fällt mir irgendwie schwer ...

Ich hatte eine Erzählung erwartet, die ich gemeinsam mit meiner 5-Jährigen lesen ...

Das Aufschreiben meiner Meinung zum Buch "Die Königin mit der roten und der grünen Krone" fällt mir irgendwie schwer ...

Ich hatte eine Erzählung erwartet, die ich gemeinsam mit meiner 5-Jährigen lesen kann und über die wir währenddessen oder hinterher sprechen. Der Autor meint: "Meine größte Hoffnung für dieses Buch ist, dass es ganz vielen Kindern Möglichkeiten und Wege eröffnet, wie sie starke, glückliche und resiliente Menschen werden und es auch bleiben können."

Leider hat das nicht geklappt.

Mich selbst hat die Geschichte nicht wirklich erreicht.
Sie zeigt zwar auf, dass es gute und weniger gute Tage gibt und sie gibt auch Impulse, was man in einer Phase, in der es einem nicht so toll geht, machen kann. Doch trotzdem fehlt mir etwas.
Sie bleibt mir nicht im Kopf - und schon gar nicht im Herzen. (wie ich hoffte)

Zudem ist die Sprache nicht mein Fall. Sie ist ein wenig schnodderig. (nicht abwertend gemeint!) So, wie man ein Märchen (vor Kindern) erzählen, nicht vorlesen würde. Manchmal sind auch umgangssprachliche Worte enthalten.

Was ich immer wieder erstaunt feststelle: Kinder sind in ihren Emotionen viel weniger gefangen als Erwachsene. Ein erwachsener Mensch hat manchmal stunden- oder gar tagelang schlechte Laune.
Kinder (in diesem Alter) hingegen leben im Jetzt. Sie tragen noch nicht die Last eines ganzen Lebens mit sich herum. Wenn sie traurig oder schlecht gelaunt sind, dann für ein paar Minuten. Danach sehen sie wieder die Schönheit des Drumherum. Selbst ein Streit ist etwas, was nach ein paar Augenblicken vergessen ist/scheint.

Deshalb ist die vorliegende Publikation in meinen Augen eher für Erwachsene geeignet. Um sie eben daran zu erinnern, dass es trotz roter-Kronen-Tage auch Lichtblicke gibt und man sich diese auch mal selbst suchen muss.

Meine 5-Jährige zumindest ist bereits nach ein paar Seiten weggegangen und ich kann mir ebenso wenig vorstellen, das Buch im Kindergarten vorzulesen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 04.07.2023

✎ Stephen & David Flynn - The Veg Box

The Veg Box
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Ich hatte mich sehr auf dieses Kochbuch gefreut, denn die meisten Gemüsearten darin mag ich und ich erhoffte mir Inspirationen für neue Rezepte. Bei den anderen Gemüsesorten wollte ich wenigstens mal etwas ...

Ich hatte mich sehr auf dieses Kochbuch gefreut, denn die meisten Gemüsearten darin mag ich und ich erhoffte mir Inspirationen für neue Rezepte. Bei den anderen Gemüsesorten wollte ich wenigstens mal etwas Kleines ausprobieren.

Bevor man zu den Rezepten gelangt, erzählen uns die Brüder erstmal 50 Seiten lang etwas über ihre Philosophie. Lebensmittelverschwendung, Gemüseanbau, regional, saisonal, ... - alles, was viele Veganerinnen /Vegetarierinnen bereits wissen.

Und dann kommt der Auftritt der Hauptdarstellerinnen: das Gemüse und dessen Zubereitung.
Es treten auf:
- Aubergine
- Rote Bete
- Brokkoli
- Kohl
- Karotten
- Blumenkohl
- Zucchini
- Lauch
- Pilze
- Kartoffeln

Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es einen kurzen Überblick über:
- Einkauf & Lagerung
- Anbau
- Zubereitung
- Nährwert

Danach geht es endlich ans Essen bzw. Zubereiten. Den meisten Rezepten wird eine Doppelseite - Zutaten & Verarbeitung + Bild) gewidmet. Nur wenige enthalten kein Foto. Das finde ich schade, denn meist werde ich durchs Auge angefixt, bevor ich mir durchlese, was rein kommt.

Oft finde ich Zutaten wie Cashewkerne, Avocados, Süßkartoffeln. Das hat für mich nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. (auch wenn die Brüder dies in ihren Eingangsworten erklären)
Auch kommen ständig verarbeitet Produkte zum Zuge. Das ist definitiv nicht das, was ich möchte.

Zudem sind mir die Gerichte nicht immer gelungen. Zu wenig Soße. Zu trocken. Für Anfänger
innen finde ich es daher nicht unbedingt geeignet.

Für mich ist es leider kein Kochbuch, welches ich öfter zur Hand nehme. Aber ich könnte mir vorstellen, dass Leute mit Erfahrung in der veganen Küche viele Inspirationen finden.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.06.2023

✎ Robert Dugoni - Das außergewöhnliche Leben des Sam Hell

Das außergewöhnliche Leben des Sam Hell
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"Das außergewöhnliche Leben des Sam Hell" fiel mir in die Hände, als ich nach Geschichten suchte, in denen Albinismus eine Rolle spielt.
Meine Erwartungen waren daher sehr hoch und wurden - zumindest ...

"Das außergewöhnliche Leben des Sam Hell" fiel mir in die Hände, als ich nach Geschichten suchte, in denen Albinismus eine Rolle spielt.
Meine Erwartungen waren daher sehr hoch und wurden - zumindest in Bezug auf die Krankheit - eher enttäuscht.

Wir begleiten 3 (junge) Menschen, die alle auf ihre Art und Weise mit der Welt zu kämpfen haben.

Die Mutter wird als sehr resolut beschrieben und setzt sich auch gegen Diskriminierung ein. Ein wirklich positives Beispiel in einer Umgebung voller Grausamkeiten.
Generell sind vor allem die drei Hauptprotagonisten toll charakterisiert. Auch Nebendarsteller kommen nicht zu kurz und es entsteht ein ganzheitliches Bild.

Doch Robert Dugoni greift oft in die Klischeekiste und seine Figuren sind eher stereotyp. Es finden kaum Entwicklungen statt. Daher passiert auch wenig Unvorhergesehenes.

Mich konnte die Lektüre leider nicht überzeugen und ich werde sie ganz schnell wieder vergessen haben.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 21.06.2023

✎ Daniel Glattauer - Die spürst du nicht

Die spürst du nicht
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Meine Erwartungen an "Die spürst du nicht" waren hoch. Zum einen mochte ich damals "Gut gegen Nordwind" wirklich sehr, zum anderen haben mich die vielen positiven Stimmen gelockt. Leider konnte mich die ...

Meine Erwartungen an "Die spürst du nicht" waren hoch. Zum einen mochte ich damals "Gut gegen Nordwind" wirklich sehr, zum anderen haben mich die vielen positiven Stimmen gelockt. Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen ...

Obwohl Daniel Glattauer ein Thema wählte, welches viel mehr in den Fokus gerückt gehört, hat er für meine Begriffe manchmal zu sehr über die Stränge geschlagen.

Die somalische Familie muss einen Schicksalsschlag nach dem anderen hinnehmen. Man merkt deutlich die Absicht des Autors, so viel Mitleid wie möglich erzeugen zu wollen. Doch bei mir kam das irgendwie nicht an. Selbst als all dies später von der Mutter geschildert wird, bewegte es nichts in mir. (dabei bin ich wirklich nah am Wasser gebaut)

Es wird tief in die Klischeekiste gegriffen und es gibt wenig Überraschendes zu erleben. Trotz der Bedeutung des Themas und Glattauers Bemühungen, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, bleibt alles oberflächlich und dennoch berührend. Zumindest bei mir hinterlässt der Roman ein zwiespältiges Gefühl.

Der Autor hat es zwar geschafft, in Wunden zu piksen, verliert sich jedoch teilweise, sodass es mitunter ein bisschen zäh daherkommt.

Sowohl Tessa Mittelstaedt als auch Steffen Groth machen einen super Job. Sie waren es im Endeffekt, weshalb ich das Hörbuch nicht abgebrochen habe.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 21.06.2023

✎ Wolfgang Kirchner - Denken heißt zum Teufel beten

«Denken heißt zum Teufel beten»
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2017 habe ich mein erstes Jugendbuch gelesen, in dem es um eine Sekte ging. Monika Feth hat in "Das blaue Mädchen" versucht, jungen Lesenden nahe zu bringen, wie es in einer Sekte zugehen kann.
Das gleiche ...

2017 habe ich mein erstes Jugendbuch gelesen, in dem es um eine Sekte ging. Monika Feth hat in "Das blaue Mädchen" versucht, jungen Lesenden nahe zu bringen, wie es in einer Sekte zugehen kann.
Das gleiche geschieht in "Denken heißt zum Teufel beten".

Mittlerweile ist die Ersterscheinung des Buches über 40 Jahre her. Das Hauptproblem einer Sekte - dass es einen Führer gibt und dass viele einen starken Druck auf die Mitglieder ausüben - wird weiterhin bestehen. Dass neue Mitglieder gezielt auf der Straße geworben werden, ist heute wahrscheinlich nicht mehr ganz so verbreitet, wobei sie mir persönlich trotzdem noch begegnen.

Man muss diese Lektüre also ein bisschen differenziert sehen.

Der Autor hat versucht, uns einen Einblick in das Leben solch einer Gemeinschaft zu geben. Das ist ihm jedoch in meinen Augen nur teilweise gelungen. Man merkt, dass er Polarisieren möchte. Lesende sollen sich tiefergehend mit dem Thema auseinandersetzen, sollen zum Nachdenken angeregt werden.
Der Roman an sich ist aber eher oberflächlich. Es fehlt an Tiefe und Substanz.

Ich denke, gerade deshalb ist es eine super Schullektüre. Es kann interpretiert und/oder erörtert werden. Argumente können durchgekaut werden. Es entstehen Diskussionen.

Das Buch basiert auf dem gleichnamigen Film von 1979, den ich mir gerne anschauen würde.

Obwohl mir noch immer einige Szenen im Kopf herumschwirren, hat der Roman in seiner Gesamtheit keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Als einfache Lektüre für zwischendurch ist er in meinen Augen daher nicht geeignet, doch wohl, wie oben bereits erwähnt, in einer Diskussionsrunde oder um einen Einstieg ins Thema zu bekommen.

©2023 Mademoiselle Cake