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Veröffentlicht am 18.07.2023

Dieses Buch hat mich zutiefst bewegt

Und morgen ein neuer Tag
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In "Und morgen ein neuer Tag", dem Debütroman von Claire Alexander lernen wir Meredith kennen, die seit über drei Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat. Auf den ersten Blick ist daran überhaupt nichts ...

In "Und morgen ein neuer Tag", dem Debütroman von Claire Alexander lernen wir Meredith kennen, die seit über drei Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat. Auf den ersten Blick ist daran überhaupt nichts Schlimmes, auch wenn es einem als Leser natürlich seltsam anmutet. Die junge Frau hat sich arrangiert, die Lebensmittel kommen per Lieferdienst, alles andere besorgt ihre beste Freundin Sadie für sie. Ansonsten hat sie sich in ihren vier Wänden eingerichtet, scheint auf den allerersten Blick mit ihrem Kater Fred recht zufrieden. Ihr Job als Werbetexterin lässt sich gut online erledigen. Doch natürlich beginnen wir als Leser ziemlich schnell hinter die Kulissen zu blicken. Vor allem als Tom in ihr Leben tritt, der von einer sozialen Einrichtung geschickt wird, um Meredith aus ihrer Selbstisolation zu holen. So erfahren wir in gut strukturierten kurzen Kapiteln, von denen man immer noch eines lesen möchte, wie es dazu kam, dass unsere Protagonistin nicht mehr außer Haus geht, welches Trauma dem zu Grunde liegt, was sich in Meredith' Vergangenheit abgespielt hat. Wie ein Puzzle fügt sich alles zusammen, so ist es wohl auch ein Bildnis, das eins von den Hobbies der jungen Frau das Legen von 1000-Teile Puzzles ist. Aufgewachsen mit ihrer Schwester Fee ist Meredith bei ihrer alleinerziehenden Mutter, zu der das Verhältnis alles andere als gut ist und war. Stetig wechselnd zwischen Gegenwart und Vergangenheit lernen wir die Protagonistin und alle anderen Personen, die zu Meredith' Umfeld gehören, immer besser kennen. Die Familie, ihre wenigen Freunde, alle extrem authentisch skizziertr. Es handelt sich um eine sympathische, liebenswerte Person, mit der ich gelitten, ja extrem gelitten habe, bei allem, was sie erleben musste, was sie zu dem Menschen gemacht hat, der nicht mehr in der Lage ist, vor die eigene Haustür zu treten. Wie sie dennoch den Wunsch hat, dies zu ändern, sich dabei von Freunden unterstützen lässt, hat mich unendlich berührt. . Dieses Buch hat mich bewegt, ich habe gelacht und geweint, dass es eine absolute Leseempfehlung und natürlich fünf Sterne gibt, versteht sich von selbst. Ich hoffe so sehr, wir können bald mehr von dieser vielversprechenden Autorin lesen!

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Veröffentlicht am 10.07.2023

Grandioser Trilogie Auftakt

Refugium
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Bereits die Leseprobe hatte mich nach kürzester Zeit in ihren Bann gezogen! Wie sollte es anders sein? Erfährt der Leser doch gleich am Anfang, dass es hier um eine Krimiautorin und Expolizistin geht, ...

Bereits die Leseprobe hatte mich nach kürzester Zeit in ihren Bann gezogen! Wie sollte es anders sein? Erfährt der Leser doch gleich am Anfang, dass es hier um eine Krimiautorin und Expolizistin geht, die die Mikael Blomqvist/Lisbeth Salander Geschichten weite schreiben möchte, nachdem David Lagercrantz hierzu keine Lust mehr hat. Wenn man wie ich ein großer Fan der Millenium Trilogie ist, wird man natürlich sofort hellhörig. Die besagte Krimiautorin namens Julia Malmros ist zwar bereits recht erfolgreich, doch verfügt sie über keinerlei intensivere Computererfahrungen,und so wird ihr durch ihren Buchverlag der Hacker Kim Ribbing an die Seite gestellt. Die beiden verbindet von Anfang an eine gewisse Anziehungskraft, mehr will ich gar nicht verraten. Der Hacker ist speziell, sehr speziell, 20 Jahre jünger als Julia und blickt auf eine traumatische Kindheit zurück. Als dann mehrere Morde auf einer Schäreninsel passieren, beginnen Julia und Kim zu ermitteln, eine Rolle spielt hierbei auch Julias Exmann Johnny, der nach wie vor Polizist ist. Schwedische Krimis haben es ja erfahrungsgemäß oftmals in sich, aber hier hat John Ajvide Lindqvist einen Thriller der Extraklasse geschrieben, der mich extrem gefesselt und in seinen Bann gezogen hat. Schwer zu knapsen hatte ich zugegebenermaßen an der thematisierten Gewalt gegen Kinder, ich kann mit so etwas überhaupt nicht umgehen. Es macht mich traurig und wütend zugleich, und normalerweise meide ich Bücher, in denen so etwas vorkommt. Hier konnte ich jedoch aufgrund des für mich extrem authentischen und originellen Protagonisten Paares und interessanten Plots einmal angefangen nicht mehr wirklich aufhören zu lesen. Ich freue mich bereits jetzt auf die weiteren Bände der Reihe und spreche eine absolute Leseempfehlung aus!

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Veröffentlicht am 04.07.2023

Franziska Fischer konnte mich schon zum zweiten Mal überzeugen

Unsere Stimmen bei Nacht
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Bereits "In den Wäldern der Bieber" hatte ich sehr gerne gelesen, und nun konnte mich Franziska Fischer mit "Unsere Stimmen bei Nacht" gleich ein zweites Mal überzeugen! Gleich zu Beginn ziehen wir mit ...

Bereits "In den Wäldern der Bieber" hatte ich sehr gerne gelesen, und nun konnte mich Franziska Fischer mit "Unsere Stimmen bei Nacht" gleich ein zweites Mal überzeugen! Gleich zu Beginn ziehen wir mit der jungen Lou in die WG in Berlin-Zehlendorf, wo Gloria und Herbert in einer großen Villa, nachdem ihre Kinder ausgezogen sind, nach neuen Mitbewohnern suchen, um nicht einsam zu sein. Alle alten Kinderzimmer werden neu belegt, eine originelle Idee irgendwie, auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich das tatsächlich so handhaben wollte. Aber der Plot dieses Romans hat mich komplett überzeugt, von der ersten Seite an hat mich die Autorin mitgenommen, sie hat einen extrem unaufgeregten sehr angenehmen Schreibstil und entspinnt anhand der unterschiedlichen Protagonisten, die allesamt sehr authentisch von ihr skizziert werden, eine tolle Geschichte einer Zufallsgemeinschaft von unterschiedlichen Charakteren, die zu Schicksalsgenossen werden. Von Menschen, die sich entwickeln und ihren Weg gehen, ein Stück weit gemeinsam. Mich hat das sehr gut unterhalten, ich vergebe dafür die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Ich bin einfach bekennender Dicker-Fan

Die Affäre Alaska Sanders
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Selbstverständlich war ich neugierig auf das neuste Werk aus der Feder von Joel Dicker, bin ich doch schon seit längerem bekennender Fan des Autors! Und so war die Lektüre von "Die Affäre Alaska Sanders" ...

Selbstverständlich war ich neugierig auf das neuste Werk aus der Feder von Joel Dicker, bin ich doch schon seit längerem bekennender Fan des Autors! Und so war die Lektüre von "Die Affäre Alaska Sanders" quasi ein Muss! 2010 erreichen Sergeant Gahalowood Hinweise darauf, dass er bei einem 10 Jahre zurück liegenden Fall falsch ermittelt hat. Er beginnt die Recherchen gemeinsam mit seinem Freund, dem Schriftsteller Marcus Goldman, wieder aufzunehmen. Zugegebenermaßen tue ich mich schwer damit, definitiv in Worte zu fassen, was genau diese unglaubliche Faszination ausmacht, die die Bücher Joel Dickers auf mich ausüben. Er hat so einen ganz eigenen Schreibstil, beschreibt detailliert die Atmosphäre in amerikanischen Kleinstädten, durch seine ausufernden Erzählungen sind seine Bücher recht umfangreich, was mich in keiner Weise abschreckt, eher im Gegenteil. Er springt in den verschiedenen Zeitebenen hin und her, gibt Rückblicke auf die Ereignisse der Vergangenheit, doch auch durch entsprechende Überschriften hat man keine Probleme, sich zurecht zu finden. Ich kann durch seine Erzählweise, seinen Schreibstil komplett in die Geschichten eintauchen, sehe die handelnden Personen direkt vor mir - ganz großes Kopfkino, wie ich finde! Irgendwie haben seine Romane für mich Kultstatus, ja, wenn man Joel Dicker mag, machen seine Bücher süchtig! Ja, es gibt immer wieder Querverweise zum Fall von Harry Quebert, ich würde behaupten, man versteht "Die Affäre Alaska Sanders", auch ohne das ältere Buch gelesen zu haben! Von mir erstmal die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Anne Stern birgt für perfekte Leseunterhaltung

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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Zugegebenermaßen weiß ich nicht so richtig, wo genau ich bei dieser Rezension anfangen soll! Dabei, dass ich bereits bei der Leseprobe so neugierig auf dieses Buch geworden war, und der Inhalt dann die ...

Zugegebenermaßen weiß ich nicht so richtig, wo genau ich bei dieser Rezension anfangen soll! Dabei, dass ich bereits bei der Leseprobe so neugierig auf dieses Buch geworden war, und der Inhalt dann die Erwartungshaltung mehr als voll erfüllt hat? Oder schreibe ich, das ich im vergangenen Jahr im Rahmen einer Lesung die wunderbare Anne Stern persönlich kennenlernen durfte, und seitdem ohnehin jeder Neuerscheinung von ihr entgegen fiebere, auch wenn ich schon vor dem Treffen ihre Bücher geliebt habe, allen voran die Hulda Gold Reihe. Nun ist mit "Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie" ein weiteres Highlight in meinem Regal dazu gekommen, wo die Bücher der Autorin einen Ehrenplatz haben! Diesmal also nun Dresden als Schauplatz, eine Stadt, in der ich leider bisher nur einmal selbst war, dass nun zeitnah ein weiterer Besuch nach dieser Lektüre auf dem Programm steht, versteht sich von selbst! Anne Stern hat es wieder einmal geschafft, mich mit ihrer bewundernswerten Recherchearbeit über historische Zusammenhänge, die sie mit einer fiktiven Handlung zu einem mitreißenden Roman verwebt, komplett in ihren Bann zu ziehen. Elise Spielmann, die Mitte des 19. Jahrhunderts in der sächsischen Stadt lebt und davon träumt, eine grandiose Violinistin zu werden, steht als Protagonistin im Mittelpunkt der Geschichte. Leider ist sie einem viel älteren Mann versprochen, und einer Frau stand es damals nicht gut zu Gesicht, ihren eigenen Vorlieben und Talenten nachzugehen, sie hatte sich ausschließlich den Wünschen, gar Befehlen des Gatten unterzuordnen, eine Tatsache, die mich ohnehin regelmäßig wütend macht, wenn ich historische Romane lese. Dass sich die junge Frau dann in Christian, einen Malergehilfen, verliebt, der natürlich nicht standesgemäß für Elise ist und somit gegen alle Konvention verstößt, ist romantisch, aber eben leider auch dramatisch für die beiden. Doch danach fragt die Liebe ja nicht, dass wissen wir alle doch nur zu gut! Nebenher erfahren wir so viel Wissenswertes über den Werdegang der Semperoper, der Stadt Dresden überhaupt und den politischen Hintergrund in der Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, war traurig, als das Buch zu Ende war, so geht es mir ja immer mit den Werken der Autorin. Alle Charaktere waren bis in die kleinste Nebenrolle so detailliert und liebevoll skizziert, dass man sich als Leser alles perfekt vorstellen konnte und komplett in die Geschichte eintauchen. Schön, zu lesen, dass weitere Bände in Planung sind. An dieser Stelle natürlich erstmal die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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