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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2024

Emotionale Familiengeschichte

Hallo, du Schöne
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„Hallo, du Schöne“ von Ann Napolitano ist eine facettenreiche Erzählung, die die Leserinnen auf eine emotionale Achterbahnfahrt durch die Wirren des Lebens mitnimmt. Die Geschichte beginnt mit einer wirklich ...

„Hallo, du Schöne“ von Ann Napolitano ist eine facettenreiche Erzählung, die die Leserinnen auf eine emotionale Achterbahnfahrt durch die Wirren des Lebens mitnimmt. Die Geschichte beginnt mit einer wirklich schönen Liebesgeschichte zwischen Julia und William. William bekommt zu Julia nämlich gleich ihre ganze Familie dazu. Die enge Verbundenheit der Padavano-Schwestern führt jedoch auch zu einem komplexen Familiendrama. Die Charaktere sind tiefgründig und vielschichtig, ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist spannend und authentisch. Die Autorin versteht es, die Komplexität menschlicher Beziehungen darzustellen und die Leserinnen mitzunehmen auf eine Reise voller Höhen und Tiefen. Durch die abwechselnden Perspektiven und die lebendige, teils poetische Sprache werden die Leser*innen mitten ins Geschehen gezogen und können mit den Protagonisten mitfühlen. Das ist jedoch auch ein kleiner Kritikpunkt, da die Geschichte dadurch teilweise etwas langatmig wird.
Insgesamt aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.01.2024

Historisches Lesevergnügen

Die Mönchin
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In „Die Mönchin“ von Peter Orontes tauchen wir in das Herzogtum Oberösterreich des Jahres 1405 ein. Die Hauptfigur der Geschichte ist Adrian von Bitterstedt, ein Benediktinermönch – der in Wirklichkeit ...

In „Die Mönchin“ von Peter Orontes tauchen wir in das Herzogtum Oberösterreich des Jahres 1405 ein. Die Hauptfigur der Geschichte ist Adrian von Bitterstedt, ein Benediktinermönch – der in Wirklichkeit eine Frau ist, Adriana.

Getarnt als Mann schleust sie sich ins Kloster Ennswalden ein, um ein verschollenes Dokument aufzuspüren, das die Kirche in Bedrängnis bringen könnte. Die Mission ist gefährlich, denn im Kloster Ennswalden wirken düstere Machenschaften und Morde.

Der Autor vermittelt eindrucksvoll die Atmosphäre der damaligen Zeit. Der Klosteralltag und die Charaktere sind lebendig beschrieben, die klare Struktur des räumlichen und zeitlichen Rahmens macht es außerdem leicht, der Handlung zu folgen.

Der Schreibstil ist angenehm und ermöglicht ein flüssiges Lesevergnügen. „Die Mönchin“ ist für jeden zu empfehlen, der historischer Romane mit einer Prise Thriller gerne liest.

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Veröffentlicht am 21.08.2023

Ergreifende Geschichte

Paradise Garden
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In „Paradise Garden“ von Elena Fischer wird die bewegende Geschichte der 14-jährigen Billie auf traurig-schöne Weise erzählt. Die Geschichte beginnt am Grab von Billies Mutter Marika. Schon hier wird klar: ...

In „Paradise Garden“ von Elena Fischer wird die bewegende Geschichte der 14-jährigen Billie auf traurig-schöne Weise erzählt. Die Geschichte beginnt am Grab von Billies Mutter Marika. Schon hier wird klar: Das wird keine locker-leichte Geschichte.

Auf den nächsten Seiten lernen wir Billies Leben kennen, das sie trotz Armut dank der Liebe und Fantasie ihrer Mutter als gut empfindet. Trotz ihrer innigen Beziehung gibt es ein Thema, das ihre Mutter immer vermeidet: Billies Vater.
Ich liebe die Charaktere. Sie sind sehr liebevoll, vielseitig und authentisch gestaltet. Und auch Billie merkt man zum einen ihre Jugend an, aber auch eine eher untypische Tiefgründigkeit. Man kann ihre Gefühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen und die Beschreibungen von Elena Fischer geben einem das Gefühl, als Nachbarin in der Hochhaussiedlung zu leben.

Es ist ein Roman über die Reise eines jungen Mädchens, das sich auf die Suche nach ihren Wurzeln begibt und dabei schon früh sowohl die Höhen als auch die Tiefen des Lebens erfährt. Mir hat es gut gefallen!

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Schwere Sommertage

Nachts erzähle ich dir alles
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Das Cover von »Nachts erzähle ich dir alles« ist schön gestaltet, der Titel war es aber, der mich neugierig gemacht hat. Ich habe laue Sommernächte erwartet, mit tiefgründigen Gesprächen, um zur Ruhe zu ...

Das Cover von »Nachts erzähle ich dir alles« ist schön gestaltet, der Titel war es aber, der mich neugierig gemacht hat. Ich habe laue Sommernächte erwartet, mit tiefgründigen Gesprächen, um zur Ruhe zu kommen und sich selbst wiederzufinden. Doch das ist nicht wirklich das, was man bekommt.

Worum geht es also?

Die Protagonistin Léa sehnt sich nach einer Auszeit und plant, den Sommer im alten Familienanwesen an der Côte d'Azur zu verbringen. Doch statt Entspannung erwartet sie eine unvorhergesehene Wendung. Am ersten Abend trifft sie in ihrem Garten auf die Teenagerin Alice. Diese stirbt kurz darauf und Léa ist möglicherweise die Letzte, die mit ihr gesprochen hat. Schon bald taucht Émile, der Bruder der verstorbenen Alice, auf. Er sucht nach Antworten, die den Tod seiner Schwester aufklären. Schon bald wird bekannt: Alice war schwanger. Und schon sind wir bei einem der Hauptthemen des Buches angelangt: Schwangerschaftsabbrüche. Es geht auch um Moral, Selbstbestimmung und – Liebe.

Ich muss gestehen, würde der Klappentext oder der Titel das eher verraten, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht lesen wollen. Am Ende hat es mir aber ganz gut gefallen, da die Autorin mich durch ihre Beschreibungen direkt mit nach Frankreich genommen hat. Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen und tragen dazu bei, dass mir das Buch insgesamt dennoch gut gefallen hat. Außerdem finde ich den Umgang mit den doch schweren Themen im Buch gut gelungen.

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Veröffentlicht am 07.07.2023

Spiegel der Gesellschaft?

Schönwald
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Philipp Oehmkes Roman „Schönwald“ entführt uns in eine komplexe Familiengeschichte, die sich mit tiefgründigen Beziehungen und aktuellen gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzt. Die Eröffnung eines ...

Philipp Oehmkes Roman „Schönwald“ entführt uns in eine komplexe Familiengeschichte, die sich mit tiefgründigen Beziehungen und aktuellen gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzt. Die Eröffnung eines queeren Buchladens dient als Kulisse für das erste Familientreffen nach Jahren, das unerwartet von Protesten überschattet wird. Oehmke zeigt die unterschiedlichen Reaktionen der Familienmitglieder auf diese Konfliktsituation und schon hier wird klar, wie unterschiedlich die Charaktere sind.

Der Roman ist in Kapitel unterteilt, die den einzelnen Familienmitgliedern gewidmet sind und nach und nach ihre Geheimnisse und Lügen enthüllen. Dadurch lernt man die Charaktere und ihre Hintergründe besser kennen und kann ihre Handlungen besser nachvollziehen. Der Schreibstil ist gut, er erfordert jedoch eine gewisse Aufmerksamkeit, da es eben kein leichter Sommerroman ist.

„Endlich der große deutsche Gesellschaftsroman, den wir schon so lange lesen wollten“ – aufgrund dieses Satzes wollte ich diesen Roman lesen. Wurde ich enttäuscht? Ein wenig. Ja, es werden aktuelle Themen behandelt. Aber: Das Setting fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Der Großteil der Gesellschaft lebt heutzutage nicht im Wohlstand und viele Themen, die aktuell von großer Bedeutung sind, finden keinerlei Erwähnung. Mir ist natürlich bewusst, dass es unmöglich ist, alles in einem Roman unterzubringen. Für mich hat sich die Themenauswahl aber nicht so stimmig angefühlt. Daher ein Stern Abzug.

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