Beziehungschaos an der Atlantikküste
Unsere glücklichen TageVier Freundinnen, die sich jeden Sommer in einem Ferienhaus an der französischen Atlantikküste treffen, verbringen dort Wochen voller Glück, Zukunftspläne und Unbeschwertheit. Bis Lenica eines Tages ihren ...
Vier Freundinnen, die sich jeden Sommer in einem Ferienhaus an der französischen Atlantikküste treffen, verbringen dort Wochen voller Glück, Zukunftspläne und Unbeschwertheit. Bis Lenica eines Tages ihren Jugendfreund Sean mitbringt. Er scheint sich mit Leichtigkeit in das Gefüge der vier einzufinden, setzt aber eine Entwicklung in Gang, die diesen Sommer zum letzten gemeinsamen der Freundinnen machen wird.
Christine Westermann, auf deren Meinung ich viel gebe, hat das Buch sehr gelobt und auch das Cover und der Klappentext haben mich angesprochen. Leider hat mich die Geschichte der vier Freundinnen, Lenica, Marie, Fanny und Ich-Erzählerin Elsa nicht so gepackt. Es war für mich klar, wo die Reise hingeht und der Roman bot wenig Überraschung. Muss er ja auch nicht, aber insgesamt war es mir dann zu wenig. Die Beziehung, die im Mittelpunkt steht, dreht sich lange im Kreis und eigentlich weiß man gar nicht warum. Das Verhalten der Protagonisten war für mich nicht immer vollständig nachvollziehbar. Es passiert auch nicht so viel, denn es werden immer wieder die lauschigen Sommerabende im Garten, die Schwimmausflüge und gleichen Beteuerungen untereinander wiederholt. Das Buch stimmt melancholisch, da sehr häufig die Unbeschwertheit der Jugend dem Ist-Zustand der Protagonisten gegenübergestellt wird. Alle stehen zwar gut im Leben, haben "etwas erreicht", trauern aber der Vergangenheit sehr hinterher. Das ist teilweise auf den Punkt beschrieben, z.B. stellt sich die Frage, wann eigentlich die Zeitlosigkeit, die scheinbare Unendlichkeit des Lebens, die die Jugend auszeichnet, verschwindet? (S. 29) Ja, wann? Man sieht die Zeit nicht vergehen und auf einmal sieht man in den Spiegel und ist alt. Dieses Thema beschäftigt die Freundinnen sehr und ganz ehrlich, das zieht einen ein bisschen runter. Am Ende siegt zwar die Zuversicht, aber etwas bitter ist es trotzdem.
Wer einen fluffigen Wohlfühlroman zum Einkuscheln sucht, ist hier falsch. Es ist eine Freundschafts- und eine Liebesgeschichte, die nachdenklich stimmt.