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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2023

Weite Savannen und wilde Tiere ...

Ein kleines Stück von Afrika - Aufbruch
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Afrika ist ein Land, das ich noch nie bereist habe und deshalb sind Bücher, die dort spielen, für mich immer sehr interessant. So freute ich mich dann auch sehr, dass ich die junge Ivory begleiten durfte, ...

Afrika ist ein Land, das ich noch nie bereist habe und deshalb sind Bücher, die dort spielen, für mich immer sehr interessant. So freute ich mich dann auch sehr, dass ich die junge Ivory begleiten durfte, die sich – wie ich es vielleicht auch hätte – sofort in das weite Land mit seiner exotischen Tier- und Pflanzenwelt verliebte. Doch auch auf menschlicher Ebene knüpfen sich zarte Bande und etwas blauäugig vielleicht, dafür mit ganzem Herz und Seele lässt Ivory sich auf die Ehe mit dem Haudegen Adrian Edgecumbe ein, der sicher nicht immer gut für sie ist. Doch bald bekommt sie eine Chance sich zu verwirklichen, denn Adrian zieht in den Krieg und sie nimmt die Zügel selbst in die Hand. Bald floriert die Farm mit Ivorys gewaltfreier Fotosafari und Edgecumbefarm wird über seine Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Wie es allerdings in Ivorys Innerem aussieht, steht auf einem ganz anderen Blatt …
Wer einen Roman mit Tiefgang sucht, lässt besser die Finger von diesem kleinen Stück von Afrika. Wer aber einfach gut unterhalten werden möchte und eine nette Urlaubslektüre sucht, ist mit diesem Buch bestens beraten. Ich gebe zu, ich hätte mir ein klein wenig mehr Afrika und etwas weniger Klischees gewünscht aber für vier von fünf Sternen reicht es allemal. Ich freue mich auf den zweiten Teil!

Veröffentlicht am 21.10.2023

Wenn Vergangenheit und Gegenwart aufeinander prallen ...

Träume wie Sand und Meer
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Dieser dritte Teil der East Coast Reihe von Beatriz Williams beleuchtet das Leben von Christina „Tiny“ Schuyler in den Jahren 1964 und 1966, also unmittelbar vor der Ehe und kurz danach. Tiny ist eine ...

Dieser dritte Teil der East Coast Reihe von Beatriz Williams beleuchtet das Leben von Christina „Tiny“ Schuyler in den Jahren 1964 und 1966, also unmittelbar vor der Ehe und kurz danach. Tiny ist eine von drei Schwestern, die von einer ehrgeizigen Mutter erzogen wurden, der „die gute Partie“ am Herzen liegt und die ihre ganze Energie in Tiny steckt, die ihr am meisten Potential für diese Rolle zu haben scheint. Noch vor 30 Jahren hätte sie einen Adligen aus Europa für ihr braves Kind gewählt, nun soll es zumindest ein angehender Senator mit Präsidentenpotential sein. Doch genau dieses Kind scheint kurz vor dem Erfolg kalte Füße zu bekommen und bricht aus. Zwei Jahre später jedoch ist sie verheiratet und der Plan scheint aufgegangen zu sein. Doch die Vergangenheit ist Tiny auf den Fersen … ein paar unbedachte Tage drohen ihr Scheingerüst zum Wanken zu bringen …

Man kann bei dieser Reihe nicht anders als sich die Kennedys vor Augen zu führen … Sommerhaus in Cape Cod, große „glückliche“ Familie und vor allem erfolgreiche Männer machen das Bild komplett. Geschickt führt die Autorin Beatriz Williams jedoch vor Augen, dass hier mehr Schein als Sein am Zuge ist. Immer Lächeln, immer perfekt, das hält auf Dauer die stärkste Frau nicht aus. Während ich zu Anfang des Romans noch glaubte, das Geheimnis bereits zu erahnen, überraschte mich die Autorin immer wieder mit neuen Windungen, die auf einmal ganz neue Tatsachen preisgeben. Nach einem etwas schleppenden Anfang, gelingt es ihr ab spätestens der Hälfte, den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und der Folgeband steht deshalb schon auf meiner Wunschliste. Von mir gibt es vier von fünf Sternen. Wer einen Ausflug in die 60er Jahre in das Leben der Schönen und Reichen unternehmen möchte, bekommt zudem noch eine Leseempfehlung. Ich freue mich, dieses Buch in die Hand genommen zu haben.

Veröffentlicht am 20.10.2023

Fünf Freunde ... der mittlere Westen ... Amerika, wie es leibt und lebt!

Shotgun Lovesongs
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Sehr amerikanisch aber auf eine äußerst liebevolle Art präsentiert uns der Autor Nickolas Butler mit seinem Roman „Shotgun Lovesongs“ das kleine Städtchen Little Wing im Staat Wisconsin, tief im mittleren ...

Sehr amerikanisch aber auf eine äußerst liebevolle Art präsentiert uns der Autor Nickolas Butler mit seinem Roman „Shotgun Lovesongs“ das kleine Städtchen Little Wing im Staat Wisconsin, tief im mittleren Westen der USA, und seine Einwohner. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, in der die fünf Schulfreunde Beth, Henry, Ronny, Lee und Kip aufgewachsen sind. Dennoch drängt es einige von ihnen hinaus in die große, weite Welt bis sie schließlich nach und nach – manchmal schmerzlich - feststellen, das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite des Zauns, und sie schließlich doch langsam ihren Weg wieder in die Heimat finden, jeder auf seine eigene Art.

Die Geschichte befasst sich vor allem mit dem Thema Freundschaft und Zusammenhalt, spart aber auch nicht an Heimatverbundenheit und „back to the roots“ Feeling. Zugegeben, es werden einige Klischees bedient und dennoch konnte mich das Buch abholen. Großartig umgesetzt und sehr gefühlsbetont haben mich Karoline Schuch (als Beth), Fabian Busch (Henry), Andreas Döhler (Ronny), Florian Lukas (Lee) und Barnaby Metschurat (Kip) durch die Geschichte begleitet, so dass ich hier gerne vier von fünf möglichen Sternen vergebe. Das perfekte Hörbuch zum Autofahren und Genießen!

Veröffentlicht am 12.10.2023

Rainer Maria Schlaicher ... ein Mann, mit dem man rechnen sollte ... !!

Mord auf Alemannisch
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Schon eine ganze Weile lag dieser erste Teil der Krimireihe rund um Rainer Maria Schlaicher, seines Zeichens Testdieb, und seinem Basset Dr. Watson auf meinem SuB und schien mich förmlich zu drängen, endlich ...

Schon eine ganze Weile lag dieser erste Teil der Krimireihe rund um Rainer Maria Schlaicher, seines Zeichens Testdieb, und seinem Basset Dr. Watson auf meinem SuB und schien mich förmlich zu drängen, endlich entdeckt und gelesen zu werden. Nachdem ich gerade den neuesten Historienschmöker des Autors verschlungen hatte, schien die Gelegenheit günstig. Schnell war ich eingetaucht in die Story, bei der man auf den ersten Blick kaum vermuten kann, welche Richtung sie einschlagen wird. Schneller als er gucken kann, wird Rainer Marie in krumme Machenschaften mit dubiosen Gestalten verwickelt, die selbst vor einem Mord nicht zurückschrecken. Bald sind nicht nur die Hunde sondern auch Menschen in seinem Umfeld in Gefahr und so schließt sich Schlaicher schließlich mit der jungen Martina zusammen, um dem ganzen hoffentlich ein Ende zu bereiten. Nicht überall stößt er jedoch mit seinen Methoden auf Gegenliebe …

Scharfzüngig, lustig, sexy und vor allem mit viel Lokalkolorit gespickt präsentiert Ralf H. Dorweiler seiner Leserschaft einen Kriminalroman, der Beachtung verdient. Vor allem die dialektgefärbten Passagen haben Spaß gemacht und so ertappte ich mich so manches Mal dabei, mir diese selbst laut vorzulesen. Es war mir ein Vergnügen, Herrn Schlaicher und seine Entourage kennenzulernen und ich freue mich, dass der nächste Teil schon zu Hause im Bücherregal steht. Mit noch ein klein wenig Luft nach oben vergebe ich gerne vier von fünf Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die wie ich deutsche Krimis mit skurrilen Protagonisten lieben.

Veröffentlicht am 06.10.2023

Eine verzweifelte Suche nach Liebe und Geborgenheit ...

Die chinesische Sängerin
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Nachdem mir der Debutroman „Keiko“ des Autors Jamie Ford so gut gefallen hatte, war „Die chinesische Sängerin“ beinahe Pflichtlektüre für mich. Wieder nimmt sich der Autor einem Thema an, das das Leben ...

Nachdem mir der Debutroman „Keiko“ des Autors Jamie Ford so gut gefallen hatte, war „Die chinesische Sängerin“ beinahe Pflichtlektüre für mich. Wieder nimmt sich der Autor einem Thema an, das das Leben der asiatischen Bevölkerung – diesmal in den 20er/30er Jahren des letzten Jahrhunderts – kritisch beleuchtet und so manche stumme Anklage durchklingen lässt.

Der Roman erzählt die Geschichte des 12jährigen William Eng, der sein Leben in einem Waisenhaus fristet, wo er totunglücklich ist aber nie die Hoffnung aufgibt, eines Tages mit seiner Mutter vereint zu werden. Durch eine Fügung des Schicksals entdeckt er schließlich eine Frau auf der Leinwand, von der er sofort weiß, dass es sich nur um seine eigene Mutter handeln kann. Er macht sich daraufhin auf eine abenteuerliche Suche nach ihr und der Wahrheit. Im zweiten Erzählstrang erfahren wir vom Schicksal eben dieser Frau, die als Willow Frost Karriere gemacht hat und dennoch nie aufgehört hat ihr Kind zu vermissen.

Geschickt verwebt Jamie Ford, der selbst asiatischer Abstammung ist, die beiden Geschichten und spart dazu nicht mit Informationen über die katastrophalen Zustände, die vor knapp 100 Jahren an der Westküste der USA herrschten, die wie alle anderen Teile des Landes natürlich auch von der Wirtschaftskrise gebeutelt war. Neben dem Roman an sich, lernte ich dazu viel über die Entstehung der Filmindustrie und alles in allem ergab dies ein wunderbar berührende Geschichte. Ich vergebe diesmal "nur" vier von fünf möglichen Sternen, möchte aber dennoch eine absolute Leseempfehlung für den Roman aussprechen, der in Teilen auf wahren Tatsachen beruht. Es ist eine Geschichte, die ans Herz geht, wenn sie auch manchmal sehr amerikanisch ganz leicht ins Kitschige abzurutschen droht. Jamies drittes Buch „Love And Other Consolation Prizes“ wurde wohl leider nicht ins Deutsche übersetzt. Vielleicht fällt es mir mal im Original in die Hände. Ich wäre auf jeden Fall gerne wieder dabei.