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Veröffentlicht am 10.04.2024

Soulmates

Bride – Die unergründliche Übernatürlichkeit der Liebe
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In einer Welt, in der Vampire, Werwölfe und Menschen irgendwie versuchen müssen, miteinander auszukommen, hat Misery Lark schon immer die Rolle einer Außenseiterin gespielt. Als Tochter eines mächtigen ...

In einer Welt, in der Vampire, Werwölfe und Menschen irgendwie versuchen müssen, miteinander auszukommen, hat Misery Lark schon immer die Rolle einer Außenseiterin gespielt. Als Tochter eines mächtigen Vampirfürsten war sie 10 Jahre lang eine Geisel der Menschen, um für den fragilen Frieden zwischen ihnen zu sorgen. Jetzt, da sie seit ein paar Jahren lang frei ist, verlangt ihr Vater erneut etwas Unmögliches: Sie soll für ein Jahr lang die Braut eines Alphawerwolfs werden, um wiederum Frieden zu garantieren. Doch Misery hat die Reißzähne gestrichen voll davon, als Spielball zu dienen - doch bleibt ihr etwas anderes übrig, nachdem ausgerechnet der Name des Werwolfs in den Aufzeichnungen ihrer verschwundenen besten Freundin auftaucht?

Ali hat es einfach drauf! Sie schreibt tatsächlich die besten Liebesromane mit starken und witzigen Frauen und Typen, die zwar dank ihrer Perfektion öfter mal ein Augenrollen entlocken, aber dafür immer respektvoll mit den Heldinnen umgehen. Dazu gelingt es ihr, dem altbacken anmutendem Vampirgenre völlig neue Aspekte zu entlocken und ich liebe einfach die Coolness von Misery, die so no-nonsense ist, aber das (nicht schlagende) Herz auf dem rechten Fleck hat. Das einzig Nervige, was scheinbar jetzt unbedingt in jedem Liebesroman/New Adult sein muss, sind die doch recht häufig vorkommenden spicey Szenen, auf die ich in der Fülle auch gut verzichten könnte. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 19.03.2024

Seelengewitter

A Reason To Stay (Intensive New-Adult-Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) (Liverpool-Reihe 1)
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Billy lebt seit einiger Zeit in Liverpool in einer WG mit Olivia, jobbt in einem Campuscafé und möchte unbedingt als Kuratorassistenz im Museum arbeiten. Doch ihr erstes Bewerbungsgespräch läuft eher suboptimal. ...

Billy lebt seit einiger Zeit in Liverpool in einer WG mit Olivia, jobbt in einem Campuscafé und möchte unbedingt als Kuratorassistenz im Museum arbeiten. Doch ihr erstes Bewerbungsgespräch läuft eher suboptimal. Als sie mit den Tränen kämpfend die Treppe des Museums herunterkommt, begegnet sie Cedric - dem jungen Mann, der ihr kurz zuvor bei einer Party aufgefallen ist. Cedric mit dem Viertellächeln, der gutaussehend und aufmerksam und witzig ist. Doch Billy erfährt, dass Cedric mit jeder Frau nur eine Nacht verbringt und dann auch den Grund dafür. Und sie weiß, dass seine Dunkelheit sie verschlingen und wieder in den Abgrund stoßen kann, aus dem sie sich mühsam befreit hat ...

Eigentlich bin ich kein Fan von New Adult. Und eigentlich bin ich auch überhaupt nicht sonderlich interessiert an psychischen Krankheiten. Aber die Autorin hat einen so angenehmen Schreibstil, ihre ProtagonistInnen handeln nachvollziehbar, die Dialoge sind nicht nur authentisch, sondern auch originell. Dasselbe lässt sich auch über den Cast sagen: ob das jetzt Sawyer oder Carly, Olivia oder sogar der "Drache" ist, sie alle haben eigene Persönlichkeiten und man weiß sofort, wen man vor sich hat. Vielleicht hatte das Buch in der Mitte eine kleine Länge, vielleicht waren die psychischen Krankheiten, die Andeutungen einer ehemaligen toxischen Beziehung und ein paar andere Triggerthemen etwas viel. Aber alles in allem ist das mal ein New Adult, der mich wirklich packen und mitnehmen konnte. Und es bleibt die Frage: Ist es in dem Genre überhaupt erlaubt, dass sich die Protas auf Augenhöhe begegnen oder hat die Autorin damit ein ungeschriebenes Gesetz gebrochen? Eigentlich müssen die Männer die Frauen doch schließlich immer schlecht behandeln ... Mit diesem Buch ist man jedenfalls auf der sicheren Seite, wenn man von Bad Boys oder miesem Verhalten der "Helden" die Schnauze voll hat. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 26.02.2024

Hasta la muerte

Legends of Mictlan 1. Chosen by Death
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Die vierundzwanzigjährige Elena ist die Totengräberin ihres mexikanischen Dorfes. Sie trägt einen Fluch vom Totengott selbst, der dafür sorgt, dass sie die Toten sehen kann. Als plötzlich die Dörfer ringsherum ...

Die vierundzwanzigjährige Elena ist die Totengräberin ihres mexikanischen Dorfes. Sie trägt einen Fluch vom Totengott selbst, der dafür sorgt, dass sie die Toten sehen kann. Als plötzlich die Dörfer ringsherum aussterben und es auch bei ihnen zu immer mehr plötzlichen Todesfällen kommt, muss Elena mit dem aztekischen Gott Nan einen Deal eingehen, um ihr Dorf zu retten. Sie muss mit ihm in die Unterwelt, begleitet werden sie vom Mondgott Li und der energischen Dorfvorsteherin Marisol. Doch die Totenwelt ist nicht für die Lebenden und jeder Schritt könnte Elenas letzter sein. Gefährlicher jedoch ist, dass sie nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Herz verlieren könnte: ausgerechnet an Nan, den abweisenden Sonnengott.

Wir haben hier die spannende Umsetzung einer Idee in einem exotischen aztekischen Setting. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase habe ich das Lesen genossen und gern verfolgt, wie sich Elena durch die Welt der Toten kämpft. Gut gefallen hat mir dabei, dass sie nicht die typische heulende Teenagerheldin ist, die nicht weiß, zwischen welchen ihrer unzähligen Loveinterests sie sich entscheiden soll. Erstens ist sie 24, zweitens benimmt sie sich auch so. Und das einzige Interesse, das sie bis mindestens der Hälfte des Buches hatte, ist, ihr Dorf und Marisol zu retten. In der Mitte fand ich es ein bisschen langatmig, das wurde später durch einen Plottwist wieder gut kompensiert. Das Einzige, was ich insgesamt ein bisschen störend fand, war der Strang um Miguel, der erschien mir ein bisschen forciert, aber okay, das ist Meckern auf hohem Niveau. Was man bei dem Buch wissen sollte: Es kommt manchmal zu hochdramatischen Szenen, wer nah am Wasser gebaut ist, sollte es trotzdem lesen, aber Taschentücher bereitlegen. Man wird mit einem sehr gefälligen Schreibstil und einer tollen Handlung belohnt.

Veröffentlicht am 17.02.2024

Marathon man extreme

Das Limit bin nur ich
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Jonas Deichmann ist ein Extremsportler, der sportliche Weltrekorde sammelt wie andere Leute Teddybären. In diesem Buch erzählt er uns von seiner Idee, einmal die Welt von Westen nach Osten zu durchqueren: ...

Jonas Deichmann ist ein Extremsportler, der sportliche Weltrekorde sammelt wie andere Leute Teddybären. In diesem Buch erzählt er uns von seiner Idee, einmal die Welt von Westen nach Osten zu durchqueren: als Extremmarathon. Etwa 450 km schwimmend durch die Adria, um die 4500 km laufend durch Mexiko und den Rest auf seinem Rad. Gestartet ist er an einem nassen Septembertag in München mit dem Rad, fuhr bis nach Kroatien zur Adria und tauschte dort die Radschuhe gegen den Neoprenanzug aus. Und auch, wenn er von sich selbst behauptet, er sei kein Schwimmer, so sehen das die meisten Menschen wohl anders. 450 km durch Wind, Wellen und heftige Strömungen zu schwimmen, ist kein Kinderspiel.

Als er aus dem Wasser steigt, schwingt er sich wieder auf das Rad. Es ist unglaublich, was Deichmann als fantastisch und zauberhaft bezeichnet (steile Anstiege, schlechtes Wetter etc.), aber er erklärt es mit seinem Mindset. Er sagt, was immer er tut, was immer er durchzustehen hat, es ist genau das, was er wollte, und das finde ich an sich schon beeindruckend. Da er mitten in der schlimmsten Coronazeit gestartet ist, gibt es an vielen Grenzen Probleme mit dem Übertritt und es zerstört auch sein Vorhaben, emissionsfrei nach Amerika zu kommen. Also muss er nicht nur die Route ändern (Mexiko statt USA), sondern auch fliegen. In Mexiko erhält er durch landesweite Medienbeiträge beinahe einen Rockstarstatus, aber er verschweigt auch nicht, dass er manchmal in Gegenden unterwegs war, die von Drogenkartellen kontrolliert wurden.

Deichmann liest das Hörbuch selbst ein. Man muss sich darauf einlassen können, denn er hat eine schnelle, manchmal etwas hektische, abgehackte Art zu erzählen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es durchweg spannend, seine Abenteuer mitzuerleben. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 11.02.2024

Stand by me

The Fort
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Der dreizehnjährige Evan ist nicht begeistert, als seine Großmutter ihm nach einem Sturm dein einen Jahr jüngeren Ricky aufs Auge drückt. Er soll sich heute um ihn kümmern, weil ein Baum in seinem Zimmer ...

Der dreizehnjährige Evan ist nicht begeistert, als seine Großmutter ihm nach einem Sturm dein einen Jahr jüngeren Ricky aufs Auge drückt. Er soll sich heute um ihn kümmern, weil ein Baum in seinem Zimmer gelandet ist. Als wäre das nicht schlimm genug, stellen Evan und seine Freunde Jason, C.J. und Mitchell fest, dass ihr selbstgebautes Fort im Wald ebenfalls zerstört ist. Doch ausgerechnet der hochbegabte Ricky findet einen Bunker, den ein exzentrischer Millionär vor Jahrzehnten in der Nähe vergraben hat. Und plötzlich haben sie ein Geheimnis: Dieses Fort müssen sie um jeden Preis schützen. Doch je mehr sie versuchen, dieses Geheimnis für sich zu behalten, desto mehr kommt ans Licht - ganz besonders auch im privaten Bereich.

Das ist eine klassische Geschichte von Kids, die sich auf der Schwelle von Kindern/Jugendlichen befinden, mit all den Problemen, die man zu Beginn der Pubertät oder mitten drin ohnehin hat. Vier der Jungs kennen sich seit Jahren und sind eng befreundet. Dass unvermittelt ein fünfter, dazu jüngerer und hochintelligenter Bursche hinzukommt, bringt Probleme, aber auch Möglichkeiten. Die Jungs stammen aus einer relativ armen Stadt, doch es sind nicht nur Geldsorgen, die sie und ihre Eltern quälen. Einer wird schwer misshandelt, einer hat Zwangsstörungen, einer von seinen sich scheidenden Eltern als Druckmittel verwendet, einer lebt wegen seiner drogensüchtigen Eltern bei den Großeltern. Es geht um Scham, um Anderssein, um alltäglichen und nicht alltäglichen Stress, den man in diesem Alter ausgesetzt ist. Dass kriminelle Jugendliche eine Rolle spielen, ist neben dem prügelnden Stiefvater manchmal beinahe unerträglich zu lesen. Dennoch gefällt mir die Freundschaft der Jungs, ihr Zusammenhalt und ich verstehe auch das Schweigen des einen in einer unerträglichen Situation. Vielleicht sind sie für ihr Alter manchmal ein bisschen zu reflektiert, aber ich mochte diese Geschichte. 4.5/5 Punkten.