Klappentext verrät zu viel
Schloss der LügenDer König hat sich seit Jahren mit seinem Hofstaat im Schloss verbarrikadiert, da die Außenwelt von einer tödlichen Seuche heimgesucht worden ist. Doch nach Jahren bröckelt die schöne Maskerade, denn die ...
Der König hat sich seit Jahren mit seinem Hofstaat im Schloss verbarrikadiert, da die Außenwelt von einer tödlichen Seuche heimgesucht worden ist. Doch nach Jahren bröckelt die schöne Maskerade, denn die Nahrung geht zu Ende und es verschwinden immer mehr Bedienstete, obwohl die Flucht aus dem Schloss mit dem Tode bestraft wird.
Eine die dem Schloss entkommen will, ist Prinzessin Imogen, denn ihr Leben im Schloss ist eines der größten Lügen. Kurz vor ihrer Flucht trifft sie auf Nico, der von der Außenwelt kommt und nach Überlebenden sucht. Zudem kommt er mit der Nachricht, dass die Seuche zwar rum ist, aber es neue Gefahren gibt.
Das Cover und die Aufmachung des Buches haben mich angesprochen und auch der Klappentext sprach mich an.
Wir werden sehr schnell in das Geheimnis von Prinzessin Imogen eingeführt. Durch die Seuche und die Zeit in der die Geschichte spielt, wirkt es trotz der abgewandelten Seuche, recht realistisch. Doch das Königreich ist erfunden.
Prinzessin Imogen mochte ich eigentlich. Nur leider fand ich die Dringlichkeit, ihr Geheimnis zu schützen nicht so gegeben, da sie schon 4 Jahre damit in einem Schloss mit 500 Leuten lebt. Und sie wird von der Königsfamilie dabei unterstützt.
Doch da kamen für mich auch ein paar Fragen auf, die bis zum Ende nicht gelöst sind. Gerade zu den Ausmaßen des Schlosses und wie es möglich ist, die Menge Adliger / Reiche mit 50 Angestellten zu bewirtschaften und wie blind die Bewohner sein müssen, um einige Dinge nicht zu merken.
Aber auch das Thema Religion und Antisemitismus wirkt in dem Buch fehl am Platz. Ich verstehe, was die Autorin in ihrem Nachwort erklärt, doch es nimmt für mich den letzten Zauber, den die Welt in dem Buch noch hatte.
Da zu der Zeit auch etwas anders kommuniziert wurde, die Frauenrolle anders war und man sein Gegenüber anders behandelt, waren die Dialoge natürlich etwas gestelzter und unrunder. Was mich zu erst gar nicht störte, aber später als Gefühle ins Spiel kamen, mich nicht wirklich mitgezogen hat. Sie waren für mich etwas erzwungen, da es einfach für beide was neues war. Er Außenweltler und sie die letzten Jahre im Schloss eingesperrt. Hinzu verhält sie sich dann im Angesicht der Gefahr einfach leichtsinnig, was zu dem damaligen Frauenbild einfach zu gut passt und sie mir etwas unsympathischer machte.
Und dann der Plot Twist. Leider wurde er im Klappentext schon gespoilert und somit, waren alle Andeutungen in die Richtung nicht überraschend. Trotzdem wurde es im Buch dann als große Wendung verkauft und danach ging es erst richtig spannend los. Doch leider war es dann auch schnell vorbei und am Ende kam noch mal eine Kleinigkeit die mir sauer aufstößt.
Also ist mein größter Kritikpunkt eigentlich der Klappentext, denn er macht ein Geheimnis um Prinzessin Imogen, welches aber sehr früh im Buch schon aufgelöst wird und gar nicht so viel Spannung hinterlässt, da sie schon 4 Jahre damit lebt. Gleichzeitig wird der Plottwist aber schon verraten und somit den Horror / Spannungsaspekt des Buches vorweg nimmt. Somit bleibt einen nur noch die Charaktere, die ich an sich eigentlich mag. Sowohl Imogen als auch Nico sind mir für sich ans Herz gewachsen, aber zusammen war da für mich nicht viel Chemie sondern eher Neugierde. Und am Ende ergab sich alles zu leicht, obwohl so lange drauf hingearbeitet wurde.