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Veröffentlicht am 25.06.2024

Poetische Lebensweisheiten über die Stärke der Gegensätze

Nur weil ...
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"Nur weil…" von Matthew McConaughey ist ein bedeutungsvolles Kinderbuch, das auf poetische Weise die Neugier und das Staunen, aber auch die inneren und äußeren Konflikte der Kindheit einfängt. McConaughey, ...

"Nur weil…" von Matthew McConaughey ist ein bedeutungsvolles Kinderbuch, das auf poetische Weise die Neugier und das Staunen, aber auch die inneren und äußeren Konflikte der Kindheit einfängt. McConaughey, bekannt als preisgekrönter Schauspieler, zeigt in diesem Werk seine kreative und einfühlsame Seite als Autor.

Der Autor und die Illustratorin:

Matthew McConaughey (geboren 1969) erzielte seinen schauspielerischen Durchbruch im Jahr 1996 mit der Verfilmung von John Grishams Roman "Die Jury." 2014 erhielt er den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle im Film "Dallas Buyers Club". Seit seiner Jugend schreibt McConaughey Tagebuch sowie Gedichte und spielt Bongos. McConaughey ist verheiratet und Vater von drei Kindern. "Nur weil…" ist das erste Bilderbuch des Schauspielers und New York Times Bestsellerautors.

Renée Kurilla ist Autorin und Illustratorin vieler Bücher für junge Leserinnen und Leser. Sie studierte Illustration mit dem Nebenfach Grafikdesign am Lesley University College of Art and Design, wo sie ihren BFA erwarb. Mit ihrer Familie, bestehend aus ihrem Ehemann und einer Tochter, lebt sie in der Nähe von Boston.

Inhalt:

„Hast du dich jemals gleichzeitig besorgt und aufgeregt gefühlt? Wurden deine Gefühle jemals verletzt und trotzdem hast du dann wieder vergeben?
Hast du jemals gedacht, dass es auf eine Frage mehr als eine richtige Antwort gibt?
Das liegt daran, dass es überall um uns herum und in uns Widersprüche gibt. Und sie machen uns zu dem, was wir sind. Sie geben uns Kraft. Darum lasst uns feiern, dass wir alle voller Möglichkeiten sind. Ein Buch, das herrlich dazu geeignet ist, mit Kindern über sich selbst und das Leben ins Gespräch zu kommen.
Mit seinem typischen Humor und seiner Weisheit hat der Oscar-prämierte Schauspieler und Bestsellerautor der New York Times, Matthew McConaughey, eine gefühlvolle und freche Sammlung von Lektionen fürs Leben zusammengestellt, die große und kleine Leser dazu befähigt, zu feiern, dass wir alle voller Möglichkeiten stecken.
Warum? Nur weil …“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Bilderbuch:

Das Buchcover präsentiert ein Baumhaus mit einem Kind im Inneren und einem weiteren Kind, das davor von unten winkt. Es scheint sich hierbei um gute Freunde zu handeln. Die Szenerie strahlt eine harmonische Atmosphäre aus und vermittelt ein Gefühl von Verbundenheit zueinander sowie auch mit der Natur. Die Illustration ist herzlich, farbenfroh und naturnah gestaltet, was sie besonders ansprechend macht. Der Titel des Buches ist in glänzenden, goldenen Buchstaben hervorgehoben, was ihm eine edle Note verleiht. Die Schrift reflektiert das Licht regelrecht und schenkt dem Cover eine zusätzliche Besonderheit.

Die Illustrationen von Renée Kurilla ergänzen McConaugheys Texte perfekt. Mit ihrem warmen und detailreichen Stil fangen sie das Wesentliche der kindlichen Neugier und Freude ein. Die Bilder sind ausdrucksstark, bunt und lebendig gestaltet, was den Lesern hilft, in die Gedankenwelt des Buches einzutauchen. Jedes Bild erzählt eine eigene kleine Geschichte und unterstreicht die poetische und emotionale Stimmung des Buches. Und auch wenn ich von den Zeichnungen in dem Buch sehr angetan bin, so hätte es der einen oder anderen Seite gut getan, sie nicht zu sehr mit Bildern und unterschiedlichen Botschaften zu überladen. Es hätte der Aussage in diesem Augenblick mehr Ausdruckskraft verliehen.

Matthew McConaugheys Schreibstil ist klar, einfach und gleichzeitig tiefgründig. Er verwendet eine rhythmische und manchmal fast musikalische Sprache, die die Leser in den Bann zieht. Die Sätze sind kurz und prägnant, was das Buch besonders für junge Leser zugänglich macht. Trotz der Einfachheit der Sprache, steckt viel Weisheit und Nachdenklichkeit in den Texten. Und hier kam für mich der Knackpunkt: Die deutsche Übersetzung – die aus meiner Sicht nur teilweise gelungen ist. Am Anfang musste ich einige Textzeilen mehrmals lesen, um den Sinn überhaupt zu begreifen, da die Sätze an einigen Stellen sehr verschachtelt verfasst sind. Außerdem finde ich es sehr irritierend, dass in vielen Sätzen gleich zweimal mit dem Wörtchen „nicht“ gearbeitet wird. Aus meiner Sicht gibt es der Aussage in diesem Moment einen negativen Touch und es kann für junge Kinder auch schwerer nachvollziehbar sein. Nachdem ich mir die englische Version angeschaut habe, hätte man das in der deutschen Übersetzung verständlicher und kindgerechter formulieren können.

Fazit:

"Nur weil…" ist kein typisches Kinderbuch mit einer linearen Handlung, sondern eher eine Sammlung von Gedanken, Fragen und Beobachtungen, die das Leben und die Welt aus der Sicht eines Kindes betrachten. Es regt die Leser dazu an, über die kleinen und großen Wunder des Alltags nachzudenken und die Schönheit im Alltäglichen zu entdecken. Die einfachen, aber tiefgründigen Fragen, die das Buch stellt und die Aussagen, die es trifft, laden dazu ein, die Welt mit neuen Augen zu sehen und eigene Antworten zu finden.
Trotz einiger Stolpersteine in der Übersetzung halte ich die zentrale Botschaft des Buches für sehr gelungen – es gibt meist keine offensichtlichen Gründe für die Schönheit und das Wunder des Lebens, denn sie sind einfach da, „nur weil“. Die Texte ermutigen Kinder und Erwachsene gleichermaßen, die Welt mit offenen Augen und Herzen zu betrachten und die Magie in den alltäglichen Momenten zu erkennen. Es fördert eine positive und nachdenkliche Haltung gegenüber dem Leben und inspiriert zu Gemeinschaft, Dankbarkeit und Achtsamkeit.

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Veröffentlicht am 17.05.2024

Zeitreise durch die Erinnerungen!

Cato und die Dinge, die niemand sieht
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Cato und die Dinge, die niemand sieht ist mir durch das fantasievolle Cover ins Auge gefallen. Als ich dann auch noch erfuhr, dass es sich um Zeitreise handelt, bin ich ins Netz gegangen. Doch leider konnte ...

Cato und die Dinge, die niemand sieht ist mir durch das fantasievolle Cover ins Auge gefallen. Als ich dann auch noch erfuhr, dass es sich um Zeitreise handelt, bin ich ins Netz gegangen. Doch leider konnte mich das Kinderbuch nicht wirklich überzeugen. Die Hauptprotagonistin wirkte für ihre 12 Jahre viel zu jung und auch die Zeitreisen waren nicht so gefährlich, wie es der Klappentext versprach. Es handelt sich um ein eher ruhiges Buch, wogegen ich im Prinzip nie etwas einzuwenden habe, ganz im Gegenteil. Allerdings wusste ich einfach nicht, worauf das alles hinauslaufen soll und wurde mit keinem der Charaktere wirklich warm.

Zitat: „Cato war noch lange nicht erwachsen, aber alt genug, um Narben auf dem Herzen zu haben. In erster Linie wegen der Schuldgefühle.“ (Yorick Goldewijk: Cato und die Dinge, die niemand sieht, Seite 12)

Der Autor und die Übersetzerin:

Yorick Goldewijk (geboren 1979) ist ein niederländischer Schriftsteller, Künstler und Musiker. Das Schreiben hat die Oberhand gewonnen, während das Zeichnen ein wenig nachgelassen hat. Neben Kinderbüchern schreibt er außerdem auch Musik für Werbespots, Filme und Spiele. Cato und die Dinge, die niemand sieht wurde 2022 mit dem Gouden Griffel (Goldener Griffel) ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um den wichtigsten Kinder- und Jugendbuchpreis in den Niederlanden.

Sonja Fiedler-Tresp (geboren 1972) ist eine deutsche Autorin, Übersetzerin und Lektorin.

Inhalt:

„Es gibt Momente im Leben, die möchte man unbedingt noch einmal erleben. Und es gibt Momente im Leben, die möchte man ungeschehen machen. Beides ist unmöglich, denkt Cato, bis sie eines Tages eine Visitenkarte auf dem Klavier ihres Vaters findet: „Filme, die nirgends laufen, die du aber schon immer sehen wolltest“, steht darauf. Die Adresse führt Cato zu der mysteriösen Frau Kano, die in ihrem Kino besondere Zeitreisen anbietet. Hat Cato hier vielleicht die Möglichkeit, zum ersten Mal ihre Mutter zu treffen? Auf der Suche nach der Wahrheit begibt sie sich auf eine gefährliche Reise durch Zeit und Erinnerungen, bis sie vor einer Entscheidung steht, die ihr Leben für immer verändern wird.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Kinderbuch:

Wie bereits erwähnt, ist das Cover dieses Buches ein echter Blickfang. Auf einer Wiese mit einem Baum voller orangeroter Blätter rennen zwei Kinder als schwarze Silhouetten und spielen mit einem Flugzeug. Darüber sind Wolken zu sehen, in welchen ebenfalls Wolken versteckt sind. Der Himmel ist in verschiedenen Blautönen gehalten, nur ein orangeroter Vogel zieht über ihn hinweg. Die Erstauflage ist mit einem orangene Buchschnitt versehen, was ein weiterer Farbflecks ist.

Der Erzählstil des Autoren ist flüssig und leicht verständlich. Dabei bleibt aber stets eine gewisse Melancholie bestehen, die über die Seiten hinweg recht anstrengend Werden kann. Ein paar tolle Thesen finden sich aber in diesem Buch, die den Leser sicherlich zum Nachdenken anregen werden und auch Hilfestellungen für das eigene Leben oder Impulse für die eigene Lebensweise geben können.

Zitat: „Wenn du dein Leben lang neugierig und starrköpfig bist, kommst du auf viele Ideen. Von einem Tag auf den anderen geht das nicht, das kann ich dir flüstern.“ (Yorick Goldewijk: Cato und die Dinge, die niemand sieht, Seite 83)

Cato ist ein 12-jähriges Mädchen, welches ohne Mutter und mit einem mental abwesenden Vater aufwachsen musste. Lediglich die unsympathische Nachbarin kommt immer wieder vorbei und kümmert sich um Haushalt und Essen. Das ist Cato allerdings ein Dorn im Auge und so lässt sie ihren Unmut auch immer wieder offen heraus. Als eine unbekannte Frau das neue Kino im Ort in Betrieb nimmt und dort mysteriöse Treffen mit einzelnen Personen ausrichtet, ist Catos Neugier geweckt und so gerät sie mitten rein in die Zeitreisen der Frau Kano. Doch lange Zeit geraten die Infos die Cato und somit auch der Leser erhält zu selten. Immer wieder wird das Mädchen damit abgespeist, dass sie schon früh genug alles erfahren würde. Und so kommt erst auf den letzten Seiten Licht ins Dunkel. Teilweise etwas plump und vorhersehbar, teilweise auch aber recht überraschend.

Zitat: „Ich glaube, dass viele Menschen immer feiger werden, je älter sie sind. Und fauler. Nicht zu faul, um hart zu arbeiten. Aber zu faul, um den eigenen Träumen nachzujagen. Und dann stumpfst du ab, ob du willst oder nicht.“ (Yorick Goldewijk: Cato und die Dinge, die niemand sieht, Seite 208)

Die Art der Zeitreisen empfand ich als wirklich innovativ. Hier wird nicht einfach mithilfe einer Maschine in eine x-beliebige Zeit gereist. Nein es sind Zeitreisen durch Erinnerungen und hierfür braucht es einen Gegenstand und ein Foto aus jenem Augenblick. Und man kann auch nicht unbegrenzt lange dort verweilen, sondern hat nur etwa zwei Stunden Zeit. Bleibt man länger, franst die Erinnerung aus und zerfällt. Was dann aus dem Zeitreisenden werden würde, das ist unklar.

Zitat: „Sie hatte trainiert, »umgekehrt zu schauen«, wie sie es selbst nannte. Nicht auf die Dinge zu gucken, die automatisch die Aufmerksamkeit auf sich zogen, sondern genau daneben. Dort fand sie eine ganze Welt, unbekannt und versteckt vor aller Augen.“ (Yorick Goldewijk: Cato und die Dinge, die niemand sieht, Seite 17)

Cato wird als ein 12-jähriges Kind beschrieben, welches früh hatte erwachsen werden müssen. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt, ihr Vater glänzt durch Abwesenheit, da er depressiv zu sein scheint. Alles in allem eigentlich ein vielversprechendes Konstrukt, um eine spannende Handlung mit einer interessanten Wandlung des Charakters herbeizuführen. Nur leider verhält sich Cato eher wie eine 8-jährige, ist zudem zu sich selbst sehr harsch und negativ und handelt somit einfach nicht authentisch. Sie erschien mir viel zu kindlich für ihr Alter und hinterfragt auch viel zu wenig. Dafür, dass sie Dinge sieht und fotografiert, die andere nicht sehen, ist sie zu engstirnig und unaufmerksam für das, was ihr widerfährt.

Zitat: „Manches musst du genau in dem Moment tun, in dem es eben getan werden muss. Sonst ist es irgendwann zu spät.“ (Yorick Goldewijk: Cato und die Dinge, die niemand sieht, Seite 139-140)

Da man nicht so wirklich weiß, wohin die Reise gehen wird, wird man immer wieder zum Grübeln angeregt und überlegt, wie alles wohl zusammenhängen mag. Das fand ich ganz gut. Weniger gut gefiel mir aber die etwas plumpe Art und Weise, mit welcher sich auf den letzten circa 30 Seiten dann alles auflöste. Erst dann wurde die Geschichte für mich etwas ergreifender. Wenn auch die Geschichte um die Nachbarin etwas willkürlich erschien.

Fazit:

Erhofft hatte ich mir bei "Cato und die Dinge, die niemand sieht" eine spannendes Zeitreisegeschichte mit einer besonders aufmerksamen Protagonistin, die auf der Suche nach ihrer Mutter ihren Weg ins Leben findet. Bekommen habe ich leider eine etwas dünne Geschichte, ohne große Spannungselemente mit einem Mädchen, welches sich selbst aber auch andere immer wieder schlecht behandelt. Am Ende geht zwar alles gut aus, der Weg dahin gefiel mir aber leider nicht sonderlich.

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Veröffentlicht am 11.04.2024

Starker Anfang mit Schwächen im Fortgang

Northern-Hearts-Reihe, Band 1 - Somebody to Love.
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Die Northern Hearts Reihe habe ich auf Social Media entdeckt und war von Cover wie Farbschnitt begeistert. Doch auch der Klappentext von "Somebody to Love" war vielversprechend. Eine solche Konstellation ...

Die Northern Hearts Reihe habe ich auf Social Media entdeckt und war von Cover wie Farbschnitt begeistert. Doch auch der Klappentext von "Somebody to Love" war vielversprechend. Eine solche Konstellation mit Drillingsgeschwistern und der Liebe des Lebens habe ich bisher noch nicht gelesen und war sehr gespannt. Was auch sehr emotional begann, verlor dann allerdings leider an Spannung, welche erst zum Ende hin wiedergefunden wurde.

Zitat: "Mein Kopf und mein Körper wissen immer noch ganz genau, wie es sich anfühlt, glücklich zu sein. Sie schaffen es nur nicht mehr, diesen Zustand länger als ein paar Millisekunden beizubehalten." Rebekka Weiler: Somebody to Love (Seite 90)

Die Autorin:

Rebekka Weiler (geboren 1986) schrieb bereits als Kind gerne Geschichten und die Faszination für Worte begleitete sie immer weiter. Inzwischen schreibt sie meist Liebesgeschichten, in welchen die Protagonisten einige Hürden zu nehmen haben. Die Autorin wohnt in Süddeutschland, reist gerne und liest viel.

Inhalt:

„Emil, Hendrick und Lene sind Drillinge. Ihr ganzes Leben lang waren sie unzertrennlich. Doch dann starb Hendrick unterwartet.
Freya hat nur einen Wunsch: die Nacht ungeschehen zu machen, in der ihre erste große Liebe Hendrik sein Leben verlor. Denn die Umstände seines Todes kann sie bis heute nicht glauben. Nur Hendriks Drillingsbruder Emil versteht, warum Freya mit dem Unglück nicht abschließen kann. Gemeinsam versuchen sie, Antworten auf all ihre Fragen zu finden – und fühlen sich dabei nicht nur in ihrer Trauer verbunden. Doch darf Freya Gefühle für den Bruder ihres verstorbenen Freundes haben? Und Emil für sie?“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Roman:

Das Cover ist sehr liebevoll und harmonisch gestaltet., Um den Titel in Großbuchstaben herum ranken sich Blumenmuster. Außerdem hat die erste Auflage einen wunderhübschen Farbschnitt erhalten, welcher mit dem zweiten Teil der Reihe ein rundes Bild ergeben wird. In der hinteren Innenklappe ist außerdem eine Charakterkarte eingeklebt, die das junge Paar in einem innigen Moment zeigt.

Das Buch startet unheimlich emotional und kräftezehrend. Das sollte man vielleicht nicht unbedingt unterwegs unter fremden Menschen lesen. Mir zumindest standen sehr schnell Tränen in den Augen, da Freya (Spitzname Fee) und Emil einen wirklich schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten haben. Emil hat seinen Zwillingsbruder verloren und Freya ihren Freund.

Die Geschichte wird dabei aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Da gibt es Freyas und Emila Beschreibungen der Gegenwart und ihr Leben ohne den geliebten Menschen aus der jeweiligen ich-Perspektive und dazwischen immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit der Drillinge. So wird auch eine Spannung aufgebaut, da man zu Beginn nicht genau weiß, was Hendrick wirklich widerfahren ist, wieso er sterben musste.

Zitat: "Meine komplette Familie ist kaputt. Und anstatt füreinander da zu sein, kämpft jeder für sich allein." Rebekka Weiler: Somebody to Love (Seite 149)

Fee und Emil hatten schon vor Hendricks Tod eine enge Bindung. Schon immer hat Freya in Emil einen Ruhepol gefunden, während Emil bereits Gefühle für Freya hatte, diese aber nicht weiter wachsen ließ, als Fee Hendricks Freundin wurde. Durch einen besonderen Fund in einer kleinen Hütte im Wald treffen Emil und Fee also noch einigen Monaten wieder aufeinander. Da Lene, das dritte Geschwisterkind im Bunde, abwesend ist und in der Ferne versucht, ihre Trauer zu bewältigen, ist sie es im Prinzip auch, die Fee und Emil wieder zusammenbringt. Emil und Fee brauchen jemanden zum Sprechen sowie zur Trauerbewältigung und gemeinsam finden sie eine Basis und die Möglichkeit wieder nach vorne zu schauen. Dass diese aufkeimenden Gefühle füreinander in der Gesellschaft eher für Probleme sorgen würde, ist beiden schnell klar.

Zitat: "Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort. „Ich halte durch.“ Weil ich das immer tue." Rebekka Weiler: Somebody to Love (Seite 167)

Die sich ständig wiederholenden Gedanken der beiden und vor allem der, dass Emil Fee Ruhe bringt während Emil Fee schon immer mehr als nur mochte, wurden dann allerdings wirklich zu einem Problem für mich als Leser. Außerdem reden die beiden Hauptprotagonisten zwar viel miteinander, aber einfach nicht über ihre Gefühle zueinander. So plätschert die Geschichte immer weiter dahin. Hendricks Todesursache verschwindet sogar immer wieder im Hintergrund. Die Story verlor leider dadurch an Fahrt.

Fazit:

Alles in allem konnte mich "Somebody to Love" leider nicht so recht überzeugen. Die sich ständig wiederholenden Formulierungen der Gefühle füreinander, die leicht pathetische Sprache, die nicht zu dem Alter der Protagonisten passen wollte sowie das häufige Aufwärmen des Handlungsstrangs, da immer wieder verschiedenen Parteien ins Bild gesetzt werden mussten, ließen meine Emotionen die zu Beginn so stark gefordert wurden, leider ersticken. Erst zum Ende hin wurde es wieder gefühlvoller. Den zweiten Band, in dem es um die Schwester Lene geht, werde ich vermutlich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 18.03.2024

Eine kleine Ameise entdeckt die Welt

Ameise Ari
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In dem Buch "Ameise Ari" verschlägt es uns nach Norwegen, wo wir für einen Tag das Leben einer kleinen Ameise mit all ihren Abenteuern und zu überwindenden Hindernissen begleiten. Das Buch lädt zum dialogischen ...

In dem Buch "Ameise Ari" verschlägt es uns nach Norwegen, wo wir für einen Tag das Leben einer kleinen Ameise mit all ihren Abenteuern und zu überwindenden Hindernissen begleiten. Das Buch lädt zum dialogischen Lesen mit Kindern ein, was ich ansprechend fand. Gleichzeitig ist meine Auffassung, dass man auch ohne Fragen zu einer Geschichte mit seinem Kind über ein Buch in einen Dialog treten kann.

Die Autorinnen und die Illustratorin:

Kristin Flagmeier ist ein leidenschaftlicher Harry Potter Fan und liebt Kinderbücher. Mit ihren vier Kindern lebt sie in einem kleinen Dorf in Ostwestfalen. Nach dem Studium für das Grundschullehramt mit Schwerpunkt auf individuelle Förderung hat sie sich selbstständig gemacht und engagiert sich ehrenamtlich für Kinder. Als Grundschullehrerin arbeitete sie sechs Jahre an einer engagierten Schule und widmet sich nun dem Schreiben, Fotografieren und Reisen. Mit ihren Geschichten möchte sie Kinder begeistern, ihre Sprachentwicklung fördern und Eltern beim gemeinsamen Lesen unterstützen, wofür sie auch ein Studium zur Sprachtherapeutin abgeschlossen hat.
Julia Ehmer Ziel als kreative Kinderbuchautorin und Juristin aus München ist es, durch phantasievolle Geschichten und Lieder die Leselust und Kreativität der Kinder zu fördern. Mit ihren Büchern möchte sie schon den Kleinsten wichtige Werte wie Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt vermitteln. Dank ihrer Erfahrung im Kinderchorbereich bringt sie auch musikalische Elemente in ihre Arbeit ein. Geschichten und Lieder sollen den Kindern Freude bereiten und ihre Entdeckungsfreude wecken.
Beatrice Finger liebt Kunst, Kultur, Lesen, Zeichnen, Malen und Musik. Mit ihrem Sohn und Mann lebt sie in den Weinbergen nahe Landau in der Pfalz. Sie unterrichtet Deutsch und Bildende Kunst an einer weiterführenden Schule in Rheinland-Pfalz und möchte den Schülern die Liebe zur Sprache und Kunst vermitteln. Als Lehrkraft im Bereich Lese-Rechtschreib-Förderung ist es ihr wichtig, die Freude am Lesen und Schreiben zu wecken. Durch ihre Chorerfahrung entdeckte sie das Komponieren von Liedern. Sie setzt sich als Jugend- und Medienschutzberaterin für einen nachhaltigen Umgang mit Printmedien ein. Lesen ist für sie eine Reise in neue Welten und stärkt die Kreativität der Kinder. Sie liest ihrem Sohn und ihren Schülern oft vor, um ihre Fantasie zu fördern.
Stella Chitzos entdeckte schon als Kind ihre Begeisterung für Bilderbuchillustrationen und so gehörte später das Zeichnen zu ihrer liebsten Beschäftigung. Nach einem Studium der visuellen Kommunikation in Düsseldorf arbeitete sie zunächst als Grafikerin, bevor sie ihren Traum verwirklichte, Kinderbücher zu illustrieren. Derzeit ist sie in sozialen Projekten beim Deutschen Roten Kreuz engagiert und arbeitet als freie Illustratorin. Ihre Projekte konzentrieren sich darauf, Kindern ein Verständnis für Tiere, Natur und soziale Kompetenzen zu vermitteln. Sie lebt mit ihrer Familie in Erkrath und lässt sich von ihren Kindern und der Natur inspirieren. Ihre Interessen umfassen Tiere, gemütliche Familienessen, Filme und Bücher.

Inhalt:

„Nach einer magischen Entdeckung auf dem Dachboden reisen Leni & Ludwig auf zauberhafte Weise nach Norwegen. Dort lebt die kleine Ameise Ari. Ari liebt das Leben in seiner Kolonie, träumt aber auch von der großen weiten Welt. Eines Morgens schleicht er sich davon und erlebt ein spannendes Abenteuer in den Wäldern von Norwegen. Eine zauberhafte Geschichte über Mut und Freundschaft. Im Buch findet ihr Tipps zum dialogischen Lesen und ein Kinderlied. Damit unterstützt ihr eure Kinder auf zauberhafte Weise in ihrer Sprachentwicklung.“ (Klappentext)

Gedanken zum Bilderbuch:

Eine sonst so kleine Ameise hier ganz groß dargestellt, schaut uns lächelnd auf dem Cover an. Mit dem Wanderstock in der Hand scheint sie bereit, sich in ein Abenteuer zu stürzen.

Die farbenfrohen Illustrationen, die das Buch aufweist, tragen neben dem dialogischen Lesen dazu bei, die Gedankenwelt der Kinder anzuregen und die Geschichte erlebnisreich zu machen. Die Natur und die Tiere selbst sind sehr groß dargestellt und erscheinen wie durch ein Nahobjektiv. Sie sind freundlich, kindgerecht und liebevoll gestaltet.

Wir folgen der kleinen Ameise Ari, die in Norwegen lebt, für einen Tag auf ihrem Weg durch die Wälder und Flusslandschaft. Eines Tages erwacht Ari und es ist einer dieser Tage an dem er partout kein Lust zum Arbeiten hat. Fest entschlossen ein Abenteuer zu erleben, schleicht er sich früh am Morgen leise und heimlich aus seiner Kolonie. Auf seinem Weg probiert er sich tapfer alleine durchzuschlagen, wobei ihm glücklicherweise das eine oder andere Mal Tiere zur Hilfe kommen. Als ihn plötzlich ein Unwetter erreicht, wird er unerwartet vom Fluss in eine fremde Umgebung gespült. Alleine und traurig wünscht sich Ari in diesem Augenblick nichts mehr, als wieder bei seiner Familie in der Kolonie zu sein. Unverhofft kommen ihm seine Freunde zur Hilfe und bringen ihn gemeinsam nach Hause.

Der Schreibstil des Buches ist gut verständlich. Die Seiten sind mit kurzen und prägnanten Sätzen nicht zu überladen. Das Bilderbuch lädt zum dialogischen Lesen mit den Kindern ein, wozu es auf jeder Doppelseite eine Frage gibt, die die Kinder dabei unterstützen kann mit dem Vorlesenden über die jeweilige Situation oder auch Gefühle diesbezüglich zu sprechen. Am Beginn des Buches gibt es auch Anregungen zum dialogischen Lesen.

Am Ende des Buches finden wir jeweils eine Doppelseite mit Fakten über Ameisen und Fakten über Norwegen. Auch wenn das Buch den Kindern Wissen über Ameisen und Norwegen vermitteln soll, hat mir das in der Erzählung und in den Landschaftsbildern weitestgehend gefehlt.

Fazit:

Mich hat die Geschichte um Ameise Ari leider eher wenig packen oder überzeugen können. Die Anregung zum dialogischen Lesen ist an sich eine gute Idee, aber nichts Neues oder Außergewöhnliches. Zudem fehlte es mir an Informationen zu Land und Leuten Norwegens oder die Lebensweise von Ameisen, so wie in der Beschreibung beworben.

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Veröffentlicht am 17.11.2023

Leider eine wenig glaubwürdige Geschichte

Dark Elite – Revenge
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Auf die "Dark-Elite"-Reihe sind wir durch eine Mail des Verlags aufmerksam geworden. Die tolle Optik mit dem hübschen Farbschnitt ist ein schönes Extra, allerdings versprach der Inhalt von "Dark Elite ...

Auf die "Dark-Elite"-Reihe sind wir durch eine Mail des Verlags aufmerksam geworden. Die tolle Optik mit dem hübschen Farbschnitt ist ein schönes Extra, allerdings versprach der Inhalt von "Dark Elite – Revenge" aus der Feder von Julia Hausburg auch Spannung und eine nette Liebesgeschichte, sodass wir anbissen. Wieder haben wir das Hörbuch wie auch die Printversion unter die Lupe genommen. Doch leider wurden unsere Hoffnungen recht schnell zunichte gemacht, da die Story ziemlich wiederholend und konstruiert daher kam, wir uns mit den Protagonisten nicht identifizieren konnten und emotional leider überhaupt nicht abgeholt wurden. Da wir aber wissen wollten, was es mit dem Tod der Schwester des Protagonisten genau auf sich hat, haben wir durchgehalten. Sonst wäre dieses Buch vielleicht sogar zu einem Abbruchkandidat geworden.

Die Autorin und die Sprecher:

Julia Hausburg wurde 1998 geboren und bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete, studierte sie Bildungswissenschaften. Mit ihrem Mann und ihren beiden Katzen lebt sie in Südbayern. Sie liebt warmen Sommerregen und Schreibnachmittage im Café. Wenn sie nicht gerade an ihrem nächsten Buch arbeitet, findet man sie mit einem spannenden Liebesroman in ihrer eigenen kleinen Bibliothek.
Corinna Dorenkamp wurde 1981 in Köln geboren und erhielt bereits mit acht Jahren ihre erste Rolle. Sie arbeitet nun seit über 30 Jahren als Sprecherin für Filme, TV, Werbung, Hörspiele, Hörbücher, Radio und Synchronisationen. So leiht sie beispielsweise auch mehreren Charakteren in der mit einem Emmy ausgezeichneten Serie „Orphan Black“ ihre Stimme. Außerdem ist sie als Autorin für Dialogdrehbücher und als Synchronregisseurin tätig.
Louis Friedemann Thiele wurde 1981 in München geboren. Er ist ein deutscher Schauspieler sowie Synchron-, Hörspiel- und Hörbuchsprecher. Er ist außerdem im TV und Radio zu hören. Bekanntheit erlangte er u. a. als Stimme für Gendry in „Game of Thrones“

Inhalt:
„Als Elora an der Eliteuniversität Corvina Castle auf den unnahbaren Gabriel trifft, ahnt sie, dass mehr hinter seiner verschlossenen Fassade stecken muss. Die beiden konkurrieren miteinander um einen begehrten Platz in der einflussreichen Studentenverbindung Fortuna. Elora kämpft für ihre Zukunft als Ärztin, Gabriel will den Tod seiner Schwester aufklären. Als die beiden herausfinden, dass die Verbindung in dunkle Machenschaften verstrickt ist, sind sie längst selbst zu Spielfiguren geworden. Sie müssen zusammenarbeiten und kommen sich dabei zunehmend näher. Bis Gabriel eine Entscheidung trifft, die Elora in Lebensgefahr bringt. Er muss lernen, die Vergangenheit loszulassen, wenn er Elora nicht für immer verlieren will.“ (Produktbeschreibung)

Kritik und Fazit:

Das Cover sticht durch zwei Farben hervor – Schwarz und Orangerot. Die Darstellung des Covers wirkt wie ein Sog, der einen in die Welt der dunkeln Oberschicht hineinzieht. Das Orangerot könnte mit den orangenen Dahlien zu tun haben, die Gabriels Schwester geliebt hat und auch Erwähnung im Buch finden. Es scheint sich außerdem um eine Blume (vielleicht sogar eine Dahlie) zu handeln, die unter dem Namen der Autorin zu erkennen ist. Auch die zarte Umrandung hat etwas Florales an sich. Die Printausgabe hat in der ersten Auflage außerdem einen zauberhaften Farbschnitt, bei welchem das Cover weitergeführt wird. Zudem lag eine Charakterkarte bei, welche eine der wenigen harmonischen Szenen zwischen Gabriel und Elora zeigt.

In dem Hörbuch wird die Hauptprotagonistin Elora von Corinna Dorenkamp gesprochen. Die Stimme hat sehr gut gepasst und wir konnten uns Elora mit all ihren Emotionen bildhaft vorstellen. Allerdings bekamen wir den Eindruck, dass sie permanent leidet. Wir haben uns zwischendurch immer wieder gefragt, ob es auch eine glückliche und unbeschwerte Elora gibt, die nicht ständig in ihrem Leid gefangen ist. Die Gefühlswelt der Hauptprotagonistin wurde dennoch zweifelsohne ausgesprochen mitfühlend dargestellt.
Der Hauptprotagonist Gabriel wurde von Louis Friedemann Thiele gesprochen. Auch hier hat die Stimme sehr gut gepasst und wir finden das Gabriel mit all seinen Rachegelüsten und inneren Kämpfen hervorragend dargestellt wurde. Die nachdenklichen Episoden zwischendurch haben Gabriel von einer ganz anderen Seite gezeigt, was durch den Sprecher sehr gut transportiert wurde.

Die Autorin schlägt einen gut verständlichen und zeitgemäßen Ton an. Gabriel und Elora treffen recht schnell aufeinander und ihre starken Persönlichkeiten sorgen dafür, dass sich beide gerne verbal herausfordern. Von Beginn an wird außerdem die körperliche Anziehung zwischen den beiden recht deutlich, was im Verlauf der Geschichte allerdings so oft wiederholt wurde, dass wir es irgendwann als stark übertrieben empfunden haben. Dass beide gleichzeitig eine starke Antipathie aufeinander hegen, wirkte auf uns dann außerdem zu konstruiert und wenig glaubwürdig. Die Gedanken kreisen ständig um die gleichen Dinge. Gabriel darf sich nicht verführen und ablenken lassen, Jasper weckt in ihm Eifersucht, Elora fühlt sich sexuell erregt.

Auch sprachlich weist die Erzählung leichte Schwächen auf. Der inflationäre Gebrauch von Worten wie „schnell“ oder Metaphern mit „Feuer“, „brennen“, „in Flammen stehen“, „das Herz oder die Brust, die sich schmerzhaft zusammenziehen“, „magnetische Anziehung“ oder „das Herz, das einen Satz macht“ sorgte bei uns für großen Unmut und eine enorme Ernüchterung. Irgendwann drehte sich alles nur noch darum, dass die beiden eine sexuelle Anziehung aufeinander ausüben, dieser aber nicht nachgeben durften, weil sie Konkurrenten im Aufnahmeverfahren der Elitevereinigung sind. Hierüber wird außerdem nicht wirklich reflektiert, sondern sich ständig und immer wieder im Kreis gedreht. Erzählerische Patzer wie der Klippensprung, der von Befriedigung überschattet anstatt überlagert wird (S. 294) – Befriedigung ist etwas Positives, während Überschattung negativ ist – sorgten immer weiter für Frust.

An der Dark Elite war das Dunkelste dann auch lediglich die nächtlichen Prüfungen oder Mutproben während des Aufnahmeverfahrens in die Verbindung „Fortuna“. Über die Menschen an sich, sowie auch Gabriel und Elora, hat man nur wenig erfahren. Daher waren die beiden Charaktere für uns nicht greifbar und blieben unscheinbar. Sie besaßen kaum Tiefgründigkeit. Gabriels Gefühlswelt hat sich in der Hauptsache nur um den Tod seiner Schwester gedreht und die damit verbundenen Rachepläne. Wirklich mehr haben wir nicht über ihn erfahren. Welche Anstrengungen er genau die letzten zwei Jahre aufgebracht hat, um an die vermeintlich Schuldigen am Tod seiner Schwester heranzukommen wurde lediglich angerissen und man fragt sich, wieso er zwei Jahre lang nicht vorwärts kommt.

Die Geschichte dümpelt irgendwann ziemlich lange vor sich hin. Es fehlt an Rahmenhandlung – wie beispielsweise dem Unileben – um sich wirklich in die Geschichte fallen lassen zu können. Die Protagonisten springen von einer Aufgabe zur nächsten. Man fühlt sich nicht in die Geschehnisse hinein, sondern bleibt ein außenstehender Beobachter. Erst gegen Ende nimmt die Story an Fahrt auf und erst als alles bereits vorbei ist, wurden wir emotional abgeholt. Viel zu spät, wenn man davor schon über viele hundert Seiten hinweg das Bedürfnis hatte, die Geschichte einfach gut sein zu lassen.

Uns fehlte es außerdem an einer emotionaler Verbindung zwischen Gabriel und Elora. Es ist doch immer wieder nur die körperliche Anziehung, die beschrieben wird. Da gibt es nur selten Dialoge zwischen den beiden, die tiefgründig waren und der „Beziehung“ somit Glaubwürdigkeit gaben. Sie verbringen zu wenig gemeinsame Zeit, um sich kennenzulernen und das sorgt eben auch dafür, dass man als Leser nicht eintauchen kann, nicht abgeholt wird und dadurch keine Emotionen entstehen können. Und auch die Nebenprotagonisten (die dann auch ihre Stimme in den beiden Folgebänden erhalten werden) handeln nicht glaubwürdig und sorgen für einen gewollt künstlich arrangierten Konflikt, der im Grunde der Gleiche wie schon zuvor bleibt. Das Eingreifen von Lucia (Eloras Stiefschwester und Gabriels beste Freundin) wäre bei etwas genauerem Nachdenken von Gabriel sofort zu widerlegen gewesen und war somit einfach nur ein Konstrukt zur Konfliktschürung.

"Dark Elite – Revenge" konnte uns leider nicht überzeugen. Es fehlte an Glaubwürdigkeit, Tiefgründigkeit und Varianz. Der wiederholende Charakter in Handlung und Sprache war ermüdend und wenig mitreißend. Der Cliffhanger am Ende ist zu stark konstruiert, und soll wohl einfach nur die Neugierde für den zweiten Band wecken. Uns konnte die Geschichte weder begeistern, noch hat sie uns gepackt oder überzeugt die Reihe weiter zu verfolgen.

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