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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2024

Eine wunderschöne Reise in die eigene Kindheit

Donald Duck - Bitte lächeln!
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90 Jahre Donald Duck - das wird mit dem Buch "Donald Duck - Bitte lächeln!" gebührend gefeiert! Dieses 112 Seiten starke Buch zeigt auf jeder Seite 2 Strips, die die Bewohner von Entenhausen, vor allem ...

90 Jahre Donald Duck - das wird mit dem Buch "Donald Duck - Bitte lächeln!" gebührend gefeiert! Dieses 112 Seiten starke Buch zeigt auf jeder Seite 2 Strips, die die Bewohner von Entenhausen, vor allem aber Donald Duck, in alltäglichen Situationen zeigen. Auf bewährt humorvolle Art werden hier Probleme gelöst und natürlich wird Donald auch gern von seinen Neffen überrumpelt. Onkel Dagobert setzt die Sparschraube an und Daniel Düsentrieb zeigt Erfindergeist. Alles genau so, wie man es seit Jahrzehnten kennt und liebt! Falls es tatsächlich jemanden gibt, der sich in Entenhausen nicht auskennt: Am Anfang des Buches werden alle Bewohner vorgestellt. Das Buch brilliert durch die wunderbaren Zeichnungen im althergebrachten Stil, so daß man sich direkt heimisch fühlt und sich ein Stück seiner Kindheit zurückerobert. Wenn man genau hinsieht, merkt man, daß diese Strips tatsächlich ein Querschnitt aus 90 Jahren sind. Einige sind modern gehalten, andere wirken wie aus der Vergangenheit. Was alle Comics gemeinsam haben? Ich konnte über jeden einzelnen lachen! Hier hat man wirklich eine kleine Perle im Bücherregal!

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Veröffentlicht am 29.05.2024

Große Gefühle und traumhafte Kulisse

Das Licht der Fjorde
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Im Jahr 1941 ist Stavanger von deutschen Truppen besetzt. Die junge Solveig arbeitet für die Deutschen als Übersetzerin. Eines Tages lernt sie den Ingenieur Roar kennen und merkt, daß der im Widerstand ...

Im Jahr 1941 ist Stavanger von deutschen Truppen besetzt. Die junge Solveig arbeitet für die Deutschen als Übersetzerin. Eines Tages lernt sie den Ingenieur Roar kennen und merkt, daß der im Widerstand tätig ist. Die zwei verlieben sich und Solveig entschließt sich, ihm zu helfen. Die junge Liebe weckt Neid und bald wird Roar verraten. Für Solveig bricht eine Welt zusammen, denn sie soll ihren Geliebten nie wiedersehen.

Im Jahr 1970 fliegt die 17jährige Lizzy mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Los Angeles nach Norwegen. Ihr Vater sucht für eine amerikanische Firma vor der Küste Stavangers nach Öl. Obwohl Lizzys Vater norwegische Wurzeln hat, wissen seine Kinder nichts über seine Kindheit und Jugend dort. Zuerst gefällt das Land Lizzy gar nicht, doch dann lernt sie den Taucher Erik und seinen Freund Ole kennen. Sie wollen Lizzy helfen, das Geheimnis um die Vergangenheit ihres Vaters zu lüften. Sie können nicht ahnen, daß sie damit einer Geschichte von Liebe und Verrat auf die Spur kommen, die ihr Leben verändern wird.

Christine Kabus ist bekannt für ihre Romane aus dem Norden Europas. Das neue Buch "Das Licht der Fjorde" ist eine bewegende Geschichte aus Norwegen. Ich muß zugeben, daß ich sehr wenig über die Zeit der deutschen Besetzung Norwegens wußte und somit durch dieses Buch einiges darüber gelernt habe. Mit einigen Personen aus dem Jahr 1970 habe ich allerdings zuerst gefremdelt. Die etwas überheblich Art von Lizzy und ihrer Mutter, mit der sie Norwegen und den Bewohnern begegnet, kam bei mir nicht so gut an. Zum Glück hat sich das im Laufe der Handlung dann ja geändert und die Geschichte wurde richtig dramatisch. Beim Lesen kommt zwar recht schnell ein Verdacht auf, wie die beiden Geschichten zusammengehören, aber die genauen Umstände werden erst am Schluß klar. Und dieser Schluß ist dann sehr emotional. Das Buch behandelt ein interessantes Thema und ist Christine Kabus sehr gelungen.

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Veröffentlicht am 20.05.2024

Eine spannende Verbindung zwischen Neuzeit und Geschichte

Die Frauen von Notre Dame
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Am 15. April 2019 geht für Josie ein Traum in Erfüllung. Sie ist nach Paris gereist um die Kathedrale Notre Dame wiederzusehen. Schon als Kind war sie einmal dort, ihr Entschluss Restauratorin zu werden, ...

Am 15. April 2019 geht für Josie ein Traum in Erfüllung. Sie ist nach Paris gereist um die Kathedrale Notre Dame wiederzusehen. Schon als Kind war sie einmal dort, ihr Entschluss Restauratorin zu werden, hat viel mit der Faszination zu tun, die dieses Bauwerk auf sie ausübt. Doch bevor Josie die Kirche besuchen kann, geht diese in Flammen auf. Die Welle der Hilfsbereitschaft ist riesengroß und auch Josie stellt ihr Können als Restauratorin zur Verfügung. Bei ihrer Arbeit findet sie in einer Statue einen Brief und einen Ring. Zusammen mit dem Kunsthistoriker Antoine verfolgt sie die Spur des Briefes bis in die Zeit der französischen Revolution. Dabei erfahren sie von Lucille und Camille, einem Liebespaar aus jener Zeit. Plötzlich spielt die Madonnenfigur, die Antoine in der Brandnacht gerettet hat und die sein Leben so sehr beeinflusst hat, eine wichtige Rolle. Durch sie machen Josie und Antoine eine sensationelle Entdeckung.

Der Roman "Die Frauen von Notre Dame" von Eva-Maria Bast ist eine spannende Reise in die Zeit der französischen Revolution. Die Geschichte verbindet die Neuzeit mit dem furchtbaren Brand in der Kathedrale Notre Dame mit dem dramatischen Geschehen während der Revolution. Die Mischung der historischen Personen aus dieser Zeit mit einer teilweise erdachten Handlung wird sehr glaubhaft dargestellt. Man erfährt unglaublich viel über die Hintergründe, die zur Revolution mit ihren Gräueltaten geführt haben. Auch der Brand im Jahr 2019 wird ausführlich geschildert. Eva-Maria Bast stellt die Leistung der Feuerwehrleute in den Vordergrund und würdigt damit ihre Arbeit. Das finde ich sehr sympathisch. Der Roman ist sehr interessant. Ich könnte gar nicht sagen, ob der Teil über den Wiederaufbau der Kathedrale in der Neuzeit der spannendere ist, oder ob die Handlung aus der Vergangenheit mich mehr gepackt hat. Alles zusammen ergibt eine mehr als tolle Geschichte.

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Veröffentlicht am 18.05.2024

Zwei Morde für Jan und Tamme

Wattenmeerblut
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Tamme Hansen findet die alte Meike Lorenzen aufgespießt auf einer Ackerschleppergabel in ihrem Schuppen auf. Bevor sie stirbt, drückt sie Tamme einen Schlüssel und einen Zettel in die Hand. Mit Hilfe des ...

Tamme Hansen findet die alte Meike Lorenzen aufgespießt auf einer Ackerschleppergabel in ihrem Schuppen auf. Bevor sie stirbt, drückt sie Tamme einen Schlüssel und einen Zettel in die Hand. Mit Hilfe des Schlüssels findet Inselpolizist Jan Benden ein Wrackteil eines im Zweiten Weltkrieges abgeschossenen englischen Flugzeuges. Kurz darauf wird die Leiche eines englischen Jagdfliegers gefunden. Jan und Tamme wird schnell klar, daß die Mordfälle in einem Zusammenhang stehen. Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig, denn auch Jans Frau Laura bekommt keine Informationen durch die Inselbewohner.

Mit "Wattenmeerblut" schicken Katja Lund und Markus Stephan ihre Inselermittler Jan, Tamme und Laura zum vierten Mal auf Mörderjagd. Diese Serie besitzt einen ganz eigenen Charme. Denn dieses Ermittlerteam ist einfach sympathisch und vor allem außergewöhnlich. Inselpolizist Jan und seine Frau Laura, die selbst Polizistin war, werden auch hier tatkräftig von Tamme Hansen, dem selbsternannten Helfer mit Faible für Krimis unterstützt. Was natürlich bei anderen Dienststellen nicht gern gesehen wird. Gerade Tamme mit seiner unkomplizierten norddeutschen Art mag ich sehr. Der Fall selbst ist sehr spannend und bleibt bis zum überraschenden Ende undurchsichtig. Selbst wenn der Fall eigentlich gelöst scheint, dreht sich alles noch einmal komplett um und man muß gehörig umdenken. Das Autorenduo schreibt leicht und locker, so daß es richtig Spaß macht, die Ermittlungen zu begleiten. Man taucht tief in die Handlung ein und kommt einfach nicht mehr davon los.

Dieser Krimi beinhaltet alles, was einen guten Regionalkrimi ausmacht: sympathische Charaktere, eine spannende Handlung, eine lockere Art und eine wunderschöne Kulisse.

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Veröffentlicht am 17.05.2024

Ein toller Abschluss

Flaschenpost aus der Vergangenheit - Die Sommerschwestern
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Zwischen den Sommerschwestern Doro, Yella, Helen und Amelie herrscht seit ihrem letzten Treffen Eiszeit. Schuld daran ist nicht zuletzt Mutter Henriette, die eisern zum Tode des Vaters schweigt und die ...

Zwischen den Sommerschwestern Doro, Yella, Helen und Amelie herrscht seit ihrem letzten Treffen Eiszeit. Schuld daran ist nicht zuletzt Mutter Henriette, die eisern zum Tode des Vaters schweigt und die Schwestern gegeneinander aufsetzt. Da schlägt Amelie vor, ihren Geburtstag zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Helen in Holland zu feiern und Doro und Yella einzuladen. Zuerst kommen nur Absagen, aber weil Yellas Beziehung mit David in einer Krise steckt, flüchtet sie kurzerhand doch nach Holland. Auch die erfolgreiche Doro erscheint schließlich, muß aber bald feststellen, daß ihr Leben aus den Fugen gerät. Dann steht plötzlich Mutter Henriette am Strand und der alte Streit beginnt wieder. Eine alte Flaschenpost bringt die Schwestern auf eine Spur, die die Wahrheit über den Tod ihres Vaters ans Licht bringt. So schockierend die Tatsachen auch sind, jetzt können sie endlich damit abschließen. Doch können sie auch verzeihen?

Monika Peetz beendet mit ihrem Roman "Flaschenpost aus der Vergangenheit" die "Sommerschwestern - Trilogie". Die Handlung hat es in sich. Es ist schon eine Kunst, eine Geschichte so konfliktgeladen und trotzdem so unterhaltsam zu schreiben. Man hat nie das Gefühl, von ihr herunter gezogen zu werden. Selbst in den wirklich bedrückenden Momenten der Trauer um den Vater gibt es Zuversicht, seinen Tod aufzuklären. Die Rolle der Mutter beschreibt Monika Peetz sehr glaubhaft. Der Leser bekommt schnell ein Bild von ihr und stellt fest, daß sie nie erwachsen wurde. Sie weigert sich einfach, Verantwortung zu übernehmen. In diesem Buch prallen so viele unterschiedliche Charaktere aufeinander, daß man glauben könnte, daraus wird nie eine gute Geschichte. Monika Peetz hat es aber geschafft, daß der Leser von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt wird. Ein wirklich toller Abschluss dieser Trilogie!

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