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Veröffentlicht am 11.10.2024

Spannende Geschichte rund um den Bau des berühmten Nord-Ostsee-Kanals ...

Zwischen den Meeren
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Kiel habe ich seit jeher immer mit meinen Großeltern mütterlicherseits verbunden, die dort in dem schönen Stadtteil Friedrichsort wohnten und bei denen wir viele wunderbare Sommer verbringen durften. Umso ...

Kiel habe ich seit jeher immer mit meinen Großeltern mütterlicherseits verbunden, die dort in dem schönen Stadtteil Friedrichsort wohnten und bei denen wir viele wunderbare Sommer verbringen durften. Umso interessanter war es für mich natürlich mal wieder – wenn diesmal auch auf literarische Weise – dort hinreisen und beim Bau des Nordostseekanals zusehen zu dürfen. Doch es geht in diesem Auftaktband um mehr als nur den Bau, denn ich durfte auch Bekanntschaft mit vier interessanten jungen Frauen schließen, die jede ihr eigenes Päckchen zu trage haben. Es geht zum einen um Stine, deren Vater sich für seinen Kolonialwarenladen in Kiel durch den Bau mehr Profit erhofft. Des Weiteren treffe ich in Hamburg auf Mimi Dahlström, deren Vater Heinrich nicht nur im Roman sondern auf im wahren Leben der wichtigste Initiator und Planer des Kaiser-Wilhelm-Kanals war. In Rendsburg lebt die dritte im Bunde, die junge Regina Rademacher. Auch ihr Vater verspricht sich durch den Bau des Kanals finanzielle Vorteile. Da seine eigene Familie jedoch unvermögend ist, verheiratet er seine Tochter Regina mit alten einem Gutsbesitzer, mit dem sie alles andere als glücklich wird. Last but not least zieht es mich auch nach Brunsbüttel, den dort lebt Susanne (Sanne) Schmidt. Ihr größter Wunsch ist es Architektur zu studieren, was aber zur damaligen Zeit für Frauen unmöglich war. Doch Susanne ist eine kluge Frau, die viel Wissen durch Vater und Großvater erworben hat. Durch ein Hintertürchen will sie an der Planung teilhaben.

Ich habe den Roman als Hörbuch genossen und konnte so gut in die Geschichte der Entstehung des Nord-Ostsee-Kanal eintauchen. Das Hörbuch ist von Svantje Wascher sehr angenehm eingelesen, lediglich die vier Handlungsstränge verbunden mit vielen Namen haben mich manchmal vor eine Herausforderung gestellt. Dennoch habe ich die Geschichte sehr genossen und freue mich auf die nächsten Teile der Reihe. Ich bin gespannt, wie es mit den Frauen weitergehen wird. Von mir gibt es 4,5 auf 5 aufgerundete Sterne und eine klare Empfehlung.

Veröffentlicht am 18.08.2024

Totenköpfe, wohin das Auge sieht ...

Tod in der Kaisergruft
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Wow, ist das wirklich schon der achte Fall, den ich mit Sarah Pauli, der „rasenden Reporterin“ und ihrem sympathischen Team lösen darf? Natürlich spielt auch dieser wieder in dem wunderbaren Wien und wie ...

Wow, ist das wirklich schon der achte Fall, den ich mit Sarah Pauli, der „rasenden Reporterin“ und ihrem sympathischen Team lösen darf? Natürlich spielt auch dieser wieder in dem wunderbaren Wien und wie immer an einem prominenten Ort, der richtig Schlagzeilen bringt. Diesmal berichtet Sarah gemeinsam mit dem Fotografen Simon, beide beim Wiener Boten tätig, von einem dreifachen Mord, der sich in der Kaisergruft zugetragen hat. Der Täter kann nicht mehr befragt werden, denn er ist eines der Opfer. Wo sollen sie also nach dem Motiv suchen? Ein Anruf bei ihrem polizeilichen Freund Martin Stein bringt zunächst keine Neuigkeiten. Doch so gut kennt man Sarah nach sieben vorangegangenen Bänden – sie nimmt die Sache selbst in die Hand. Während die Mutter des Mörders und deren treusorgender Lebenspartner vor Kummer vergehen, hat die Wiener Modeindustrie ganz andere Sorgen. Eines der Opfer war eine der ihren, nämlich die Schwester der Modezarin Isabella, die wohl einen ganz eigenen Weg einzuschlagen gedachte. Wie passen diese Personen zusammen und besser noch, hat der Täter einen Mittäter?

Ein interessanter Fall, der mich nur so durch die Seiten fliegen ließ und bei dem der Spannungsbogen durchweg hochgehalten wurde. Lediglich vermisst habe ich allerdings ein bisschen „Voodoo und Aberglauben“ rund um Sarah. Dafür ist sie ja bekannt und beliebt und dafür gibt es von mir ein halbes Sternchen Abzug. Also unter dem Strich gibt es 4,5 von 5 Sternen und natürlich eine Empfehlung. Ich bleibe auf jeden Fall dran an dieser Reihe!

Veröffentlicht am 16.07.2024

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Wir waren nur Mädchen
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Mit „Wir waren nur Mädchen“ nahm ich mich des Schicksals Hannie Schaft an, von der ich – ich muss gestehen – bis dato noch nie gehört hatte. Ich habe schon viele Bücher zum Thema Widerstand während des ...

Mit „Wir waren nur Mädchen“ nahm ich mich des Schicksals Hannie Schaft an, von der ich – ich muss gestehen – bis dato noch nie gehört hatte. Ich habe schon viele Bücher zum Thema Widerstand während des Zweiten Weltkriegs gelesen aber, dass dieser in solch einem doch gewaltigen Ausmaß auch in den Niederlanden stattfand, war mir neu. Auch dass es so viele Anhänger des Nazi Regimes dort gab, überraschte mich. Ich stelle mir vor, dass die arme Hannie nicht minder überrascht war, als auch für sie selbst alles anders wurde und sie ihre Träume für die Zukunft begraben musste. So sucht sie dann auch bald nach einer Möglichkeit Gerechtigkeit zu finden und schließt sich dem Widerstand an, der mit einer Vehemenz und auch Grausamkeit gehen die braune Brut vorgeht, die mir manchmal beim Hören Schauer über den Rücken jagte. Es gehörte damals viel Mut und zugleich eine unterschwellige Wut dazu, die Aktionen durchzuführen, bei denen auch vor Mord nicht halt gemacht wurde. Während ich die Truppe durchaus bewundere, ging mir doch auch immer wieder die Frage durch den Kopf, ob diese Art von Selbstjustiz wirklich gerechtfertigt ist oder ob im Krieg alles erlaubt ist? Eine schwierige Frage, die mir wohl so niemand beantworten kann, der nicht selbst damals betroffen war. Ich ziehe meinen Hut und danke der Autorin Buzzy Jackson, dass sie es mir ermöglicht hat, eine Wissenslücke in meinem Geschichtswissen zu schließen. Ich vergebe wohlverdiente 4,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 05.06.2024

Schmetterlinge kann ja jeder ...

Alles, was wir fühlen
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Aus jeweils wechselseitiger Perspektive – mal ist es Lisa, mal ist es Ben – lernen wir die beiden Hauptcharaktere kennen. Während es bei Ben relativ schnell klar ist, dass er ganz schön viel an Gepäck ...

Aus jeweils wechselseitiger Perspektive – mal ist es Lisa, mal ist es Ben – lernen wir die beiden Hauptcharaktere kennen. Während es bei Ben relativ schnell klar ist, dass er ganz schön viel an Gepäck mit sich herumträgt, vermutet man am Anfang zumindest, dass in Lisas kleiner Welt alles in Ordnung ist. So war es ja auch mal, am Anfang, als sie und Fabian sich kennen- und lieben gelernt haben. Ihr kleiner Sohn Mika machte das junge Glück vollkommen. Doch langsam, aber sicher, scheint sich die Liebe aus dem Staub zu machen. Fabian erfindet immer mehr Ausreden, warum er abends weggeht und sich auch sonst nicht mehr um die Familie kümmert und zum Schluss kommen noch nicht mal mehr die Ausreden. Da ist es kein Wunder, dass Lisa ausgehungert ist und sich nach Aufmerksamkeit sehnt. Als ihr Ben schließlich über den Weg läuft, der ihr zuhört, mit ihr lacht und sie zu verstehen scheint, stellt sie ihr ganzes Leben in Zweifel … aber Ben ist vorbelastet und hat eine Vergangenheit, die alles andere als rosig ist, und Fabian will sich auch nicht kampflos – im wahrsten Sinne des Wortes – geschlagen geben …

Für mich ist es das erste Buch dieser äußerst sympathischen Autorin, die ich in einer Leserunde kennenlernen durfte. Ich bin beeindruckt von ihrer einfühlsamen und zu gleich sehr eindringlichen Art zu schreiben und mit heiklen Themen umzugehen. Sie lässt ihre Charaktere sehr lebensnah wirken und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es mal ernst werden muss. Ich konnte eintauchen und mitfühlen und vergebe hier gerne 4, 5 von 5 Sternen und freue mich schon auf den Folgeband …

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Veröffentlicht am 20.04.2024

Wer aufgibt, hat schon verloren ...

Die Hofreiterin – Der Traum von Freiheit
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Mit Martina Sahler, in diesem Fall unter dem Pseudonym Franziska Stadler schreibend, sieht man die Welt. Mit ihr war ich literarisch schon in Russland, Frankreich, Bayern, Österreich und Böhmen sowie in ...

Mit Martina Sahler, in diesem Fall unter dem Pseudonym Franziska Stadler schreibend, sieht man die Welt. Mit ihr war ich literarisch schon in Russland, Frankreich, Bayern, Österreich und Böhmen sowie in England, doch diesmal nimmt sie mich mit an eines meiner absoluten liebsten Reiseziele, nach Wien! Ich begleite die junge Irma Rehberger aus der Steiermark zusammen mit ihrem Lipizzaner-Hengst Novio an die Spanische Hofreitschule. Die aufmerksamen Leser werden jetzt sagen: „Halt, da waren doch gar keine weiblichen Reiterinnen erlaubt!“ Und hier habt natürlich recht. Sie muss sich eines Tricks bedienen, in dem sie sie als junger Mann – Konrad – verkleidet und so ihren Platz zu finden versucht. Doch das kann mit gesundem Menschenverstand nicht lange gut gehen … wie sie sich dennoch in Wien behaupten wird, erfahrt ihr hier im ersten Teil der Hofreiterinnen Reihe, dranbleiben lohnt sich!

Ich gestehe, ich brauchte diesmal ein paar Seiten bevor ich in die Geschichte eintauchen konnte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mit Pferden eher weniger am Hut habe? Aber lasst euch von diesem Thema auch als Nicht-Pferdenarr nicht abschrecken, denn der Roman bietet so viel mehr. Die Autorin gab mir in ihrem bekannt angenehmen Schreibstil einen tiefen Einblick in die Welt der Reichen und der Adligen aber auch der arbeitenden Bevölkerung Wiens im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie gewährte mir ein Treffen mit meiner geliebten Kaiserin Elisabeth und eine Audienz mit ihrem Mann Kaiser Franz Joseph von Österreich, was mich faszinierte. Auch die Besichtigung der Hofreitschule ist nun natürlich bei meinem nächsten Besuch in der Donaustadt Wien ein absolutes Muss. Sehr gut gefallen hat mir auch die schillernde Mitzi Kaspar, die zu meiner Freude auf einer Figur basiert, die tatsächlich in Wien umherflatterte und die in diesem Roman Irma zu einer guten Freundin und einer Art Schutzpatronin wird. Alles in allem ist die Geschichte rund und schlüssig und je tiefer man eindringt um sehr mehr macht sich eine Art Sogwirkung breit. Ich vergebe hier sehr gerne 4,5 höchst verdiente Sterne verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung … hach, Wien ist doch immer wieder eine Reise wert und ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil, der wohl im August 2024 erscheinen wird.

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