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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2024

Nicht ganz überzeugend

Im Unterholz
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Vera Bergström, ehemalige Journalistin, arbeitet in einer schwedischen Kleinstadt eher unmotiviert als Hilfslehrerin, kann den Verlust ihres Jobs und ihres Lebensgefährten an eine jüngere Frau nur mit ...

Vera Bergström, ehemalige Journalistin, arbeitet in einer schwedischen Kleinstadt eher unmotiviert als Hilfslehrerin, kann den Verlust ihres Jobs und ihres Lebensgefährten an eine jüngere Frau nur mit Hilfe von Alkohol verarbeiten. Als unter einem Hochsitz die Leiche einer Frau aufgefunden wird, soll Vera ihrem ehemaligen Chef die Hintergrundstory zu diesem Mord liefern. Vera recherchiert nur widerwillig und entdeckt, daß die Vergangenheit des Opfers enger mit Veras Mitmenschen verwoben ist, als allen lieb ist.

"Im Unterholz" von Sara Strömberg ist leider wieder ein Beispiel dafür, daß ein preisgekröntes Buch kein Garant für gute Unterhaltung ist. Bei einem ausgezeichneten Krimidebut erwarte ich eigentlich Spannung von Beginn bis Ende. Dies ist hier leider nicht der Fall. Ich hatte immer das Gefühl: Jetzt muß es doch spannend werden!" - leider habe ich darauf bis zum Schluß vergeblich gewartet. Dafür bekommt man sehr detailliert jedes kleinste Fitzelchen Handlung erklärt, die Handlung schwelgt in Rückblicken, so daß das Lesen auf die Dauer schlichtweg ermüdend wird. Auch gibt es hier wieder den ewigen Nervpunkt schwedischer Krimis - der Hauptcharakter, hier Vera, ist total mit Problemen überlastet und ertränkt dies in Alkohol. Veras Problematik wird hier sehr bildhaft und eingängig beschrieben, was nicht wirklich sehr unterhaltsam ist. Gelungen sind der Autorin die wunderbaren Beschreibungen der schwedischen Wälder und das Einfangen und nahe bringen der düsteren Atmosphäre. Dies hat mir ebenso gut gefallen wie der lockere Schreibstil, die Idee der Handlung, sowie die Auflösung des Kriminalfalles, welche nicht vorhersehbar ist.

Ein Krimi, der weit hinter meinen Erwartungen zurückbleibt, aber seine Fans bei den Freunden von Schwedenkrimis mit Sicherheit finden wird!

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Veröffentlicht am 12.07.2024

Der erste Teil hat mir besser gefallen

Wunder aus Karamell
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Im Jahr 1934 steht in der Bonbonfabrik Werther schon die nächste Generation in der Familie Leyen bereit, um Verantwortung zu übernehmen. Magdalena, die Tochter von Anne und Anton, und ihre Cousinen Josephine ...

Im Jahr 1934 steht in der Bonbonfabrik Werther schon die nächste Generation in der Familie Leyen bereit, um Verantwortung zu übernehmen. Magdalena, die Tochter von Anne und Anton, und ihre Cousinen Josephine und Lene haben alle schon ihre Leidenschaft für die Firma entdeckt. Sorgen macht dem Paar nur ihr Sohn Hermann. Er lehnt jede Form der Zuwendung ab und stößt jeden vor den Kopf, der sich ihm nähert. Erst als sich sogar seine Eltern von ihm abwenden, kommt er zur Besinnung. Als Hermann eine lange Reise nach Spanien und Mexiko unternimmt, begleitet Magdalena ihren Bruder. Sie braucht eine Pause, um über eine unglückliche Liebe hinweg zu kommen. Auch Hermann muß auf der Reise einen schweren Verlust hinnehmen. Während Magdalena von Spanien zurück nach Werther fährt, reist Hermann weiter nach Mexiko. Er ahnt nicht, daß er seine Familie für lange Zeit nicht wiedersehen wird.

Der zweite Teil der Bonbon-Saga von Luise Bastin heißt "Wunder aus Karamell". Wieder geht es um süße Köstlichkeiten. Diesmal allerdings fielen die seitenlangen Beschreibungen zur Zubereitung dieser wahrscheinlich leckeren Bonbons zu langatmig aus. Das macht die Geschichte stellenweise zäh wie ein altes Karamellbonbon. Die Handlung hätte durchaus einiges hergeben können, denn die Jahre ab 1934 waren doch sehr ereignisreich. Die Autorin zog es aber vor, dies alles nur am Rande zu streifen und einen Zeitraum von 10 Jahren einfach zu überspringen. Danach ging das Leben weiter und die heile Welt wurde wieder ausgerufen. Das macht den Roman unglaubwürdig. Da hatte ich mehr erwartet!

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Veröffentlicht am 25.06.2024

Mir fehlt hier der Witz

Sylt im Getriebe
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Marina ist Mitte 50, ihre Ehe langweilig, die Kinder längst aus dem Haus und sie leidet unter Angstattacken. Mitten in dieser Krise ruft ihre Cousine an und bittet sie, für drei Monate ihren E-Bike-Verleih ...

Marina ist Mitte 50, ihre Ehe langweilig, die Kinder längst aus dem Haus und sie leidet unter Angstattacken. Mitten in dieser Krise ruft ihre Cousine an und bittet sie, für drei Monate ihren E-Bike-Verleih auf Sylt zu leiten. Trotz ihrer Panikattacken stellt sie sich dieser Aufgabe. Auf Sylt trifft sie auf eine hilfsbereite Frauengruppe, einen Schäfer, der sie verwirrt und ihr Ehemann offenbart ihr ein Geheimnis.

"Sylt im Getriebe" ist ein weiterer Roman aus der "Glücksromanserie"von Claudia Thesenfitz. Zu Beginn dümpelt die Handlung still vor sich hin und man benötigt wirklich Durchhaltevermögen. Was nicht am Schreibstil liegt, denn dieser ist gewohnt locker. Aber irgendwie nahm die Handlung mich nicht richtig für sich ein. Schade war es auch, daß hier der von der Autorin gewohnte Humor fehlte. Die Charaktere sind hingegen sehr gut beschrieben und werden vor Augen lebendig. Ebenso die Insel Sylt mit ihrer Landschaft. Hier spürt man die frische Nordseebrise! Leider konnte mich dieser Roman nicht so sehr überzeugen wie die vorherigen Bücher der Autorin!

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Veröffentlicht am 02.06.2024

Nicht so gut wie die ersten beiden Teile

Tödliche Tide in St. Peter-(M)Ording (St. Peter-Mording-Reihe 3)
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St. Peter-Ording als Filmkulisse - das zieht die Menschen an! Jedoch erscheint der Hauptdarsteller Titus Frank nicht zur Premierenfeier, er wird nach einem Brand in seinem Ferienhaus tot in der Sauna aufgefunden. ...

St. Peter-Ording als Filmkulisse - das zieht die Menschen an! Jedoch erscheint der Hauptdarsteller Titus Frank nicht zur Premierenfeier, er wird nach einem Brand in seinem Ferienhaus tot in der Sauna aufgefunden. Da die Saunatür von außen verriegelt war, ist klar, daß es sich um Mord handelt. Die Polizisten Ernie und Fred ermitteln, wieder unterstützt von Ernies Schwester Ilva. Doch auch Freds Vater Ede, Kommissar im Ruhestand und gerade auf Urlaub in St Peter-Ording, mischt kräftig mit. Er schleust sich in die Filmcrew ein und entdeckt die erste heiße Spur.

Mit "Tödliche Tide in St. Peter-(M)Ording" hat Tanja Janz ihren dritten Küstenkrimi geschrieben. Dieser hat mir jedoch nicht ganz so gut gefallen wie die ersten zwei Teile. Für mich ermitteln hier zu viele Personen mit, die eigentlich gar keine Internas über die Ermittlungen wissen dürfen. Ilvas Beteiligung war bisher der gewisse Pep der Serie, aber nun ermitteln auch noch Freds Vater und Ilvas Kollegin wird auch noch mit hinein gezogen. Das wurde beim Verfolgen der Spuren schon etwas unübersichtlich und realitätsfern. Tanja Janz bleibt hier ihrem gewohnten Stil treu. Sie schreibt locker und leicht, läßt den Alltag in ihre Handlung einziehen und man wird in das Privatleben der Charaktere förmlich integriert. Ebenso wie man Teil von St. Peter-Ording wird. Hier erlebt man das Nordseedorf sehr bildhaft und fühlt sich direkt an die See versetzt. Der Kriminalfall an sich ist nicht wirklich spannend gehalten, auch wenn es viele Verdächtige und Spuren gibt. Dieser Krimi lebt eher von seinen Charakteren und ihren ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden.

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Veröffentlicht am 04.04.2024

Zu viel Drama

Die Frauen der Villa Sommerwind. Die Hoffnung am Horizont
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1924, Timmendorfer Strand: Julia und Christine sind zu hübschen jungen Frauen herangewachsen. Obwohl sie Zwillingsschwestern sind, könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Christine ist zurückhaltend ...

1924, Timmendorfer Strand: Julia und Christine sind zu hübschen jungen Frauen herangewachsen. Obwohl sie Zwillingsschwestern sind, könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Christine ist zurückhaltend und ernsthaft. Sie arbeitet als Krankenschwester, aber ihr großer Traum ist es, Ärztin zu werden. Ihre Schwester Julia ist ein Hitzkopf und bekannt für ihre Wutausbrüche. Sie will Köchin werden und eines Tages die Küche des Hotels Villa Sommerwind leiten. Leider findet dieser Plan nicht die Zustimmung ihrer Eltern. Als Christine Maximilian kennenlernt, schwebt sie im siebten Himmel. Gerne sieht sie darüber hinweg, daß er ein Freiheitskämpfer ist. Auch Julia findet in Johannes die Liebe ihres Lebens. Doch das Glück währt nicht lange, dann bricht der Zweite Weltkrieg aus. Maximilian bringt durch seine Arbeit im Untergrund die Familie in Gefahr und muß fliehen. Jetzt muß ausgerechnet Julia die Verantwortung für das Hotel und die Menschen, die sie liebt, übernehmen.

Im zweiten Teil ihrer Geschichte um "Die Frauen der Villa Sommerwind" erzählt Anna Husen die Jahre 1924 bis 1946. Der Roman trägt den Titel "Die Hoffnung am Horizont". Dieser Roman könnte so vieles sein. Spannend, tragisch und voller Liebe. Doch leider hat die Autorin durch ihren Sprachstil einiges von dieser Geschichte kaputt gemacht, indem sie zu theatralisch wurde. Dazu kommen noch die ständigen Wiederholungen. Gefühlt auf jeder Seite zog jemand scharf die Luft ein, bekam einen Knoten im Magen, schnalzte mit der Zunge oder hob mißbilligend die Augenbrauen. Die vielen Tränenausbrüche will ich gar nicht mehr erwähnen. Das geht auf die Dauer an die Nerven und ermüdet gewaltig. Für die Grundidee zu dieser Geschichte ist das sehr schade, denn die Handlung könnte mit weniger Pathos sehr lesenswert sein. Man spürt nämlich genau, was die Menschen in den Kriegszeiten empfinden und ist ganz bei ihnen. Ihre Schicksale können einen nicht kalt lassen. Deshalb finde ich es doppelt schade, daß man diesen Roman nicht so genießen kann, wie er es verdient hätte.

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